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Fakten und Hintergründe zum Film "Einfach zu haben"

Fakten und Hintergründe zum Film "Einfach zu haben"
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Mehr zum Film? Wir haben die wichtigsten Hintergründe und Fakten für Dich gesammelt: detaillierte Inhaltsangaben, Wissenswertes über die Entstehung des Films, ausführliche Produktionsnotizen. Klick rein!

Über die Produktion

Olive Penderghast (EMMA STONE) war ein typisches, amerikanisches Highschool-Mädchen – bis sie sich dafür entschied, lieber ein atypisches zu sein.

Was bleibt einem durchschnittlichen, ganz und gar alltäglichen Mädchen auch anderes übrig, wenn seine beliebte, detailversessene beste Freundin Rhiannon (ALY MICHALKA) heiße Stories vom Wochenende hören will, während die langweilige Realität niemanden hinter dem Ofen hervorlockt?

Kann ein praktisch unsichtbares, anonymes Mädchen wie Olive dann eine kleine, harmlose Lüge erzählen, die ihr zumindest eine Ahnung von jenem magischen Gefühl verschafft, nach dem sich jeder Teenager so dringend sehnt: beliebt zu sein?

Leider lässt sich die kleine, harmlose Lüge nicht ebenso harmlos und schnell wieder gerade rücken: Vor allem deshalb, weil die ebenso aufgedonnerte wie ultrareligiöse Marianne (AMANDA BYNES) Olives Worte zufällig mitgehört hat. Und schon bald machen in immer wilderen Farben ausgemalte Gerüchte von Olives sexueller Freizügigkeit die Runde.

Über Twitter und Facebook verlinkt sich binnen Minuten die gesamte Schülerschaft, um Olives angebliche Entgleisungen zu diskutieren. So im Zentrum der Aufmerksamkeit zu stehen ist verlockend – auch wenn das nicht gerade der Ruf ist, von dem Olive geträumt hatte. Es macht sogar derartig süchtig, dass Olive sich entscheidet, den Gerüchten nicht den Wind aus den Segeln zu nehmen. Und mehr noch: Sie liefert den Gerüchten Nahrung, indem sie sich einen sexy Look zulegt und eine neue, extrovertierte Einstellung. Schließlich kennt sie selbst die Wahrheit und ihre liberalen Eltern (STANLEY TUCCI, PATRICIA CLARKSON) vertrauen ihr. Das kann doch niemandem wehtun, oder?

Ihr Lieblingslehrer Mr. Griffith (THOMAS HADEN CHURCH) fühlt sich gezwungen, seiner wohlmeinenden Besorgnis Ausdruck zu verleihen, während seine Frau, die Schulpsychologin (LISA KUDROW) ihre ganz eigene Form des Beistands wählt. Aber Olive fühlt sich im Scheinwerferlicht ziemlich wohl. Sie setzt ihren neu gewonnenen Ruf sogar kreativ ein, um einigen Mitschülern, die gerne beliebter wären, zu helfen. Einer dieser Schüler ist ihr Leidensgenosse: das Mobbing-Opfer Brandon (DAN BYRD).

Die Geschichte wird mehr und mehr zum Selbstläufer und Olive kann gar nicht anders, als sich mit der Notlage von Hester Prynne aus dem Literaturklassiker „Der scharlachrote Buchstabe“ zu identifizieren – das Buch wird zufällig gerade in Mr. Griffiths Englischunterricht durchgenommen.

Als die Gerüchte um Olive sich verselbstständigen, muss sie feststellen, dass es alles andere als leicht ist, einen Schwelbrand zu löschen. Entweder gelingt es ihr, alles wieder ins rechte Licht zu rücken oder andere Menschen werden unter den Konsequenzen zu leiden haben.

Es ist doch alles so „einfach“, Olive!

Produktion: Das Drehbuch

Die Welt von EINFACH ZU HABEN erlebte ihre Geburtsstunde, als der Drehbuchautor Bert Royal einen zeitlosen Klassiker mit einem zeitgemäßen Milieu kreuzte.

„Ich hatte die Idee, drei Klassiker der amerikanischen Literatur zu nehmen, die Geschichten an derselben Highschool anzusiedeln und diese Welt dem Hier und Jetzt anzupassen“, sagt Royal. Er entschied sich dafür, dass von diesen Klassikern Nathaniel Hawthornes „Der scharlachrote Buchstabe“ der erste werden sollte: Der Roman dreht sich um den öffentlichen Leidensweg einer Frau aus Boston, Hester Prynne, die im 17. Jahrhundert des Ehebruchs beschuldigt wird. „Ich habe nie eine 1:1-Adaption des Romans geplant, wollte mich aber von Teilen des Inhalts inspirieren lassen.“

„Im Kern geht es um puritanische Werte, denen das Konzept der Selbstverwirklichung gegenübergestellt wird. Olive ist eine außerordentlich offene Person. Sie ist der Meinung, dass die Menschen ehrlich zu sich selbst sein sollten. Bedauerlicherweise wächst sie in einer Gesellschaft auf, die Menschen verurteilt, wenn sie von der Norm abweichen. Sie würde gerne die Stadt ein wenig aufmischen und das tut sie ja auch. Allerdings nicht so, wie sie es beabsichtigt hatte.“

Das Drehbuch fiel der Produzentin Zanne Devine in die Hände, die nach mehrmonatigen, anstrengenden Dreharbeiten an Originalschauplätzen zu ihrer Produktion Mardi Gras (2010) gerade erst nach Los Angeles zurückgekehrt war. Eigentlich war sie nicht in der Verfassung, überhaupt irgendetwas zu lesen. Aber ein Anruf ihrer Assistentin, die nur etwa 30 Seiten gelesen hatte, überzeugte Devine davon, sofort in das Buch einzutauchen. „Ich habe es noch in der darauffolgenden Nacht verschlungen“, erinnert sich Devine, die am nächsten Morgen ihre Kollegen bei Screen Gems anrief. „Ich habe es vorbeigebracht, sie haben es gelesen und wir haben es gekauft. „Der scharlachrote Buchstabe“ als Inspiration und das Gespür für tiefschürfende Themen: Bert hat ein Drehbuch geschrieben, das die Welt an modernen Highschools auf wundervolle Weise einfängt. Witzig und aussagekräftig zeigt es, dass diese Themen heute noch eine ebenso große Rolle spielen, wie sie es bereits seit Jahrhunderten getan haben.“

