Fakten und Hintergründe zum Film "Ein riskanter Plan"

Kino.de Redaktion |

Ein riskanter Plan Poster

Mehr zum Film? Wir haben die wichtigsten Hintergründe und Fakten für Dich gesammelt: detaillierte Inhaltsangaben, Wissenswertes über die Entstehung des Films, ausführliche Produktionsnotizen. Klick rein!

Über die Produktion

Schon in seiner Zeit als Produktionschef bei Warner Bros. wollte Produzent Lorenzo di Bonaventura das Drehbuch zu EIN RISKANTER PLAN verfilmen, denn der Originaltitel „Man on a Ledge“ (etwa „Mann auf einem Fenstervorsprung“) zog ihn magisch an. „Das klingt doch sofort höchst dramatisch“, sagt er. Außerdem kenne diesen Ausspruch jeder Polizist auf der Welt. Produzent Mark Vahradian erklärt: „Die Terminologie ’Man on a Ledge’ wird von der Polizei benutzt, wenn jemand damit droht, sich von einem hohen Gebäude zu stürzen.“

Lorenzo di Bonaventura ergänzt: „In unserem Film ist das der Auftakt zu einer beispiellosen Kettenreaktion unglaublicher Ereignisse.“

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EIN RISKANTER PLAN beginnt damit, dass ein Unbekannter im Businessanzug aus der New Yorker U-Bahn steigt, sich in ein Luxushotel in Midtown einmietet und erstmal ein allerfeinstes Mahl kommen lässt, Schampus und Hummer inklusive. Dann schreibt er eine Notiz und klettert auf den Vorsprung seines Hotelfensters. Dem Publikum erscheint er als zutiefst verzweifelter Mann, vielleicht ein Opfer der Krise, das nur noch einen Ausweg sieht: Selbstmord.

„Jeder ist gebannt von einem Mann auf einem Fenstervorsprung“, so di Bonaventura weiter. „Springt er? Springt er nicht? Wir haben uns mit vielen erfahrenen Polizisten unterhalten und anderen Menschen, die in solche Situationen geraten. Sie sagen, es sei generell so, dass die Schaulustigen jeweils zur Hälfte wollen, dass er springt bzw. nicht springt. Das ist zwar pervers und krank, aber wohl die menschliche Natur. Das war es, was uns an dem Drehbuch interessierte: die schwelende Katastrophe und was sich zwischen dem Fenstersims und den Menschen unten alles abspielt.

Der ausführende Produzent David Ready ergänzt: „Unser Film ist in gewisser Weise sogar romantisch. Eine Erlösungsgeschichte über einen Mann, der alles auf eine Karte setzt, um sein altes Leben zurückzubekommen. Das hat mich und alle anderen sehr angesprochen.“

Szenenwechsel in eine Gefängniszelle – da ist er wieder, unser „Springer“: Nick Cassidy (Sam Worthington) war mal ein New Yorker Cop. Jetzt sitzt er im Knast, verurteilt zu 25 Jahren Haft, für ein Verbrechen, das er nicht begangen hat. Einem Gefängnispsychologen vertraut er an, dass er mit der Strafe nicht zurechtkomme und an Selbstmord denke. Während eines Nebenjobs, bei dem Cassidy den Monarch-Diamanten des Geschäftsmanns David Englander (Ed Harris) eskortierte, wurde der seltene und Millionen Dollar teure Stein gestohlen. Englander verdächtigte Cassidy, brachte ihn hinter Gitter und konnte in aller Seelenruhe die Versicherungssumme kassieren. Lorenzo di Bonaventura sagt: „Englanders Motto lautet, ’nimmt dir jemand etwas weg, hol’ dir umso mehr zurück, denn das ist Amerika’.“

Als Cassidy Freigang bekommt, um an der Beerdigung seines Vaters teilnehmen zu können, ist das alles nur Teil eines minutiös ausgearbeiteten Fluchtplans, der uns nach einer halsbrecherischen Verfolgungsjagd wieder zum Fenstervorsprung führt. Dazu di Bonaventura: „Cassidy will beweisen, dass er hereingelegt wurde. Aber der Zuschauer glaubt zu diesem Zeitpunkt immer noch, er könnte selbstmordgefährdet sein.“ Ready weiter: „Der Film wird vom Gefängnisausbruchsfilm zum ’heist movie’ und endet schließlich als eine Art Love Story.“ Worthington stimmt zu: „EIN RISKANTER PLAN unterscheidet sich von anderen Actionfilmen…denn ich stehe zwangsläufig die meiste Zeit still und darf also richtig schauspielen und nicht nur herumrennen und schreien.“

