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Fakten und Hintergründe zum Film "Ein verlockendes Spiel"

Kino.de Redaktion |

Ein verlockendes Spiel Poster

Mehr zum Film? Wir haben die wichtigsten Hintergründe und Fakten für Dich gesammelt: detaillierte Inhaltsangaben, Wissenswertes über die Entstehung des Films, ausführliche Produktionsnotizen. Klick rein!

Interview mit George Clooney und Renée Zell

George Clooney, In „Good Night & Good Luck“ waren Sie nur der Regisseur – war es schwierig in „Ein verlockendes Spiel“ beides, Schauspieler und Regisseur, zu sein?

Sicherlich war es schwierig über mich selbst Regie zu führen. Ich hatte Glück, dass ich mit so tollen Kollegen zusammenarbeiten konnte, die mir ermöglicht haben, mich auf mein Spiel zu konzentrieren.

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George Clooney, im Film gibt es viele Hinweise auf ihr Alter, Sie wurden sogar „Opa“ genannt. Genießen Sie diese Art von Humor?

Sie sagen mir, dass ich ein alter Mann bin…! Ich versuche immer über mein Alter zu lachen, das ist ein Weg, um die Angst vor dem Älterwerden auszutreiben.

George Clooney, Sie werden oft mit Clark Gable verglichen, sind Sie damit glücklich? Und von welchen Filmen haben Sie sich für „Ein verlockendes Spiel“ inspirieren lassen?

Mit einem großartigen Schauspieler wie Clark Gable verglichen zu werden ist eine sehr große Ehre: Er ist ein weltweit bekannter Filmstar. Vielleicht wäre Gable nicht sehr begeistert… Für „Ein verlockendes Spiel“ haben wir uns von alten Filmen wie „The Philadelphia Story“ inspirieren lassen, und wir haben versucht unser Bestes zu geben, aber es ist wirklich schwer, mit diesen Meisterwerken mitzuhalten.

Renée Zellweger, finden Sie, dass Lexie ein glaubhafter Charakter ist?

Ja, sie ist glaubhaft und ich würde gerne so sein wie sie: Sie hat immer die richtige Antwort parat und eine beißende Ironie.

George Clooney, der Film repräsentiert die amerikanische Kultur der 20er Jahre, aber tut er das im Sinne eines historischen Bewusstseins oder mehr aus Faszination für diese Zeit?

Der Glanz und die Atmosphäre der Hollywood-Filme der 20er Jahre sind sehr faszinierend. Vielleicht war die Realität nicht so faszinierend, man konnte auch an Kinderlähmung sterben.

George Clooney, in ihren Filmen, egal ob komisch oder dramatisch, war immer ein starkes Gefühl von Intoleranz gegen Regeln.

Wir brauchen Regeln, aber ich mag es zu sehen, wie manche Menschen sie brechen.

George Clooney, Liebesgeschichten im Film enden mit einer Hochzeit, wie ist es im richtigen Leben? Wird ihre Liebesgeschichte auch mit einer Hochzeit enden?

Kannst du das beantworten, Renée? Ich mache nur Spaß … Filme sind nicht das wirkliche Leben, ich möchte nicht CIA-Agent werden.

Renée Zellweger, Sie spielen die Rolle einer jungen Journalistin. Was halten Sie von Journalisten?

Ich bewundere sie und bin ihnen dankbar. Es ist ein so interessanter Beruf, aber ich könnte das nie. Ich könnte nicht die Verantwortung tragen zu entscheiden, was in die Nachrichten kommt. Es muss schwer sein Entscheidungen zu treffen, die eine so große Auswirkung auf das Leben anderer Menschen haben.

Renée Zellweger, waren Sie jemals von zwei Männern umkämpft, so wie Lexie?

Ehrlich gesagt, weiß ich das nicht, aber wenn das so wäre, fände ich es toll.

Zitate aus dem Film

Die Superstars und Oscarpreisträger Renée Zellweger und George Clooney treffen sich in „Ein verlockendes Spiel“ zu einem romantischen Stellungskampf, der Erinnerungen wachruft an legendäre Wortgefechte zwischen Spencer Tracey und Katharine Hepburn oder prickelnde Dialoge à la Jack Nicholson und Diane Keaton.

Zitat

Sie: Erwarten Sie jemanden?

Er: Sprechen Sie mit mir?

Sie: Nein, ich übe nur die Landessprache…

Zitat

Er: Sie sind wie ein Cocktail, der anfangs zuckersüß ist und dann einschlägt wie ein Kinnhaken.

Zitat

Sie: Du bist zu alt für mich.

Er: Gut. Da kann ich nicht widersprechen.

Zitat

Er (im Zug): Ich hatte keine Ahnung, dass das Ihre Kabine ist, sonst hätte ich mich bewaffnet.

Sie: Ich rufe den Schaffner.

Er: Ich bin nicht vorzeigbar.

Sie: Das ist eine Untertreibung.

Zitat

Er: Wie sieht’s mit Ihrem Artikel aus? Suppe schon versalzen?

Sie: Sind zu Ihren College-Spielen auch so viele Zuschauer gekommen?

Er: Tausende.

Sie: Pah.

Zitat

Sie: Du hast ein Händchen dafür, zum falschen Zeitpunkt aufzutauchen,

Er: Manche nennen es Talent.

Zitat

Er: Was ist an einem Football-Spieler verkehrt?

Sie: An denen ist alles verkehrt. Erwachsene Männer in Strumpfhosen und Lederhütchen…

Zitat

Er: Wie war noch mal Dein Name?

Sie: Meine Freunde nennen mich Lexie. Sie dürfen mich Miss Littleton nennen.

Drei Fragen an Helen Ruwald (Sportjournalistin)

Frauen im Sportjournalismus stellen immer noch eine Minderheit dar. Was sind Ihrer Meinung nach die Gründe dafür?

Zumindest beim Tagesspiegel werden die Frauen immer mehr! Nicht auf Redakteursebene, aber viele Praktikanten sind Frauen, und immer mehr bleiben als freie Mitarbeiterinnen. Es tut sich durchaus etwas! Allerdings sind die Männer, die schon vor zehn, 20 oder 30 Jahren da waren, immer noch da – und deshalb sind es natürlich mehr. Vielleicht haben manche Frauen auch Angst, in einer Männerdomäne zu landen, allein zwischen vielen Machos. Ich bin in rund 16 Jahren als Sportjournalistin nie blöd angemacht worden, weil ich eine Frau bin – weder von männlichen Kollegen noch von Sportlern. Die Herren sind trotz des lockeren Umgangstons durchweg respektvoll und höflich.

Was unterscheidet den Beruf des Sportjournalisten von Journalisten in anderen Bereichen?

Mehr Spätdienste wegen der vielen Abendspiele, viele Wochenenddienste,… Häufiger als anderswo müssen Texte in letzter Sekunde unter Druck völlig umgeschrieben werden, weil doch noch ein Tor gefallen oder der Ball aus unmöglicher Lage in den Korb geflogen ist. Dafür zählt stundenlanges Fernsehen, Olympia- und EM-Gucken als Arbeit und ist doch gleichzeitig Vergnügen.

Was würden Sie angehenden Sportjournalistinnen mit auf den Weg geben?

Traut Euch!

Produktion: Start der Produktion

Duncan Brantley, Reporter des Magazins Sports Illustrated, recherchierte Ende der 80er Jahre gerade über die Geburtsstunde der Profi-Football-Liga, als ihm die Idee zum Spielfilm „EIN VERLOCKENDES SPIEL“ kam. Der Journalist untersuchte die Hintergründe zu einer Story über den Starspieler John McNally, der sehr erfindungsreich das Pseudonym „Johnny Blood“ benutzte, um für die Duluth Eskimos in der aufstrebenden National Football League spielen zu können.

