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Fakten und Hintergründe zum Film "James Bond 007: Ein Quantum Trost"

Fakten und Hintergründe zum Film "James Bond 007: Ein Quantum Trost"
Poster James Bond 007 Ein Quantum Trost

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Produktionsnotizen

EIN QUANTUM TROST ist das 22. James-Bond-Abenteuer in dem langlebigsten und erfolgreichsten Franchise der Filmgeschichte. Die Dreharbeiten begannen am 7. Januar 2008 und die Produktion filmte an mehr Drehorten als für jeden anderen Teil der bereits 46 Jahre währenden Kino-Reihe. Zuerst drehte die Crew in den legendären Pinewood Studios in England, bevor sie nach Panama City und Colon in Panama, in die Atacama-Wüste nach Chile, nach Siena, Carrara, an den Gardasee und Fonteblanda in Italien und nach Bregenz in Österreich umzog. Ein weiteres Team filmte Luftsequenzen in San Felipe, Mexiko.

Produktion: Die Drehorte - England

Die Basis der Produktion von EIN QUANTUM TROST lag in den historischen Pinewood Studios in Buckinghamshire vor den Toren Londons. Pinewood ist über die Jahre längst ein Synonym für James-Bond-Filme geworden, denn außer Licence To Kill (Lizenz zum Töten, 1989) und GoldenEye (GoldenEye, 1995) wurden alle Teile des Franchise hier gefilmt. Die Produktion nutzte die weltberühmte 007-Halle und fünf andere Gebäude auf dem Studiogelände, um insgesamt 14 verschiedene Sets für die Innenaufnahmen während des sechsmonatigen Drehs aufzubauen. Auf dem Gelände wurde außerdem die Außenkulisse für Perla De Las Dunas aufgebaut – das Hotel, das General Medrano für eine Geldübergabe mit Greene und dem bolivianischen Polizei-Colonel auswählt. Das Innere des Hotels entstand in der 007-Halle und wurde mit über 50 Sprengladungen präpariert, um Bonds gewalttätige Konfrontation mit Greene umzusetzen.

Bruneval Barracks, Montgomary Lines in Aldershot diente als Kulisse für das verschneite Moskau, wo Bond Yusef, den Algerier, der Vesper verraten hat, stellt und an den MI6 übergibt. Die Kaserne wurde im Jahr 1965 vom Field Marshall Montgomery wieder eröffnet, existiert aber bereits seit 1850. Bruneval Barracks war die erste ständige Trainingsbasis für die Armee in England und Aldershot wurde schnell zum Zentrum der britischen Armee, das mittlerweile unter dem Namen „The Home of the British Army“ firmiert.

Ein Teil des Flughafens von TAG Farnborough Airport war der Drehort, der für ein Geheimtreffen zwischen der CIA und Dominic Greene am Flughafen von Bregenz in Österreich genutzt wurde. Im Flughafengebäude wird Bonds Kreditkarte gesperrt, denn M nimmt ihm seine Privilegien und setzt ihn auf die „Festnehmen oder Töten“-Liste von MI6.

Bodyflight, Englands erste und weltweit größter Fallschirm-Windkanal in Bedford, wurde vom Visual-Effects-Department genutzt, um den freien Fall von James Bond und Camille aus einer DC3 in Bolivien zu filmen. Das Gelände wurde ursprünglich vom Verteidigungsministerium gebaut, um Flugzeuge zu untersuchen und Schleudersitze zu testen, bevor es im Jahr 1997 entmilitarisiert und verlassen wurde. Paul Meyer erkannte das Potenzial des Geländes, nachdem er während eines Urlaubs den Windkanal erprobt und drei Jahre lang den Kanal ausgiebig untersucht und finanzielle Mittel gesammelt hatte, um das Zentrum im Jahr 2005 wieder zu eröffnen. Der Kanal misst knapp fünf Meter im Durchmesser, ist acht Meter hoch und simuliert den freien Fall mit rund 275 km/h, ohne dass man dafür aus einem Flugzeug springen muss!

Virgin Atlantic Airlines tat sich erneut mit James Bond zusammen, nachdem die Fluglinie in Casino Royale (Casino Royale, 2006) bereits erstmals aufgetreten war. Mathis trifft Bond in der Lounge Bar der Upper Class und bestellt seinen berühmten Vesper Martini. Die Lounge wurde in Virgin’s „The Base“ dafür hergerichtet. „The Base“ wurde 2007 von dem Airline-Besitzer und Unternehmer Sir Richard Branson eröffnet und ist Virgin Atlantics neues, technisch auf dem höchsten Stand befindliches Trainingsgelände, wo die Kabinenbesatzung in Sicherheitsfragen, Boden- und Bordservice ausgebildet wird. Sie ist die technisch höchstentwickelte Trainingseinrichtung ihrer Art in Europa, kostete 13 Millionen Pfund und bis zu 4.500 Kabinenbesatzungs-Mitarbeiter können gleichzeitig dort untergebracht werden.

The Reform Club in Pall Mall, London, war der Drehort, der als Regierungsgebäude genutzt wurde, in dem der Außenminister M wegen Bonds wüstem Gebaren tadelt und ihr befiehlt, Bond von der Spur Greenes abzuziehen. Der Club wird immer mit Jules Vernes klassischer Erzählung „In 80 Tagen um die Welt“ in Verbindung stehen, denn hier entstand angeblich die Idee für diese unglaubliche Reise und hier soll auch die berühmte Wette abgeschlossen worden sein. Der Club wurde von Charles Barry im Jahr 1836 gegründet und entworfen und eine Mitgliedschaft im The Reform Club war nur jenen möglich, die versprachen, den Great Reform Act des Jahres 1832 zu unterstützen. Heute steht der Club nicht mehr mit einer politischen Partei in Verbindung und wird ausschließlich für soziale Zwecke genutzt.

Produktion: Die Drehorte - Panama

Diverse Drehorte in Panama City simulierten die Straßen und Häuserzeilen von Bolivien.

Die Crew begann mit den Dreharbeiten in Panama am Howard Airport. Das Gelände befindet sich außerhalb von Panama City und war bis zum Jahr 1999 eine Basis der U.S. Air Force. Die Location wurde von den Ausstattern des Art Department hergerichtet und dient als bolivianischer Flughafen, in dem Agentin Fields James Bond und Mathis begrüßen soll, die gerade aus dem Flugzeug steigen, um die Spur von Dominic Greene zu verfolgen.

Die Produktion drehte auf den Straßen von Panama City, wählte aber darüber hinaus auch zwei besondere Gebäude für die Dreharbeiten aus. Das erste war der Set des Andean Grand Hotel, in dem Bond nach seiner Ankunft in Bolivien absteigt. Dies im Hinterkopf, unterzog das Art Department dem eindrucksvollen Inac Building in Casco Viejo eine gründliche Renovierung. Normalerweise beherbergt das Gebäude die Büros des Institute Nationale Du Culture und das Inac Building profitierte von neuen Markisen, polierten Fluren und ausgiebigen Malerarbeiten an der Außenfassade ebenso wie im Inneren des Hauses. Im Film steigt Bond mit Agentin Fields, die in der Honeymoon-Suite ihr Schicksal ereilen wird, in dem Hotel ab.

Einen zweiminütigen Spaziergang vom Inac Building entfernt ist der The Old Union Club, eine imposante Ruine dessen, was einmal der renommierteste Privatclub in Panama war. Angeblich befand sich hier das Hauptquartier von General Noriega, dem berüchtigten Diktator von Panama – darum wurde das Gebäude im Jahr 1989 bei der amerikanischen Invasion ausgebombt. Das Produktionsteam brauchte Monate, um das Gelände von all dem Schutt und Müll zu befreien, bevor das Art Department eine beleuchtete Bar aufbauen und in den Bögen des Gebäudes riesige pfirsichfarbene Faltenwürfe aufhängen und elegante weiße Lampen installieren konnte. Vier Nächte lang wurden hier Szenen für die Party zur Spendenbeschaffung von Dominic Greene gefilmt. Bond und Agentin Fields mischen sich unter die Partygäste und finden heraus, dass Camille bereits auf Greene getroffen war.

Danach zog die Produktion um nach Colon, um weitere Szenen zu drehen, die in Bolivien spielen. Auch hier musste das Team von EIN QUANTUM TROST an den ausgewählten Locations massive Renovierungsarbeit leisten. Um in den etwas heruntergekommenen Wohngebieten und in dem Fenix Building drehen zu können, wo Felix Leiter Bond Informationen über Greenes Deal mit General Medrano zukommen lässt, führten die Produktionsmitarbeiter gründliche Reparaturen sowie Kabel- und Klempnerarbeiten durch, damit die Film-Crew unter sicheren Bedingungen drehen konnte.

Einige Stellen in Colon wurden auch für Szenen genutzt, die auf Haiti spielen. Als Coco Solo für eine Szene ausgewählt wurde, in der Bond eine Straße in Haiti entlangfährt und M anruft, damit sie Greenes Namen recherchiert, stand ein weiteres umfangreiches Renovierungsprojekt auf dem Plan. Das palmengesäumte Coco Solo war einst ein angesehenes und sehr schönes Anwesen des amerikanischen Militärs. Die Einheimischen aus der Film-Crew erinnerten sich an die pastellfarbenen Häuser mit ihren Privatstränden, in denen sie hier wohnhafte Freunde besuchten. Als die Amerikaner im Jahr 1989 eintrafen, wurden die Häuser geräumt und Coco Solo verfiel schnell.

Viel von der einst wunderschönen Architektur Colons verfällt rapide und auch das Arboix Building ist keine Ausnahme. Das riesige pastell-orangefarbene Gebäude in der Innenstadt von Colon wurde vom Location Department als Drehort für das Hotel Dessalines von Haiti ausgewählt. Im Film ist dieses Hotel James Bonds erste Station auf seiner Mission – hier findet eine große Kampfszene in einem der Zimmer in der oberen Etage des Hotels statt, die sich bis auf den Balkon erstreckt.

Eine dritte Action-Unit stieß zur Haupt-Crew in Colon und filmte eine Boots-Verfolgungsjagd, die sich hauptsächlich zwischen Pier 3 und Pier 6 abspielt, aber der finale Teil der Sequenz wurde auf Cabra Island gefilmt, wo Bond auf einer paradiesischen Insel mit Camille im Arm von Bord geht. Vor hundert Jahren war die Naturinsel unbewohnt und wurde von der Nachbarinsel Isle Grande als Friedhof genutzt. Heute befindet sich Cabra Island im Privatbesitz und beherbergt zweieinhalb Hektar Palmen sowie Aras, wilde Rehe und Schmetterlinge. Die Insel liegt inmitten einer berühmten Schmuggler-Route und die Einheimischen erzählen, dass auf dem Grund des Meeres am Riff der Insel der bleierne Sarg von Sir Francis Drake liege.

Produktion: Die Drehorte - Mexiko

Die Flugsequenzen für EIN QUANTUM TROST wurden in den ausgetrockneten Bergregionen von Baja California, Mexiko, aufgenommen. Eine Crew von 66 Mitarbeitern unter der Leitung des 2nd-Unit-Regisseurs Dan Bradley filmte siebzehn Tage lang von einem kleinen Flughafen nahe der Stadt San Felipe aus. Der Flughafen wird vom lokalen Militär betrieben, das in der Region sehr präsent ist, um Drogenschmuggler dingfest zum machen. In der Filmsequenz fliegt Bond eine alte DC3 (das Modell im Film wurde im Jahr 1939 gebaut) und wird in der Luft von einer wendigen Marchetti, die mit Maschinengewehren bewaffnet ist, sowie von einem Huey-Helikopter attackiert. Aus Umweltschutz- und Sicherheitsgründen wurden keine der technischen Effekte vor Ort ausgeführt und sämtliche Schüsse und Rauchschwaden wurden hinterher als visuelle Effekte eingefügt. Das Flugzeug wurde in der Luft von einer Aerostar mit Snakehead-Nase und Bordkameras sowie einem Astar-Helikopter mit einer Spacecam begleitet. Zwei Kamera-Crews filmten die Action vom Boden aus. Die Drehorte waren so abgelegen, dass die Crew und das Equipment täglich per Helikopter dort hingeflogen werden mussten.

Produktion: Die Drehorte - Chile

Das nördliche Chile brachte die weitläufigen, offenen und ausgetrockneten Landschaften mit, die sich Regisseur Marc Forster als Drehort für das vom Wasser ausgedörrte Bolivien vorstellte. Von ihrer Hotelbasis in Antofagasta aus reiste die Crew täglich zwei Stunden lang an, bis sie an den Drehorten ankam.

Das ESO Paranal (die europäische Organisation für Astronomische Forschung in der südlichen Hemisphäre) wurde als Drehort für die Außenaufnahmen genutzt, die am Perla De Las Dunas in Bolivien spielen sollten. Auf einer Höhe von über 1.800 Metern wurde das Observatorium auf dem Gipfel eines Berges, der an die südlichen Ausläufer der Atacama-Wüste grenzt, errichtet. Es bietet den Astronomen eine Umgebung, die frei von Staub und Lichtquellen ist – eine perfekte Atmosphäre für das Studium der Sterne. Normalerweise arbeiten nicht mehr als 20 Astronomen in dem Observatorium, aber ESO nahm in diesem Fall eine 300-köpfige Crew auf, als Bond und Camille gefilmt wurden, wie sie über das Dach des Gebäudes rennen und ihre Feinde verfolgen.