Mit der ungewöhnlichen Beziehung zur NYPD-Psychologin Lydia Anderson (Elizabeth Banks), nach der Cassidy verlangt, kommt die Liebe ins Spiel. Anderson selbst steht bei den Cops allerdings nicht mehr sonderlich hoch im Kurs, weil sie den Selbstmord eines Kollegen nicht verhindern konnte, der von einer Brücke sprang. „Cassidy will sie, weil er glaubt, dass sie versteht, in welcher Situation er sich befindet. Er wurde für etwas geächtet, was er nicht getan hat, und sie für etwas, das sie nicht kontrollieren konnte.“

EIN RISKANTER PLAN war ein Skript von Pablo F. Fenjves, das di Bonaventura schon optionieren wollte, als er noch Präsident bei Warner Bros. war. Später erwarb er es für seine eigene Firma di Bonaventura Pictures. Mark Vahradian erklärt: „Das Drehbuch ist dann bei den MGM Studios hängengeblieben, wo man es aber nicht wollte. Schließlich kam es zu Paramount und war für Paramount Vantage vorgesehen. Doch Paramount Vantage gab es drei Monate später nicht mehr und mit dem Drehbuch hatte es sich ein weiteres Mal erledigt.“

Aber di Bonaventura und Vahradian gaben nicht auf. Sie hatten mit Summit Entertainment gerade „R.E.D. – Älter. Härter. Besser.“ produziert und schickten dem Studio das Drehbuch zu EIN RISKANTER PLAN. „Sie waren sofort Feuer und Flamme“, so Vahradian. Und weil Sam Worthington ebenfalls Interesse bekundete, kaufte Summit Entertainment das Drehbuch noch in derselben Woche. „Danach ging alles ganz ganz schnell“, sagt Vahradian.

Regisseur Asger Leth stieß dazu. Der Dokumentarfilmer gibt mit EIN RISKANTER PLAN sein Spielfilmdebüt. Darüber freuen sich die Produzenten besonders, denn sie wollten unbedingt einen Regisseur, der der Geschichte einen sehr realen Anstrich geben konnte. Dazu Vahradian: „Asger hat einen großen Sinn für Details, weil sie bei Dokumentarfilmen das A und O sind. Man muss aus einer schier unüberschaubaren Realität genau die richtigen Zutaten und Elemente herauspicken.“

Lorenzo di Bonaventura beschreibt Leth als mutig. Für jemanden, der einen 40cm breiten Fenstervorsprung fast 70m über Manhattan in Szene setzen soll, ist das wahrscheinlich genau das richtige Attribut. Gleich beim ersten Treffen mit di Bonaventura zeigte sich Leths Furchtlosigkeit. Leth erinnert sich: „Eigentlich trafen wir uns wegen eines ganz anderen Drehbuchs. Aber auf dem Weg dorthin dachte ich, ’er hat doch noch das andere Skript, das mir wahnsinnig gut gefällt, und über das ich mich schon oft mit meinem Agenten unterhalten habe’. Also sagte ich, ’Lorenzo, ich weiß, wir wollen über ein ganz anderes Projekt sprechen, aber ich habe EIN RISKANTER PLAN gelesen und finde es großartig.“

Lorenzo di Bonaventura war beeindruckt, dass Leth sich als Spielfilmdebüt einen so großen Film zutraute. „Er ist wirklich nicht risikoscheu“, sagt der Produzent. „Und das ist großartig, denn jemanden wie ihn brauchten wir. Bei einem Projekt, das so voller Unabwägbarkeiten steckt, musst du Mut beweisen. Außerdem spekulierten wir darauf, dass sein interessanter Dokumentarstil und Mut auf unseren Film abfärbt.“

Innerhalb einer Woche trafen sich Leth und di Bonaventura bereits mit Summit und Sam Worthington. „Worthington war bereits ziemlich ausgebucht“, so Leth, „deshalb hieß es: jetzt oder nie.“ Und das Projekt wurde in Angriff genommen.