Je mehr er über McNally und andere Spieler aus jener Zeit in Erfahrung brachte, desto interessanter und vielseitiger erschienen Brantley die Gestalten, die jene Welt bevölkerten. Ihre unglaublichen Eskapaden faszinierten ihn. Nachdem er einige Jahre lang am Drehbuch gearbeitet hatte, brachte er seinen Kollegen Rick Reilly für das Projekt mit an Bord in der Gewissheit, das dessen Humor viel zu dem Script würde beitragen können. Nachdem sie bereits lange Jahre als Kollegen in der Redaktion von Sports Illustrated gearbeitet hatten, waren die Freunde davon überzeugt, dass sie auch als Co-Autoren ein gutes Gespann abgeben würden.

„Jahrelang hatten wir für Sports Illustrated über College-Football berichtet, und wir waren von dieser Story über Johnny Blood fasziniert“, erinnert sich Brantley. „Er war ein wilder Kerl, der gerne viel trank… und er fuhr wirklich ein Motorrad mit Beiwagen, genau wie wir es für Dodge Connolly vorgesehen haben.“

„Das Team spielte in jenem Jahr 31 Spiele, und 29 davon waren außerhalb ihrer Heimatstadt“, fährt Reilly fort. „Der Clubbesitzer war ein solcher Geizhals, dass er sie tatsächlich erst in ihren Uniformen, dann ohne sie duschen ließ – und dann mussten sie die Kluft zum Trocknen aus dem Zugfenster hängen lassen.“

Die Autoren waren auch davon beeindruckt, dass die Teams bis zu vier oder fünf Spiele pro Woche absolvieren mussten, und dass sie den Zug anhielten, wenn sie eine Gruppe von 10 oder 20 Kerlen erspähten, gegen die sie für Geld antreten konnten. Obwohl Brantley und Reilly zuvor noch nie ein Drehbuch verfasst hatten, verfügten die erfahrenen Sportreporter nun über Figuren und ein Thema, das sie liebten, und das verlieh ihnen die nötige Beharrlichkeit. Doch um die Dinge noch ein wenig komplizierter zu gestalten, lebte Brantley in New York und Reilly in Colorado.

Brantley erinnert sich: „Anfangs schlossen wir uns für rund eine Woche in einen Raum ein und arbeiteten ein Grundgerüst aus. Dann suchten wir die Szenen aus, die jeder von uns unbedingt schreiben wollte, und stellten diese fertig. Rick hat meine Versionen korrigiert und ich seine. Danach sind wir durch das übrige Script hindurchgeholpert.“

„Wir wussten, dass die Charaktere sehr vielschichtig waren – wie z.B. Red Grange und Ernie Nevers“, fügt Reilly hinzu. „Außerdem war das eine hochinteressante Zeit in der Geschichte des Sports. Aus irgendeinem Grund war College-Football in den 1920er Jahren zwar sehr beliebt – es kamen tausende Zuschauer in die Stadien -, aber niemand interessierte sich für Profi-Football; es war skandalös, es zu beruflich zu spielen. Man dachte wohl: ‚Wie kannst du nur Profi-Footballer sein? Das gehört sich nicht für einen Gentleman; du solltest dir einen echten Job besorgen.’ Vor 1925 wurde darüber auch nicht wirklich berichtet, also dachten wir, das sei ein einmaliges und interessantes Setting für einen Spielfilm.“

Anfang der 90er Jahre brachten Reilly und Brantley das Drehbuch zu Filmemacher Steven Soderbergh, der es dann an Produzent Casey Silver – den Leiter der Produktionsabteilung bei Universal Pictures – weitergab, der es schließlich kaufte und in Auftrag gab. „Ich war mit Steven gut bekannt und sein Fan“, erzählt Silver. „Ich hatte bereits mit ihm zusammengearbeitet und mochte das Drehbuch – besonders die Tatsache, dass diese romantische Komödie vor einem Hintergrund spielt, der in Hollywood noch nicht besonders oft behandelt wurde.“

Während das Drehbuch die verschiedenen Entwicklungsphasen durchlief, widmete sich Soderbergh der Regie von „Out of Sight“ mit George Clooney und Jennifer Lopez in den Hauptrollen. Zu dieser Zeit hatte Silver Universal verlassen, um sich als unabhängiger Produzent zu betätigen, und nahm das Projekt unter seine Fittiche. „Es gab verschiedene Ansätze, um es auf die Leinwand zu bringen, aber alles fügte sich unmittelbar nach „Out of Sight“ zusammen“, erklärt Silver. „Steven wollte es mit George drehen, und zeigte ihm das Drehbuch mit meiner Zustimmung, Genehmigung und Unterstützung – und George interessierte sich dafür.“

Clooney gefiel Brantleys und Reillys „Ansatz, einen Star aus dem College-Football aus dem Uni-Campus herauszuholen, um den Profi-Football aufzuwerten“. Obwohl er die von den Drehbuchautoren verfasste Geschichte mochte, fühlte Clooney – selbst ein großer Fan der Komödien aus den 30er und 40er Jahren, von Regisseuren wie George Cukor und Lewis Milestone – dass die beste Version für „EIN VERLOCKENDES SPIEL“ eine „Art von Komödie à la Howard Hawks“ sein würde. So musste das Projekt warten, während der Autor, Regisseur und Schauspieler im Laufe der folgenden zehn Jahre an Dutzenden weiteren Projekten arbeitete.

Im Sommer 2006 wandte sich Clooney erneut der Produktion von „EIN VERLOCKENDES SPIEL“ zu und nahm Football-Star Dodge Connolly wieder unter die Lupe. Zu dieser Zeit hatte sich Soderbergh bereits einvernehmlich vor diesem Projekt zurückgezogen, und Clooney erwog die Verwirklichung unter dem Banner seiner Produktionsfirma Smokehouse Productions. Der Regisseur meint: „Ungefähr ein Jahr nach „Good Night, and Good Luck“ und „Syriana“ zog ich die älteste Version von „EIN VERLOCKENDES SPIEL“ aus der Schublade, polierte das Drehbuch auf und gab dem Ganzen einen neuen Dreh.“

Clooney analysierte auch die Erzählweise und den komödiantischen Stil „von „Philadelphia Story – Die Nacht vor der Hochzeit“, natürlich auch von „Extrablatt“, „Schlappschuss“ und anderen Filmen, die ich sehr liebe“, fügt der Regisseur hinzu. „Denn es schien mir, dass wenn wir das wirklich machen, man auch einige der älteren Themen nutzen sollte – man brauchte ein Konstrukt, durch das wir jene Zeit wieder erkennen. Etwas Modernes hätte da nicht funktioniert.“

Mit einem idealen Drehbuch und genug Zeit, um das Projekt zu vollenden, gab Universal „EIN VERLOCKENDES SPIEL“ grünes Licht; Clooney stimmte zu, die Regie und eine Hauptrolle zu übernehmen. Die Verfilmung der Geschichte, die vor so vielen Jahren auf den Schreibtischen zweier Sportreporter ihren Anfang genommen hatte, war im Frühjahr 2007 endlich für die Produktion startklar.