Ähnlich wie die Produzentin Zanne Devine hatte auch der Regisseur Will Gluck gerade erst einen eigenen Film abgeschlossen: die Screen Gems-Produktion Fired Up (2009). Von seinen Kollegen im Filmstudio bekam Gluck das Drehbuch und war zunächst misstrauisch. „Normalerweise schreibe ich auch das Drehbuch zu den Filmen, bei denen ich Regie führe. Und nach meinem letzten Film wollte ich nie wieder einen Highschool-Film drehen“, erinnert sich der Regisseur. „Aber als ich das Buch gelesen hatte, musste ich einsehen, dass es, obwohl es an einer Schule spielt, weit darüber hinausgeht. Es geht tatsächlich um Moral, darum, wie ein Gerücht funktioniert und über die Bedeutung, die Menschen ihrer Außenwirkung beimessen. Die Geschichte lässt die Highschool rasch hinter sich und wird zur Geschichte über die ganze Stadt. Der Film ist außerdem sehr humorvoll, inklusive einiger äußerst bewegender, dramatischer Momente. Er ist weit von einem simplen Highschool-Film entfernt.“

Gluck fühlte sich auch von der weiblichen Perspektive angesprochen, die das Drehbuch einnimmt: „Es war toll, auf ein Drehbuch zu stoßen, das aus der Perspektive eines Mädchens geschrieben ist“, fügt Gluck hinzu. „Die meisten Filme handeln von den Hürden, die Jungs überwinden müssen, um schließlich das Mädchen zu kriegen. Hier geht es um ein Mädchen, das gar nicht ‚gekriegt‘ werden will. Einen Freund will sie aber trotzdem haben.“

Jeder, der das Drehbuch gelesen hatte, war außerdem angetan von der Umgangssprache der Figuren. Royal hatte die bewusste Entscheidung getroffen, dass Olive und ihre Mitschüler wie wirkliche Teenager sprechen sollten. Er hatte beschlossen, nicht zurückzuschrecken vor Dialogzeilen, die dem Film ein US-amerikanisches „R-Rating“ einbringen könnten. Obwohl den Autor nun schon einige Zeit von seinen Jugendjahren trennt, konnte er auf genügend Beispiele zurückgreifen, um diese besondere Weltsicht zu einzufangen.

„Meine Mutter war Lehrerin, deshalb verbrachte ich auch dann noch viel Zeit mit Kids, nachdem ich die Highschool längst abgeschlossen hatte“, berichtet Royal. „Etwas an ihren Gesprächen, ihren Ängsten war einmalig. Als ich in New York lebte, hörte ich immer den Kids in der U-Bahn zu. Sie bauschten jede Kleinigkeit zu einem Drama auf. Aber wenn man wirklich zuhört und beginnt, zwischen den Zeilen zu lesen, dann erinnert man sich an dieses Gefühl: Dass es das Ende der Welt bedeuten könnte, wenn nur irgend etwas falsch läuft.“

„Bei den meisten Komödien, die als Altersfreigabe ein amerikanisches „PG-13-Rating“ bekommen (‚Möglicherweise zum Teil ungeeignet für Kinder unter 13, Eltern werden nachdrücklich gewarnt‘) habe ich oft den Eindruck, dass es ihnen nicht gelingt, die Umgangssprache der Kids wirklich wiederzugeben. Selbst an unserem Set musste man nur den Statisten zuhören: Die Ausdrücke, die sie verwenden, übertreffen diejenigen, die ich in das Drehbuch geschrieben habe, bei Weitem. Wenn man sich einige Klassiker des Genres wie Heathers (Heathers, 1989), 16 Candles (Das darf man nur als Erwachsener, 1984) und The Breakfast Club (Der Frühstücksclub, 1985) ansieht, muss man feststellen, dass sie in Amerika alle ein „R-Rating“ (‚Unter 17 ist die Begleitung eines Elternteils oder eines Erziehungsberechtigten obligatorisch‘) bekommen haben. Bei diesem Drehbuch hatte ich das Gefühl, dass ich für die Geschichte, die ich erzählen wollte, realistische Dialoge brauchte.“

Aber Worte und Taten sind natürlich zwei verschiedene Paar Stiefel. Für Gluck war die Tatsache, dass es in diesem Film zwar um das heiße Thema Sex geht, es aber faktisch gar keine Sexszenen gibt, ein besonderer Spaßfaktor. „Auf eine verdrehte Weise ist das irgendwo konservativ“, gibt Gluck zu. „Die Moral von der Geschichte ist, dass es sich lohnt, zu warten, aber dass man manchmal auch verschlungene Wege zurücklegen muss, um eben diese Antwort zu bekommen. Es ist interessant, dass es sich bei dem Thema Sexualität in Amerika inzwischen vor allem darum dreht, was die Menschen darüber denken und gar nicht mehr um den Akt an sich. Dieser Film befreit sich von dem Akt, es kommt ja schließlich überhaupt nicht dazu. Hier geht es darum, wie die Menschen darüber sprechen und wie es einem selbst dabei geht, wenn man auf diese Weise wahrgenommen wird.“