Produktion: Die Besetzung

Sam Worthington, Star aus „Avatar – Aufbruch nach Pandora“ und „Kampf der Titanen“, schob die Produktion von EIN RISKANTER PLAN entscheidend an, weil er bereits früh Interesse an dem Drehbuch bekundete. Vahradian erinnert sich an die ersten Treffen mit dem Hauptdarsteller des erfolgreichsten Films aller Zeiten: „Wir hatten keine Ahnung, was wir von Sam erwarten durften. Wir wussten von den Besprechungen immerhin, dass er ein sehr ernsthafter Typ ist. Besonders gefiel mir, wie sehr er sich einbrachte und an einer guten Zusammenarbeit interessiert war.“

Worthington gefiel, dass die Story einerseits schnell zu begreifen, aber andererseits auch trügerisch kompliziert war. „Wie der Originaltitel schon sagt, handelt der Film von einem Typen auf einem Fenstervorsprung, aber welche Aufgaben und Gefahren muss er noch bewältigen? Es geht nicht nur darum, ob er springt oder nicht, oder ob er fällt oder nicht, sondern in erster Linie geht’s darum, ob er seine Unschuld beweisen kann oder nicht. Und ob er überhaupt unschuldig ist? Das Schicksal dieses Mannes wird die Zuschauer in Atem halten.“

Worthington gibt gern zu, dass ihn die Rolle auch deshalb interessierte, weil er selbst unter Höhenangst leidet – und die meisten seiner Szenen entstanden nun einmal auf einem Fenstersims des echten Roosevelt Hotels, fast 70m über der 45th Streert in Manhattan. Leth dazu: „Sam überwindet gern seine Grenzen, genau wie ich. Deshalb passen wir ausgezeichnet zusammen. Ich glaube, gerade seine Höhenangst war ein Grund, diese Rolle anzunehmen. Das ist typisch für ihn. Hier gibt es etwas, das für mich, Sam, schwierig ist, deshalb gebe ich alles, um diese Barriere zu überwinden.“

Gefragt, wie er sich vorbereitet hat, antwortet Worthington: „Ich glaube nicht, dass man sich auf eine solche Rolle überhaupt vorbereiten kann. Man steigt einfach aus dem Fenster und macht’s. Stuntmen können einem zwar versuchen zu erklären, wie es sich anfühlen wird, aber es ist, wie sich zu verlieben. Man kann es sich nicht vorstellen, wenn man es nicht selbst erlebt hat.“

Worthingtons Höhenangst habe der Produktion schon Bauchschmerzen bereitet, gibt Vahradian zu. „Wir saßen zusammen und fragten uns, ’steigt er da wirklich raus? Stellt er sich auf den Fenstersims? Wird er sich dabei wohlfühlen, wird er sprechen können? Wird er performen können?’ Aber er hat’s geschafft. Und wissen Sie was? Für uns war es unglaublich wertvoll, dass sich seine Angst in seinen Augen widerspiegelt. Man sieht es in seinem Blick, dass er sich wirklich fast 70m über der Erde befindet, und diesen Effekt wollten wir von dem Augenblick an, in dem er aus dem Fenster steigt, erreichen. Der Ausdruck in seinen Augen, einfach unbezahlbar.“

Dieselbe Nervosität, Angst und Reaktion musste er natürlich auch in den Szenen vermitteln, die im Studio entstanden, wo er keine 2,50m über dem Boden auf einem Fenstersims stand. Doch auch da gab es keinen Grund zur Sorge. Leth erklärt: „Ich wusste nicht, ob wir dieses Gefühl auch auf das Set im Studio übertragen können. Mir war allerdings klar, falls es überhaupt gelingen kann, dann nur, wenn wir zuerst auf dem wirklichen Fenstervorsprung drehen, um das richtige Gespür für die Höhe und Gefahr zu bekommen.“ Doch auch da brauchte sich die Produktion keine Sorgen zu machen. Leth weiter: „Es war verblüffend, wie allein die Erinnerung an diese extreme Höhe und brenzlige Situation automatisch dazu führte, dass sich jede Muskelfaser anspannte, als wären wir immer noch hoch oben im 21. Stockwerk. Ich konnte es nicht glauben.“