Silver meint: „Obwohl es auf alle anderen sehr leicht wirkt, arbeitet George wirklich hart. Seine Vorbereitung ist unglaublich. Meiner Meinung nach war „Good Night, and Good Luck“ nicht nur ein sehr guter Film, besonders beeindruckend war die Regiearbeit. Es brauchte nicht viel Vorstellungsvermögen um zur Überzeugung zu gelangen, dass George auch dieses Projekt durchziehen und herausragend gut würde gestalten können.“

Clooney selbst meint zu der Herausforderung, die Regie zu übernehmen: „Diese Rolle ist praktisch wie für mich geschrieben, und ich wusste genau, wie ich an diese Figur herangehen musste. Als ich „Good Night, and Good Luck“ schrieb, dachte ich an mich selbst für die Rolle des Murrow. Als Regisseur habe ich es mir dann noch einmal durch den Kopf gehen lassen und dachte: Murrow vermittelt stets eine gewisse Traurigkeit, trägt ständig eine Last auf seinen Schultern, ganz egal was er gerade tut, sogar wenn er lacht. Und das ist etwas, das die Menschen nicht unbedingt mit mir verbinden, und man kann es auch nicht spielen. Entweder man hat es, oder nicht.“

„Ich habe sehr schnell gemerkt, dass ich nicht die Rolle spielen würde, die ich wollte, weil ich diese Rolle nicht spielen konnte“, fährt er fort. „Es wäre kontraproduktiv gewesen. David Strathairn verfügte über genau die richtige Qualität dafür. Bei Dodge aber war mir klar: Ich bin absolut der Richtige dafür; der Kerl entspricht mir voll und ganz.“

Clooneys Geschäftspartner bei Smokehouse, Produzent Grant Heslov, war besonders wegen der Originalität des Stoffs an diesem Projekt interessiert: „Ich mag historische Filme im Allgemeinen, bei „EIN VERLOCKENDES SPIEL“ aber gefiel mir besonders die Tatsache, dass man so etwas bisher nicht im Film gesehen hat. Es ist eine so verwirrende Zeit mit faszinierenden, überlebensgroßen Figuren – zweifellos boten sich hier für Filmemacher ganz einmalige Möglichkeiten. Sowohl George als auch ich lieben all diese Filme von Preston Sturges und Billy Wilder – und dieses Projekt hatte genau die Elemente solcher großartiger, romantischer Screwball-Komödien.“

Heslov erklärt außerdem, dass drei weitere Filme zum Orientierungspunkt für dieses Projekt wurden: „Der Clou“, „Butch Cassidy and the Sundance Kid“ und „Dies Land ist mein Land“. Der Produzent erläutert: „Diese Filme vermittelten immer ein authentisches Bild der jeweils behandelten Epochen. Sie sehen nicht zu hübsch oder zu Hollywood-mäßig aus, hatten aber dennoch einen zeitgenössischen Ansatz, was die Beziehungen und Themenkreise angeht.“

Nachdem das Drehbuch aufpoliert, der Regisseur verpflichtet und der männliche Hauptdarsteller engagiert war, wurde es für Clooney und die Produzenten Zeit, eine Gruppe von kräftigen Football-Spielern unter Vertrag zu nehmen – und eine atemberaubende Nachrichtenreporterin, die alle Blicke vom Ball ab- und auf sich zu lenken vermochte.

Produktion: Das Casting

Die Auswahl der Hauptdarsteller für diesen Film wurde ziemlich schnell getroffen. Renée Zellweger als Sportreporterin Lexie Littleton verfängt sich in einem Liebesdreieck zwischen Carter Rutherford und Dodge Connolly; sie war eine der ersten Darsteller, die für „EIN VERLOCKENDES SPIEL“ engagiert wurde. „George hatte schon an Renée gedacht – ihr Name stand ganz oben auf der Liste“, sagt Casey Silver. „Es war natürlich leicht, sich für sie zu begeistern, denn sie ist in romantischen Komödien einfach perfekt.“

Grant Heslov fügt hinzu: „Sie ist in diesen maschinengewehrsalvenschnellen Dialogen brillant, und wir wussten, dass sie diese lebhafte, aufdringliche und smarte Frau mit Witz, Erotik und Eleganz spielen würde. Das Großartige an Renée ist, dass sie dabei auch Lexies Verletzlichkeit vermitteln kann – und die spielt dann eine Rolle, als sie Zweifel überkommen hinsichtlich dessen, was sie da tut… und sich dann in Dodge zu verlieben beginnt.“

Zellweger interessierte sich für diese Rolle, denn sie fand dies sei „die Art Film, dem man wirklich die Daumen drückt“. Angesprochen fühlte sie sich durch „die Tatsache, dass es ein Rückblick auf all diese großen, alten romantischen Komödien ist, in denen die Dialoge so scharf und witzig, die Charaktere abwechslungsreich sind und die Geschichte mitreißend und interessant ist“.

An der Rolle der Lexie gefiel der Schauspielerin, dass „sie witzig und klug ist, eindeutig ein cleveres Mädchen, das auch praktisch denkt. Lexie ist etwas streitsüchtig und ihrer Zeit voraus – aber ich fand es auch schön, dass sie sehr liebenswert ist und sich schließlich sogar zu einer aufrechten Persönlichkeit entwickelt.“

Schauspielerin Zellweger entdeckte sehr schnell, dass trotz der vielen Screwball-Elemente diese redselige Sportreporterin auch Seitenlange Dialoge zu meistern hat; die Rededuelle entwickeln sich zwischen Lexie, Dodge und Carter in einem Schwindel erregend schnellen Tempo. Auch Clooneys anpassungsfähiger Regiestil sagte ihr sehr zu; dadurch schienen auch die blitzschnellen Texte leichter zu spielen sein. Im Laufe der Proben kamen sie überein, dass sie vor der Kamera einander gerne ohne Vorwarnung eins auswischen durften und sich eben nicht bestimmten vorgegebenen Rhythmen unterordnen wollten.

Zellweger meint: „Wir haben die Dialoge und Szenen besprochen und analysiert, welcher Subtext darin enthalten ist und wie das jeweils mit der Story korrespondierte. Aber wir haben weder exzessiv geprobt noch jede Szene bis ins kleinste Detail festgelegt oder den Text zigmal ausprobiert. Mit diesen Dialogen war es einfach, denn es waren ja seitenlange Texte. Das bedeutete zwar jede Nacht Hausaufgaben und Auswendiglernen – hat aber großen Spaß und praktisch süchtig gemacht, denn der Text ist so reichhaltig, und wir konnten ihn in so viele Richtungen lenken.“

Clooney ergänzt die Aussagen seiner Schauspielkollegin zum Drehbuch: „Es ist wie eine Fahrt auf der Achterbahn und kann – wuuuuuusch -, sehr schnell gehen. Die Abfahrt ist der Kugelhagel, dann hält man inne. Man muss diese Momente finden, und das schafft man, indem man eine Szene ein paar Mal durchspielt, um ein Gefühl für das richtige Tempo zu bekommen. Aber Renée ist die perfekte Schauspielerin hierfür; ich kann mir keine andere vorstellen, die das gemeistert hätte.“

John Krasinski kam als nächster in der Rolle als Carter Rutherford an Bord. Produzent Heslov war davon überzeugt, dass Krasinski verstand, worin Carters innerer Konflikt als Kriegsheld bestand, der vielleicht doch nicht so mutig wie angenommen war. Die Drehbuchautoren hatten ihn als ehrlichen Kerl konzipiert, der nicht nur vom Ruhm mitgerissen, sondern durch ihn sogar gefangen gehalten wird. Heslov meint: „Wir haben Carter grundsätzlich immer als guten Kerl gesehen – einen ehrlichen, klugen Mann, dem alles über den Kopf gewachsen ist. John hat das wirklich nachempfunden und wunderbar zur Geltung gebracht.“

