Ein toter Bruder

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   2004
Ein toter Bruder Poster
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Filmhandlung und Hintergrund

Ein toter Bruder: Mit "Ein toter Bruder" stellen Stefan Krohmer und Daniel Nocke ihren ersten Thriller vor, der, wie man es von den früheren Filmen des Erfolgsteams gewohnt ist, vor allem zwischenmenschliche Dramen auslotet.

Bei dem erfolgreichen Politiker Arved treffen sich frühere Studienkollegen zu einer Ehemaligen-Party, darunter auch das Paar Jakob und Annette. Für Jakob hat diese Einladung eine besondere Bedeutung, bekam der Journalist doch von Arved gerade ein attraktives Job-Angebot. Als Annette jedoch Arveds im Rollstuhl sitzende Frau Diana sieht, will sie so schnell wie möglich weg. Diana ist als Kind gemeinsam mit Annettes Bruder verunglückt und hat Annette jahrelang mit ihren Schuldvorwürfen gequält. Jakob überredet Annette zum Bleiben. Als sie aber mit Diana zusammentrifft, konfrontiert diese sie mit zwei Geschichten – eine, wonach Arved ein korrupter Politiker sei und eine, die den Unfall mit ihrem Bruder betrifft.

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Kritikerrezensionen

  • Ist’s ein Krimi, ist’s ein Drama? Fest steht nur: Es muss Kunst sein, denn weite Teile des Films spielen im Dunkeln.

    Dem Trio Krohmer/Nocke/Fuß ist das Kunststück gelungen, für zwei Fernsehfilme hintereinander, „Ende der Saison“ (2000) und „Familienkreise“ (2002), jeweils einen Adolf Grimme Preis „mit Gold“ zu bekommen. Das Drama „Scheidungsopfer Mann“ (2003) wurde den hohen Erwartungen hingegen nicht gerecht, selbst wenn Autor Daniel Nocke die Szenen einer Ehe geschickt gegen den Strich bürstete. Auch bei „Ein toter Bruder“ spielen Nocke und Regisseur Stefan Krohmer mit den Genreregeln. Die Geschichte ist eines Krimis würdig: Im Verlauf einer Party ist Rollstuhlfahrerin Diana (Valerie Koch) eine Klippe hinabgestürzt. Zuvor hatte sie zwei Gäste, Annette und Jakob (Marie Bäumer, Thomas Dannemann) in ein Komplott eingeweiht: Angeblich gibt es Unterlagen, die ihren Mann, Nachwuchspolitiker Arved (Michael Rotschopf), der Korruption überführen. Nun fürchtet Diana um ihr Leben. Der Verdacht fiele zudem auf Annette, den Diana hat ihr einst die Schuld am Tod ihres Bruder in die Schuhe geschoben, für den sie in Wirklichkeit selbst verantwortlich war. Tatsächlich finden Annette und Jakob die belastenden Unterlagen, doch als sie zu Diana zurückkehren, ist sie bereits tot; kurz drauf sind die Unterlagen verschwunden.

    Klingt wie Hitchcock, sieht aus wie Krohmer: Dank der düsteren Bilder von Kameramann Gunnar Fuß tappt man als Zuschauer ebenso im Dunkeln wie die beiden Protagonisten. Dafür bekommt man um so mehr zu hören, denn die Beteiligten sind beständig in Gespräche vertieft. Der Kern der Sache wird dabei allerdings gern verlassen; Annette und Jakob dient der Todesfall als Katalysator, die eigene Beziehung zu überdenken. Selbst wenn der Film also kaum das Etikett „Krimi“ verdient: Krohmers Führung der überwiegend kaum bekannten Darsteller ist ausgezeichnet, ebenso Fuß‘ Bildgestaltung. Den Grimme-Preis aber wird’s auch diesmal nicht geben. tpg.

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