Letztlich habe Worthington noch viel mehr zu der Rolle beigetragen, als man sich wünschen konnte, so Vahradian. „Sam hat großes Selbstvertrauen, manchmal vielleicht sogar zuviel davon. Es war unser Job, ihn in seiner Begeisterung etwas zu bremsen. Aber seine Fähigkeit zur Kombination aus Schauspielkunst und Actionkönnen war für uns pures Gold, wirklich unglaublich, wie er das gemacht hat.“

Lorenzo di Bonaventura ergänzt: „Außerdem zeigt er bei uns sehr viel Sinn für Humor, und das habe ich bei Sam zuvor noch nie gesehen. In seinen bisherigen Filmen spielte er meist den harten, stillen Kerl, der mit seinen Gefühlen hinterm Berg hält. Unsere Filmfigur trägt ihr Herz auf der Zunge. Cassidy bekennt, selbstmordgefährdet zu sein und entwickelt daraufhin einen gewissen Galgenhumor. Das macht ihn sehr liebenswert. Und weil Sam ansonsten so stark ist, legt man ihm seine Verletzlichkeit nicht als Schwäche aus. Manchmal realisiert man erst hinterher, wie clever die Entscheidung für einen bestimmten Schauspieler gewesen ist. In diesem Fall wurden wir durch Sams Persönlichkeit und Fähigkeiten für unseren Mut besonders belohnt.“

Die Produktion war sich noch siegessicherer, als neben Sam Worthington auch das weitere hochkarätige Ensemble feststand, bestehend aus Elizabeth Banks, Kyra Sedgwick, Anthony Mackie, Edward Burns, Jamie Bell, Titus Welliver, Genesis Rodriguez und Ed Harris. „Es war fantastisch“, so di Bonaventura, „so viele großartige Schauspieler in einem Film, da konnte gar nichts mehr schiefgehen.“

„Die Besetzung unseres Films ist ein Traum“, fügt Ready an. „Und das meine ich nicht nur, weil alle ganz hervorragende Darsteller sind, sondern auch einzigartige Persönlichkeiten. Wir hatten wirklich Glück.“

Elizabeth Banks erwies sich als ausgezeichnete, wenn auch überraschende Wahl als verbitterte NYPD-Psychologin Lydia Anderson. „Elizabeth ist eine interessante Wahl“, sagt Mark Vahradian. „Mir gefällt es, das sie eine kratzbürstige, fast aristokratische Attitüde hat, während Sam mehr der hemdsärmelige Typ ist. Gleichzeitig waren wir sicher, dass ihre komödiantischen Fähigkeiten den Verhandlungen mit Sam eine gewisse Leichtigkeit verleihen würden.“

Banks beschreibt Lydia folgendermaßen: „Sie bekommt ihr eigenes Leben nicht geregelt, wie will sie da das Leben eines anderen retten? Das Gute an unserem Film ist, dass wir die Geschichte einer doppelten Erlösung erzählen. Die Hauptfigur Nick Cassidy muss sich reinwaschen und toll ist, dass er Lydia ebenfalls die Gelegenheit dazu gibt.“

Anthony Mackie interessierte sich für den Part des Mike erst recht, als er hörte, dass Asger Leth Regie führen würde. „Seine Dokumentarfilme haben mich einfach umgehauen“, so Mackie. „Besonders seine Fähigkeit, eine Geschichte ausgewogen und vorurteilsfrei zu erzählen, hat mich sehr gefreut. Die Figur, die ich spiele, ist geheimnisvoll und düster, aber ohne dabei aggressiv oder gefährlich zu wirken, wie ich finde. Sehr durchdacht.“

Mackie fährt fort: „Das ganze Projekt vibriert vor Energie. Das hat viel Spaß gemacht und was mich besonders faszinierte war, dass die ganze Zeit ein Mann auf einem Fenstervorsprung steht. Was pasiert, wenn du ihn erstmal da oben hast? Wie geht es weiter? Wie kann man die Geschichte den ganzen Film hindurch interessant halten und die Figuren dreidimensional? Solche Herausforderungen liebe ich. Mir gefällt es, solchen Figuren, die ganz schnell platt, eindimensional oder langweilig sein können, wirkliches, echtes Leben einzuhauchen.“

Lorenzo di Bonaventura sagt, er wollte schon immer mit Mackie zusammenarbeiten. „Ein paar Mal hätte es bereits vor EIN RISKANTER PLAN fast geklappt“, sagt er. „Anthony Mackie ist so gelassen, man nimmt gar nicht wahr, was für ein hervorragender Schauspieler er ist, weil bei ihm alles so mühelos wirkt.“