„Ich fände es toll, wenn meine elfjährige Tochter die Moralvorstellungen verstehen würde, die der Film vermittelt“, sagt Zanne Devine. „Hier lernt ein Mädchen, seine eigenen Entscheidungen über sein Sexualverhalten zu fällen, eigene Entscheidungen darüber, wie viel Intimität es in seinem Leben zulassen möchte. Olive verbringt im Film viel Zeit damit, auf das zu reagieren, was die anderen Menschen auf sie projizieren und nicht etwa auf das, was wirklich passiert ist. Diese Vorstellungswelt bewegt sich durchaus im Rahmen eines amerikanischen „PG-13-Ratings“. Ich glaube, dass Eltern sich nur wünschen können, dass ihre Tochter oder ihr Sohn von der Moral der Geschichte und der Botschaft des Films profitiert.“

Royal ergänzt: „Olive hat es gar nicht nötig, Sex zu haben. Sie ist in dieser Hinsicht reif genug, so lange zu warten, bis sie bereit dafür ist. Unreif handelt sie aber natürlich, indem sie lügt, diese Lüge aufrecht hält und daran glaubt, dass es wichtig ist, was die Anderen über sie denken.“

Produktion: Die Besetzung

Auf dem Papier war Olive ein echtes Erdbeben: Intelligent, witzig, aufmerksam, überraschend tough und anrührend verletzlich. Die entscheidende Frage für die Filmemacher war nun, wer dieser lebhaften Rolle auf der Leinwand Leben einhauchen könnte. Von der perfekten Besetzung der Olive hing der Erfolg des Projekts ab.

„Olive ist ein extrem schlaues Mädchen“, erläutert der Regisseur, „aber sie geht einem mit dieser Klugheit nicht auf die Nerven. Viele kluge Menschen und Figuren, die einfach alles wissen und wie Erwachsene sprechen, gehen einem damit so auf die Nerven, dass man ihnen eine Ohrfeige verpassen möchte. Das Mädchen hier hat wirklich eine Menge auf dem Kasten, aber sie weiß gar nicht, dass sie so verdammt schlau ist. Wenn es irgendetwas gibt, wofür sie sich schämt, dann für die Tatsache, dass sie so klug ist. Weil das Mädchen hier herausfinden möchte, wer sie wirklich ist, fühlt man so sehr mit ihr.“

Es überrascht kaum, dass Gluck und die Produzenten kein Problem mit einem Mangel an Anwärterinnen für eine so gut geschriebene Rolle hatten. „Einfach alle wollten die Rolle“, erinnert sich der Regisseur. „Es kam mir so vor, als hätte mich praktisch jede Schauspielerin zwischen 16 und 28 Jahren angerufen.“ Als ich hörte, dass Emma Stone die Rolle wollte, war ich sehr gespannt. Wir haben uns schnell getroffen und sie hatte überhaupt keine Probleme, mir eine Kostprobe ihres Könnens abzuliefern. In einem großen Teil des Films ist Olive zu sehen, wie sie in die Webcam ihres Computers spricht. Nach dem Casting ging Emma nach Hause, spielte eine Szene vor ihrer Webcam und mailte sie mir zu. Die DVD mit der Szene habe ich dann dem Studioboss mit den Worten überreicht: ‚Das ist das Mädchen.‘ Mit großem Abstand war sie meine allererste Wahl.“

Stone erzählt, dass ihr das Drehbuch von einem Freund zugeschickt wurde, bevor es überhaupt verkauft war. Als sie es gelesen hatte, war ihr klar, dass sie die Richtige dafür war.

„Ich habe mich augenblicklich mit der Figur verbunden gefühlt“, erinnert sich Stone. Olive macht all diese großen Worte und albernen Wortspiele und ist sich dabei absolut bewusst, dass es irgendwie dämlich ist, was sie tut. Sie kann sich aber selbst nicht stoppen. Das kenne ich von mir. Ich fühlte mich in so vielen Dingen seelenverwandt mit der Figur, dass ich den Eindruck hatte, egal, ob ich Olive spielen würde oder jemand anders, sie verdiente auf alle Fälle jemanden, der bereit war, sie zu verstehen. Es wäre, glaube ich, leicht, die Figur sehr albern zu interpretieren oder sie misszuverstehen. Ich hatte Bedenken, dass die falsche Schauspielerin nicht ehrlich mit dieser tollen Figur umgehen würde.

Bei ihrem ersten Treffen mit Will Gluck musste Stone feststellen, dass sie in ihren Ansichten zur Figur weitgehend übereinstimmten. „Will verriet mir, dass er nicht nach jemandem suchte, der Olive werden sollte“, erklärt Stone. „Er suchte nach jemandem, der Olive ist, weil Olive zu derjenigen wird, die sie spielt. Ich habe verstanden, dass man zu diesem Mädchen nicht werden kann. Entweder man ist sie oder eben nicht. Ich bin so dankbar, dass man mir diese Möglichkeit gegeben hat.“

Nachdem Stone als Darstellerin der Olive feststand, begannen die Filmemacher, nach den Schauspielern zu suchen, die sie umgeben würden. Mit dem Ende der Suche waren die Filmemacher überwältigt von der Tatsache, dass sich hochtalentierte Schauspieler leidenschaftlich bereit erklärt hatten, Teil des Projekts zu sein.

„Ein großartiges Drehbuch zieht auch viele großartige Leute an“, sagt Zanne Devine über die Nebendarsteller in EINFACH ZU HABEN. „Ich glaube, dass unsere Schauspieler die Menschen überraschen werden: denn sie spielen ihre Figuren meist abweichend von dem, was das Publikum gewohnt ist.“

Aly Michalka und Amanda Bynes, die Rhiannon und Marianne spielen, geben rückblickend bereitwillig zu, dass die Unterschiede zu ihren Figuren in EINFACH ZU HABEN und ihre Arbeit in der Vergangenheit einen großen Teil dessen ausmachen, was sie zu ihren Rollen hingezogen hat.