Weitere abgelegene Drehorte in Chile wurden genutzt, um die Szenen zu filmen, in denen Bond und Camille durch ein Dorf ohne Wasser laufen, nachdem sie das Geheimnis von Greene aufgedeckt haben, einen verlassenen Bahnhof, in dem sich Bond und Camille trennen sowie die gewaltige Wüste, in der Bond Greene zurücklässt.

Produktion: Die Drehorte - Italien

Umgeben von türkisfarbenem Meer, wurde Torre di Talamonaccio in der Toskana als Drehort für die Villa von Mathis benutzt. Das private Anwesen ist ein Steingebäude, das bis ins Jahr 1000 zurück zudatieren ist und ursprünglich als Fort zum Schutz des Festlands gebaut wurde. James Bond fährt an der Villa an Bord eines Sunseeker Speedbootes vor und überzeugt Mathis, ihn auf seiner Mission nach Bolivien zu begleiten.

Die mit Hochspannung erwartete Eröffnungssequenz von EIN QUANTUM TROST wurde über einen Zeitraum von acht Wochen von der 2nd Unit an drei verschiedenen italienischen Drehorten gefilmt. Der Gardasee in Norditalien dient als Startpunkt der Verfolgungsjagd zwischen dem Aston Martin gegen einen Alfa Romeo. Die Crew zog dann um vom Gardasee nach Carrara, um die Verfolgungsjagd inmitten des 2.000 Jahre alten Marmor-Viertels fortzusetzen. Zahllose historische Kunstwerke wurden aus dem Marmor von Carrara gefertigt, unter anderem die Säulen des Trajan und das Pantheon im antiken Rom; auch Michelangelo stellte seine David-Skulptur aus dem glänzenden weißen Stein her.

Die Verfolgungsjagd endet schließlich in Siena, wo schon ein Jahr zuvor von einer kleinen Unit Aufnahmen des berühmten Palio gefilmt worden waren. Die 2nd Unit drehte weitere Aufnahmen von Bonds Verfolgungsjagd durch die Piazza Il Campo und über den Dächern der Stadt. Die Hetzjagd kulminiert in einer Kunstgalerie, die in der 007-Halle in den Pinewood Studios in England aufgebaut wurde.

Produktion: Die Drehorte - Österreich

Die Szene in dem Opernhaus, in dem Bond Greene bei einem Geheimtreffen mit einigen der mächtigsten Männer der Welt entdeckt, wurde über einen Zeitraum von zwei Wochen bei Nachtdrehs im Festivalgebäude und auf der Seebühne im österreichischen Bregenz gefilmt. Die Szenen wurden in der berühmten Kulisse der Produktion von „Tosca“ (Spielzeit 2007/2008) aufgenommen. Die Oper wurde vor dem Bühnenbild eines riesigen blauen Auges auf der Seebühne aufgeführt, die direkt auf dem Bodensee liegt. Über 1.000 Statisten wurden in Abendgarderobe gekleidet, um die Sitzreihen des gewaltigen Amphitheaters zu füllen, in dem insgesamt 7.000 Menschen Platz finden.

Produktion: Daniel Craig als James Bond

Daniel Craig kehrt nach dem Erfolg von Casino Royale, in dem er 2006 sein Debüt als James Bond 007 gab, zu seiner Rolle zurück. „Es fühlt sich so an, als hätte ich zwischendurch nichts anderes gemacht“, sagt er. „Ich war diesmal über einen längeren Zeitraum eingebunden als beim ersten Film und ich hatte schon drei Monate an EIN QUANTUM TROST gearbeitet, bevor wir überhaupt mit den Dreharbeiten begannen. Ein Bond-Film ist wie eine gewaltige Maschine, man braucht eine Menge Schwung, bevor es richtig losgeht. Wir haben kurz nach Weihnachten mit dem Dreh angefangen und alles begann sich exzellent zusammenzufügen.“

Trotz des rekordebrechenden Erfolgs von Casino Royale hatte sich Craig keine Illusionen über die Aufgabe gemacht, die vor ihm lag. „Ich hatte nicht das Gefühl, dass es diesmal leichter werden würde, es schien eher noch härter zu sein“, bekennt er. „Wir müssen hohe Erwartungen erfüllen und das ist ein sehr zweischneidiges Schwert. Wir mussten diesen Film besser machen als den Vorgänger. Die Leute sprechen immer davon, dass Casino Royale ein Aufbruch für Bond ist und dieser Film muss erneut ein Aufbruch werden. Aber wir hatten Marc Forster an Bord, einen sehr visuellen Geschichtenerzähler, und Dan Bradley als Regisseur der 2nd Unit, der unvergleichlich Stunts filmen kann und so viel aus der Action herausholt wie möglich – die Kombination dieser beiden wies unseren Weg. Wir hatten die besten Talente zur Verfügung und konnten den besten Bond-Film wie nur irgend möglich machen. Jeder war begeistert von seiner Aufgabe und freute sich über die Aussicht, etwas völlig Ungewöhnliches zu erschaffen. Wir nehmen die

Geschichte des letzten Films als Ausgangspunkt, um neue Dinge zu erzählen. Marc Forster hat eine sehr eigene Art, diesen Film zu betrachten und ich persönlich fand gerade das sehr aufregend und reizvoll.“

EIN QUANTUM TROST stellt die erste direkte Fortsetzung im James-Bond-Franchise dar, und Craig erläutert: „Wir hatten das Gefühl, die losen Enden von Casino Royale zusammenführen zu müssen und den Zuschauern klar zu machen, dass wir zurück sind und einen waschechten Bond-Film machen. Für mich ist der Film etwas, das für sich selbst stehen kann, aber wenn man die beiden Filme zusammenführt, wird man eine unglaubliche Erfahrung machen, denn man sieht eine Fortführung der Geschichte.“

Über seine Arbeitsbeziehung mit Marc Forster gibt Daniel Craig zu Protokoll: „Marc und ich haben uns schon beim ersten Treffen auf Anhieb verstanden. Ich habe nie daran gezweifelt, dass, wenn wir zusammenhalten und jeder seine Emotionen und Ideen einbringt, wir einen guten Film machen würden. Das ist es unterm Strich, jeder von uns sprach darüber und wir waren einfach auf gleicher Wellenlänge. Marc steht natürlich unter einem enormen Druck – die Erwartungen, Budgetfragen, Locationprobleme, Wetterveränderungen … die Liste kann man endlos fortführen. Aber wir haben weitergemacht und diesen Film zu etwas Neuem werden lassen, das sich individuell von dem letzten unterscheidet. Nicht, weil wir auf Biegen und Brechen etwas verändern wollten, sondern weil es uns wichtig war, die Dinge lebendig und wach zu halten. Marc hat genau dies stark verfolgt und ich bin unglaublich glücklich darüber, dass er sich so ins Zeug gelegt hat.“

EIN QUANTUM TROST verspricht die doppelte Anzahl an Stunts und Daniel Craig freute sich auf die Gelegenheit, dafür zu trainieren und die Aussicht zu haben, so viele Stunts, wie es die Produktion erlaubt, selbst zu absolvieren. „Wir haben neuen Boden erschlossen“, bringt es Craig auf den Punkt. „Es gibt so viele Variablen in einem Film wie diesem. Auf eine Weise ist es immer noch neu für mich und man muss sich absolut darin vertiefen und so viele Proben und Trainingseinheiten herausschlagen wie möglich. Die Sets sind kompliziert und oftmals richtig gefährlich, also mussten wir ständig voll und ganz bei der Sache sein. Und hoffentlich sieht man das letztlich bei dem Ergebnis.“

EIN QUANTUM TROST wurde an mehr Locations gefilmt als jeder andere James-Bond-Film zuvor und Craig erläutert, warum: „Ich glaube, die Aufgabe eines James-Bond-Films ist es, uns an andere Orte zu entführen. Es ist wichtig, dass wir dieser Figur dabei zusehen, wie sie an bestimmte Orte reist, die neu und aufregend für uns sind und die uns dazu bringen, die Welt mit anderen Augen zu sehen. Ein Bond-Film hat mich in eine andere Welt entführt, als ich ein Kind war. Es ist wichtig, dass man die Zuschauer mit an diese Locations nimmt und ihnen zeigt, wie wunderbar, fantastisch und facettenreich die Welt ist. Wenn dies der einzige Grund ist, warum man diesen Film macht – wir haben es erreicht.“

Daniel Craig nahm auch am Casting-Prozess teil und erinnert sich daran, wie es war, die richtige Schauspielerin für die Rolle der Camille zu finden: „Hübsche Mädchen zu finden, die auch noch schauspielern können, ist nicht so leicht. Wir haben den Kreis eingeschränkt und Olga hat uns bei ihrem Vorsprechen einfach umgehauen. Sie war fantastisch. Sie ist eine exzellente Schauspielerin und sie sieht toll aus … also passte alles zusammen. Sie hat eine famose eisige Ausstrahlung und das ist essenziell für diesen Part, denn sie und Bond sind beide auf einem Rachefeldzug. Sie werden unfreiwillig Partner und das macht ihre Beziehung so interessant – besonders vor dem Hintergrund, dass die Geschichte direkt an die von Casino Royale anschließt, in der sich Bond verliebt hatte und in der sein Herz gebrochen wurde. Das hatte eine sehr große Veränderung in ihm ausgelöst und darum geht es in EIN QUANTUM TROST. Darum machte auch für ihn das Kennenlernen und das Verlieben in jemand anderen überhaupt keinen Sinn.“ Aber dennoch gönnt sich Bond etwas Spaß mit Agentin Fields, die von Gemma Arterton verkörpert wird. „Gemmas Figur ist großartig und sie spielt sie mit Inbrunst. Sie ist eine Agentin, die erst ziemlich ahnungslos wirkt, aber sie ist smarter als man denkt und arbeitet mit Bond im Team zusammen. Der ist immer noch verletzt und betroffen – aber zum Glück gibt es Gemma!“

Der französische Schauspieler Mathieu Amalric spielt Dominic Greene, den Bond-Bösewicht. „Mathieu ist ein unglaublicher Schauspieler und Bond-Schurken müssen ein gewisses Maß an Intelligenz mitbringen“, erläutert Craig. „Er ist kein irrer Wissenschaftler oder ein verrückter Eierkopf, der die Welt mittels seiner Wissenschaft in seine Gewalt bringen will. Er ist einfach ein aggressiver, hoch intelligenter Mann, der sein Talent nutzt, um die Menschen zu manipulieren und sich so viel Land anzueignen, wie er es in seinem Leben schaffen kann. Und er schert sich nicht darum, wen er dabei verletzt und wer sich ihm in den Weg stellt. Mathieu hat den Part auf Anhieb verstanden und er legte sich dafür voll ins Zeug – und genau das ist es, was man von einem Bond-Schurken haben will.“

Trotz – oder gerade wegen – der harten Arbeit ist Daniel Craig voller Enthusiasmus. „Ich bin unfassbar aufgeregt angesichts dessen, was wir geschaffen haben. Ich kann es kaum fassen, was wir alles in diesen Film gepackt haben. Wir waren an so vielen Drehorten, der Film sieht fantastisch aus. Ich glaube, wir haben etwas ganz Besonderes erreicht. Nein, ich weiß: Wir haben etwas ganz Besonderes erreicht!“

Produktion: Olga Kurylenko als Bondgirl Camille

Olga Kurylenko sagt über ihre Figur in EIN QUANTUM TROST: „Camille ist eine Frau mit einer tragischen Vergangenheit – ihre Familie wurde vor ihren Augen getötet, als sie noch ein Kind war. Sie hat viel durchgemacht und das hat sie hart gemacht. Sie kennt den Mann, der ihre Familie umgebracht hat und ihre Motivation ist Rache.“

„Camille ist smart, fokussiert und geschickt“, fährt sie fort. „Sie hat das Zeug zu kämpfen, aber sie scheut sich auch nicht davor, ihren weiblichen Charme einzusetzen. Und weil sie eine Frau ist, traut ihr niemand etwas Verdächtiges zu.“

„Wenn Camille zum ersten Mal auf Bond trifft, nimmt sie ihn kaum wahr, weil sie so entschlossen und fokussiert auf ihren eigenen Rachefeldzug ist. Aber langsam erkennt sie, dass die beiden in die gleiche Richtung gehen, selbst wenn ihre Ziele nicht genau dieselben sind.“

„Ich glaube nicht, dass Camille ein typisches Bond-Girl ist“, gibt Kurylenko zu Protokoll. „Sie ist das einzige Mädchen in der Geschichte der Filme, das nicht mit Bond schläft! Camille hat einen sehr starken Charakter, sie weiß, was sie will, und sie ist sehr zielstrebig.“

Kurylenko musste sich einem harten Training unterziehen, um die Stuntsequenzen zu meistern. Sie erläutert: „Nachdem ich zum ersten Mal das Drehbuch gelesen hatte, war ich supernervös. Ich mochte diese Figur sehr und ich fand es toll, dass sie so sehr in die Action involviert war. Ich wusste, dass jede Menge Arbeit mit Waffen, Stunts, Autos und Sprüngen aus Flugzeugen auf mich zukam – aber wann hat man schon mal die Gelegenheit für so was? Ich habe beim Training für die verschiedenen Stunts mit verschiedenen Menschen gearbeitet – für die Kampfszenen, die Bootsverfolgung, die Fahrszenen. Die Stuntjungs haben mir sehr geholfen, denn alles war eine Frage des Lernens und sie sind fantastische Lehrmeister und konnten mir alles sehr gut erklären. Es gibt eine Szene auf einer Party, in der mich Greene (gespielt von Mathieu Amalric) beinahe von einer sehr hohen Balustrade stößt. Ich habe Höhenangst und als ich das Set zum ersten Mal sah, dachte ich: Das schaffe ich auf keinen Fall – ich gehe ja noch nicht mal auf den Balkon meines Apartments! Aber das Stuntteam nahm mich mit nach oben und hat mir alles ganz langsam und genau erklärt. Sie hatten sehr viel Geduld mit mir und ich habe es am Ende doch geschafft.“

