Filmhandlung und Hintergrund

Tragikomischer Liebesfilm mit der wunderbaren Ursula Strauss.

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Eine Handvoll Briefe: Tragikomischer Liebesfilm mit der wunderbaren Ursula Strauss.

    In Wolfgang Murnbergers Liebesfilm, der Klischees erfüllt und diesen dabei vehement trotzt, besticht Ursula Strauss als Single, die ihren Traummann sucht.

    Als Autor österreichischer „Tatort“-Episoden ist Uli Brée bekannt, dass er sich bestens auf schwarzen alpenländischen Humor versteht, hat der deutsche Qualitätsautor jüngst mit „Vorstadtweiber“ bewiesen. Nun legt er gemeinsam mit dem vielseitigen Regisseur Wolfgang Murnberger („Das ewige Leben“) eine Romanze vor, die diese Bezeichnung wirklich verdient und sich wohltuend von den saccharin-süßen, ewig gleichen Rosamunde-Pilcher-Herzschmerzschmonzetten unterscheidet.

    Dabei wird auch bei dieser deutsch-österreichische Koproduktion, die bereits 2014 im ORF unter dem Titel „Lost & Found“ ausgestrahlt wurde, ganz klassisch von den verzwickten Umwegen erzählt, die die Liebe nehmen kann. „Eine Handvoll Briefe“ setzt die Handlung in Gang. Single Kristin findet diese in einem von ihrem besten Freund Lenny auf einer Flughafenauktion ersteigerten Koffer, den ihr dieser zum 40. Geburtstag schenkt. Die anrührenden Briefe treffen sie mitten ins Herz - so sehr, dass sie nicht anders kann, als sich auf die Suche nach deren Verfasser zu machen.

    Der erfahrene Liebesfilmspezialist ahnt schon bald, wer der Urheber der amourösen Zeilen ist, bis Kirsten ihren Traummann jedoch vor pittoresker Italien-Kulisse in den Armen hält, gilt es die genrespezifischen Hürden zu meistern. So muss sie sich gegenüber der nervigen Mama (Mariele Millowitsch) und der besten, sexuell unausgelasteten Freundin (Doris Schretzmayer) - „ein heißer Feger, der bettelt, ins Bett gebracht zu werden“ - behaupten und verliebt sich kurz in den falschen Mann, einen feschen Papiermacher (Fritz Karl), der sich ins Waldviertel zurückgezogen hat.

    Das klingt zwar nach Klischee, funktioniert aber vorzüglich. Einfach weil die stets großartige Ursula Strauss („Schnell ermittelt“) die Heldin perfekt zum Leben erweckt. Man nimmt ihr ihr Liebesleid ab, sie ist psychologisch präzise gezeichnet und in ihrer Wertewelt fest verankert. Zudem werden augenzwinkernd (zwischen-)menschliche Wahrheiten angesprochen und dabei pendelt der Film klug zwischen existentieller Tiefe und oberflächlichem, heiter-sarkastischem Alltagston. Ums Innen und Außen geht es, ums schwere Sein und den schönen Schein, der sich auch im sorgfältigen, stylischen Design und den wohl komponierten, meist sonnendurchfluteten Bildern von Kameramann Hermann Dunzendorfer („Die Chefin“) spiegelt. Etwas blass, klug seinem Part entsprechend bleibt Florian Techtmeister als Lenny, trefflich zusammengestellt ist der Score, der von coolem Jazz bis zu melodischen Pop reicht. geh.

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