Obwohl Krasinski, der aus seiner TV-Rolle in der erfolgreichen Serie „The Office“ besser bekannt ist, zuvor bereits auch an einigen Spielfilmen mitgewirkt hatte, war er vom Drehbuch zu „EIN VERLOCKENDES SPIEL“ sehr beeindruckt: „Ich habe das Script acht Monate vor Beginn der Dreharbeiten gelesen und war total begeistert. Zu meinen Agenten sagte ich: „Das ist das beste Drehbuch, das ich seit langem gelesen habe. Sagt mir, wer es bekommt.“ Dann traf ich George in seinem Büro, und wir unterhielten uns einfach; ich habe nicht richtig vorgesprochen, also war das Ergebnis unglaublich… Ungefähr einen Monat später nahmen wir ein Video auf. Zwei Tage danach riefen sie mich an – es war surreal.“

Krasinski fühlte sich von dieser Figur angesprochen, die zwischen den Rollen als Kriegsheld und Footballstar aufgerieben wird, und stimmte dem Ansatz der Filmemacher zu, dass der über Nacht hereinbrechende Ruhm für Rutherford – wie für jeden anderen – alles noch komplizierter machen würde: „Wir dachten, der Schlüssel zu dieser Figur liegt darin, dass er ein echt guter Kerl sein muss, dem das Schicksal übel mitgespielt hat. Denn er ist ja kein böser Mensch, der die Situation manipuliert und seinen Ruhm ausnutzen will, sondern einfach ein guter Kerl, der mit gehangen, mit gefangen ist. Als ich das Drehbuch las, konzentrierte ich mich auf seine Unschuld, und scheinbar war es genau das, was George auch vorhatte.“

Als Krasinski zur Produktion hinzustoßen konnte, hatte man bereits rund einen Monat lang in den US-Bundesstaaten South Carolina und North Carolina gedreht. Anfangs stand er dort nur an den Wochenenden vor der Kamera; die Woche über flog er nach Los Angeles, um die Staffel von „The Office“ abzudrehen. Es dauerte fast anderthalb Monate, bis er sich „EIN VERLOCKENDES SPIEL“ in Vollzeit widmen konnte.

Der preisgekrönte Schauspieler Jonathan Pryce wurde für die Rolle als Carters Manager engagiert: CC Frazier ist ein zuvorkommender und listiger Mann, der sich ebenso sehr für die Damenwelt wie für den allmächtigen Dollar interessiert. Anfangs ist er so etwas wie ein Mentor für den leicht zu beeinflussenden College-Sportler. Clooney und die Produzenten suchten nach einem Svengali (ein sardonischer Hypnotiseur aus George du Mauriers Roman “Trilby”; 1894), der umgänglich und raffiniert sein sollte, ein cleverer Geschäftsmann, der aber nicht allzu schmierig wirken durfte. Und Pryce war ihrer Meinung nach der geeignete Darsteller, um auf diesem schmalen Grat zu wandeln.

Clooney meint: „Jonathan macht es uns leicht, denn schon im ersten Augenblick, wenn CC den Raum betritt, weiß man, was das für ein Typ ist. Frazier ist gewandter und smarter als wir, genau wie Jonathan; er ist cleverer als jeder andere Anwesende und verfügt über einen interessanten Instinkt. Außerdem ist er ein Profi, der genau weiß, was in jeder Szene vonnöten ist. Wenn Schauspieler so etwas verstehen, macht es das Regieführen wirklich leicht.“ Der Regisseur lacht und fügt hinzu: „Es ist peinlich, mit ihm vor der Kamera zu stehen - aber so ein Schauspieler macht die Regie zu einem Kinderspiel.“

Pryce selbst beschreibt CC Frazier folgendermaßen: „Er ist ein Kerl, der sieht, was er will, loslegt und es sich holt. Außerdem glaubt er, bei Lexie echte Chancen zu haben… genau wie bei jeder anderen Frau, ganz egal wer sie sein mag!“

Inspiration holte sich der Schauspieler bei real existierenden Agenten, die ihn zuvor beruflich vertreten hatten; er genoss die Gelegenheit, solche Charaktere zu assimilieren: „In Amerika hatte ich schon Agenten, die genau solche Typen wie CC waren; sie hatten ihr Augenmerk fest auf den großen Durchbruch geheftet und konnten nicht verstehen, warum ich lieber den Macbeth mit der Royal Shakespeare Company spielen wollte, wenn ich doch einen Film drehen konnte – ganz egal wie schlecht dieser Film auch war. Geld zu verdienen war ihnen immer wichtiger. Gott sei Dank sind solche Agenten eine Sache der Vergangenheit; aber es hat großen Spaß gemacht CC zu spielen und dafür deren Skrupellosigkeit einzusetzen.“

Da sich der Film um Football dreht, war es besonders wichtig, genau die richtigen Darsteller für die Mannschaft der Duluth Bulldogs und deren Gegner zu besetzen, genau wie auch für die bunt gemischte Galerie von Trainern, Beamten und Reportern. Wie es damals so üblich war hatten die Weltkriegsveteranen, Farmer und Minenarbeiter, aus denen die Bulldogs zusammengesetzt waren, alle viel sagende Spitznamen, darunter „Hardleg“ und „Zoom“. Zu den Schlüsselfiguren unter den Bulldogs von Dodge und Carter gehören Schauspieler Keith Loneker in der Rolle des Running Back „Big Gus“, Malcolm Goodwin als Wide Receiver „Bakes“, Tom Hinkley als Lineman „Hardleg“, Matt Bushell als „Curly“, Tim Griffin als Lineman „Ralph“, Nick Paonessa als „Zoom“, Robert Baker als Lineman „Stump“, Nick Bourdages als ewig fluchender Gehilfe und Rocky, die englische Bulldogge (ein besonderer Liebling des Regisseurs) in der Rolle des faulsten Maskottchens aller Zeiten.

Abgerundet wird die Besetzung von den erfahrenen Charakterdarstellern Jack Thompson in der Rolle als Lexies hart gesottener Chefredakteur Harvey bei der Chicago Tribune und Peter Gerety in der Rolle als Harkin, der Chicagoer Regierungsbeauftragte für Football. Zwei ehemalige Mitwirkende aus „O Brother, Where Art Thou – Eine Mississippi-Odyssee?“ – Wayne Duvall als Coach Fergusson und Stephen Root als schnapsdurchtränkter Sportjournalist Suds – waren außerdem mit von der Partie.

Sud ist im Film die meiste Zeit über betrunken oder verschlafen; deshalb fungiert Dodge bei den meisten seiner Artikel über die Bulldogs als Ghostwriter. Root meint lachend: „Suds ist genau wie es sein Name schon sagt: er kippt sich gerne mehr als einen hinter die Binde. Mit seinem Kumpel Dodge ist er gut befreundet, und der schreibt eigentlich die meisten Artikel gleich selbst. Suds ist Dodges Schoßhündchen; er wedelt ihm hinterher, tut was Dodge will, und sie scheinen unzertrennlich.“ Natürlich bekommt Suds in Lexie Littleton, die auftaucht, um über Carther Rutherford zu berichten, dann ernsthafte, charmante Konkurrenz – die er nur allzu gerne willkommen heißt.

