Filmhandlung und Hintergrund

TV-Drama um einen jungen Querschnittsgelähmten, dessen bester Freund ihm die Frau ausgespannt hat...

Nach einem Unfall ist der junge Michel querschnittsgelähmt. Durch den Schock hat er vergessen, warum er überhaupt davongerast ist: Freundin Sabine hat Schluss gemacht, weil sie seinen besten Freund Stefan liebt. Da Michel jede Lebensfreude verloren hat, sollen Stefan und ihr gemeinsamer Kumpel Memme ihn im Rollstuhl in ein Reha-Lager begleiten. Der Plan geht auf, Michel schöpft neuen Mut; aber da ist ja noch die Sache mit Sabine.

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Einer bleibt sitzen: TV-Drama um einen jungen Querschnittsgelähmten, dessen bester Freund ihm die Frau ausgespannt hat...

    Der Titel ist ebenso perfide wie genial, denn in seiner vermeintlichen Harmlosigkeit fasst er treffend ein Schicksal zusammen. Für andere mag das Ende der Tod sein, für den jungen Michel (Volker Bruch) aber ist das Leben schon jetzt gelaufen: Bei einem Motorradunfall prallt er mit dem Rücken gegen einen Holzstapel. Er überlebt, doch seine Beine wird er nie wieder bewegen können.

    Entscheidend für das weitere Dasein ist jedoch ein Vorfall, der sich kurz zuvor ereignet hat: Michels Freundin Sabine (Karoline Schuch) hat mit ihm Schluss gemacht. Der Grund ist Stefan (Florian Jahr), Michels bester Freund. Die beiden wollten es ihm schon lange sagen, nun hat er es durch Zufall selbst rausgefunden, sich anschließend aufs Motorrad gesetzt und ist davon gebraust.

    Matthias Pacht hat sich diese Geschichte ausgedacht, und wenn man weiß, dass Pacht gemeinsam mit Alex Buresch die Drehbücher zu Alain Gsponers großartiger Familiensatire „Das wahre Leben“ geschrieben hat, ahnt man, dass „Einer bleibt sitzen“ kein Rührstück werden konnte. Tatsächlich ist der Unfall bloß der Einstieg in einen Film, der auf behutsame Weise zu gleichen Teilen komisch wie tragisch ist: Als Michel im Krankenhaus aufwacht, weiß er zwar noch, dass Sabine nicht mehr seine Freundin ist; ihre Liaison mit Stefan aber hat er vergessen. Da der junge Mann durch die Querschnittslähmung seelisch ohnehin tief verletzt ist, will Stefan ihm den erneuten Schock ersparen. Um dem lebensmüden Michel neuen Mut zu geben, schmiedet er gemeinsam mit Therapeutin Julia (Nele Mueller-Stöfen) einen gewagten Plan: Er und der dritte im Bunde, Memme (Trystan Pütter), begleiten Michel zur Rehabilitation in eine malerisch gelegene Berghütte. Julias Bedingung: Sie müssen wie alle anderen in Rollstühlen sitzen und dürfen niemandem sagen, dass sie eigentlich gesund sind. Das Projekt glückt, hat aber auch seine Tücken, etwa, als sich die hübsche Clarissa (Rosalie Thomass) in Memme verliebt. Und dann ist da ja noch die Sache mit Sabine, die überzeugt ist, Stefan habe Michel längst die Wahrheit gesagt und nun von ihm zum Tag der offenen Tür eingeladen wird…

    In der Regie von Tim Trageser ist „Einer bleibt sitzen“ ein wunderbarer Freundschaftsfilm mit großartigen jungen Darstellern geworden, der trotz diverser humorvoller Einlagen das Dasein im Rollstuhl nie beschönigt. Dafür sorgen schon allein Szenen wie jene, in denen sich Michel unkontrolliert in die Hose macht oder eine glühende Zigarette auf seinem Bein ausdrückt, um Sabine zu demonstrieren, dass er dort nichts mehr spürt. Gegenstück sind die witzigen Momente, als die Behindertengruppe in München diverse Aufgaben lösen soll. Auch die anderen Teilnehmer des „Psycholagers“ bekommen ihre Geschichte, etwa der junge Türke (Arnel Taci), der ein unglaublich großes Maul hat, aber eigentlich ein armes Schwein ist. Oder Jürgen (Charly Hübner), der auf eine heilende Operation hofft und für ein dramatisches Finale sorgt; gut, dass jetzt einer dabei ist, der nicht sitzen bleiben muss. tpg.

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