„Rhiannon ist verrückt“, sagt Aly Michalka über die Figur, die sie verkörpert. „Sie ist ein Mädchen, das sehr aggressiv und leidenschaftlich verteidigt, woran es glaubt, oder was auch immer seine Meinung ist. Sie hat definitiv ein sehr loses Mundwerk und spricht alles aus, was sie denkt. Das kann manchmal beleidigend oder grob wirken, aber sie meint es immer gut. Sie hat nur irgendwie keinen richtigen Filter. Aber sie liebt ihre beste Freundin Olive; und wie das beste Freunde eben manchmal machen, liebt sie es auch, sie ein bisschen zu ärgern, sie auf die Palme zu bringen.“

Michalka ist vor allem dem jüngeren Publikum bekannt aus der Sitcom „Phil of the Future“ („Phil aus der Zukunft“, 2004-2006), die im Disney Channel lief. Außerdem ist sie der eine Part des Popmusik-Duos „Aly and A.J.“, das ihr zusammen mit ihrer Schwester schon Platten in Platin eingebracht hat. Als Rhiannon gefiel es ihr, bis an die Grenzen zu gehen. „Ich liebe es, dass sie so eine starke Persönlichkeit ist. Sie ist eine tolle Freundin, sehr loyal und darin ähnelt sie mir. Aber wir unterscheiden uns stark in der Art und Weise, wie wir sprechen und wie wir uns selbst beherrschen. Rhiannon zieht sich auch wesentlich provokativer an als ich. Sie wünscht sich Aufmerksamkeit und wäre am liebsten schon 25 Jahre alt, auch wenn sie noch ein Teenager ist.“

Mit der unentspannten, tiefreligiösen Marianne Bryant ließ sich Amanda Bynes von einer Figur inspirieren, die ganz anders war als die jungen Frauen, die sie üblicherweise spielt. „Ich spiele sonst das alberne, lustige Mädchen“, erzählt die Schauspielerin, „und Marianne ist ein sehr gläubiges, verklemmtes Mädchen, das von sich glaubt, die Schule zu beherrschen. Eine Menge von dem, was sie tut, wirkt gemein, böse und absolut herrschsüchtig. Aber sie ist überzeugt davon, dass sie im positiven Sinne handelt, weil sie für sich beansprucht, Gottes Werk zu tun.“ Bynes findet, dass Marianne immer noch etwas Liebenswertes hat, auch wenn ihre Handlungen irgendwie fragwürdig sind. „Jeder hat schon mal ein Mädchen mit einer solchen Persönlichkeit getroffen. Ein Mädchen, das immer Recht haben will und besser sein will als alle anderen, das alle übertrumpfen will“, sagt Byrne. „Es macht Spaß, sie zu spielen.“

Will Gluck fiel es als Regisseur leicht zu vergessen, dass seine talentierten Schauspielerinnen jenseits ihrer wundervollen Schauspielleistungen für die Welt da draußen Stars waren. „Wir wurden allerdings daran erinnert, als mehr als 100 Kids bei einem Dreh auf der Straße versuchten, Fotos von Emma und Aly zu schießen und ein Autogramm zu ergattern“, erzählt Gluck. „Die beiden sind so sehr mit ihren Figuren verschmolzen, dass einem manchmal entfallen ist, was für eine große Fangemeinde sie haben.“

Zwei weitere Schauspieler mit großen Fangemeinden waren ebenfalls mehr als glücklich, mit ihren Rollen in EINFACH ZU HABEN neuen Herausforderungen zu begegnen.

Penn Badgley ist bekannt für seine Rolle des Dan Humphrey in der Erfolgsserie „Gossip Girl“ (2007). Die Figur des Woodchuck Todd schien ihm so vielversprechend, dass er zwischen West- und Ostküste hin- und herflog, um die Drehpläne sowohl für den Film als auch für die Serie unter einen Hut zu bringen.

Gluck erläutert den speziellen Reiz, den die Rolle für Badgley hatte: „Wenn Penn zum ersten Mal zu sehen ist, sind sein Gesicht und sein Körper von oben bis unten blau angemalt. Das zweite und dritte Mal begegnet man ihm kostümiert als Murmeltier. Und das sechste Mal trägt er schließlich einen Hummer-Hut. Es ist nicht das, was man von Penn Badgley erwartet.“

Badgley stimmt zu: „In der Figur steckt wirklich alles drin. Das ist einer der Gründe, warum ich die Rolle spielen wollte. Idealerweise weiß man lange Zeit nicht, was meine Figur überhaupt im Film sucht – aber am Ende passt alles perfekt zusammen. Ich hatte riesigen Spaß dabei, der seltsame, respektlose Typ zu sein, der während des ganzen Films diese scheinbar inkonsequenten Sachen macht. Was mich aber wirklich an der Rolle reizte, waren die Substanz, die Bedeutung der Figur. Es ist nicht unbedingt eine komplexe Rolle; aber es ist eine Rolle, die leicht schief aufgebaut und unangemessen gespielt werden könnte, wenn man sie falsch interpretiert.“

Gluck ergänzt: „Es gibt diese Typen an der Highschool, die wie eine Art Maskottchen sind. Sie können mit den Sportlern ebenso abhängen wie mit den Strebern. Todd ist ein Typ, der all diese unterschiedlichen Subkulturen an der Highschool streift, sich durch sie hindurch schlängelt.“

„Genau das macht er“, pflichtet ihm Badgley bei. „Aber ich glaube, es ist nicht nur einfach seine verträgliche Persönlichkeit. Er ist in etwa so: ‚Ich bin ein Teenager, ich lebe in Ojai und ich warte nur darauf, dass ich aufs College gehen kann und mein Leben beginnt.‘ So, denke ich, fühlt er sich. Und er hat Spaß dabei. Wenn jeder meint, dass er sich zum Idioten macht mit dem, was er tut, spielt das keine Rolle. Selbst wenn alles, was ich als die Figur mache, theoretisch wirklich bescheuert und erniedrigend ist, mache ich es hoffentlich mit ausreichend Würde, dass es am Ende irgendwie doch cool ist“.