Vor Beginn der Dreharbeiten hielten Clooney und die Produzenten offene Castings für die Rollen der Football-Spieler und für das Publikum ab, das die Stadien während der Spiele im Film füllen sollte. Hunderte von begierigen Statisten meldeten sich - weitaus mehr, als die Produktion benötigte. Die Auserwählten mussten zustimmen, sich einen Haarschnitt im Stil der 1920er Jahre zuzulegen und oft lange vor Sonnenaufgang ans Set kommen, um entsprechend eingekleidet und zurechtgemacht zu werden. Ihre Begeisterung verließ sie auch während der Dreharbeiten nie – auch nicht als drastische Wetterschwankungen eintraten, darunter Wind, Regen, eisige Kälte, blendender Sonnenschein und glühende Hitze, manchmal alles am selben Tag.

Etliche der Statisten waren Football-Stars aus der High School, die dem Casting-Aufruf gefolgt waren. Obwohl Clooney, Krasinski und die Bulldogs wussten, dass sie da gegen echte Sportler antraten, die mit Leichtigkeit hätten gewinnen können, freuten sich die Darsteller umso mehr, dass es laut Drehbuch anders vorgesehen war.

Produktion: Spielen lernen

Um aus Krasinski, Clooney und den übrigen Darstellern die Duluth Bulldogs zu machen, brauchte es auf und neben dem Spielfeld hartes Training. Natürlich fanden sich die Darsteller bei einem Football-Spiel inmitten der matschigen Sümpfe von Greenville, South Carolina, wieder – und trugen dabei kratzige Wolluniformen, während das Wetter wieder einmal Kapriolen schlug: von brütender Hitze zu rasant fallenden Temperaturen, sobald der Himmel sich eintrübte.

Vor Beginn der Dreharbeiten wurde ein zweiwöchiges Football-Trainingscamp abgehalten, um den Männern den Stil der damaligen Zeit beizubringen und einzuüben, wie man Spielzüge absolviert, die sowohl sportlich als auch witzig sind. Coach TJ Troup, der über die damalige Zeit geforscht hat und selbst einst als Defensive Back und lange Zeit an der High School und am College als Trainer arbeitete, führte die Mannschaft durch diese Aufgaben. Für den Berater lag der Trick darin, Clooney dabei zu unterstützen, die Anfangsjahre des Football akkurat darzustellen, und gleichzeitig den Bedürfnissen der Story und der Kameras gerecht zu werden.

Troup sagt, Clooney habe sich als Geschichtswissenschaftler ebenso intensiv betätigt wie er selbst als Filmemacher: „George hat mir einige Ansatzpunkte erläutert, wie er die Spiele laufen lassen wollte. Er und Grant hatten ihre Hausaufgaben wirklich gut gemacht, nicht nur was die frühen Jahre des Football-Sports angeht, sondern auch bezüglich der subtilen Nuancen jener Zeit. Mein Job war es, all diese Teilstücke zusammenzufügen. Sie wollten authentische Spiele, Formationen und Aufstellungen inszenieren - und das alles im Einklang mit der damaligen Zeit, als alles noch ganz anders lief.“

Der ungeregelte und ungezügelte Charakter der Spiele in den 20er Jahren waren für die Spieler dieser Generation eine brutale Erfahrung. Troup erklärt: „Das Spielfeld hat die gleichen Maße, aber die Philosophie und die Regeln waren anders. Es gab zum Beispiel keine Markierungen auf dem Spielfeld. Wenn ein Spieler aus dem Feld gestoßen wurde, legte man den Ball einen knappen Meter neben die Seitenlinie. Man hatte praktisch das gesamte Feld entweder zu seiner Rechten oder zu seiner Linken. Und die Trainer von damals glaubten, es sei unmännlich, ein Spiel durch einen einfachen Pass zu gewinnen. Also gerieten die Teams unweigerlich in ein rugbyartiges Gerangel, wobei sie aufeinander einschlugen und versuchten, durch die Mitte vorzustoßen.“

Das funktionierte für diese Bulldogs. Filmcoach Wayne Duvall fügt hinzu: „Damals waren die Trainer eher so etwas wie die Manager des Teams. Sie vermittelten den Teams keine vorbereiteten Spielzüge. Es war ihnen auch nicht erlaubt, von der Seitenlinie aus Tipps zu geben – das gab einen Strafstoß. Die Spieler kannten die Züge, und in unserem Fall war Dodge dafür verantwortlich, für die Spielstrategie und deren Umsetzung zu sorgen.“

Die Rolle des Mannschaftskapitäns nahm Clooney sehr ernst – sowohl vor als auch hinter der Kamera. Duvall fasst die Erfahrungen zusammen, die auf die gesamte Mannschaft zutreffen; er meint, Clooneys Stil sei nicht so sehr ein „Micromanagement“ gewesen, sondern vielmehr habe er gesagt: „Mach das, was du machst. Wenn es nicht das ist, was er will, dann sagt er es dir auch. Aber besser noch, mit George hat man ein Sicherheitsnetz: er gibt dir die Freiheit, Fehler zu begehen, und dabei weiß man genau, dass er einen immer davor bewahren wird, sich selbst komplett zum Affen zu machen.“

Die Kameraderie und der Teamgeist, die sich in Troups Trainingslager entwickelt hatten, wirkten sich ganz direkt auf Clooneys Männer aus, denn sowohl während als auch nach den Dreharbeiten entstanden dauerhafte Freundschaften. Der Regisseur meint: „Sie hatten Spielzüge verinnerlicht, die sie verstanden, also konnte ich einfach einsteigen und sagen: ‚Also, jetzt machen wir folgendes…’ Man musste erst lernen, auf diese andere Weise zu spielen, und es musste gemein und bösartig aussehen – und das ist hart, denn man trägt ja keine Schutzpolster. Sämtliche Jungs mussten die Spielzüge erlernen – wie man klammert und einen umreißt. Aber wir haben sie auch in den Hotelzimmern zusammengesteckt, also hatten wir in Greenville praktisch einen großen Gemeinschaftsschlafsaal. Sie verbrachten viel Zeit zusammen, gingen ins Kino und unternahmen Dinge gemeinsam.“

Mit etlichen der Darsteller hatte Clooney bereits zuvor zusammengearbeitet, angefangen bei Tommy Hinkley in „Geständisse - Confessions of a Dangerous Mind“ bis hin zu Keith Loneker in „Out of Sight“. Obwohl es hilfreich war, bekannte Gesichter um sich zu haben, wenn man in einer von Regen durchtränkten Szene gerade geblockt oder umgehauen wird, gab es dennoch mehr als einen Vorfall, in Verlauf dessen der Regisseur von einem verirrten Knie entweder am Hinterkopf oder sogar voll in die so genannte „Sicherheitszone“ getroffen wurde.

Unter allen Darstellern der Filmmannschaft war nur Loneker zuvor tatsächlich Profi-Footballer gewesen; er spielt den riesenhaften High-School-Studenten Big Gus, der auf dem Feld wie eine alles hinwegfegende Naturgewalt agiert. Der freundliche Riese Loneker spielte für die Kansas University, bevor er zu den Los Angeles Rams, dann zu den St. Louis Rams und den Atlanta Falcons wechselte. Problematisch für den Athleten war es, seine Fähigkeiten als Footballer des 21. Jahrhunderts zu „verlernen“, um den Stil der 1920er überzeugend darstellen zu können.