Auch für den Regisseur Marc Forster findet Olga Kurylenko lobpreisende und bewundernde Worte: „Marc ist sehr talentiert. Ich habe alle seine Filme gesehen und ich liebe sie alle! Er ist ein wahrer Künstler und ich vertraue ihm, was immer er sagt, glaube ich ihm – denn ich weiß, dass er eine Vision hat. Er führt in einer sehr subtilen Weise Regie und es geht ihm nicht um die Action, sondern um die Menschen und das, was sie bewegt.“

Und als Daniel Craigs „leading lady“ sagt sie über die Arbeit mit 007: „Es ist toll, mit Daniel zu arbeiten. Er ist professionell und stets hoch konzentriert. Er ist absolut fokussiert und nimmt seine Rolle sehr ernst, aber er hat auch einen tollen Sinn für Humor – seine Witze sind wirklich sehr, sehr komisch. Ich glaube, Daniel hat mit seiner Rolle als James Bond so viel Erfolg, weil er ein fantastischer Schauspieler ist, aber sein Aussehen ebenfalls so wichtig ist. Er sieht sehr maskulin und hart aus. Die Kraft, die seine Augen ausstrahlen, ist einfach unglaublich. Ich habe das in einer Szene gespürt – er schaute mich einfach an und durchschneidet mich förmlich mit seinen Augen. Das hat eine unfassbare Kraft.“

Auch mit Mathieu Amalric, der in dem Film Bonds Gegenspieler Dominic Greene verkörpert, verbrachte Kurylenko viel Zeit vor der Kamera. „Mathieu macht sich unglaublich viele Gedanken über seine Figur“, sagt sie. „Es ist toll, wie er sich von dem Klischee eines Schurken entfernt, denn er geht niemals den einfachen Weg. Er spielt diesen Schurken nicht so offensichtlich, er versucht es zu verstecken. Das liebe ich, denn sein Schurke wirkt so viel erschreckender. Greene ist so schüchtern, so nett und feinsinnig – und plötzlich stößt er dir ein Messer in den Rücken. Mathieu hat einfach großartige Arbeit geleistet.“

Produktion: Mathieu Amalric als Dominic Greene

Mathieu Amalric spricht darüber, wie man in EIN QUANTUM TROST den „Bond-Gegenspieler“ durch seine Figur Dominic Greene modernisiert hat: „Was ich an dieser Figur mochte – und das ist eine exzellente Idee – ist, dass es einen öffentlichen Greene und einen privaten Greene gibt. Der Mann ist in der Öffentlichkeit relativ schüchtern, er spricht nicht sonderlich laut, er ist nicht sehr gut darin, vor anderen Menschen zu sprechen. Im Privaten ist er aber ganz anders. Er versucht Camille zu töten, weil er denkt, sie benutze ihn für ihre ganz persönliche Blutrache. Zu Beginn habe ich den Regisseur gefragt, ob ich mir meinen Kopf rasieren soll, ob ich eine Narbe bekomme oder ob ich aus einem Auge blute – irgendwas, das mich als Schurken kennzeichnet. Er sagte: ,Nein, deine Augen sind genug.‘ Also habe ich mich gefragt: Warum wird jemand zum Schurken? Es kann nicht allein die Fantasie sein, die verrückte Menschen dazu bringt, die Welt zerstören zu wollen. Das allein ist es nicht. Der Impuls muss psychologisch sein. Wenn er jemand ist, der verschwinden möchte, der einfach unsichtbar – fast nur eine Ahnung – sein will, dann macht es Sinn, denn auf diese Art wird sein Handeln effektiver. Unglücklicherweise ist es heutzutage sehr schwer herauszufinden, wer ein Bösewicht ist … und genau danach haben wir gesucht.“

„Außerdem mochte ich an Greene, dass er sich vor Blut fürchtet. Seine Gewalt ist abstrakt, und auch das hat mit unserer aktuellen Situation zu tun. Wir leben in einer Welt, in der alles mit Computern erledigt werden kann. Seit Casino Royale wurde in der Textur der James-Bond-Filme einiges verändert – die Filmemacher suchen nach etwas, das mit unserer Zeit in Verbindung steht und uns etwas über die Welt sagt, in der wir leben.“

Über die Zusammenarbeit mit dem Regisseur Marc Forster bemerkt Amalric: „Marc ist voll und ganz mit seiner Vorstellung des Films verbunden und es schwirrt etwas durch die Luft, das man förmlich fühlen kann. Ein Beispiel: Manchmal filmt er zwei Aufnahmen am Stück, ohne die Kamera abzustellen und die Schauspieler sind in diesem frei schwebenden Zustand sozusagen außer Kontrolle. Ich glaube, er fängt so außergewöhnliche Ausdrücke in unseren Gesichtern ein oder sucht nach einem Moment der Action … am Ende strebt er nach etwas sehr Realistischem. Es ist fantastisch, mit Marc zu arbeiten, denn er ist jemand, der Schauspieler liebt. Ich habe zum Beispiel nicht verstanden, warum ausgerechnet ich einen Bösewicht in einem James-Bond-Film spielen soll und ich glaube, das ist der Fall, weil sich Marc von seinen Schauspielern inspirieren lassen muss. Er mag die Menschen, die er filmt, das spürt man in allen seinen vorigen Filmen. Ich bin mir sicher, dass ich nur wegen Marc in dieser Rolle besetzt wurde.“

„Ein Schauspieler zu sein überrascht mich immer wieder, denn mein Leben widme ich zum größten Teil der Regie von Filmen“, fährt Amalric fort. „Es war nicht meine Idee, Schauspieler zu sein, aber es ist für mich durchaus eine Herausforderung, so komplett seinen Körper zu benutzen. Ich liebe die Tatsache, dass es so angsteinflößend sein kann. Einen James-Bond-Schurken zu spielen ist für mich eine Mischung aus großem Spaß und großer Freude. Ich hätte nie geahnt, dass das Leben so viele Überraschungen für mich bereit hat.“

Als Bonds Gegenspieler teilt Amalric viele Szenen mit Daniel Craig, aber am meisten freute er sich auf den Kampf zwischen Greene und 007. „Ich habe sehr viel Glück, denn normalerweise kämpft der Bösewicht nicht selbst. Aber in diesem Film habe ich am Ende eine großartige Kampfszene mit Daniel. Greene hat keine Ahnung davon, wie man kämpft, also wird James Bond total überrascht, weil sein klassisches Kampftraining nicht viel nützt. Es ist ein Kampf zwischen zwei Tieren.“

Auch mit Olga Kurylenko verbrachte Amalric sehr viel Zeit vor der Kamera, und die beiden haben sogar ihre Charaktere zusammen entwickelt. „Ich habe die Arbeit an diesem Film geliebt, denn ständig war alles in Bewegung, wir haben entwickelt und geprobt. Mit Olga verbindet mich etwas Offensichtliches und das war für mich eine reine Freude. Ich muss nicht schauspielern, ich muss nur glauben, dass es wahrhaftig ist und dass wir gemeinsam nach etwas suchen. Wie alle guten Schauspieler kann sie nicht allein arbeiten. Ihr ging es genauso wie mir: Wir waren beide begeistert davon, hier zu sein, wir mochten das körperliche Training, lernten viele Dinge – wie man richtig schnell Auto fährt, wie man zuschlägt … Dinge, die im wahren Leben mal nützlich sein könnten. Die Figuren Greene und Camille lügen sich und alle um sie herum ständig an. Wir dachten darüber nach, wie es im wahren Leben aussehen würde, wenn du so überzeugend lügen kannst, dass du es fast selbst glaubst, weil dein Leben davon abhängt.“

Produktion: Judi Dench als M

Judi Dench spielt ein weiteres Mal die Rolle von M, der Leiterin von MI6 und Bonds Boss. „Es ist herrlich, wieder zurück zu sein, einfach wundervoll!“, jubelt sie. „Die Arbeit mit Marc Forster war eine reine Freude. Er weiß ganz genau, was er will und wenn man morgens seinen Dispo-Plan bekommt, steht darauf auch eine Liste der Aufnahmen – so etwas hatte ich noch nie, das ist einfach phänomenal. Für mich liefert diese Art von Disziplin eine fantastische Arbeitsatmosphäre.“

Judi Dench trat als 007-Chef erstmals in GoldenEye auf, als Pierce Brosnan in der Rolle des James Bond debütierte. EIN QUANTUM TROST ist der zweite Film, in dem sie mit Daniel Craig als 007 zusammenspielt und sie kommentiert ihre neuerliche Zusammenarbeit folgendermaßen: „Daniel ist deutlich entspannter geworden, obwohl er wieder mit einer schier endlosen Energie an seine Rolle gegangen ist. Er ist ein fantastischer Bond, einfach hinreißend. Das Schönste an ihm ist, dass er offen für alles ist und damit überrascht, erfreut oder stimuliert er dich. Unsere Aufgabe ist es, eine Geschichte zu erzählen – und diesmal erzählen wir eine ziemlich deftige Geschichte!“

Obwohl sie weltweit für ihre Rollen in Kinofilmen bekannt ist, sieht Judi Dench doch das Theater als ihre künstlerische Heimat an. „Am Theater fühle ich mich am wohlsten, ich arbeite seit 51 Jahren am Theater und ich liebe es nach wie vor“, sagt sie. „Ich bin ziemlich spät zum Film gekommen, vor Mrs Brown (Ihre Majestät Mrs Brown, 1997) habe ich kaum etwas gedreht. Mrs Brown hat dann alles verändert, und auf einmal bin ich nach Amerika gereist – nach 38 Jahren in meinem Beruf! Die Menschen fragen mich immer noch: ,Haben Sie abgesehen von Mrs Brown und M eigentlich noch was gespielt?‘, und ich habe mir Gedanken gemacht, ob mein klassisches Rollen-Repertoire auf einmal verschwunden oder in Flammen aufgegangen ist, wenn niemand davon gehört hat. Ich bin nicht sicher, ob sich meine Fan-Basis grundlegend verändert hat, aber jede Menge junger Leute sind sicher dazu gekommen – meine Enkel zum Beispiel und manchmal auch ihre Väter. Ich hoffe, dass die jungen Leute auch mal zu mir ins Theater kommen. Mein Job ist es, die Menschen ins Theater zu locken, denn ins Kino gehen sie sowieso. Ich liebe die Theaterzuschauer und wenn man mich in einem Bond-Film sieht, kommt man vielleicht auch auf die Idee, mich mal auf einer Bühne erleben zu wollen.“

Aber dennoch genießt Dench es jedes Mal, zurückzukehren und M zu spielen. „Ich liebe es, es ist einfach unwiderstehlich. In EIN QUANTUM TROST findet man wieder etwas mehr über M heraus. Das war in Casino Royale schon der Fall, aber diesmal erfährt man noch ein bisschen mehr, besonders über die Entwicklung ihrer Beziehung und der Interaktion zu Bond. Es ist interessant, wie sie mit ihm umgeht und wie er mit ihr umgeht. Sie ist sich nicht sicher, was Bond betrifft … sie zweifelt daran, ob sie ihm vorbehaltlos trauen kann.“

„Darüber hinaus ist MI6 in unseren Filmen ein Top-Geheimdienst“, grinst Dench abschließend. „Ich sage Ihnen: Ich glaube, unsere Regierung hat nie und nimmer so viel Geld, um den echten MI6 ansatzweise so auszustatten wie unseren MI6. Das ist einfach unmöglich. Wir arbeiten noch nicht mal mehr mit Telefonen!“

Produktion: Gemma Arterton als Agentin Fields

Gemma Arterton spricht über ihre Rolle als Agentin Fields und die Tatsache, dass diese Figur nicht die übliche Femme fatale ist, die in den meisten Bond-Filmen auftaucht. „Agentin Fields arbeitet für den MI6. Sie versucht, ein Profi zu sein und nimmt alles sehr ernst, aber sie ist etwas naiv und das macht sie zu einer komischen Figur. Fields denkt, dass sie Bond kontrollieren und vorführen kann, aber diesen Gedanken muss sie sehr schnell aufgeben und das macht sie zu einem sehr realistischen Charakter. Fields ist keine Femme fatale, sie ist nicht übermäßig stark oder gut aussehend – sie ist sehr natürlich und jemand, mit dem man sich gut identifizieren kann.“

Arterton musste bereits am ersten Tag ihrer Dreharbeiten ihre Todesszene spielen und über diese Erfahrung sagt sie: „Fields wird von den Bösen umgebracht. Sie versucht Bond zu retten, indem sie die Bösewichte hinhält, aber sie durchschauen sie und ertränken sie in Öl. So wird sie nackt in dem Bett aufgefunden, das sie in der Nacht zuvor mit James Bond geteilt hat. Es war einfach brillant, diese Szene zu filmen, denn die Atmosphäre war sehr seltsam. Man brachte mich an den Set, begoss mich mit Öl und ich musste zwei Stunden still liegen. Ich konnte mich nicht bewegen, konnte nichts sehen, konnte nicht richtig atmen und konnte auch nichts hören, weil das Öl in meine Ohren geflossen war. In dem Moment war das alles natürlich einigermaßen unerfreulich, aber dann dachte ich mir: ,Das ist etwas, an das ich mich für den Rest meines Lebens erinnern werde.‘ Und diese Szene wird ein ikonographischer Teil des Films sein.“