Für Cam Gigandet war seine Rolle des Micah meilenweit entfernt von dem Vampir, als der er im Box-Office-Erfolg Twilight (Twilight – Biss zum Morgengrauen, 2008) die Menschenjagd als Sport betreibt. „Wenn es irgendetwas gibt, was die beiden Figuren verbindet“, mutmaßt Cam, „dann sind es ihre nicht gerade liebenswürdigen Entscheidungen, die sie schließlich treffen. Außerdem haben sie vielleicht ähnliche Moralvorstellungen.“

Der Schauspieler war bereits involviert in die Screen Gems-Produktion The Roommate (2010), als er von EINFACH ZU HABEN hörte. Er las das Drehbuch und wusste sofort, dass er dabei sein wollte. „Das Drehbuch war einfach großartig! Grundsätzlich hatte ich bisher wenig Gelegenheit, in Komödien zu spielen“, erzählt Gigandet. „Ich wusste, dass ich eine Menge Spaß dabei haben würde.“

Daniel Byrd war begeistert von der Rolle des Brandon, weil sie ihm die Gelegenheit bot, den zur gleichen Zeit verletzlichen und geistreichen Highschool-Außenseiter zu spielen. „Brandon kann sich mit seiner Altersgruppe mehrheitlich nicht identifizieren und ist zum Einzelgänger geworden. Deshalb hat er eine sardonische, zynische Haltung gegenüber seinem unmittelbarem Umfeld und der Welt entwickelt. Dann trifft er auf Olive. Sie begegnen sich beim Nachsitzen und stellen fest, dass sie eine ähnliche Sicht auf die Welt teilen. Sie fühlen sich gefangen inmitten einer Menge doofer Leute und wundern sich, warum niemand das so sieht wie sie.“

Die Chemie zwischen Byrd und Stone stimmte sofort, als Byrd für die Rolle vorsprach. Nachdem er mit Stone gearbeitet hat, ist er voll des Lobes: „All meine Szenen spiele ich gemeinsam mit ihr. Wenn sie eine Diva gewesen wäre, hätte das aus diesem Job wirklich einen Job gemacht“, erklärt Byrd. „Aber sie ist eine echte Seltenheit in diesem Geschäft: Eine talentierte, erfolgreiche, hübsche Schauspielerin, der ihr Erfolg überhaupt nicht zu Kopf gestiegen ist. Sie ist ein wirklich bodenständiger, glücklicher, offener Mensch. Die Zeit zusammen hat einfach nur Spaß gemacht.“

Zusätzlich zu den hoch gehandelten Jungschauspielern kam über das Drehbuch auch eine bemerkenswerte Zahl an Schauspielern zur Produktion, die bereits für Academy Awards® nominiert waren oder den Emmy® gewonnen hatten: Sie verkörpern in Schlüsselrollen die Eltern, die Olive und ihre Freunde umgeben.

Thomas Haden Church und Lisa Kudrow spielen Mr. und Mrs. Griffith, den Highschool-Lehrer und seine Frau, die Schulpsychologin. Patricia Clarkson und Stanley Tucci hauchen Olives Eltern Rosemary und Dill Penderghast Leben ein. Mit von der Partie ist auch Malcolm McDowell, ein alter Hase im Schauspielgeschäft. Er spielt den Direktor der Highschool. Mit Fred Armisen verkörpert ein Mitglied der „Saturday Night Live“-Stammbesetzung den Pastor Bryant.

„Wir können uns glücklich schätzen, dieses geballte Können versammelt zu haben“, sagt Gluck. „Egal wie klein die Rolle war, es reagierten alle Darsteller gleich auf das Drehbuch: Es unterschied sich von den Stoffen, mit denen sie ansonsten konfrontiert waren.“

Patricia Clarkson bekräftigt Glucks Eindruck zur Wirkung des Drehbuchs: „Es war echt lustig und originell“, erzählt die Schauspielerin. „Alle Figuren sind so gut und humorvoll gezeichnet. Das gilt nicht nur für die Hauptfiguren, ebenso für diejenigen, die wie die unserigen mehr oder weniger in der Peripherie angesiedelt sind. In vielen derartigen Filmen bleiben die Figuren der Eltern irgendwie platt. Wir dagegen haben hier wirklich etwas beizutragen.“

Für Stanley Tucci lag der Reiz der Elternrollen in der postmodernen Einstellung der Eltern zur Kindererziehung. „Die Eltern lieben sich sehr und zeigen das auch offen vor den Kindern. Das ist vermutlich das Gesündeste, was Eltern überhaupt tun können, denn es gibt den Kindern die Gelegenheit zu verstehen, was Liebe ist“, meint Tucci. „Da ist auch eine Menge Vertrauen und ich glaube, die Eltern begreifen, dass ihre Kinder wirklich gut alleine zurechtkommen, wenn sie ihnen dieses Vertrauen entgegenbringen. Sie sind nicht zynisch, haben aber einen hintergründigen Sinn für Ironie. Sie nehmen nicht alles bierernst. Nur die wirklich wichtigen Dinge nehmen sie sehr ernst.“

„Wir waren begeistert, als Patricia und Stanley einwilligten, diesen Film zu machen“, sagt die Produzentin Zanne Devine. „Die Tatsache, dass sie Olives Eltern spielen, macht es noch besser. Sie sind nicht nur einfach im Film dabei, sondern machen transparent, wo dieses Mädchen herkommt. Wer oder was hat sie zu der gemacht, die sie jetzt ist? Wenn die Antwort lautet: Patricia Clarkson und Stanley Tucci, dann macht das wirklich Sinn.“