„Die Aufstellungen sind anders – wen man blocken, wie man den Ball halten muss, einfach alles“, erklärt der Schauspieler. „Glücklicherweise habe ich den Sport schon lange genug hinter mir gelassen, also konnte ich mich auf jenes Stadium zurückentwickeln. Ich habe damals zwar auf der Linie gespielt, aber immer davor geträumt Running Back zu sein – deshalb war ich ziemlich aufgeregt.“ Regisseur Clooney aber hatte andere Pläne – und die menschliche Ziegelsteinmauer wurde eingesetzt, um jeden, der ihm zu nahe kam, niederzuwalzen, einschließlich des Schiedsrichters. Loneker lacht: „Leider habe ich den Ball kein einziges Mal in die Finger bekommen!“

John Krasinski traf, aufgrund der Terminplanüberschneidungen mit den Dreharbeiten zu „The Office“, erst verspätet im Footballcamp ein. Er berichtet jedoch, die bereits gefestigte Darstellertruppe habe ihn umgehend freundschaftlich in ihrer Mitte aufgenommen: „Ich war mir vollends bewusst, dass ich das schwarze Schaf war – aber sie waren so offen, ganz genau wie die von ihnen gespielten Charaktere.“

Diese Kameraderie kam besonders während der Dreharbeiten zum Abschlussspiel sehr gelegen, denn während dieser Zeit spielten sie eine Woche lang abwechselnd unter strömendem Regen oder glühender Sonne auf einem schlammübersäten Spielfeld. Doch da sie einmal Feuer gefangen hatten, gab es nun kein Halten mehr. Jeden Tag trugen die Bulldogs schlammverkrustete Uniformen und rutschten, rangen und rannten unermüdlich herum. Ein Team von Visagisten – ausgestattet mit Eimern voller Schlamm – stand am Spielfeldrand, stets bereit, eine neue Packung Dreck auf Gesichter, Hälse und Arme aufzutragen, wenn es an die Nahaufnahmen ging.

Beschwert mit den schlammigen Extrapfunden fühlten sich die Spieler, als hätten sie Saugnäpfe an den Füßen. Der verhasste Matsch wurde sogar zu einem Schlüsselwerkzeug in einem ausgefeilten Streich, den Clooney den Darstellern spielte: mit einem gefälschten Drehplan, einer Greenscreen, in Nachtarbeit und mit einem Kinderpool voller schleimigem Matsch. Ach, Football…

Produktion: Drehorte und Design

Die Dreharbeiten begannen im Februar 2007 im US-Bundesstaat South Carolina. Anfang April zogen die Filmemacher weiter nach North Carolina, wo die abschließenden Szenen gedreht wurden. Anfangs arbeiteten die Filmemacher am Stadtrand von Greenville, South Carolina, dem Sitz einer Testfahrtstrecke von BMW. Ein höhlenartiges ehemaliges BMW-Lagerhaus wurde zum Büro der Produktion, der Kostümabteilung, des Art Departments und diente außerdem als Standort für einige Sets. Etliche umliegende Kleinstädte lieferten die Kulissen für die übrigen Dreharbeiten in South Carolina. Noch beweglicher war die Produktion in North Carolina, wo sie innerhalb von sechs Wochen von Charlotte nach Winston-Salem und dann nach Statesville zog.

Diese beiden Bundesstaaten boten den Filmemachern eine ganze Reihe von attraktiven Elementen, wie Produzent Grant Heslov erklärt. Ganz besonders interessant waren die Aussichten, sich nicht zu Tode frieren zu müssen: „Der Film spielt im Mittleren Westen der USA, und Football wird natürlich von Herbst an bis in den Winter hinein gespielt. Wir brauchten diese Landschaft, würden aber auch einige Monate lang drehen müssen. Wären wir Mitte Februar tatsächlich in den Mittleren Westen gegangen, um diese Szenen zu filmen, hätten wir uns in Eisblöcke verwandelt. In den Carolinas war das Klima milder, obwohl wir auch dort einige kalte Tage und Nächte erlebt haben.“

Doch das Wetter war nicht der einzige ausschlaggebende Faktor: „Wir brauchten außerdem Züge und Bahnstrecken aus jener Zeit“, fährt der Produzent fort. „So reisten die Mannschaften damals, und in North Carolina konnten wir über mehrere Originalbahnen verfügen. Außerdem wünschten wir uns Footballfelder, die nicht zu modern wirken, und in dieser Gegend gibt es etliche Stadien und Schulen, die eine solche Kulisse bieten und über genügend benachbarten Freiraum verfügen, auf dem die Filmfahrzeuge, Lastwagen und Trailer stehen können. Außerdem gibt es in beiden Bundesstaaten finanzielle Anreize zur Filmförderung. Insgesamt war es ideal.“

Die Kleinstädte in South und North Carolina unterstützten die Produktion großzügig. In Greer, wo die Ladenfronten seit den 1920ern praktisch unverändert bestehen, durften die Filmemacher die Fassaden umdekorieren und sogar in einem Geschäft ein Set aufbauen. Mehrere Nächte lang wurde dort gedreht, wobei das Städtchen praktisch lahm gelegt wurde. In Statesville, North Carolina, wo die Reise der Filmemacher endete, wurde das historische Vance Hotel (erbaut 1921) aufgefrischt, und eine Filmszene wurde umgeschrieben, um sich den Swimmingpool im Untergeschoss des Hotels zu Nutze zu machen.

Auf der gegenüberliegenden Straßenseite steht das imposante Regierungsgebäude im romanesken Richardsonian-Stil, das als Set für verschiedene Szenen diente; das Bürgerzentrum in unmittelbarer Nähe wurde zum Hauptquartier für das Catering und den Fuhrpark. Einige der in Statesville gedrehten Szenen benötigten Regen, weshalb die Abteilung für Spezialeffekte zum Erstaunen der stets interessierten Beobachter und Anwohner große „Regenduschen“ aufbaute.

In beiden Bundesstaaten fanden die Filmemacher auch verschiedene Football-Stadien, die in den 1920er Jahren gebaut wurden. Der Trick bestand darin, sie mit Fans zu füllen - besonders sobald Carter Rutherfords herausragende Spiele und Starqualitäten beginnen, ansehnliche Menschenmassen und Fans zu den Spielen der neu gegründeten Profi-Liga zu locken. Über 200 Statisten meldeten sich, um die Teams wechselweise auszubuhen oder anzufeuern; jede dieser Szenen musste im Hinblick auf die visuellen Effekte ausgestaltet werden. Da dieser Sport im Laufe des Films immer beliebter wird, mussten sich die Stadien und die Massen der Fans auch entsprechend vergrößern. Das Art Department errichtete zum Beispiel einen großen Stadiumseingang aus Ziegelsteinen, doch Effects Supervisor Tom Smith und sein Team vergrößerten in der Postproduktion alles noch mehr. Obwohl dieses „digitale Football“ durchaus eine Herausforderung darstellte, wurde die Aufgabe von den ausgefeilten Storyboards erleichtert, die Clooney einsetzte und sämtlichen Mitgliedern des Stabes zugänglich machte.

Langjährige Mitarbeiter des Regisseurs, darunter Produktionsdesigner Jim Bissell und Kostümdesignerin Louise Frogley, sprachen sich intensiv ab und waren ganz auf der Höhe ihres jeweiligen Aufgabenbereichs. Diese Zusammenarbeit machte sich besonders in den Szenen bemerkbar, die im Calhoun Hotel in South Carolina gedreht wurden. Dieses Hotel aus den 1920ern sollte gerade zu Eigentumswohnungen umgebaut werden, als die Produktion den Immobilienmakler davon überzeugte, die Bauarbeiten zu verschieben, damit vorher dort gedreht werden konnte. Das Calhoun bot die Kulisse, in der sich die vier Protagonisten – Dodge, Lexie, Carter und CC – zum ersten Mal treffen.

Bissells Auswahl von gedämpften Farbnuancen, gealterten Mahagoni-Möbeln und feinen Wandmalereien – basierend auf John Matthews Illustrationen aus den 1920ern – boten den perfekten Kontrast für Lexies Auftritt: sie erscheint in einem umwerfenden roten Kleid. Perfektionistin Frogley entwarf Kostüme, die so authentisch wie möglich sind; das bedeutete auch, dass Kleider und Stoffe aus jener Zeit eingesetzt wurden.