Arterton kam frisch von der Schauspielschule und war begeistert, als sie erfuhr, dass sie den Part bekommen sollte. „Als ich meine Probeaufnahmen machte, dachte ich, ich hätte es vergeigt. Und ein paar Wochen später drehte ich mitten im Meer vor Gibraltar, ich steckte in einem Tauchanzug und bekam einen Anruf von meinem Agenten, der mir einfach nur das James-Bond-Thema vorsang“, lacht sie. „Das werde ich niemals vergessen. Mein Kollege hatte Tränen in den Augen und sagte: ,Das ist ein großer Moment für dich, dein Leben hat sich gerade für immer verändert – und ich war dabei, als es passiert ist.‘ Wenn ich heute darüber nachdenke, fällt mir ein, dass im Radio ,Nobody Does It Better‘ lief, als ich zum Vorsprechen fuhr. Wahrscheinlich musste es einfach so kommen.“

„Im Vergleich zu anderen Filmen ist der Unterschied bei der Arbeit an einem Bond-Film die Zeit, die man zur Verfügung hat“, fährt Arterton fort. „Es wird sehr viel Aufmerksamkeit auf Details gelegt. Bei einem Bond-Film wird ein ganzer Tag einer Szene gewidmet, um sicherzugehen, dass das Bestmögliche herausgeholt wird. Jeder im Team ist der Beste auf seinem Gebiet und das war ganz schön angsteinflößend für mich, weil ich noch so neu in dieser Branche bin. Die Produzenten Michael und Barbara waren reizend. Auf einem Bond-Film liegen jedes Mal die höchsten Erwartungen und sie wissen genau, wie einschüchternd das sein kann. Sie haben sehr viel Verständnis gezeigt und haben mich sehr unterstützt. Wann immer ich mal feststeckte, haben sie es geschafft, mir wieder einen kleinen Schubs zu geben, ein bisschen Selbstvertrauen, das es mir und allen anderen wieder etwas leichter gemacht hat.“

Neben der Unterstützung durch die Produzenten fühlte sich Gemma Arterton auch in der Hand ihres Regisseurs Marc Forster sicher aufgehoben: „Marc ist sehr verständnisvoll, was Schauspieler betrifft, er hat viel Erfahrung und investiert sehr viel Vertrauen in uns. Er vertraut darauf, dass wir unser Bestes geben und dass wir wissen, was wir mit unserer Figur machen. Marc lässt einen Schauspieler sein Ding machen und kitzelt so die beste Performance heraus. Er muss nicht viel sagen, um das zu bekommen, was er möchte, er sagt immer nur genau das Richtige. Letztlich hat er das allergrößte Vertrauen in uns und wir wissen, dass wir bei ihm in den besten Händen sind.“

Die Kostümdesignerin Louise Frogley sorgte dafür, dass Arterton bei der Auswahl der Garderobe für Agentin Fields ein Mitspracherecht hatte: „Ich wusste nicht genau, was sie mit meinem Kostüm vorhatte – ursprünglich sollte es wohl sehr spröde und ordentlich sein, aber wir wollten gleichzeitig, dass die Figur ein bisschen wild und zerzaust aussieht, um ihren Charakter zu reflektieren. Sie sollte so aussehen, als versuche sie jemand zu sein, der ihr nicht so richtig entspricht. In einer Szene trägt sie diesen Trenchcoat mit nichts darunter und so wirkt sie einerseits gut gekleidet, ist aber gleichzeitig verrucht. Dasselbe gilt für ihre Party-Garderobe – der Stil der Kleider ist genau passend für diese Figur. Das Kleid ist wunderschön, wie im Audrey-Hepburn-Stil. Bond hat es für sie gekauft und logischerweise ist es absolut erstklassig. Es ist von Prada und es passt ihr wie ein Handschuh – es ist stromlinienförmig mit einer großen Schleife auf der Vorderseite … aber gleichzeitig ist es dann auch wieder sehr niedlich.“

„Die Auswahl der Kostüme machte großen Spaß“, erläutert sie weiter. „Ich glaube, Marc hatte einige sehr konkrete Ideen. Jeder hat eine Vorstellung davon, wie ein Bond-Girl aussehen sollte, aber ich wollte, dass meine Figur frisch und lebensnah aussieht. Es war sehr aufregend, all diese Kleider anzuprobieren und als die Kostümbildner dabei überlegten, hier und da etwas abzuschneiden oder anzunähen, schrie ich innerlich: ,Aber das ist Prada!‘ Selbst bei meinen Probeaufnahmen trug ich ein Kleid von Dolce & Gabbana, das man für mich zurechtschneiderte. Und das war nur für die Probeaufnahmen!“

Die Arbeit mit Daniel Craig war allerdings das Highlight für Gemma Arterton. „Daniel war einfach brillant. Er ist ein unglaublich netter Kerl. Anfangs war ich natürlich nervös, denn ich hatte ihn in Casino Royale gesehen. Aber wenn man ihn kennt, merkt man, dass er sehr bodenständig ist und einen unterstützt. Wir haben viel zusammen gelacht – es war einfach großartig.“

Produktion: Anatole Taubman als Elvis

Elvis ist der Handlanger von Dominic Greene und auch Anatole Taubman hat hart daran gearbeitet, diese Figur von all den anderen Handlangern der letzten James-Bond-Filme abzusetzen. „Ich liebe an diesem Film, dass man ein bestimmtes Format hat, das im Skript festgehalten ist, aber Marc ist offen, dass man aufgrund dieser Basis die Figur für sich selbst entwickelt“, sagt er. „Er hat eine Vision und er möchte, dass all die Künstler um ihn herum helfen, diese Vision abzurunden. Wir alle haben unseren kreativen Input geliefert. Ich wollte Elvis so anschaulich, nervös und interessant wie möglich spielen. Ich schlug eine Perücke mit einer Art Mönchsschnitt vor und Marc stimmte mir zu, also hatten wir schon mal den Kopf von Elvis. Dann brachte das Kostüm-Department eine weitere Lage ein, dann traf man sich mit dem Make-up-Department und eine weitere Schicht der Figur wurde hinzugefügt. Und so ging es hin und her mit der Entwicklung dieser Figur. Es war eine Arbeit, die ständig in Bewegung war – und am ersten Tag der Dreharbeiten erwachte Elvis schließlich zum Leben.“

Über seine Figur selbst sagt Taubman: „Elvis ist die bessere oder schlechtere Hälfte von Dominic Greene, das kommt ganz auf die Situation an. Das Problem von Elvis ist, dass er aus einer ziemlich rauen Umgebung stammt, er musste immer für sein materielles Wohl kämpfen. Greene, ein wohlhabender, einflussreicher Mann, nahm ihn unter seine Fittiche und auf einmal kann Elvis diese schicke Kleidung tragen. Er ist ein großer Modefan, er liebt Klamotten, aber irgendwas an seinem Look ist nicht ganz richtig – er sieht immer ein bisschen seltsam und fremdartig aus. Und genau das reflektiert seinen Charakter. Elvis ist der loyalste Krieger, den sich ein Boss wünschen kann, aber er ist nicht der Hellste. Er ist ein bisschen wie ein Elefantenbaby, etwas ungeschickt.“

Anatole Taubman hat einige Szenen mit Daniel Craig und er empfindet großen Respekt für den Schauspieler. „Ich glaube, es war ein Geniestreich von den Bond-Machern, einen bekannten Charakterdarsteller wie Daniel Craig als neuen James Bond auszuwählen. Daniel muss sehr diszipliniert sein und zwar nicht nur vor der Kamera, sondern auch in seiner Freizeit. Er ist absolut professionell und bleibt – besonders, wenn man an den Druck denkt, unter dem er stehen muss – stets höflich und zugänglich. Ich habe nur den allerhöchsten Respekt vor ihm.“

Darüber hinaus hat Taubman Mathieu Amalric bei dessen Darstellung des Dominic Greene genau und interessiert beobachtet. „Mathieu leistet einen tollen Job, denn ein Schurke ist eine sehr dankbare Figur, solange man versucht, ihn immer wieder neu zu erfinden, damit er unvorhersehbar bleibt. Greene ist furchtsam, schüchtern und ein hoch komplexer Psychopath, der seinen Gegnern kaum in die Augen schauen kann. Er ist ein erfolgreicher Geschäftsmann und dealt mit Regierungen, der CIA, dem MI6 … und er spielt sie gegeneinander aus. Mathieu spielt all das sehr schüchtern. Am Ende wird er aber zu einem Pitbull, einem Tier, das einfach durchgeknallt und verrückt ist – wie ein Kind, dem die Sicherungen durchbrennen. Das Einzige, was er will, ist Bonds Leben auszulöschen. Plötzlich schießt aus dieser schüchternen Person diese irre, explosive und rasende Energie hervor … ein fantastischer Zugang für einen Bond-Bösewicht.“

Die Filmcrew reiste während der sechsmonatigen Dreharbeiten um die halbe Welt, was Taubman fast in einen Zustand der Verzückung versetzte. „Für mich ist das ein Lebenselixier“, sagt er. „Ich liebe es zu reisen, neue Orte zu sehen, Menschen kennenzulernen und mich in fremden Kulturen zu bewegen. Das war jahrelang ein integraler Teil meines Lebens. Panama war unglaublich, dort ist alles möglich. Man fährt anderthalb Stunden nach Colon und befindet sich in einer völlig anderen Welt. Das Land ist abgerissen, dreckig und sehr arm – ein sehr ungewohntes, aber dennoch hoch interessantes Land. Die Menschen dort waren sehr stolz darauf, dass jemand wie die Bond-Macher ihnen Aufmerksamkeit verschafften. Ich habe mit vielen Einheimischen gesprochen und ihr Feedback war sehr positiv.“

Wenn man ihn nach seinem persönlichen Highlight an der Arbeit für EIN QUANTUM TROST fragt, antwortet Anatole Taubman ohne zu zögern: „Mathieu Amalric kennenzulernen. Er ist eine wahre Erleuchtung, eine echte Inspiration. Er ist sehr belesen, er kennt sich mit Fotografie und mit Literatur aus. Ich habe mich wie bei einem Crashkurs über französische Kultur und politische Geschichte gefühlt. Es ist wunderbar, so einen Freund gefunden zu haben. Wir sind im Film wie The Odd Couple (Ein seltsames Paar, 1968) und abseits der Kamera sind wir es auch.“

Produktion: Regisseur Marc Forster

EIN QUANTUM TROST ist der erste James-Bond-Film von Marc Forster. Er erläutert, warum ihn das Projekt gereizt hat: „Es war eine gewaltige Entscheidung für mich, mich an der Bond-Serie zu versuchen, denn sie ist völlig anders als alles, was ich vorher gemacht habe. Wenn man einen Bond-Film inszeniert, dreht man einen Film innerhalb vorgegebener Parameter. Es gibt einige Aspekte bei 007, an denen man nicht vorbeikommt: Man hat Bond, die Girls, die Autos, die Geschichte … und Millionen von Fans. All das stellte mich vor ungeahnte Möglichkeiten. Ich war begeistert von der Aufgabe, einen kreativen Weg zu finden, um diese Geschichte innerhalb dieser Parameter zu erzählen, und ich wusste, dass mich das vor eine gewaltige Herausforderung stellen würde. Und genau diese Herausforderung hat mich so sehr gereizt.“

Der enorme Erfolg von Casino Royale stellte eine weitere Herausforderung dar, wie Forster erläutert: „Casino Royale war unglaublich erfolgreich und darum haben die Menschen jetzt noch höhere Erwartungen. Ich glaube, die Bond-Filme aus den sechziger Jahren mit Sean Connery, die von Ken Adam designt wurden, waren ihrer Zeit voraus, was das Design, die Locations und das Gefühl betrifft, das die Filme vermittelten. Diese Filme waren meine Inspiration. Ich sah den Raum, einen neuen stilistischen Look für die Bond-Serie zu schaffen.“ Forster engagierte den Academy Award®-ausgezeichneten Produktionsdesigner Dennis Gassner, der ihm helfen sollte, seine Vision zu verwirklichen. „Einer der Gründe, warum ich unbedingt mit Dennis arbeiten wollte war, weil er in The Truman Show (Die Truman Show, 1998) oder den Filmen der Coen-Brüder Looks kreiert hat, die man noch nie vorher in einem Film gesehen hatte“, sagt Forster. „All diese Sets wurden anhand einer starken stilistischen Vision geschaffen und das ist auch für die Welt von Bond essenziell.“

„Der andere große Reiz für mich war die Aussicht, mit Daniel zu arbeiten“, fährt Forster fort. „Er ist ein unfassbar interessanter Schauspieler. Psychologisch hat er James Bond zurück in den Realismus geführt. Er ist kein unbesiegbarer Held, er hat seine Fehler. Er ist verletzlich und emotional sehr komplex und das macht ihn so menschlich.“

