Filmhandlung und Hintergrund

TV-Komödie um zwei arbeitslose Freunde, die voller Skrupel auf kriminelle Abwege geraten.

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Ein Schnitzel für drei: TV-Komödie um zwei arbeitslose Freunde, die voller Skrupel auf kriminelle Abwege geraten.

    Pünktlich zum Kulturhauptstadtjahr 2010 legt der WDR eine gelungene Ruhrgebiets-Komödie vor, in der Armin Rohde und Ludger Pistor als ungleiches Gespann glänzen.

    In der besten Tradition britischer Sozialkomödien scheut Manfred Stelzer in „Ein Schnitzel für drei“ nicht den Blick in den tristen Alltag der beiden in Dortmund lebenden Protagonisten: Der wortkarge, schroffe Günther (Rohde) hat seinen Job als Tierpfleger an eine billigere Hilfskraft verloren, Wolfgang (Pistor) ist als Verkäufer für Herrenoberbekleidung nicht mehr gefragt und bemüht sich vergeblich um eine neue Stelle.

    Ihre schwierige Situation meistern die Hauptfiguren mit dem für die Region typischen, lakonischen Humor, der auch im Sprachduktus äußerst authentisch umgesetzt wird. In diesem Ruhrgebiets-Film gibt es keine makellosen Helden, aber durchaus liebenswerte Charaktere. Sogar der grobschlächtige Günther offenbart im Lauf der Handlung seine fürsorgliche Seite, als sich die beiden Freunde um ihren demenzkranken Nachbarn Hermann kümmern, bei dem sie zuvor eine größere Summe Bargeld gefunden haben.

    Regisseur Stelzer konzentriert sich auf das Wesentliche und rückt vor allem seine beiden glänzend aufgelegten Hauptdarsteller Rohde und Pistor in den Mittelpunkt. In weiteren tragenden Rollen überzeugen Branko Samarovski als Hermann, Theresa Hämer als Wolfgangs Ehefrau Karin und Caroline Peters als - zumindest aus der Sicht von Günther - geheimnisvolle Nachbarin Eva.

    Offenbar war es auch die richtige Entscheidung, gleich vier Autoren, darunter Stelzer selbst, in die Arbeit am Drehbuch einzubeziehen. „Ein Schnitzel für drei“ zeichnet sich vor allem durch Wortwitz und Tempo aus, wirkt aber auch in den nachdenklicheren Momenten nie bemüht oder gar peinlich. Die ungeschönte Darstellung von Hermanns fortschreitender Demenz fügt sich ebenso nahtlos in die Handlung ein wie wohldosierte Slapstick-Einlagen, etwa als sich Wolfgang von Günther absichtlich eine Schusswunde am Arm verpassen lässt.

    Letztgenannte Szene spielt auf den zweiten Handlungsstrang an, in dem ein Bankräuber im Michael-Jackson-Outfit sein Unwesen in Dortmund treibt. Auch hierauf reagieren die Freunde höchst unterschiedlich: Während Günther seine Nachbarin Eva verdächtigt, gibt sich Wolfgang gegenüber Karin selbst als Täter aus, um seiner Gattin zum imponieren. Dass all dies in der Schlussszene sinnvoll zusammengeführt und „Ein Schnitzel für drei“ doch noch augenzwinkernd als Helden-Geschichte präsentiert wird, rundet eine durchweg gelungene Produktion ab. Ein würdiger Beitrag des WDR zum Kulturhauptstadtjahr 2010. jl.

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