Als Thomas Haden Church das Drehbuch las, war er schnell berührt von der Atmosphäre des pubertären ‚Sturm-und-Drang‘, die es ausstrahlte: „Es hatte eine starke emotionale Qualität und nahm eine einzigartige Perspektive ein“, erläutert der Schauspieler. „Jeder ist sich am Rande seiner Wahrnehmung bewusst, was auf Highschools in den Cliquen passiert: die Hierarchien, die Feindseligkeiten, die Kritik und all diese Dinge, die in die drei oder vier persönlichkeitsbildenden Jahre gestopft sind. Und dennoch ist da ein emotionaler Leitfaden, den nur niemand je erwähnt. Und ich glaube, dieser Film macht genau das. Olive durchlebt so widersprüchliche Gefühle: Sie hat mit Vorurteilen zu kämpfen, erlebt Schmerz, Hochgefühl und erfährt, was Erkenntnis ist. Das fand ich erfrischend. Meine Rolle in dem Film ist wirklich nicht groß. Aber diese Figur hat etwas zu sagen und das ist alles, was zählt. Ob ich in einem Film für fünf oder für fünfzig Minuten zu sehen bin: Qualität geht vor Quantität.“

Auch Lisa Kudrow hatte einen kurzen Drehplan für ihre kleine, aber entscheidende Rolle. Nichtsdestotrotz war die Produzentin Zanne Devine gerade von ihrer Mitwirkung besonders angetan: „Sie hat phänomenale Arbeit abgeliefert“, berichtet Zanne Devine. „Sie war witzig und brachte in ihre Rolle und damit auch in den Film eine unverbrauchte, einzigartige Energie ein. Es war einfach toll zu sehen, wie sie Emma und Thomas gegeneinander ausspielt.“

Zu den Nebendarstellern im Film ergänzt Zanne Devine: „All diese Schauspieler tragen in vielerlei Hinsicht einfach dazu bei, das Niveau des Films zu erhöhen.“

Produktion: Die Dreharbeiten

Die Hauptdreharbeiten von EINFACH ZU HABEN begannen am 9. Juni 2009 im kalifornischen Ojai. Die Stadt im Norden von Los Angeles ist in einem kleinen Tal angesiedelt. Seinen bekanntesten ‚Auftritt‘ im Film hatte Ojai als sagenumwobenes „Shangri-La“ in Frank Capras Lost Horizon (In Fesseln von Shangri-La, 1937). Viele Jahre später wurde die malerische Intimität des Städtchens visuell sehr wichtig für die Gesamtatmosphäre, die der Regisseur Will Gluck vermitteln wollte.

„Ich wollte den Film aus dem Kontext einer Kleinstadt heraus erzählen“, erläutert Gluck. „Es geht in EINFACH ZU HABEN darum, wie hart es ist, ein Mädchen auf der Highschool zu sein. Wenn du Ärger in der Schule hast, kannst du ihm nicht entgehen. Schlimmer ist wahrscheinlich nur noch, wenn du zusätzlich auch einer Kleinstadt nicht entfliehen kannst. Du läufst eine Straße entlang und alle Probleme, die du in der Schule hattest, sind draußen nach wie vor da. Der Lehrer, mit dem du Ärger hattest, die Kids, die dich auslachen … du hast sie alle direkt vor der Nase. Ich wollte eine kleine Stadt finden, in der Olive sich nicht verlieren würde. Wir hatten großes Glück, dass wir in Ojai drehen durften, weil die Stadt genau die Atmosphäre bietet, nach der wir gesucht haben. Außerdem ist sie zufällig auch eine der schönsten Städte der Welt.“

Und Ojai garantierte nicht nur das Kleinstadt-Gefühl, nach dem die Filmemacher gesucht hatten, sondern auch den perfekten Hauptdrehort: Die Nordhoff-Highschool. Die traditionsreiche Schule mit Außenanlagen, die dem milden Wetter der Region zu verdanken sind, wandelte sich für den Film in die Ojai North High School.

„Das war sehr spannend“, erzählt Gluck. „Ich stamme aus New York und dachte deshalb zunächst, dass Szenen in Highschools in Korridoren spielen müssten, weil dort der klassische Treffpunkt ist. In den meisten kalifornischen Schulen gibt es aber gar keine Korridore. Alle Türen führen nach draußen. Die Gemeinschaftsbereiche befinden sich ebenfalls draußen. Zunächst war es schwierig, mich da zu orientieren. Aber sobald man diese Art zu Leben einfach akzeptiert, bekommt alles seinen eigenen Charme. Die Schüler verlassen einen Raum und begegnen sich auf dem Weg über den Campus zu ihrem nächsten Klassenzimmer. Wir haben dort für zweieinhalb Wochen gedreht. Die Schule ist im Film dann sehr wichtig geworden, denn sie bedeutet für die Kids tagsüber ihre ganze Welt. Abends und nachts übernimmt diese Rolle dann die Stadt.“

Die Schule stellte nicht nur die Sportanlagen zur Verfügung, die in der Sommerferienzeit nicht genutzt wurden. Sie war auch so großzügig, mit allen verfügbaren Mitteln zur Authentizität des Films beizutragen. Zusätzlich hatten sich viele Schüler der Nordhoff-Highschool dafür entschieden, ihre Ferien zu Hause zu verbringen, um als Statisten dabei zu sein. An einer Schlüsselszene in der Schulturnhalle nahmen neben den Schülern als Zuschauer außerdem die Schulband, die Cheerleader und die Basketballspieler Teil.

Die drei unterschiedlichen und im Film zeitlich unabhängigen Szenen, in denen das Schulmaskottchen jeweils komplett verwandelt erscheint, wurden im Verlauf eines Drehtages gefilmt. In der ersten Szene ist Penn Badgley für seinen Auftritt als „Blue Devil“ vom Scheitel bis zur Sohle blau angemalt. Für die nächste Szene wurde er dann schnell abgeschminkt: Weil der religiöse Arbeitskreis der Schule Druck ausgeübt hatte, musste der Teufel dem konservativen, weniger bedrohlichen Murmeltier weichen. Der Schauspieler wurde in das voluminöse Kostüm gesteckt, rannte in der Turnhalle herum und heizte das Publikum an. Die dritte Szene schließlich stellte mit Sicherheit die größte Herausforderung des Drehtages dar. In einem Schlüsselmoment des Films hält Olive vor der versammelten Menge eine ebenso dramatische wie unerwartete Ansprache.