„Viele meiner vorigen Filme handelten von emotional unterdrückten Charakteren. Wenn man Menschen studiert, die ihre Gefühle nicht ausdrücken können merkt man, dass sie ein emotionales Handicap mit sich herumschleppen. Mich interessieren solche Charaktere, denn es handelt sich dabei um eine weit verbreitete Krankheit bei den Menschen. Wenn man in der Lage ist, sein Herz der Welt zu öffnen, dann lebt man bewusster und offener. Unsere Grenzen führen uns immer wieder dahin, dass wir uns emotional nicht mitteilen können und Bond ist ein hervorragendes Beispiel dafür. Er hat nie wirklich Liebe erlebt, bis er in Casino Royale Vesper kennengelernt hat, und dann wurde ihm diese Liebe genommen. Weil er glaubt, dass er verraten wurde, ist er etwas desorientiert und nicht in der Lage, irgendjemandem zu vertrauen. Für mich ist das zentrale Thema in EIN QUANTUM TROST Vertrauen.“

Nach einer ganzen Reihe von der Kritik hoch gelobter, figurengetriebener Filme spricht Forster nun über die Erfahrungen, an einem hoch budgetierten Actionfilm gearbeitet zu haben: „Der Gedanke, einen Actionfilm zu inszenieren, war im Grunde einschüchternder als die eigentliche Arbeit daran. Bei diesen Filmen wird man von einem hervorragenden System unterstützt, man hat ein Team, das bei der Produktion von Actionfilmen große Erfahrung hat. Die Planung und das Schreiben von Actionszenen ist schwierig, nicht das eigentliche Filmen. Der Schlüssel für Action ist, dass sie eine Geschichte erzählen muss, denn das Drehen von Action um der Action willen ist uninteressant und nützt niemandem.“

EIN QUANTUM TROST wurde an mehr exotischen Drehorten gefilmt als jeder andere Film in der 46-jährigen Geschichte des Franchise und Marc Forster war die treibende Kraft hinter dieser Entscheidung. „Exotische Schauplätze sind ein Markenzeichen von James-Bond-Filmen, sie sind ausschlaggebend, um die Zuschauer in eine andere Welt zu versetzen. Es ist schwer geworden, passende Locations zu finden, weil die Messlatte so hoch liegt und die Welt kleiner geworden ist. Wir mussten außerdem Drehorte finden, die den psychologischen Zustand von Bond reflektieren. Ich habe zum Beispiel eine Wüste ausgewählt, weil sie Einsamkeit und Verlassenheit repräsentiert – und somit für den Gemütszustand von Bond steht.“

Olga Kurylenko wurde für die Rolle der Camille ausgewählt, eine verletzliche, aber resolute Frau, die den Mord an ihrer Familie rächen will. „Ich habe nach jemandem gesucht, der ein weibliches Gegenstück zu Bond sein kann, jemand, der mit den gleichen Problemen zu kämpfen hat“, erläutert Forster. „Olga hat die psychologischen und physischen Aspekte der Figur gleich verstanden. Und sie hat vorher noch keinen so großen Actionfilm gedreht. Darum ging sie durch ein rigoroses Training und absolvierte eine Menge ihrer Stunts selbst, und auch das war ausschlaggebend, um den Film so realistisch wie möglich wirken zu lassen.“

Der französische Schauspieler Mathieu Amalric spielt Dominic Greene, der wiederum kein typischer Bond-Schurke ist. „Mathieu ist ein ganz besonderer Schauspieler, er ist sehr sanft und liebenswert. Ich habe gedacht, es sei überraschender, einen unschuldig aussehenden Mann in dieser Rolle zu besetzen, die im Grunde sehr grausam und gefährlich ist. Im Film blitzt immer wieder die wahre Natur dieser Figur auf, aber erst in der finalen Sequenz wird ihre wahre Natur enthüllt und man merkt, wie hinterhältig und erschreckend sie ist.“

„Während des Kalten Krieges bot das westliche Kino eine klare Darstellung von Gut und Böse“, erläutert der Regisseur. „Heute sind die Grenzen verwischt. Man weiß nicht mehr genau, wer der Böse ist, selbst Bond könnte schurkische Charakterzüge haben. Ich glaube, es ist wichtig, genau dies darzustellen. Was bedeutet es, gut oder böse zu sein? Was bedeutet es, jemanden zu töten oder zu verlieren? Was sind die psychologischen Auswirkungen, wenn man jemandem sein Leben nimmt?“

Judi Dench kehrt in ihrer Rolle als M, der Leiterin des MI6 zurück auf die Leinwand. Ein Umstand, von dem sich Forster mehr als begeistert zeigt: „Judi ist eine der größten lebenden Schauspielerinnen! Die Arbeit mit jemandem von Judis Format ist eine Ehre. Sie hat eine unglaublich starke Präsenz und ich wollte ihren Charakter weiterentwickeln. M ist die einzige Frau, die Bond nicht in einem sexuellen Kontext sieht, also war es wichtig für mich, den beiden mehr Zeit miteinander zu geben. Wenn man ihre Interaktion beobachtet, entdeckt man eine andere Seite an Bond … und man lernt ein bisschen mehr über die beiden.“

„Das zentrale Thema, das sich durch EIN QUANTUM TROST zieht, ist Vertrauen“, wiederholt Forster. „Vertrauen kommt in verschiedenen Schattierungen zustande. Wem können wir wirklich vertrauen? Vertrauen wir uns selbst überhaupt? Vertrauen wir anderen? Alle Menschen haben Probleme mit diesem Thema, denn an einem bestimmten Punkt unseres Lebens sind wir alle schon mal verraten worden.“

Produktion: Produzenten Wilson und Broccoli

Michael Wilson und Barbara Broccoli sprechen darüber, wie sich die Figur James Bond seit dem letzten Film verändert hat: „In Casino Royale ist Bond emotional schwer verwundet worden, und jetzt muss er einen Weg finden, die Erfahrung mit Vesper zu verarbeiten. Bond sieht ein, dass er den Secret Service nicht verlassen kann, dass er keine Liebe im normalen Sinn des Wortes finden oder eine Familie haben kann. Er ist an seinen Job gebunden und er lebt in einer Welt, die zu gefährlich und gewalttätig ist, um sie mit jemandem zu teilen. Bond will nicht erpressbar sein oder jemanden in die Gefahr bringen, erpresst zu werden.“

EIN QUANTUM TROST beginnt eine Stunde nach dem Ende von Casino Royale und markiert das erste Mal in der Geschichte der Bond-Serie, dass ein Film direkt an einen anderen anschließt. „Wir glauben nicht daran, dass es irgendwelche Regeln gibt, wie die Serie auszusehen hat“, kommentiert Wilson. „Es gab in einigen Filmen schon Referenzen auf andere Filme, aber jetzt schien uns eine Fortsetzung nur natürlich zu sein, weil es am Ende von Casino Royale so viele unbeantwortete Fragen gab und wir unseren Zuschauern die Antworten schuldig sind.“

Über den Erfolg von Casino Royale und die Frage, warum es richtig war, an den Anfang von James Bonds Karriere zurückzugehen und Daniel Craig in der Rolle von 007 zu besetzen, sagen die Produzenten Folgendes: „Vom ersten Screen-Test an, den Daniel Craig für uns machte, waren wir uns sicher, dass er ein großartiger Bond sein würde. Zum einen ist er sehr attraktiv, sehr maskulin und hält sich körperlich in Topform – all das ist unabdingbar für diesen Job. Aber vor allem ist er ein großartiger Schauspieler. Das war ausschlaggebend. Er kann es durchziehen. Er ist wahrscheinlich der beste Schauspieler seiner Generation in Großbritannien, wenn nicht sogar in der ganzen Welt und wir können uns glücklich schätzen, dass er sich selbst in dieser Rolle sah und bereit war, sie anzunehmen. Zum zweiten stammt die Geschichte aus der Feder von Ian Fleming, also hatte sie eine großartige Struktur. Ich glaube, wenn man einen neuen Film mit einem neuen Bond macht oder man einem Film eine neue Richtung gibt, kann man nicht sicher sein, ob man damit Erfolg hat. Natürlich ist es befriedigend, wenn er populär wird, aber man weiß einfach nicht, ob er erfolgreich sein wird, bis es passiert. Jetzt wollen wir den Erfolg von Casino Royale übertreffen und verdoppeln.“

Wilson und Broccoli haben erneut die Arbeit mit Daniel Craig genossen. „Er ist charmant, witzig, loyal und leidenschaftlich – er hat all das, was einen großartigen Schauspieler auszeichnet. Daniel genießt es, diese Filme zu drehen, er ist mit Herz und Seele bei der Sache, extrem lernwillig und ernst bei der Arbeit. In Casino Royale hat er seine Figur erforscht, und er hat seitdem sehr viel Selbstvertrauen gewonnen. Jetzt spielt er Bond mit diesem starken Selbstvertrauen, und dadurch wirkt er sehr viel sicherer. Er liefert sehr viel kreativen Input, und wir lieben das, denn er versteht die Figur sehr gut. Darum ist er sehr stark involviert, wenn es um das Drehbuch und die Angelegenheiten geht, die James Bond betreffen und sein Beitrag ist sehr wichtig für uns.“

Zum ersten Mal arbeiteten Wilson und Broccoli mit dem preisgekrönten Regisseur Marc Forster zusammen – und sie waren sehr beeindruckt von dessen Methoden. „Marc ist der am besten vorbereitete Regisseur, mit dem wir je zusammengearbeitet haben. Er hat einen genauen Plan von jedem Set und jeder Location und er arbeitet eng mit dem Kameramann Roberto Schaefer zusammen, um die Beleuchtung und jede Kamerafahrt detailliert für jede Aufnahme und jede Sequenz zu besprechen. Das wird schon zu Beginn der Dreharbeiten für den kompletten Film festgelegt, und daran hält er sich auch. Sein erster Regieassistent Michael Lerman ist ebenfalls top vorbereitet, hat ein klares Ziel für jeden Drehtag vor Augen und nimmt sich jeden Tag genau die Zeit für seine Aufnahmen, die er braucht. Es ist fantastisch, den beiden bei ihrer Zusammenarbeit zuzusehen.“

Die Produzenten filmten für EIN QUANTUM TROST jene Szenen, die auf Haiti und in Bolivien spielen, in Panama und Chile. „In Panama kann man sehr leicht arbeiten“, erklärt Wilson. „Man gelangt schnell dort hin, der Lebensstil kommt uns entgegen, die Menschen sprechen gut Englisch und die Infrastruktur ist sehr gut – nicht notwendigerweise für Dreharbeiten, aber in jeder anderen Weise: was Hotels, Transport und all das betrifft. Bei diesem Film brauchten wir einige Locations und es stellte sich heraus, dass wir in Panama City und in Colon Szenen sowohl für Haiti als auch Bolivien filmen konnten, also schien uns das die effektivste Weise, um den Film zu planen.“

Abschließend erläutern die Produzenten die Bedeutung des Titels EIN QUANTUM TROST und seine Relevanz für das Drehbuch: „Der Titel stammt ursprünglich von einer Kurzgeschichte von Ian Fleming und bedeutet in diesem Kontext, dass eine Beziehung nicht gerettet werden kann, wenn zwischen den beiden Parteien nicht ,ein Quantum Trost‘ herrscht. ,Quantum‘ ist eine Mengeneinheit und ,Trost‘ in diesem Wortsinn hat die Bedeutung einer ,Liebesgabe‘ – wenn zwei Menschen nicht bereit sind, dies zu teilen, ist ihre Beziehung unwiederbringlich vorbei. In unserem Fall ist der Titel doppeldeutig: Bond sucht nach ,einem Quantum Trost‘ nach seiner Erfahrung in Casino Royale und gleichzeitig ist ,Quantum‘ der Name der verbrecherischen Organisation in dem Film.“

Produktion: Dennis Gassner (Produktionsdesigner)

Dennis Gassner wurde von dem Regisseur Marc Forster dezidiert angefordert, um sein charakteristisches stilistisches Setdesign für EIN QUANTUM TROST einzubringen. Gassner beschreibt das erste Treffen folgendermaßen: „Als ich mich das erste Mal mit Marc und den Produzenten Michael und Barbara zusammensetzte, hatte ich seine Filme bereits gesehen, und als Mensch war er mir auf Anhieb sympathisch. Ich glaube, wir haben eine geistige Verwandtschaft, Marc ist sehr lebendig, energetisch, sehr sanft und sensibel – und das entspricht meinem Wesen. Wir haben auf Anhieb eine gemeinsame Sprache gefunden und wenn man sich emotional gleich so gut versteht, weiß man, dass die Arbeit gut verlaufen wird. Man muss dann einfach seinem Instinkt folgen. Ich folge in jedem Aspekt meinem Instinkt, wenn ich Filme gestalte, ist es eine emotionale Reaktion auf bestimmte Dinge. Ich bin immer die erste Person, die sich einen Film anschaut und wenn es sich für mich gut anfühlt, dann hoffentlich auch für den Rest des Publikums. Das ist meine Methode.“

Gassner kam in einer sehr frühen Phase der Vorproduktion zum Team und erklärt, wie er sich der Aufgabe stellte, ein Projekt von der Größenordnung von EIN QUANTUM TROST zu designen: „Am Anfang stellte ich mir den Film als eine leere Leinwand vor. Ich fragte Marc nach etwas, an dem ich mich orientieren konnte, wir brauchten etwas wie einen Prüfstein. Und dann wurde mir klar, was eigentlich offensichtlich war: das war Daniel. Er ist unser James Bond. Es ist das dritte Mal, dass ich mit Daniel zusammenarbeite und er hat sich als Schauspieler verändert und weiterentwickelt, aber es gibt an ihm etwas, das immer beständig geblieben ist: sein großartiges Gesicht. Es hat Ecken und Kanten, es hat eine großartige Struktur und natürlich diese stechenden blauen Augen. Von diesem Moment an schufen wir die Bildsprache und wir bauten sie darauf auf, indem wir Marcs und meinen Geschmack auf großartige Weise miteinander kombinierten. Wenn man sich den Film anschaut, wird man bemerken, dass er voller kleiner und großer Elemente ist und diesen roten Faden kreiert, der sich um Daniel rankt.“

