Eine Affäre in Paris

   Kinostart: 15.01.2004
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Filmhandlung und Hintergrund

James Ivory schickt in einer überaus romantischen Komödie die Amerikanerinnen Kate Hudson und Naomi Watts nach Paris.

Um ihrer etwas sensiblen Schwester Roxanne (Naomi Watts), die mit einem Franzosen verheiratet ist, im schmutzigen Scheidungskrieg beizustehen, eilt die mit rustikalerem Naturell gesegnete Amerikanerin Isabel (Kate Hudson) von New York nach Paris. Vor Ort lässt sie sich sofort von der allgemeinen Libertinage anstecken und beginnt ausgerechnet mit einem Blutsverwandten des ungetreuen Schwagers ein Verhältnis. Ein von beiden Familien umkämpftes, wertvolles Gemälde komplettiert das Chaos.

Period-Pic-Zauberer James Ivory („Zimmer mit Aussicht„) begibt sich für eine romantische Komödie zurück in die Gegenwart und zelebriert liebevoll Franzosenklischees.

Die junge Amerikanerin Isabel macht sich auf den Weg nach Paris, um ihrer schwangeren Schwester Roxy zur Seite zu stehen, die von ihrem französischen Ehemann verlassen wurde. Entschlossen, sich nicht unterkriegen zu lassen, stürzen sich die Schwestern in das Pariser Gesellschaftsleben. Prompt verliebt sich Isabel in den verheirateten Onkel ihres zukünftigen Ex-Schwagers.

Weil ihre schwangere Schwester Roxy gerade von ihrem französischen Ehemann sitzen gelassen wurde, begibt sich die junge Amerikanerin Isabel nach Paris. Entschlossen, sich von nichts und niemandem unterkriegen zu lassen, stürzen sich die beiden jungen Frauen, die gegensätzlicher nicht sein könnten, ins Pariser Gesellschaftsleben. Während sich die rustikale Isabel ausgerechnet in den politisch fragwürdigen, anderweitig verheirateten Onkel ihres zukünftigen Ex-Schwagers verliebt, unternimmt die sensible Roxy einen Selbstmordversuch.

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Eine Affäre in Paris: James Ivory schickt in einer überaus romantischen Komödie die Amerikanerinnen Kate Hudson und Naomi Watts nach Paris.

    Mit der Diane Johnson-Adaption traut sich James Ivory wieder einmal in die Gegenwart. Nicht ein Amerikaner, sondern gleich zwei Amerikanerinnen erkunden das Leben und die Liebe an der Seine. Kate Hudson und Naomi Watts als gegensätzliches Schwesternpaar müssen lernen, dass die Uhren in Europa anders gehen. Nicht nur der Clulture-Clash, auch die amourösen Erfahrungen und die ungewohnte Freizügigkeit in Moral und Sex macht ihnen zu schaffen.

    Bis auf „Die Zeit der Jugend“ und „Großstadtsklaven“ vermied das bewährte Gespann Produzent Ismail Merchant und Regisseur James Ivory weitgehend zeitgenössische Sujets. In „Le Divorce“ packt Ivory das klassische Thema von Amerikanern in Paris in eine leichte, manchmal etwas altmodisch angehauchte Komödie mit humorigen Einschüben:

    Isabel kommt frisch aus den USA nach Paris, um ihre schwangere Schwester Roxeanne zu besuchen, die gerade von ihrem französischen Mann verlassen wurde, der sich eine andere, natürlich verheiratete Frau angelacht hat. Statt sich der Verlassenen zu widmen, verliebt sich die Schöne erst einmal in einen Bohèmien und dann in einen smarten Diplomaten, der ihr französische Lebensart und sonstige Feinheiten beibringt. Die dritte Amerikanerin im Bunde ist eine Literatin (Glenn Close: süffisant, spitzzüngig und ironisch), die die wildesten Jahre schon hinter sich hat und die Eskapaden ihrer jüngeren Geschlechtsgenossinnen amüsiert beobachtet. Während sich die rustikale Isabel durchboxt, unternimmt die sensible Roxeanne einen Selbstmordversuch, ist bald schon wieder guten Mutes mit einem anderen Mann, interessanterweise der Anwalt der Gegenpartei (Jean-Marc Barr: charmant und verführerisch). „Le Divorce“ - die Scheidung - wird trotz ihrer Gegenwehr vom Ehemann eingereicht. Zankapfel beim Trennungsprozess ist ein wertvolles Gemälde, das Roxeanne gehört, aber auch von der Familie des untreuen Gatten beansprucht wird.

    Mit satirischen Untertönen inszeniert Ivory das Unverständnis zwischen Europäern und Amerikanern, zwischen den sehr „sophisticated“ Franzosen, ihren Familientraditionen und intelligenten Wortplänkeleien und den sehr direkten Damen aus der neuen Welt, die gerne auf den Punkt kommen und sich mit schicken Hermes-Tüchern verwöhnen lassen. In dieser Welt fühlt sich Ivory leider nicht so zu Hause. Zwar ist das Personal exzellent besetzt, aber nicht so richtig gefordert. Der wunderbare Stephen Fry darf bei der Versteigerung des wertvollen Gemäldes konspirativ ins Telefon flüstern und eine Karikatur seiner selbst abgeben, nicht im entferntesten sein Talent zeigen, Thierry Lhermitte als profilierter Politiker kann dagegen in wenigen Momenten durch subtilen Witz glänzen. Die Doppelbödigkeit der literarischen Vorlage wird nicht ausgeschöpft, die Geschichte plätschert an der Oberfläche dahin. Und die sonst so brillante Kate Hudson ist dazu verdonnert, zwischen nettem all american girl und interessanter Frauenfigur zu pendeln, während Naomi Watts in einer Mischung aus Unschlüssigkeit und Frustration relativ blass erscheint.. Statt Komplexität dominiert Einfachheit. Das mag Absicht sein, könnte sich jedoch als Bumerang entpuppen. Denn Ivory-Fans werden vergebens nach der exquisiten Melancholie seiner Period Pieces suchen und junge Zuschauer etwas ratlos dem altmodischen Liebesringelreihen gegenüberstehen. Wer Franzosen für eingebildete Pinkel hält, sollte sich amüsieren, denn das Jonglieren mit Klischees ist gelungen. Bei der Gegenüberstellung von gallischen und amerikanischen Wertvorstellungen, kriegt das alte Europa, in dem - so macht uns Ivory glauben - Ehebruch, Immoralität und Geldgier zum Alltag gehören, sein Fett ab. Das Venedig-Publikum reagierte reserviert. Bei dieser Komödie ohne klar avisierte Zielgruppe kommt es auf das Marketing an, keine leicht Aufgabe. mk.

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    Kino.de Redaktion  

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