Die Arbeit mit Jamie Bell sei ebenfalls ein einziges Vergnügen gewesen, sagt di Bonaventura über den „Billy Elliot“-Star. „Jamie ist klasse und einer der kommenden ganz großen Stars. Er ist ein wunderbarer, hochtalentierter Schauspieler, der sich sofort in ein Projekt integrieren kann. Sam und er hatten augenblicklich einen Draht zueinander wie echte Brüder. Sie gingen völlig natürlich und selbstverständlich miteinander um. Andererseits kann Jamie verdammt spleenig und schräg sein und diesen Spaß gönnen wir ihm, wie man im Film sehen wird.“

Dazu Vahradian: „Man sucht immer nach Gemeinsamkeiten bei solchen Figuren, und Sam und Jamie nimmt man es durchaus ab, dass sie verwandt sind. Wir wollten diese Arbeitermentalität, die Sam ausstrahlt. Wir hatten zwei Iren von Long Island im Kopf, die die durch und durch amerikanische Familie verkörpern sollten. Witzig ist dabei, dass beide mit unterschiedlichen Akzenten sprechen.“ (Bell stammt aus England und Worthington aus Australien.)

Bell sagt: „Der Zuschauer erhält ununterbrochen neue Informationen, die die Geschichte und auch einige der Figuren ständig in eine andere Richtung lenken. Es ist fantastisch, bei so etwas mitmachen zu dürfen.“

Kyra Sedgwicks Rolle wurde ausgebaut, nachdem die Produzenten erkannt hatten, wieviel Substanz sie der Figur der TV-Reporterin Suzie Morales verleiht. Sie ist ganz scharf darauf, die eskalierende Situation des potentiellen Selbstmörders auf dem Wolkenkratzer für ihre Sendung auszuschlachten. Dazu Vahradian: „Kyra kam und war einfach nur wunderbar und professionell, so nach dem Motto, ’hier bin ich, das denke ich über meine Rolle, das gefällt mir daran, das würde ich gern ausprobieren’. Sie war eine tolle Kollegin, dabei war es gar nicht leicht, jemanden ihrer Klasse für diese relativ kleine Rolle zu interessieren, aber ihr gefiel die Figur sehr.“ Der ausführende Produzent Ready stimmt zu: „Sie sticht absolut heraus, allein schon wegen ihres Looks, ihr Kostüm ist einfach wunderschön. Man sieht sie ’live’ aus New York berichten, sie ist die Stimme des Ganzen, es war wirklich klasse.“

Für die gebürtige New Yorkerin Kyra Sedgwick war es eine große Freude, in EIN RISKANTER PLAN aus ihrer Stadt zu berichten. „Dort wuseln Menschen aller Klassen und Lebenslagen durcheinander“, sagt sie. „Und für den Film war es wichtig, einen echten Eindruck von der Stadt zu bekommen.“

Edward Burns verlieh NYPD-Detective Jack Dougherty einzigartige Strahlkraft. „Wir mussten seine Rolle ständig weiter ausbauen, weil alles, was Edward Burns sagte, witzig, ironisch, staubtrocken und taff war. Er verkörpert das authentische New York und war als NYPD-Cop perfekt. Er ist in vielerlei Hinsicht das Herz des Films und war eine riesige Überraschung für uns.“

In den meisten Szenen spielt Burns mit der von Banks verkörperten Lydia – und von ihr hält Detective Dougherty nicht allzu viel. Er glaubt, sie ist mit der Situation überfordert. „Ihm gefällt es natürlich überhaupt nicht, dass er gegen sie ausgetauscht wird“, sagt Burns. „Er führt eigentlich das Kommando, doch man nimmt es ihm ab und gibt es Lydia. Die erste Hälfte des Films macht er ihr deshalb das Leben so schwer wie möglich und ist keine große Hilfe. Aber dann geht ihm langsam auf, dass er sie vielleicht doch unterstützen sollte.“

Ed Harris übernahm die Rolle des reichen New Yorker Geschäftsmannes David Englander, weil er Sam Worthington sehr schätzt und ihm der Nervenkitzel der Geschichte gefiel. „Es ist eine aufregende Story, die das Publikum hoffentlich von den Sitzen reißt“, sagt Harris. „Ich meine, wenn da ein Typ auf einem Wolkenkratzer an der Kante eines Fenstervorsprungs steht, dann hoffe ich, dass es den Zuschauer vor Aufregung an den Rand seines Kinositzes treibt.“