Bissell erklärt: „Wir strebten den Look und das Feeling einer klassischen Komödie an, nicht so sehr den wirklichkeitsnahen Realismus – deshalb mussten wir die Farbpalette auch stets unter Kontrolle halten. An diesem besonderen Set sind die Nuancen sehr blass, aber immer noch authentisch. Die Farben stammen aus jener Zeit, und wir haben versucht, echt „alte“ Produkte einzusetzen, sowohl beim Mobiliar als auch bei Mustern und Zeitungen aus dieser Ära.“

Für jedes Set einigte man sich trotz des durchgängig zurückhaltenden Farbschemas auf einige Farbtupfer. Renée Zellwegers rotes Kleid mit Hut spiegeln die damals verfügbaren Färbstoffe wider und sind von der legendären Schauspielerin Clara Bow inspiriert. Frogley meint: „George wollte für diese Szene unbedingt ein rotes Kleid. Ich habe eng mit Jim zusammengearbeitet, um sicherzustellen, dass dieses Kleid auch in die Szene passt. Das ist uns gelungen, und Lexie hat zweifellos einen unvergesslichen Auftritt.“ Da der Film u.a. mit einer Digital-Kamera gedreht wurde, konnte Clooney während der Postproduktion die Farbkontraste auch nachbearbeiten.

Renée Zellweger kannte sich mit Kostümen aus dieser Ära bereits aus, denn vor kurzem spielte sie im von der Kritik gefeierten Drama „Das Comeback“ (2005) die Rolle der Mae Braddock. „Louise hat sich einer Zeit in der amerikanischen Geschichte angenommen, die wir nicht oft in gefeierten Filmen zu sehen bekommen“, erklärt die Schauspielerin. „Bei Filmen über die 20er stellt man sich manchmal Verzweiflung und Armut vor und meint, die Menschen kratzten das Nötigste zusammen und versuchten meist gerade so über die Runden zu kommen. Louise aber feierte die „Roaring Twenties“ mit ganzem Elan und zeigt, wie die Menschen gediehen und die lebendige amerikanische Kultur willkommen hießen.“

Für Clooney wählte die Designerin eine Garderobe, die Anfangs „ziemlich schäbig und heruntergekommen wirkt“, sich dann aber zu klassischen gewebten Stoffen entwickelt, die „besser werden, je mehr sich das Blatt für ihn wendet“. Krasinski trägt leichtere Stoffe und einen etwas sportlicheren Stil, der auf ein etwas üppigeres Bankkonto hinweist.

Kostüm- und Produktionsdesign gingen auch auf dem Football-Platz erneut gemeinsam ans Werk. Im Frost eines kalten Winter-Spieles stammen die einzigen Farbtupfer von den kratzigen wollenen Uniformen – oft in den Bulldogs-Farben Blau und Gold – sowie von den Werbetafeln am Rande des Stadiums. Bissell meint, die Anzeigen halfen dabei, die Entwicklung der jeweiligen Figuren zu unterstützen: „Kunst in der Werbung war in jener Zeit sehr präsent. In Princeton, wo Carter anfangs spielt, gibt es gar keine Werbung, denn es sind College-Spiele. Aber schon in den ersten Spielen der Bulldogs sieht man abgeblätterte, lokale Anzeigen – sogar ein altes Poster von Dodge vor dem Eingang des Duluth-Stadiums, auf dem er MoonPies isst.“ Sobald Carter zur Mannschaft stößt und das Geld zu fließen beginnt, strömen auch die landesweiten Anzeigekunden zu den Bulldogs; Bissell erklärt: „Es ist das ganz große Geld, und die Werbetafeln werden fast zu einer Kakophonie.“

Für den an „His Girl Friday – Sein Mädchen für besondere Fälle“ erinnernden, mäandernden Redaktionsraum in der Chicago Tribune machten sich Bissell und Clooney die Winkel und Nischen, Korridore und Hallen zu Nutze – manchmal für komödiantische und prägnante Zwecke. Lexie bekommt hier nicht nur den begehrten Reportageauftrag, sondern verliebt sich in ihrem Büro auch unsterblich in Dodge.

Doch die größte Herausforderung für die Produktion lag wohl in der Errichtung eines Sets für das Innere eines Zuges (in Originalgröße), der den alten Lokomotiven ebenbürtig sein sollte, mit denen Dodge, Carter, Lexie und die Mannschaft durch die Lande zogen. Bissells Zug saß auf Hebevorrichtungen, die bei Bedarf das Set im Rhythmus eines Zuges schaukeln ließen. Außerdem gab es bewegliche Zwischenwände, die umgestellt werden konnten, um eine Vielzahl von Einstellungen zu ermöglichen, darunter auch mithilfe einer am Ende eines Krans befestigten Kamera. Gegen Ende der Dreharbeiten filmte das Team auch einige Schlüsselszenen im Inneren eines fahrenden, historischen Zuges, der vom North Carolina Train Museum zur Verfügung gestellt worden war.

Produktion: Kamera und Sound

Clooney hatte sich nicht nur mit Shotlists und Storyboards gewappnet, sondern ging auch mit den Kameraeinstellungen und Takes sehr akkurat und überlegt vor. Ein typischer Drehtag begann um sieben Uhr morgens und endete gegen halb sechs am Abend. Das Tempo war rasch, die Stimmung gelöst und der Regisseur absolvierte oft beeindruckend große Mengen Szenen pro Tag. Clooney war fokussiert, verlor jedoch niemals seine gute Laune oder das Ziel aus den Augen, als Schauspieler sowie als Regisseur. Die Schauspieler und der Stab gewöhnten sich daran, ihn bereits im Kostüm eine Szene aufstellen zu sehen; oft kam er – nachdem er die gesamte Länge des Football-Feldes herunter gelaufen oder böse geblockt worden war – zum Videomonitor gesprintet, um die gerade gedrehte Szene zu analysieren.

Football zu filmen hieß, Steadicams und Dolly Tracks einzusetzen sowie auf dem Spielfeld mit dem liebevoll „Trixie“ genannten, motorisieren Camera Dolly von Grip Trix’ herumzusausen. Ein Großteil der Actionsequenzen wurde mit Hilfe von ausgefeilten Aufbauten aufgezeichnet, die direkt vor Ort von Herb Ault spontan erfunden wurden. Die stark bewegungsorientierten und energiegeladenen Szenen mussten nahtlos mit dem Geplänkel und der romantischen Komödie entsprechenden Dialogen zusammenfließen – aber potentiell standen sich hier zwei grundverschiedene Genres gegenüber. Der Schlüssel, meint Kameramann Thomas Sigel, lag in einer klaren, unkomplizierten Perspektive.