Wenn man ihn nach seinem Lieblings-Drehort fragt, nennt Gassner prompt das ESO Paranal, das auf 1.800 Metern Höhe in der Atacama-Wüste liegt. „Das müsste das ESO-Hotel in Chile sein“, sagt er. „Es ist die abgelegenste Location, an der wir gedreht haben, und ich kam durch einen sehr glücklichen Umstand auf sie. Wir suchten nach einer geeigneten Wüste und der Name Atacama kam bei der Diskussion auf, also ging ich online. Auf der ersten Website über die Atacama-Wüste war ein sehr, sehr kleines Foto vom ESO Hotel und das sprang mir sofort ins Auge. Ich war in London und Marc in L.A. an seinem Computer. Innerhalb von fünf Minuten rief er mich an und sagte: ,Wir haben’s. Das ist es!‘“

Bei der Auswahl von Chile als Drehort spielten für die Produktion durchaus Budget-Überlegungen eine Rolle, aber sowohl Forster als auch Gassner waren davon überzeugt, dass es eine richtige Entscheidung war. „Genau das haben wir gebraucht, um diesen Film zu machen. Keiner weiß, wie schwer es am nächsten Drehort wird oder an denen, die danach auf dem Plan stehen. Wenn man sich die Geschichte der Bond-Filme ansieht weiß man, wie hart die Filmemacher gearbeitet haben, um ihre Zuschauer auf verschiedene Arten zu stimulieren. Dieser Film ist keine Ausnahme – wir bringen alles auf ein neues Level.“

Das ESO-Paranal-Gebäude ist eine augenzwinkernde Hommage an die Sets, die mit den Bond-Filmen der sechziger Jahre in Verbindung stehen. „Aber ich habe mir das ESO-Hotel nicht nur ausgesucht, weil die Kuppel eine Referenz an eine großartige Szene in Dr. No ist“, kommentiert Gassner. „Es passte einfach in die Situation. Ich freue mich, dass wir damit einen kleinen Verweis schaffen, denn ich liebe diese Szene. Aber das war in der Tat nicht meine Absicht. Ich habe nur meine Probleme gelöst. Die Geschichte der Bond-Filme hatte ich immer im Hinterkopf, aber meine Motivation war einfach, die richtigen Entscheidungen zu treffen.“

Michael G. Wilson und Barbara Broccoli sind die Produzenten, die das Vermächtnis Bond von ihrem Vater Cubby Broccoli im Jahr 1995 geerbt haben, und sie haben das Franchise im Lauf der Zeit stärker und stärker gemacht. Gassner genoss es, mit den beiden zusammenzuarbeiten. „Es ist eine großartige Geschichte und man muss Michael und Barbara allergrößten Respekt zollen, denn es ist wunderbar, mit ihnen zu arbeiten. Sie sind wissbegierig, interessiert, immer für einen da, sie lassen dich deinen Job machen und stellen immer die richtigen Fragen. Es ist wie in einer großen Familie und es ist sehr wichtig, wenn man dies bei einem solchen Film hat.“

Eines der auffallendsten Set-Designs im Film ist das des MI6-Hauptquartiers. Gassner gestaltete ein hochmodernes Secret-Service-Zentrum voller Licht und Glas. „Damit verfolgte ich die Idee, MI6 zu modernisieren“, sagt er. „Ich hatte das Gefühl, dass in Casino Royale Judi Dench eine Brücke zwischen der älteren Welt von M und Bonds Welt schlägt. Das wollte ich ausbauen, ich wollte sie an einem Computer haben. Ihre Stimme ist die Signatur von MI6, ihre Stimme ist das ultimative Kommando. Ich entschied mich dafür, dass ihre Stimme alles aktivieren kann, was sie braucht, dass sie ihre Welt kommandiert und kontrolliert. Es machte Spaß, mit dieser Vorstellung zu spielen. Ich wollte, dass ihre Figur stark und bestimmend auftritt, aber dabei immer noch Judi bleibt, also gibt es da immer noch eine gewisse Sanftheit. Wir haben zum Beispiel ein Zimmer für Ms Haus gebaut, das sehr modern ist, aber sehr sanftes Licht und eine ansprechende Möblierung hat. Wir zollen ihrer Vergangenheit Respekt, aber wir wollten ihrer Figur auch einige Kanten geben.“

Schon früh während der Vorproduktion bekam Gassner einen Anruf von Daniel Craig: „Barbara gab mir das Telefon und Daniel war dran“, erinnert er sich. „Er sagte: ,Dennis, ich bin sehr glücklich darüber, dass du bei diesem Film mit an Bord bist. Aber ich möchte dir eines sagen: Ich will, dass du die Samthandschuhe ausziehst und dir hierbei blutige Knöchel holst.‘“ Diese Aufforderung behielt Gassner während des ganzen Films im Hinterkopf. „Es war toll, wieder mit Daniel zu arbeiten, ich liebe es, dass er so hart an einer Figur arbeitet und immer versucht, die Wahrheit in ihrem Charakter zu finden. Das ist auch genau das, was ich anstrebe – die Wahrheit eines Charakters zu zeigen. Und ich hoffe, dass sich hier alles zusammenfügt.“

Produktion: Louise Frogley (Kostüm)

Louise Frogley spricht über die Arbeit mit dem Regisseur Marc Forster, um den richtigen Look für EIN QUANTUM TROST zu kreieren: „Ich hatte vorher noch nie mit Marc gearbeitet, also musste ich erst mal lernen, welchen Geschmack er hat, damit sich meine Kostüme richtig für ihn anfühlen. Ich zeigte ihm alles, was ich von Anfang an gestaltet habe, ich teilte jeden Entwurf mit ihm, bis ich verstanden hatte, was er wollte. Er hat für alle Menschen, mit denen er arbeitet, höchsten Respekt, er mag es, wenn man ihm viele Ideen anbietet. Unsere Ideen haben ihm ein Gefühl dafür vermittelt, was er wollte, und danach konnten wir loslegen und das umsetzen. Es war eine sehr aufregende Zeit.“

Der bekannte Designer Tom Ford wurde ausgewählt, um James Bond in EIN QUANTUM TROST mit Anzügen auszustatten. „Wir besuchten Tom Ford, um über Daniels Anzüge zu sprechen – ich wollte etwas sehr Geschmeidiges und extrem gut Geschnittenes und Tom Ford nutzt eine sehr bekannte Fabrik in Italien. Ich hatte etwas Wunderschönes, Elegantes im Sinn, das uns an die Anzüge erinnert, die Sean Connery in den frühen Bond-Filmen getragen hat. Ich glaube, Tom Ford ist ein Genie. Er hat auf Anhieb verstanden, was wir brauchten und von ihm haben wollten. Er und seine Mitarbeiter haben unglaublich hart gearbeitet, um uns genau das zu liefern. Er schickte jemanden nach Italien, nur um für uns ein bestimmtes Material aufzuspüren. Ich wollte für die Anzüge einen Mohairmischstoff benutzen. Das ist schwer aufzutreiben, denn es ist ein klassisches Sechziger-Jahre-Material. Ich bin ziemlich sicher, dass es Sean Connery in wenigstens einem seiner Anzüge getragen hat. Es ist sehr selten geworden, aber man kann es wunderbar filmen, es sieht einfach zauberhaft aus. Und nicht nur, dass wir dieses seltene Material haben, wir brauchten auch jede Menge davon, denn wir wollten viele Anzüge schneidern. Aber Tom Ford hat es für uns gefunden.“

Daniel Craigs Anzüge in dem Film haben einen sehr speziellen Schnitt. „Diese Anzüge haben keine Gürtel, sondern Einstellungsvorrichtungen an der Seite und sie sind höher am Bund, die Hosen sind relativ eng und haben keine Bügelfalten. Die Sakkos sind einreihig, haben zwei Knöpfe, einen schmalen Aufschlag und sind an den Schultern so schmal wie möglich geschnitten für einen muskulösen Mann wie Daniel. Sie sind extrem tailliert und haben unten einen ganz leichten Schlag, so dass dort etwas Bewegung ist. Sie geben einem eine wunderbare Silhouette.“

Frogley erläutert, wie sie den Zugang findet für ein Projekt dieser Größenordnung, bei dem so viele Locations bedacht werden müssen: „Zuerst muss man das Drehbuch genau lesen und herausfinden, wir viele Kostümwechsel für eine Figur erforderlich sind. Dann fragt man sich: Was geschieht mit einer Figur, während sie dieses oder jenes Kostüm trägt? Manchmal trägt Bond 24 Stunden lang die gleiche Kleidung, während er Explosionen überlebt, aus einem Flugzeug springt und in einer Wüste strandet. Ich muss voraussehen, wie die Kleidung aussieht, nachdem bestimmte Ereignisse eingetreten sind, die noch nicht gedreht wurden. Es ist ein kniffliger Balanceakt – zu viel oder zu wenig könnte dann nicht mehr funktionieren. Ich bespreche alles mit dem Stuntkoordinator und recherchiere so viel wie möglich darüber, was den Kostümen in den spezifischen Situationen geschehen könnte. Das ist sehr wichtig, denn man versucht schließlich, die Geschichte so zusammenhängend zu erzählen. Und je mehr Informationen man sammelt, desto besser ist man präpariert, genau dies zu gewährleisten.“

„Die Arbeit mit Daniel ist sehr gut, denn er kennt seinen Körper unglaublich gut und weiß genau, was an ihm gut aussieht“, fährt Frogley fort. „Es gibt nichts Besseres, wenn ein Schauspieler dazu in der Lage ist. Ich steckte ihn in ein Y3-Sakko, er sah fantastisch aus. Er wusste es, ich wusste es. Ich steckte ihn in eng anliegende Hosen und sie waren einfach perfekt für ihn. Meistens tragen Schauspieler deine Kostüme und das sieht dann soweit okay aus … aber hin und wieder bekommt man etwas zu sehen, das einfach fabelhaft ist. Und an einem Schauspieler wie Daniel sieht es eben fabelhaft aus.“

Für die Party-Szene in Panama suchte Louise Frogley nach einem zeitgemäßen Look für Camille (gespielt von Olga Kurylenko) und Agentin Fields (Gemma Arterton), „Wir haben die beiden Mädels für die Party-Szene in Prada gekleidet“, sagt sie. „Wir hatten keinen Deal mit Prada, es passte einfach zu dieser Szene. Die Kleider waren schlicht, aber elegant und sie passten perfekt zu den Charakteren und zu dem, was ich für diese Szene erreichen wollte.“ Olgas Figur muss in dem Kostüm, das sie auf Greenes glamouröser Spendensammlung trägt, später aus einem Flugzeug springen. Frogley und ihr Team dachten ursprünglich daran, dass sie darum eher einen Hosenanzug tragen müsse, aber das kam Frogley falsch vor. „Ich bemerkte, dass wir die Kostüme passend zu den Stunts designen und das kam mir so vor, als würden wir das Pferd von hinten aufzäumen. Als wir uns das Kostüm genau anschauten, fragten wir uns, warum wir einen Hosenanzug mit Ärmeln entwerfen für eine glamouröse Party in einem heißen Land – das machte einfach keinen Sinn. Am Ende geht Camille schließlich in einem fantastischen schwarzen Prada-Kleid zur Party und nicht in einem Hosenanzug.“

Frogley beschreibt, wie sie ihre Kostüme nutzt, um dem Prozess des Geschichtenerzählens eine weitere Facette hinzuzufügen, indem die Kleidung die Charaktere widerspiegelt: „Ich wollte, dass die Bösen exzentrisch, aber nicht aufdringlich wirken. Wenn man die Kleidung genau ansieht, wird man bemerken, dass sie ein bisschen seltsam ist, einem aber nicht ins Gesicht springt. Anatole Taubman stattete ich als Elvis mit einem herzförmigen Medaillon aus Chrom aus. Das ist eine ziemlich furchtbar aussehende Chrompuppe. Anatole mochte es sehr und ich glaube, auf eine gewisse Weise hat es ihm geholfen, den Charakter von Elvis zu entwickeln.“

EIN QUANTUM TROST wurde an mehr Locations gefilmt als jeder andere Bond-Film bisher und überall wurden gewaltige Sets errichtet. Frogley erläutert, wie sie mit dieser Herausforderung umging: „Zuerst muss man sich genau im Klaren sein, wer was wo und wann tragen soll – und dann muss man sozusagen rückwärts arbeiten. Man sieht, was einem fehlt, wo noch noch etwas fehlt. Wenn man vor Ort an einer Location arbeitet, muss man entscheiden, ob man die Lücken in den Ländern, in denen man sich gerade befindet, füllen kann. Ich habe immer das, was ich ,das Mutterschiff‘ nenne, daheim in England, das mir, wenn nötig, das Material schicken kann, was ich gerade brauche. Bei EIN QUANTUM TROST habe ich in Panama wunderschöne Abendkleider gefunden, die wir im österreichischen Bregenz bei den ,Tosca‘-Opernszenen benutzt haben. Die Menschen in Panama gehen abends gern aus, aber sie wollen dabei nicht viel Geld ausgeben – ideal für einen Kleiderkauf. Die Kleider habe ich mit weiteren Kleidern von Angels in London ergänzt, sie ein bisschen vermischt – und am Ende hat alles wunderbar funktioniert.“