Emma Stone gibt eine Sing- und Tanzeinlage zum Besten, bevor sie sich an die Schülerschaft wendet. Währenddessen ist Badgley wieder blau angemalt – und steckt gleichzeitig im Murmeltierkostüm. „Es ist schon kein sonderlich erhebendes Gefühl unter der Körperbemalung, die deine Poren verstopft und dich klaustrophobisch umschließt. Und dann kommt noch das Murmeltierkostüm dazu“, erzählt der Schauspieler. „Ich hatte in der Szene kein Shirt an und die Nähte rieben an meiner Haut. Es war echt heiß in dem Kostüm. Die Produktion musste für diese Szene die Klimaanlage abschalten. Ich habe ganz schön geschwitzt! In jedem einzelnen Take musste ich herumrennen, Dinge ins Publikum werfen, schreien, das Kostüm herunterreißen, Emma hochheben und dann in ihre Tanzeinlage einsteigen. Das war eine lange, anstrengende Prozedur.“

Obwohl niemand je an Emma Stones Talent gezweifelt hatte, bevor die Nummer in der Turnhalle gedreht wurde, übertraf sie schließlich noch die ohnehin schon hohen Erwartungen. „Es ist offensichtlich, dass Emma eine fantastische Schauspielerin ist“, sagt Gluck, „aber sie ist sehr bescheiden. Deshalb ist einem gar nicht bewusst, wie begabt sie wirklich ist. Bevor wir die Szene in der Turnhalle gedreht haben, hat sie mit einer Choreografin gearbeitet und den Song aufgezeichnet. Mir war nicht klar, wie gut sie dabei sein würde. Ich sah bei ihrer ersten Tanzprobe zu. Sie war atemberaubend. Anschließend erzählte sie mir: ‚Ich hatte zwölf Jahre lang Tanzunterricht.‘ Sie ging in einen Raum und nahm den Song auf: Ich war von den Socken – ‚Ach ja, Gesangsstunden hatte ich auch zehn Jahre lang.‘“

Die Choreografin Jennifer Hamilton erläutert, dass für eine Szene wie die in der Turnhalle die „Komik, der Spaß und das, was die Schauspieler selbst mit einbringen“ wesentlich sind. Auf die Frage, was das Publikum erwarten kann, antwortet sie: „Zuallererst wird es hoffentlich völlig hingerissen sein von Emmas Talent. Denn sie ist eine absolut hervorragende Tänzerin und kann sich toll bewegen.“

Die physischen Herausforderungen der Szene stellten für die Schauspielerin kein Problem dar. Sie war sich allerdings durchaus bewusst, dass sie am Drehort für ein Live-Publikum performt. „Es war ein bisschen peinlich, weil ich mich an die Highschool zurückversetzt fühlte: Tanzend in einem knappen Kostüm und in Netzstrumpfhosen vor 500 Mitschülern“, erzählt Stone. Obwohl sie ihren Song vorher aufgenommen hatte, wollte sie nicht, dass ihre Stimme als Playback eingespielt wurde. „Ich bin nicht eine von denen, die sich ihre eigenen Szenen im Nachhinein nicht mehr ansehen können“, erklärt die Schauspielerin. „Aber in diesem speziellen Fall, mit all den Dingen, die ich gleichzeitig zu tun hatte, und so peinlich berührt, wie ich mich fühlte, brauchte ich zumindest etwas, womit ich mich wohlfühlen würde: den Song nicht von mir gesungen zu hören. Es wäre einfach zu viel gewesen, wenn auch noch meine Stimme aus den Lautsprechern ertönt wäre.“

Ungeachtet dessen hätten die Zuschauer von Stones Performance an diesem Tag kaum mehr beeindruckt sein können. „Sie ist unglaublich“, merkt Malcolm McDowell an, der den humorlosen Highschool-Direktor spielt. „Ich sollte über das, was in der Szene passiert, richtig verärgert sein. Aber wenn ich im Off war, dann pfiff, stand und jubelte ich inmitten der Menge weil sie so einen großartigen Job ablieferte.“

Obwohl die Tanzszene in der Turnhalle komplex und physisch sehr anspruchsvoll ist, spricht Stone von einer anderen, intimeren Szene als ihrer größten Herausforderung. Auf einer Party geben Olive und ihr Freund Brandon vor, Sex zu haben, während eine Meute Teenager vor der Schlafzimmertür lauscht. Zuvor hatte sie sich bereit erklärt, ihm dabei zu helfen, beliebt zu werden. Ungestört, aber sich der unsichtbaren Zuhörer wohl bewusst, hüpfen die beiden auf dem Bett herum, machen Geräusche, rufen skandalöse Sachen und klopfen wild an die Wände.