Kameramann Sigel erklärt: „Dies ist eine Hommage an die großen, klassischen Komödien der 40er Jahre – Howard Hawks’ „His Girl Friday – Sein Mädchen für besondere Fälle“, Preston Sturges und ähnliche Werke. George wollte sich der Grammatik dieser Filme bedienen, sie jedoch nicht imitieren, sondern als Bezugspunkt einsetzen. Oft ist die Kameraarbeit ziemlich statisch, fest, in komponierten Einstellungen – mit geraden, seitlichen Dolly-Bewegungen. Es gibt kaum Fahrten mit dem Kran und keinen Blickwinkel, der nicht einem Schauspieler entspricht, auch keine eigenartigen, schrägen Winkel.“

„Heutzutage haben wir viele Werkzeuge, um Footballspiele zu filmen: Helmkameras oder von oben an Kabeln laufende Kameras, die durch die Action fliegen“, fährt er fort. „Es gibt unglaublich viele Möglichkeiten. Aber hier sind wir an die Spiele so herangegangen wie auch der Filmstil in den übrigen Szenen gehalten ist, zu denen auch die romantische Komödie gehört. Viele der Football-Szenen sind mit einer fixierten Kamera gedreht, so als seien es Aufzeichnungen für die Nachrichten von damals. Die Ausnahme sind einige Einstellungen, in denen wir uns zwischen den Spielern hindurchbewegen, hauptsächlich wenn es um Carter oder Dodge geht. Aber sogar hier fahren wir mit einer Steadicam auf dem Auto, ganz ähnlich wie man es damals filmte, als die Kamera auf der Ladefläche eines Trucks stand. Erzählt wird also sehr geradeheraus, und immer aus der Perspektive der Figuren.“

Produktionsdesigner Bissell musste seine Sets nicht nur im Hinblick auf die Kamera-Crew gestalten, sondern auch an Soundmixer Edward Tise denken, der auf dem Spielfeld vor echten Herausforderungen stand; die ständige Action der Spiele wurde durch die wachsende Dimension der Stadien und die Kapriolen des Wetters noch verkompliziert. Um die Gespräche aufzuzeichnen, konnte sich Tise nicht immer ausschließlich auf die traditionellen Methoden verlassen. Wie er jedoch feststellt, hatte er in den Produzenten und im Regisseur stets zuverlässige Partner. Da sie keine großen Fans der Nachvertonung sind, stellten sie Tise alles Notwendige zur Verfügung, um den Sound auf natürliche Weise einzufangen.

Tise berichtet: „Eines der Probleme beim Filmen von Football besteht darin, dass durch den engen physischen Kontakt keine Funkmikrophone (die normalerweise in der Kleidung der Schauspieler verborgen sind) eingesetzt werden können. Man muss auf Boom-Mikros ausweichen, deren Standort durch den jeweiligen Schattenwurf eingeschränkt wird. Es ist, als hätte man eine zehnköpfige Soundcrew.“

Tise und sein Team nahmen diese Hürde, indem sie so leichtfüßig wie möglich waren. Statt des schwerfälligen, ausladenden Mischpults, den die meisten Fachleute bevorzugen, setzte Tise ein Leichtgewicht ein, das er für eine vorherige Arbeit entwickelt hatte: der Aaton Cantar Mixer/Recorder ist kaum größer als ein handlicher Laptop und war auf einem Dreifuß auf Rädern befestigt; so konnten sie sich auf dem Spielfeld äußerst flink bewegen.

Produktion: Die Musik

Einen der Höhepunkte für die Schauspieler und den Stab gab es während des Drehs zu einer Szene in einer Flüsterkneipe. Das Set war im wahrsten Sinne des Wortes unterirdisch, im Keller eines ausladenden Regierungsgebäudes, dem Millennium Center in Winston-Salem, North Carolina. Die niedrigen Decken und düsteren Höhlen des Ziegelsteingewölbes mit offen liegenden Rohrleitungen wurden mit Kristalllüstern, filigranen Bronzeleuchtern und der ein oder anderen Jagdtrophäe ausgestattet – alles basierend auf Fotos von einer echten Flüsterkneipe im Mittleren Westen, bis hin zu den ausgestopften Tieren. An diesem Ort sollte Lexies und Clooney vergeblicher Versuch, sich ihrer gegenseitigen Zuneigung zu erwehren, ein Ende nehmen.

Man füge noch eine kleine Bühne für die Band sowie ein Klavier hinzu, und schon hat man die Goldenen Zwanziger in voller Blüte – mit Ledisi Young, einer jazzigen R&B-Sängerin, deren Stimme zum Soundtrack für die Flüsterkneipe-Szenen wurde. Genau wie für seinen Film „Good Night, and Good Luck“ drehte Clooney hier den Live-Auftritt von Young – mit dem Klassiker „The Man I Love“ – und setzte ihn als Playback für die übrige Szene ein. In den frühen Morgenstunden versammelten sich sämtliche Schauspieler und Filmemacher in der Bar, um ihrem Auftritt beizuwohnen.

Die Klaviertasten waren für den legendären Randy Newman bestimmt, der als altmodischer Bar-Pianist auftritt. Newmans Job war es, einen Ragtime zu spielen, während um ihn herum eine Prügelei ausbricht, wobei er ab und zu eine Pause macht, um einem besonders aufdringlichen Raufbold eine Bierflasche über den Schädel zu ziehen. Der Komponist erzählt, diesen Auftritt habe er besonders genossen: „Die Musik aus jener Zeit gehört zu meinen Favoriten.“

Clooney hatte jedoch auch Ohren für besinnliche Momente, wie z.B. Matt Bushells alkoholgeschwängerte und dennoch herzerwärmende Performance der beliebten Weltkriegshymne „Over There“. Für seine Rolle - den hitzköpfigen und kämpferischen Curly - ist diese Gesangseinlage ungewöhnlich sentimental: „Wir haben das Lied zwischen den Drehs für eine große Szene gesungen, in der die Mannschaft in eine Bar geht“, erklärt der Schauspieler. „Natürlich werden sie in eine riesige und lustige Prügelei unter Saufkumpanen verwickelt. George hörte uns und fragte, wer denn nun richtig singen könne. Und einer der Jungs meinte, ich sei der beste Sänger. George sagte: ‚Das gibt’s doch nicht!’ Dann fragte er mich, ob ich singen kann. Ich bin zwar definitiv kein professioneller Sänger, kann aber schon die Tonlage halten. Gleich danach haben wir die Szene gedreht.“

Das Ergebnis war ein nicht im Drehbuch vorgesehenes, wehklagendes Solo, das perfekt zum Flair jener Jahre und der Freundschaft unter den eingeschworenen Teamkameraden passt. Der Regisseur erinnert sich: „Ich sagte zu Randy Newman: ‚Wie wäre es, wenn wir die anderen allmählich verstummen lassen und die letzte Strophe mit nur einer Stimme hören?’ Wir haben alles in einer Einstellung gedreht, es war einfach beeindruckend. Man hört Randy zum Ende kommen, während die letzte, schöne Stimme (Bushells) den Song alleine abschließt: ‚We’re coming over, and we won’t come back until it’s over. Over there…’ Plötzlich bekam man das Gefühl, diese Jungs seien wirklich gemeinsam in die Schlacht gezogen. Auf Band hört man sogar noch, wie Randy sagt: ‚Mann, das ist wunderschön!’ Es ist ein wundervoller Moment, und er ist entstanden weil es etwas wirklich Großartiges an dieser Art von Kameradschaft gibt.“

Nach Abschluss der Dreharbeiten - mit verletzten Gelenken und versorgten Verletzungen - wussten die Filmemacher genau, dass alle durch die Anstrengungen verursachten Schmerzen die ganze Mühe absolut wert gewesen waren. Und obwohl sie auf die Unbilden des Wetters, hunderte Liter Schlamm und aufreibende Zeitpläne eingestellt gewesen waren, trafen sie die nun folgenden Nöte und Sorgen völlig unvorbereitet. Dodge Connolly/ Regisseur George Clooney meint abschließend – einhellig mit den übrigen Duluth Bulldogs -: „Man kann sich einfach nicht darauf vorbereiten, von einem 21jährigen Footballspieler geschlagen zu werden. Da hilft gar nichts. Man sagt nur ‚Autsch. Das hat wirklich wehgetan.’“

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