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El Acordeon del diablo

Kinostart: 01.03.2001

Filmhandlung und Hintergrund

Musikalisches Roadmovie in die Heimat des legendären Akkordeonspielers Pacho Rada.

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • El Acordeon del diablo: Musikalisches Roadmovie in die Heimat des legendären Akkordeonspielers Pacho Rada.

    Filme, in denen karibische Musik im Mittelpunkt steht, sind immer auch Geschichten von Menschen. Nicht im Sinne von Folklore, sondern von Leben, oder besser: von Lebenskunst. Der schöne, relaxed fabulierte Film von Stefan Schwietert zeigt beeindruckend, wie die Musik so ganz einfach und lustvoll zum Leben gehören kann wie Essen, Trinken, Schlafen, Lieben. Alle, die dies alles gern tun, werden sich in diesem Film wohlfühlen.

    Die Szene ist diesmal Kolumbien, nicht das modische Kuba. Schwieterts Film entwirft das bemerkenswerte Porträt eines phänomenalen 92-jährigen Kolumbianers, der ein Jahr nach den Dreharbeiten mutig eine dritte Ehe eingegangen ist. Im Film rühmt sich dieser Pacho Rada, dessen in Buchform erschienene Lebensgeschichte den Regisseur inspirierte, wie in kindlicher Freude über ein gewonnenes Spiel seiner insgesamt 422 Enkel, Ur- und Ururenkel. Aber vor allem erzählt er, ganz in der Tradition der karibischen Volkserzähler, wie er zur Musik und vor allem zum Akkordeon gekommen ist, das eigentlich im Ambiente der Maracas, Timbales, Gitarren, des Steel- und Bläser-Sound eher ungewöhnlich ist. Als vierjähriger Bub bekam Pacho Rada ein Akkordeon von seinem Vater geschenkt, der einer der ersten Kolumbianer mit diesem Instrument war. Deutsche Matrosen hatten es ihm verkauft. Seit Mitte der 19. Jahrhunderts hielt die Ziehharmonika per Schiff Einzug in Kolumbien. Es ist schwer vorstellbar, dass ein Musiker wie Pacho, der als fast klassischer Troubadour in seiner Jugend durch das Land gezogen war und allein zum Akkordeon gesungen hatte, heute in seiner selbst gebauten Wellblechhütte im Küstendorf Santa Marta lebt. Obwohl seine Kompositionen inzwischen andere Musiker spielen und singen und Karriere damit machen. Obwohl er, neben anderen Akkordeonspielern, den Autor Gabriel Garcia Marquez zu einer Romanfigur in „Hundert Jahre Einsamkeit“ inspirierte. Sozialkritik oder politische Statements sind jedoch Schwieterts Sache nicht. Ihm geht es in seinem Film um Beobachtung und Beschreibung, mit viel Liebe und Respekt für die Menschen und deren Phantasie, Kreativität und Lebensfreude. Und da geht von den Bildern (Kamera: Ciro Capellari) und der Musik eine mitreißende Authentizität aus, wie man sie im Kino selten erlebt. Pacho spielt heute zwar nicht mehr so oft, aber wenn, dann muss man einfach seine Fingerfertigkeit und die Klänge seiner Hohner-Harmonika bestaunen. Vallenato, das war einst die Musik der armen Leute, bis in den 70er Jahren die Drogenbarone sie entdeckten und auch kommerziell erfolgreich machten. Son, Cumbia, Paseo und auch die dominikanische Merengue - Pacho Rada beherrscht sie alle und hat sein Talent an den Sohn weitergegeben. Die Sinnlichkeit und Emotionalität der Musik und der Mensch atmet animierend auch dieser schöne Film. fh.

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