„Von dieser Szene gab es gefühlte eine Million Takes“, erinnert sich Stone. „Nach einer Weile hatte ich den Eindruck, als würde ich hyperventilieren und meine Lungen würden sich verschließen. Ich hatte zum ersten Mal, seit ich sechs Jahre alt war, einen Asthmaanfall. Es war der zweite Drehtag und irgendwann musste man mir eine Sauerstoffflasche bringen. Ich fühlte mich wie ein Idiot. Das zeigte nur, in was für einer grauenvollen Verfassung ich war. Nach all dem Herumhüpfen, dem Geschrei und Geklopfe war ich völlig fertig. Am Ende der Nacht waren meine Hände geschwollen.“

Zum Glück für alle Beteiligten erholte sich die Schauspielerin schnell und konnte weiter an ihrer ersten Hauptrolle arbeiten. Das bedeutete auch, dass sie in fast jeder Szene des Films präsent war. Ihre Vorbereitung auf den Dreh war denkbar einfach. „Normalerweise habe ich etwa drei Wochen vor einem Projekt einen Nervenzusammenbruch. Irgendwann in meiner Panik sage ich mir, wie unvorbereitet ich bin“, erklärt Stone. „Angesichts der unfassbaren Menge an Dialog, den die Figur hat, begriff ich, dass es eigentlich nur eines gab, was ich tun konnte, um mich vorbereitet zu fühlen: Ich musste das Drehbuch lesen, unermüdlich, tausend Mal.“

Egal, ob sie es nun tatsächlich tausend Mal gelesen hat oder nicht: Sechs Wochen vor Drehbeginn las Emma das Drehbuch zweimal täglich einem Freund laut vor. „Als ich in Ojai ankam, war es ein großer Trost für mich, dass ich meinen Text kannte und mich nicht anstrengen musste, die Worte in meinen Kopf zu kriegen“, erinnert sich Stone. „Mit Olive ist es ja so: Alles perlt ganz natürlich und unangestrengt aus ihrem Mund. Für das Gefühl, sie wie eine Schwester zu kennen, alles bereits zu kennen, wovon sie spricht, musste ich den ganzen Text parat haben.“

Während Stone daran arbeitete, die Rolle der Olive auszufüllen, war Will Gluck mit seiner persönlichen Herausforderung bei der Regie von EINFACH ZU HABEN konfrontiert: Zeit. „Es ist ein kleiner Film. Damit er sich wie ein großer Film anfühlt, drehten wir ihn an vielen verschiedenen Orten und mit großem Ausstattungsaufwand. Aber wir mussten sehr schnell sein“, sagt Gluck. „Wo andere zwei Szenen am Tag drehen, drehten wir vielleicht vier, fünf oder sechs. Außerdem ist es in Ojai sehr heiß. An den meisten Drehtagen erreichte das Thermometer 38 Grad Celsius oder mehr – und es ist wirklich schwierig, witzig zu sein, wenn dir richtig heiß ist. An einem Tag drehten wir beispielsweise sechs Szenen und wechselten bei extremer Hitze von einem Drehort zum nächsten. Nach einer Weile fordert das seinen Tribut. Und es muss mal gesagt werden: Die Darsteller sind so großartig, dass man nie darauf kommen würde, was sie durchgemacht haben. Ich habe mehr oder weniger versucht, ihnen möglichst nicht in die Quere zu kommen. Denn sie wussten, was sie tun.“

So wie der Regisseur voll des Lobes für seine Schauspieler ist, sind diese umgekehrt voll der Bewunderung für ihn. „Will ist fantastisch“, stellt Stanley Tucci fest. „Er ist sehr reaktionsschnell und arbeitet äußerst effektiv. Außerdem ist er spontan. Ernsthaft, aber nicht ehrfürchtig: Genau so arbeite ich gerne. Man dreht schnell und hält sich an das Buch – es sei denn, es fällt jemandem etwas Besseres ein. Ist Letzteres der Fall, dann verlegt man sich einfach darauf.“

Thomas Haden Church ergänzt: „Unaufhörlich sucht er nach noch gewandteren, subtileren Lösungen, nach einer noch witzigeren Idee. Egal ob der Moment emotional ist oder komisch, ihn beschäftigt ununterbrochen, wie er ihn noch zuspitzen könnte. Es gelingt ihm, dass sich diese Momente ebenso real wie ultimativ unterhaltsam vermitteln.“

„Auch wenn ich viele Witze über Will Gluck reiße“, gesteht Emma Stone ein, „ er ist großartig. Er ist humorvoll und klug und hatte jedes Mal, wenn wir eine Szene drehten, tolle neue Einfälle. Wenn ich Schwierigkeiten damit hatte, Olive zu spielen und ausflippte, war er immer wirklich verständnisvoll. Am wichtigsten ist aber, dass er Olive so gut versteht. Das ist ein echter Segen. Ich könnte mir hierfür keinen anderen Regisseur vorstellen.“

Am Ende verließ jeder den Dreh von EINFACH ZU HABEN mit dem Gedanken, dass der Film als intelligenter, bewegender, witziger und unterhaltsamer Beitrag Eintritt finden würde in die Ruhmeshalle erinnerungswürdiger Coming-of-Age-Komödien. „Die Geschichte ist sehr zugänglich“, sagt Thomas Haden Church. „Es gibt wohl kaum jemanden, der sich nicht mit den Härten und folgenschweren Vorurteilen des Highschool-Lebens herumgeschlagen hat.“

„Wenn ich im Kopf alle Klassiker des Genres durchgehe, so fällt mir doch kein Highschool-Film ein, der das Gerücht als zentrales, verbindendes Moment begreift und es zum Dreh- und Angelpunkt der Geschichte macht“, meint die Produzentin Zanne Devine, „seine Verrücktheit, seine Dummheit; den Schmerz, den das Gerücht verursachen kann und seine Reichweite – die irgendwie schreckliche Wahrhaftigkeit der Highschool als Lebensraum. Ich hoffe, der Film schafft es damit auf die Liste der klassischen Themen, die von Highschool-Filmen behandelt werden.“

Er weiß die Antwort, sagt Gluck, wenn es darum geht, was man aus dem Film mitnehmen kann: „Es ist hoffentlich ein sehr lustiger Film mit dem man sich identifizieren kann, egal ob man Junge oder Mädchen, Mann oder Frau ist. Denn entweder man hat selbst ein Kind oder man ist Lehrer oder man ist eines dieser Kids, die herauszufinden versuchen, wo sie hingehören. Man wird sich so oder so mit den Figuren identifizieren und Spaß dabei haben, mit ihnen Zeit zu verbringen.“