Für di Bonaventura ist Harris längst „eine Hollywood-Legende“, also perfekt für das überlebensgroße Auftreten von David Englander. „Es ist genau die richtige Rolle für ihn“, sagt di Bonaventura. „Englander ist eine interessante, habgierige Figur, aber eine mit Witz, Würde und gleichzeitig mit einer gewissen Lässigkeit. Das ergibt einen interessanten Kontrast.“

Newcomerin Genesis Rodriguez, die als Jamie Bells Freundin zu sehen ist, fand es aufregend, jemanden zu spielen, der Teil eines gefährlichen und hinterlistigen Plans ist. „Meine Figur ist sehr schnell und smart und es war ein großes Vergnügen, sie zu spielen, weil sie so voller Energie steckt. Zusammen mit Joey hilft sie, den Film im wahrsten Sinne des Wortes in Bewegung zu halten.“

Produktion: Die Dreharbeiten

Bei den gefährlichen und atemberaubenden Szenen mit Cassidy an der Außenwand des Wolkenkratzers, war den Filmemachern klar, dass nichts effektiver sein würde, als eine echte New Yorker Straßenschlucht. Lorenzo di Bonaventura beschreibt den Entscheidungsprozess: „Viele wären das Risiko wohl eher nicht eingegangen, in einer Höhe von rund 70m zu drehen. Wir fanden es jedoch cool. Allein schon aus visuellen Gründen, aber auch wegen des Realismus, und um dem Konzept möglichst treu zu bleiben.“ Ein relativ enges Zeitfenster und der bevorstehende New Yorker Winter gestalteten die Suche nach einem passenden Drehort jedoch schwieriger als erwartet.

Um den perfekten Fenstervorsprung zu finden, waren umfangreiche Planungen nötig, schließlich stehen in New York Hunderte Wolkenkratzer. „Anfangs gab es viele Diskussionen darüber, wie hoch der Fenstersims überhaupt sein sollte“, erinnert sich Produktionsdesigner Alec Hammond.

„Einige meinten, der Fenstervorsprung dürfe nicht zu hoch sein, damit Cassidy mit den Schaulustigen interagieren könne. Andere wiederum wollten ihn so hoch wie möglich, um die Gefährlichkeit der Aktion zu vergrößern.“ Man einigte sich auf einen Fenstersims zwischen der 18. und 22. Etage, also hoch genug, um Unbehagen auszulösen, und niedrig genug, damit die Menschen und das Stadtbild nicht nur als winzige Flecken wahrgenommen werden. Kieran Patten, Assistent des Location Managers, betont, dass es nachdem die Grundsatzentscheidung gefallen war, um das Aussehen des Gebäudes ging. „Das Design war gleich nach der Höhenfrage unsere größte Sorge. Wir suchten nach einem Haus, das typisches, klassisches New Yorker Feeling transportieren konnte, einem Überbleibsel aus den 20er oder 30er Jahren, das für die Goldene Ära der Stadt steht“, erklärt Patten.

Schnell stellte sich das Roosevelt Hotel, auch bekannt als „Grand Dame der Madison Avenue“, als ideale Kulisse heraus. Das Gebäude wurde 1924 errichtet und steht an der Ecke Madison Avenue und 45th Street in Midtown Manhattan. Trotzdem konnte man natürlich nicht einfach loslegen. Eine Skybox (ein Hotelzimmer-Set) musste gebaut und auf das berühmte Hoteldach gesetzt werden. „Wir brauchten einen Ort, an dem wir, wenigstens bis zu einem gewissen Grad, alle Aspekte der Dreharbeiten kontrollieren konnten: die Sicherheit der Schauspieler und Crewmitglieder, flexible Kameraarbeit und viele verschiedene Kamerawinkel und Ausblicke“, sagt Hammond. „Art Director David Swayze hatte den brillanten Einfall, das Set auf Schienen zu setzen, sodass man bis zur Ecke quer verstellen konnte, wodurch ein Fenstersims einmal ganz herum entstand und vor- und zurückgeschoben werden konnte, wie es die verschiedenen Set-Ups verlangten.“