Produktion: Dan Bradley (2nd Unit-Regisseur)

Nachdem er seine Karriere beim Film als Stuntman begonnen hat, ist Dan Bradley mit Action durchaus vertraut: Er hat einige der bahnbrechendsten Stuntsequenzen in der jüngeren Filmgeschichte geschrieben und inszeniert. EIN QUANTUM TROST ist der erste James-Bond-Film für Bradley. „Als ich angerufen wurde, um mich für einen Bond-Film vorzustellen, konnte ich es erstmal gar nicht glauben“, erinnert er sich. „Auf einmal war da wieder dieser 20-jährige Stuntman, der ich vor 30 Jahren war, und obwohl ich gerade meinen sechsten Film hintereinander beendet hatte und echt urlaubsreif war, wusste ich: Einen Job bei dem 22. Bond-Film darf ich um nichts auf der Welt verpassen!“

„Die meisten Menschen wissen nicht, dass ich die meiste Action, die ich drehe, auch selbst schreibe“, erläutert Bradley. „Also war das Erste, was ich Marc fragte, ob es ihm etwas ausmachen würde, wenn ich mich mal an der Action in diesem Drehbuch versuchen würde. Glücklicherweise mochte er das, was ich im Kopf hatte. Durch diesen Prozess fanden wir heraus, dass wir am gleichen Strang zogen, was die Action in diesem Film betrifft.“

„Eines der Dinge, an die ich glaube ist, dass wir nicht ständig Dinge ausprobieren sollten und alles so perfekt inszeniert wirkt wie möglich. Ich möchte, dass es sich so anfühlt, als hätten wir Glück gehabt, indem wir einen kleinen Funken verrückter Action einfangen. Ich möchte nicht, dass es sich wie ein Film anfühlt, in dem alles absolut perfekt dem Publikum präsentiert wird.“

Dan Bradley verbrachte allein zwei Monate mit seiner 2nd Unit in Italien, um die Autoverfolgungsjagd und die Verfolgung auf den Dächern zu drehen. „Ich habe die Arbeit in Italien geliebt“, sagt er. „Die Locations waren atemberaubend, aber es hatte seinen Preis, den wir für diese tolle Szenerie zahlen mussten. Und das waren viele graue Haare. Die Logistik bei der Autoverfolgungsjagd über Straßen in den Bergen und an einem Seeufer brachte mit sich, dass wir immer nur sehr wenig Zeit hatten, um auf den Straßen unsere Aufnahmen zu bekommen. Und eine Autoverfolgungsjagd braucht Zeit. Jede Menge Zeit und je schneller man fahren möchte, desto mehr Zeit braucht man dafür. Meine Ambitionen wurden oft genug von der Realität gebremst.“

„Ich liebe den Moment, in dem Bond die Fahrertür von seinem Aston Martin verliert“, schmunzelt Bradley. „Ich habe das noch nie zuvor bei einer Autoverfolgungsjagd gesehen. Mitten in der Jagd wird die Tür abgerissen und nun hat jeder Fahrer, der an ihm vorbeifährt, freie Schussbahn. Die Gefahr für sein Leben wird von Moment zu Moment größer. Ich liebe das. Ich liebe es, weil es neue Möglichkeiten innerhalb der Geschichte und für die Bedrohung von Bond eröffnet.“

„Ich experimentiere eigentlich ständig mit den Möglichkeiten, Action so zu zerlegen, dass sie spontan und wirklich gefährlich im Gegensatz zur Realität wirkt“, sagt Bradley weiter. „Darum muss alles absolut sorgfältig choreographiert und immer wieder geprobt werden, damit alles sicher ist.“

„Ich bin von Daniel Craig sehr beeindruckt“, gibt Bradley zu. „Er ist offensichtlich ein sehr talentierter und kompetenter Schauspieler, er hat eine fantastische Arbeitsmoral und ist bereit, für eine gute Aufnahme fast alles zu tun – inklusive seiner eigenen Stunts. Bei der Jagd über den Dächern von Siena gab es einige Sprünge über Straßen und Gassen hinweg auf den Dächern, die vier oder fünf Stockwerke hoch waren. Daniel hat es alles selbst gemacht. Er ist sogar durch ein Fenster gesprungen und fiel sechs Meter von einem Dach hinunter auf einen fahrenden Bus. Es war sehr beeindruckend.“

„Ich strebe nach einer emotionalen und physischen Reaktion der Zuschauer und ich bekomme das, weil ich Szene für Szene immer wieder auswerte und beurteile. Das ist nicht einfach und das verlangt von meiner Crew, dass sie bei ihrem Denken und ihrer Arbeit die üblichen Pfade verlässt. Wenn einem etwas zu bekannt vorkommt, suche ich in aller Regel nach einem neuen Zugang.“

„Jede einzelne Aufnahme soll vor meinem Bauchgefühl bestehen“, sagt er. „Löst sie in mir eine Reaktion aus? Fühlt sie sich gefährlich genug an? Oder doch eher inszeniert und künstlich? Geht das noch schneller?“

„Es soll alles andere als eingängig sein. Es soll sicher sein, aber sich nicht sicher anfühlen. Man muss es sehen können, aber wenn man es zu leicht durchschauen kann, fühlt es sich für mich inszeniert an. Ich möchte nicht, dass die Zuschauer ein passives Seherlebnis haben – ich tue alles dafür, dass sie subversiv in eine aktive Teilnahme an dem Film gezwungen werden.“

Wie das aussieht, erläutert Bradley folgendermaßen: „Jedes Mal, wenn sich jemand im Kino in seine Armlehne krallt, zusammenzuckt oder sich zur Seite lehnt, um etwas besser erkennen zu können, habe ich gewonnen. Diese Person ist dann kein passiver Zuschauer mehr, sondern er nimmt aktiv an dem Film teil.“

„Es ist einfach eine unbeschreibliche Erfahrung, an einem Bond-Film zu arbeiten“, bringt er es auf den Punkt. „Schließlich ist der Erfolg Bonds und die schiere Langlebigkeit der Serie einzigartig. Es wird nie wieder eine andere Figur geben, die in dieser schnelllebigen Welt so erfolgreich und relevant sein wird.“

Produktion: Chris Corbould (Special Effects Superv

Chris Corbould ist ein treuer Anhänger der 007-Serie. „Ich begann als Trainee mit 17 Jahren bei The Spy Who Loved Me (Der Spion, der mich liebte, 1977) und danach verließ ich die Firma, für die ich gearbeitet hatte und nahm meinen ersten Job bei Moonraker (Moonraker, 1979) an. Seitdem bin ich immer mit an Bord!“

Corbould erläutert, wie er die Logistik für die Spezialeffekte bei einem Actionfilm wie EIN QUANTUM TROST aufstellt: „Wenn ich zum ersten Mal das Skript lese, versuche ich mir bereits vorzustellen, an welchen Stellen Spezialeffekte benötigt werden, danach teile ich die zwischen der 1st und 2nd Unit auf. Bei diesem Film war das besonders schwierig, denn während einer Phase hatten wir zwei Units, die in Panama gedreht haben, eine weitere, die den Dreh in Chile vorbereitete und drei andere, die die Arbeit in Italien vorbereiteten, während ich in sechs Hallen in den Pinewood Studios arbeitete. Unter logistischen Gesichtspunkten und was die Geografie und die Sicherstellung betrifft, die richtige Crew am richtigen Ort zur richtigen Zeit mit dem richtigen Equipment zu haben, war dies einer der schwierigsten Filme, an denen ich jemals beteiligt war. Mir stand ein Team von rund 80 Mitarbeitern zur Verfügung, aber ich wollte wann immer es möglich war, selbst vor Ort sein und so viel von den Tests und den Dreharbeiten mitbekommen wie möglich – also bedeutete das für mich, dass ich viel auf Reisen war.“

Corbould und sein Team beginnen in aller Regel mit ihrer Arbeit mindestens fünf Monate vor dem Start der Dreharbeiten. „Hier war das schwierig, weil ich zu diesem Zeitpunkt noch an einem anderen Film beteiligt war“, erinnert er sich. „Ich hatte nur zwei Monate Zeit für meine Vorbereitung, aber mein Team arbeitete schon daran und erstattete mir regelmäßig Bericht.“

Bei der Vorproduktion gehört Chris Corbould zu dem Team, das eng zusammenarbeitet, um das Skript auf der Leinwand lebendig werden zu lassen. „Das Drehbuch, das man am Anfang bekommt, unterscheidet sich normalerweise ziemlich von dem, was wir dann wirklich drehen. Die Autoren machen ihre Arbeit und dann kommen die anderen kreativen Menschen mit an Bord und ändern radikal viel in den paar Monaten vor Beginn der Dreharbeiten. Ich stelle Ideen für Spezialeffekte vor, wir probieren Dinge aus, die wir vorher noch nicht durchgeführt haben. Oftmals muss ich das Team in eine andere Richtung steuern, wenn es etwas machen will, das ich vorher schon mal irgendwo gesehen habe – schließlich will ich niemanden kopieren.“

Auch Corbould arbeitete zum ersten Mal mit dem Regisseur Marc Forster zusammen. „Es war eine sehr interessante Erfahrung mit Marc“, sagt er. „Ich glaube, eins der interessantesten Dinge an ihm ist, dass er vorher noch nie einen Actionfilm inszeniert hat. Es war sehr nett, ihn daran zu beteiligen und ihm ein Gefühl und das Verständnis dafür zu vermitteln. Marc hat sehr klare Vorstellungen davon, was er sehen möchte, aber gleichzeitig ist er sehr offen für andere Ideen. Er ist ein guter Kerl, ich mag ihn sehr.“

Über die Einbindung seiner Abteilung in die Bootsverfolgungsjagd, die in Colon in Panama gedreht wurde, gibt Corbould Folgendes zu Protokoll: „Wir hatten sehr viel damit zu tun, wir haben zum Beispiel Tricks realisiert, mit deren Hilfe wir die echten Fahrer der Boote versteckt haben. Daniel ist die meiste Zeit selbst gefahren, aber in manchen Szenen hätte die Versicherung da nicht mitgespielt und wir mussten einen Stuntfahrer einsetzen. Einen von ihnen brauchten wir für einen speziellen Stunt, der mit Daniel am Steuer etwas zu riskant gewesen wäre. Wir haben Boote, die über andere Boote springen und Explosionen, die die Außenborder in die Luft jagen. Eines der Boote vollführt einen Salto und wir haben eine ganze Weile gebraucht, um das richtig hinzubekommen: Unter Wasser haben wir ein Kabel verlegt, das sich an einem bestimmten Punkt ruckartig spannte, den Bug des Bootes nach hinten zog und es so zum Überschlagen brachte – für diese Sequenz mussten wir unter Wasser und am Flussufer eine Menge Mechanik anbringen.“

Für die Innenaufnahmen in dem DC3-Flugzeug, in dem Bond und Camille von Geschützfeuer beschossen werden, musste das Special-Effects-Team eine Vorrichtung von Grund auf bauen, die ein Flugzeug außer Kontrolle simulieren konnte. Diese Vorrichtung wurde vor einer Blue Screen auf einer Koppel mit Wassertanks in den Pinewood Studios gefilmt. „Wir wollten die Illusion erzeugen, dass die DC3 sich gerade in einem Luftkampf befindet“, erläutert Corbould. „Unsere Vorrichtung hatte die Eigenschaft, sich von der Horizontalen in die Vertikale kippen zu lassen und sich um sich selbst zu drehen. Es machte eine Menge Spaß, mit dieser Hydraulik zu arbeiten, ich mag solche Dinge. Uns stand ein Museumsstück als Gehäuse für das Flugzeug zur Verfügung, in das wir diese Vorrichtung einbauen wollten, aber uns wurde schnell klar, dass das Flugzeug mit Einschusslöchern gespickt werden musste und dass dies ziemlichen Schaden anrichtet. Also haben wir uns entschlossen, das ganze Ding selbst zu bauen. Und es funktioniert auch besser so.“

Die Produktion von EIN QUANTUM TROST filmte auch die Innenaufnahmen für die Szenen im Perla De Las Dunas in Pinewood und für Chris und sein Team stand in den letzten vier Wochen der Dreharbeiten ein strammer Plan mit jeder Menge Explosionen auf dem Zettel. „Wir mussten viele Explosionen an sehr vielen Sets zünden“, sagt er. „In der 007-Halle allein hatten wir fünf verschiedene Sektionen für die Innenaufnahmen – was die schiere Anzahl betrifft, gab es irrsinnig viele Explosionen und jede Menge Feuer.“

Dennoch drehen sich Spezialeffekte nicht allein um Explosionen, wie Chris klar stellt: „Spezialeffekte bedeuten Explosionen, Atmosphäre, Wind, Rauch, Regen, Nebel, Schnee. Sie bedeuten technischen Schnickschnack, Armbanduhren, die Pfeile abschießen können, Dudelsäcke mit eingebauten Flammenwerfern, das Anpassen von Autos wie den Jaguar und den Aston Martin in Die Another Day (Stirb an einem anderen Tag, 2002) für die Dreharbeiten – für die Verfolgungsjagd auf dem Eissee mussten wir die Autos mit Allradantrieb ausstatten … und jede Menge technische Anlagen – von Takelagen, ganz kleinen bis hin zu solchen für vierstöckige Häuser, die im Wasser versinken.“