Die Sicherheit von Cast und Crew hatte oberste Priorität. Key Grip Jim Mcmillan bereitete die Vorstellung, was einem bei einem Dreh auf einem schmalen Fenstervorsprung alles passieren kann, schlaflose Nächte. Er erklärt: „Wir verwendeten einen rund 10m langen Louma-Two-Kamerakran von Panavision, den wir auf 1,5m außerhalb des Gebäudes und 3m Höhe einstellten. Zwei Stockwerke über uns stand ein Kamerakran, der fast 3200kg wog und dessen 26m langer Arm vier Straßenbreiten weit in die Madison Avenue hineinragte. Da wir auf dem 35cm-Vorsprung keinerlei Platz hatten, um Sam Worthingtons Gesicht zu filmen und mit ihm zu interagieren, mussten wir die Kameras vor ihm ja irgendwie in die Luft kriegen, fast 70m hoch, mitten im Nichts.“

Mcmillan weiter: „Wir stellten viele Berechnungen an, wälzten Gleichungen und Zahlen, um den ganzen Dreh absolut sicher zu machen. Dieses Sicherheitsdenken hat die Crew unheimlich zusammengeschweißt, weil jeder wusste, dass er für das Leben des anderen verantwortlich ist. Jede deiner Bewegungen oder die von Gegenständen, wurde sorgfältig durchdacht und abgewägt, weil du wusstest, wenn irgend etwas runterfällt, kann es jemanden schwer verletzen oder sogar töten.“ Ein Seilsystem sei installiert worden, so Mcmillan weiter, mit dem jeder, der sich auf dem Vorsprung befand, und auch das ganze Equipment abgesichert wurde, um einen Absturz zu vermeiden. Bevor Schauspieler und Crewmitglieder aufs Set durften, mussten sie ihre Taschen komplett ausleeren, da selbst winzige Dinge wie ein Penny eine große Gefahr darstellen können, wenn sie herunterfallen.

Ready sagt: „Alec Hammond und das Produktionsteam fanden eine völlig verrückte Möglichkeit, eine Skybox auf dem Vorsprung einzurichten, die den 21. Stock des Roosevelt Hotels simulierte. Ich hatte wirklich keine Ahnung, dass so etwas überhaupt geht und bin immer noch verblüfft, dass wir es tatsächlich getan haben.“

Insgesamt wurden drei Sets des Fenstervorsprungs gebaut. Hammond dazu: „Wir hatten ein Wand-Set für die Stunts, das auf dem Parkplatz des Studios auf Long Island gebaut wurde, ein Teilset für die Innenaufnahmen, das nur rund 8m hoch war und die Skybox (direkt auf dem Roosevelt Hotel). Dieselbe Sache in drei Versionen.“

Mcmillan sagt weiter: „Um mit dem Skybox-Set sicher arbeiten zu können – und das hieß nicht bloß, für Sams sicheren Ein- und Ausstieg zu sorgen, sondern auch Kameras aufstellen zu können – bauten wir den Fenstersimsbereich über zwei Stockwerke nach. Das Ganze saß auf Schienen, die etwa 4500kg wogen, und konnte bequem hin- und hergeschoben werden. Wir zogen es vom Abgrund zurück, bereiteten alles und jeden vor und konnten das Set an den Vorsprung schieben, wodurch wir unsere eigene Fassade hatten. Das Set bestand aus mehreren Einzelteilen und wurde an den Rand des Gebäudes geschoben.“

Das Gewicht, das die Produktion auf das Dach des Roosevelt Hotels hieven musste, war enorm. „Ich schätze mal, dass das Set allein schon um die 4500kg wog“, sagt Mcmillan weiter. „Das Gegengewicht wog mindestens noch einmal 4500kg. Dann brachten wir einen Technokran nach oben, der um die 2000kg wog, die Gegengewichte kamen auf weitere 2700kg. Ich würde sagen, insgesamt mussten wir 16000-18000kg hochschaffen.“

Die Recherche- und Planungsphase war erwartungsgemäß ganz entscheidend.

„Ein Statiker kümmerte sich um Sets, Wände und Gewichtsfragen“, sagt Mcmillan. „Aber das eigentliche Problem war das Bauamt von New York. Die Baugenehmigung für das Set auf dem Hoteldach erhielten wir am Dienstag, Drehbeginn sollte aber schon am Freitag sein. Es war ein irrer Wettlauf gegen die Zeit. Nachdem wir alles zusammengebaut und abgesichert hatten, mussten wir noch das Seilsystem für Sam, das Equipment und die Crew anbringen.“

Alles auf’s Dach des Roosevelt Hotels zu bekommen, war auch nicht eben einfach.

Dazu Mcmillan: „Uns stand ein 90m langer, 300t schwerer Baukran zur Verfügung, um das Set hochzuheben. Viele der Wände waren in einem Atelier bereits vorgebaut worden. Aber ein weiteres Hindernis war, dass in New York vom 2. November bis 2. Januar wegen der Feiertage keine Baukräne arbeiten dürfen. Also mussten wir alles, was aufs Dach sollte, genauestens ausmessen, damit wir es auseinanderbauen und in Teilen wieder vom Dach holen konnten. Wir mussten den Louma-Two-Kamerakran auseinanderbauen und auf dem Dach des Lastenaufzugs herunterschaffen, um ihn wieder aus dem Hotel zu entfernen.“

Visual Effects Supervisor Richard Kidd sagt, dass alle drei Versionen des Sets absolut identisch sein mussten, damit sie szenisch und architektonisch zueinander passten. Er erläutert: „Wir haben auch einige Computeranimationen in den Film geschmuggelt. Das Dach des Gebäudes ist beispielsweise weder Location noch ein Studionachbau. Wir haben alles nahtlos miteinander verbunden, damit es fantastisch aussah.“

Ein weiterer wichtiger Drehort neben dem Roosevelt Hotel war das berüchtigte Gefängnis Sing Sing, knapp 50km außerhalb New Yorks Citys, in Ossining, New York. Sich auf dem Gelände des berühmten Knasts zu bewegen und im Gefängnis selbst zu drehen, war eine aufregende Erfahrung und ein berauschendes Erlebnis.

Leth darüber, wie wichtig ihm Drehorte sind, die einen in die Geschichte ziehen: „Das berüchtigte Gefängnis, und auch die Stelle, an der der Wagen mit dem Zug zusammenstößt, waren für die Story sehr entscheidend. Die Kollisionsszene war großartig“, sagt er. „Im Hintergrund sieht man das Empire State Building. Als Cassidy flüchtet, kann man in weiter Ferne Manhattan erkennen. Nur als kleine Andeutung, aber sie führt direkt in die Geschichte.“

New York ist als eigenständige Filmfigur mindestens so wichtig wie als Drehort. „Dieser lebhafte Mix aus unterschiedlichster Architektur und verschiedensten Menschen (aus denen sich ja auch der Haufen Gaffer zusammensetzt, die das Ereignis von der Straße aus verfolgen), ist wirklich einzigartig“, sagt Leth. Für ihn ist New York der perfekte Ort für eine Geschichte, wie sie EIN RISKANTER PLAN erzählt. „Es ist einfach New York! In der Stadt kann alles passieren, oder nicht? Und das liebe ich.“

Hammond fügt an: „Asger wollte New York von Anfang an in all seinen Facetten zeigen. Es sollte möglichst viel mit Nick, aber auch um ihn herum passieren. Viele kleine Geschichten, Ereignisse und Charaktere sollten seine Story begleiten.“

Worthington stimmt zu: „Eine interessante Idee für einen Film. Auf mich kamen Leute zu und fragten, ’Was passiert da oben?’ Und genau darum geht’s. Sie sollen nicht wirklich wissen, was da oben passiert, sondern ihre eigenen Ideen dazu entwickeln, was in diesem Mann vorgeht. Die Menschentraube erfüllt genau diese Funktion, sie ist eine weitere eigenständige Figur.“

Doch der ganze Aufwand dient letztlich einzig und allein dazu, das Publikum in Staunen zu versetzen und mitzureißen. „Man möchte den Zuschauern immer ein großartiges Kinoerlebnis bieten“, sagt Worthington. „Dazu sind Filme meiner Meinung nach da. Die Zuschauer zahlen viel Geld und dafür möchten sie in andere Welten, Zeiten und Abenteuer katapultiert werden und das Gefühl haben, alles ist echt und sie mittendrin, und was auf dem Spiel steht, ist aufregend genug, um dabei zu bleiben und mitzufiebern.“

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