Produktion: Gary Powell (Stuntkoordinator)

Das Versprechen der Produzenten, EIN QUANTUM TROST habe doppelt so viel Action wie Casino Royale, bedeutete für Gary Powell die doppelte Anzahl an Stunts. „Allein in der Eröffnungssequenz gibt es so viel Action wie in ganz Casino Royale“, sagt er. Und beschreibt die Arbeit mit Marc Forster wir folgt: „Es war toll mit Marc zu arbeiten. Denn er kommt an den Tisch und hat eine völlig andere Denkweise. Das passte hervorragend zusammen, denn ich wollte die Stunts real umsetzen und er wollte den Look des Films so real wie irgend möglich haben. Er wollte, dass Daniel so viel wie möglich selbst macht und dass seine Stunt-Doubles eher selten zum Einsatz kommen. Dann lag es an mir zu sagen, ob etwas so funktioniert oder ob wir doch lieber auf einen Stuntman zurückgreifen. Es gibt einfach ein paar Dinge, die wir Daniel unmöglich erlauben konnten.“

Dennoch ist Daniel Craig stets begierig darauf, so viele Stunts wie möglich selbst zu machen und Powell war immer wieder von seinen Fähigkeiten beeindruckt. Wir haben schon in Casino Royale mit Daniel gearbeitet und darum wusste ich ganz gut, zu was er in der Lage ist. Das machte unseren Trainingsprozess sehr viel einfacher, wir mussten einfach dort weitermachen, wo wir aufgehört hatten und so ist es auch geschehen. Es macht mir nichts aus, wenn Daniel seine Kampfszenen selbst dreht, denn er weiß, dass er dabei durchaus einen Schlag ins Gesicht abbekommen könnte oder dass er jemand anderem eine reinhauen könnte. Wenn man Stunts in einer solchen Geschwindigkeit ausführt, bringt das eben immer ein gewisses Risiko mit sich. Daniel kennt dieses Risiko und er entscheidet selbst, ob er es dennoch selbst machen will. In neun von zehn Fällen will er!“

„Daniel hat schon in Casino Royale eine Menge seiner Stunts selbst absolviert, aber hier macht er noch mehr selbst“, fährt Powell fort. „Er steht in einem Gebäude, das Feuer gefangen hat, Flammen schlagen um ihn herum hoch, Explosionen detonieren vor und hinter ihm, er springt, landet im Feuer, rutscht über den brennenden Boden … und du weißt, dass er es schafft. Er ist mehr als nur in der Lage dazu!“

Powell choreographierte alle Kämpfe in EIN QUANTUM TROST und erklärt, warum die Action zu den Figuren passen muss, wenn sie die Geschichte glaubwürdig machen und sinnvoll unterstützen soll: „Als wir anfingen mit Mathieu zu trainieren, wussten wir, dass er am Ende des Films eine große Kampfszene mit Bond haben würde. Es sollte ein Kampf auf Leben und Tod sein. Wir haben schnell bemerkt, dass er kein technischer Kämpfer ist, er kämpft eher chaotisch, also haben wir die Choreografie des Kampfes an seine Fähigkeiten angepasst, so dass sie auch besser zu der Figur passt. Wenn er jetzt kämpft, ist er Bond überlegen – nicht, weil er ein besserer Kämpfer ist, sondern weil er wie ein Wahnsinniger kämpft. Er attackiert Bond wie ein Irrer, er tritt, schlägt, schreit, haut mit Holzbalken um sich … er ist ein richtig hinterhältiger Kämpfer.“

„Die Figur von Olga Kurylenko ist eine Agentin, also hat sie ein militärisches Training absolviert und wir mussten sie auf diesen Stand bringen“, fährt Powell fort. „Es war hart für sie, aber sie hat es wunderbar gemeistert. Sie muss so ziemlich den härtesten Kampf durchstehen, denn sie kämpft gegen General Medrano, der mindestens doppelt so groß ist wie sie selbst. Marc hatte Bedenken, ob das überhaupt funktioniert, aber wir haben sehr hart mit ihr trainiert und es funktioniert prächtig. Wir sind sehr stolz auf die Fortschritte, die sie gemacht hat.“

Die Arbeit mit Schauspielern, die sich vorher einem solchen Training nicht unterzogen haben, erfordert von ihnen mehr als nur physische Kraft, erklärt Powell: „Man muss die Schauspieler sowohl körperlich als auch mental vorbereiten. Wir wissen, dass sie allerspätestens am Ende des ersten Monats ihres Trainings morgens aufwachen und nicht aus dem Bett wollen, weil ihnen alles wehtut und sie todmüde sind. Darauf müssen wir sie vorbereiten. Wenn man Schauspieler trainiert, hat jeder mal einen schlechten Tag. Wir müssen sie coachen und sie auf alle Eventualitäten vorbereiten, denn jeder wird irgendwann mit diesem Zustand konfrontiert. Und dann ist die Wahrscheinlichkeit größer, dass sie am nächsten Tag wiederkommen und doppelt so gut sind wie vorher.“

Das Stuntteam arbeitete mit jeder Abteilung der Film-Unit eng zusammen. „Wenn wir Stunts entwerfen, müssen wir mit dem Kostüm, Haar und Make-up und dem Special-Effects-Team arbeiten“, erläutert Powell. „Jeder muss involviert sein und die Kommunikation muss von Anfang an funktionieren. Das Kostüm-Department möchte zum Beispiel wissen, was mit den Sicherheitsfragen ist, wenn wir im Feuer arbeiten. Mit dem Make-up müssen wir klären, ob Bond nach einem Kampf vielleicht eine Wunde über dem Auge oder einen Bluterguss im Gesicht hat.“

„Stuntleute müssen alles bei den Dreharbeiten im Blick haben und sicherstellen, dass vor einem Stunt so viel Gefahr und Risiko wie möglich eliminiert ist“, sagt er. „Wenn Daniel einen Korridor entlangläuft, in dem alles brennt und explodiert, muss ich mit dem Special Effect Supervisor Chris diskutieren, an welchem Punkt sich Daniel gerade befindet, wenn die Sprengsätze gezündet werden. Das Special-Effects-Team muss alles ganz genau timen und Daniel muss präzise seine Markierungen treffen. Wenn das nicht der Fall ist, könnte er plötzlich mitten in einem Feuerball stehen – also spielt bei uns allen sehr viel harte Arbeit und eine gewaltige Portion Vertrauen eine große Rolle.“

James Bonds Lieblingsauto, der Aston Martin DBS, ist auch in EIN QUANTUM TROST wieder zu sehen. Um die Autos für die Verfolgungsjagd in Italien auszurüsten, musste Powell kleine Veränderungen vornehmen. „Uns standen sieben Aston Martins zur Verfügung, die alle für zwei Fahrbahn-Oberflächen geeignet waren: eine normale Straße und eine Schotterpiste, die mit Kies bestreut war. Wir haben die Radaufhängung verstärkt, den Winkel der Felgen verändert und spezielle Reifen für jede Oberfläche benutzt. Wir haben die Zugkraftkontrolle aus den Autos ausgebaut, so dass sich die Autos um sich selbst drehen konnten, wenn wir eine solche Felgendrehung erzielen wollten. Auf diese Weise kontrolliert der Stuntman den Wagen und nicht umgekehrt. Außerdem haben wir in den Aston hydraulische Handbremsen eingebaut, damit der Stuntman damit den Wagen um eine Straßenecke drehen kann. Die Handbremse installierten wir zwischen dem Fahrer und der Tür, damit sie leicht erreichbar ist, ohne dass man nach unten schauen muss.“

Um den Sprung von Bond und Camille aus der DC3 zu filmen entschied sich Powell, die Teile mit Daniel Craig und Olga Kurylenko auf einem Trainingsgelände namens Bodyflight zu drehen. Der „Flug“ in dem Windkanal simuliert den freien Fall. „Als uns die Idee kam, hatten wir ursprünglich vor, dass ein Stuntman mit einem Fallschirm einen richtigen freien Fall vollzieht und wir Bilder von Daniel und Olga mittels Spezialeffekten dazwischen schneiden“, erläutert er. „Aber ich wollte lieber Bodyflight nutzen statt die Schauspieler an Drahtseilen vor einer Windmaschine zu filmen, also haben wir dort erst mal mit einer Videokamera Testaufnahmen gemacht. Marc schaute sich die Tests an und mochte sie, also haben wir entschieden, die ganze Fallschirm-Sequenz dort zu drehen. Wir haben einen ganzen Tag lang Daniel und Olga gefilmt und es sieht sehr gut aus. Schließlich sind sie es selbst, die diesen Fall durchziehen. Man hat nicht diese typischen Armbewegungen, die Schauspieler an Drahtseilen vollziehen und wir waren alle sehr glücklich mit dem Ergebnis.“

Eine weitere gewaltige Stunt-Sequenz in EIN QUANTUM TROST ist die Bootsverfolgungsjagd, die in Colon, Panama, gefilmt wurde. „Diese Sequenz wurde sehr spät noch verändert, Simon Crane, der zusätzliche Unit-Regisseur, und ich mussten uns schnell eine völlig neue Sequenz ausdenken und sie auch noch proben“, fährt Powell fort. „Ursprünglich sollte es eine ziemlich kleine Szene sein. Wir schauten uns die Location an und entschieden, dass sie so groß werden sollte, wie es uns möglich war … und das haben wir dann auch getan. Wir haben die Verfolgungsjagd von der einen Seite des Panamakanals bis zur anderen gedreht und das Finale findet auf einer Insel statt. Die Arbeit auf dem Panamakanal war nicht gerade einfach, denn es handelt sich nicht um einen See, das Wasser ist rau, hunderte von 300 Meter langen Schiffen kreuzen auf und ab, und das Wasser ändert sich von Minute zu Minute. Man versucht, präzise Kurven zu fahren, aber das Wasser diktiert die Dreharbeiten und es kommt ständig vor, dass man eine Markierung um drei oder vier Meter verfehlt. Es war eine technisch extrem knifflige Sequenz.“

Über die Arbeit mit der „Bond-Familie“ gibt Powell zu Protokoll: „Ich kann mich sehr glücklich schätzen, denn ich habe schon mit einigen tollen Produzenten an einigen großartigen Produktionen gearbeitet – aber Bond ist ein Familienunternehmen. Wenn du am Set bist, bist du nicht nur ein Mitglied der Crew, sondern ein Teil dieser Familie. Barbara Broccolis Vater hat mit Dr. No angefangen und sie und Michael G. Wilson führen seine Arbeit weiter. Als Produzenten haben sie die Aufgabe, den Film innerhalb seines Budgets herzustellen, aber sie vertrauen ihrer Crew und tun alles dafür, dass man das bekommt, was man braucht, um den besten Job zu tun, den man bei diesem Film leisten kann.“

Produktion: Fun Facts

Im College war der EIN QUANTUM TROST-Produktionsdesigner Dennis Gassner ein hoch talentierter Linebacker. Ihm wurde sogar angeboten, an einem Probetraining für die Football-Mannschaft der LA Rams teilzunehmen. Allerdings lehnte er das Angebot ab, um sein Studium des Grafik-Designs fortzuführen. Mittlerweile ist er ein Oscar®-prämierter Produktionsdesigner.

James Bond und Camille springen aus dem DC3-Flugzeug und stürzen im freien Fall zu Boden. Dieser Stunt wurde von Daniel Craig und Olga Kurylenko selbst in einer Windkanal-Anlage namens Bodyflight absolviert. Der „Flug“ in dem Windkanal ist die Erfahrung, die einem freien Fall aus 3.000 Meter am nächsten kommt – ohne tatsächlich aus einem Flugzeug zu springen.

Um die temporeiche Verfolgungsjagd über den Dächern von Siena filmen zu können, musste das Produktionsteam die Dachziegel von den Häusern entfernen und die Dächer abstützen, damit die Füße der Schauspieler während des Stunts nicht durch die Ziegel brechen.

Über 200.000 Schuss Platzpatronen mussten für die Tests, das Training und die Dreharbeiten von EIN QUANTUM TROST gekauft werden.

Der Stuntkoordinator Gary Powell stammt aus einer Dynastie von Stuntmen. Die Powell-Familie war bei sämtlichen James-Bond-Filmen seit Dr. No (James Bond 007 jagt Dr. No, 1962) dabei. Sein Vater Nosher Powell und sein Onkel Dinny waren an den Filmen mit Sean Connery und George Lazenby beteiligt, sein Bruder Greg an denen mit Roger Moore und Timothy Dalton und Gary hat an den Filmen mit Pierce Brosnan und Daniel Craig gearbeitet.

EIN QUANTUM TROST wurde an mehr Locations gefilmt als jeder andere James-Bond-Film. Die Dreharbeiten fanden in sechs Ländern statt: England, Panama, Chile, Mexiko, Italien und Österreich.

Am Drehort in Colon trank die Filmcrew aufgrund der Hitze und der Luftfeuchtigkeit täglich über 1.000 Flaschen Wasser.

Über einen Zeitraum von nur 12 Tagen ließ das Special-Effects-Team von EIN QUANTUM TROST über 54 kontrollierte Explosionen detonieren, während die Dreharbeiten für den Höhepunkt des Films in der weltberühmten 007-Halle stattfanden.