Filmhandlung und Hintergrund

Tragikomödie um einen an Hodenkrebs erkrankten Studenten und seine Leidensgenossen im Krankenhaus.

Frisch von der Studienreise aus Amerika ins heimische Germanien zurückgekehrt, erfährt Martin Schwarz (Wotan Wilke Möhring) zu seinem großen Entsetzen die ärztliche Diagnose Hodenkrebs - nur Amputation und Chemotherapie können noch helfen. Beraubt jedenfalls teilweise um ihr bestes Stück, beschließen Martin und einige seiner Leidensgenossen im Krankenhaus, sich die teilamputierte Männlichkeit auf praktische Weise zurück zu erobern.

Ernstes Thema, schwarzhumorig verpackt: „Tattoo„-Direktor Robert Schwentke kann auch bei seinem Ausflug ins Komödienfach nicht vom Abgründigen lassen.

Martin Schwarz kehrt eben von einem Studienaufenthalt in den USA in die deutsche Heimat zurück, da bricht er mit der niederschmetternden Diagnose Hodenkrebs zusammen. Nach der Amputation des ersten Hodens entscheidet er sich für eine Chemotherapie. Mit seinen Schicksalsgenossen im Krankenhaus beschließt er, seine teilamputierte Männlichkeit zurück zu erobern.

Vorzeigestudent Martin verliert bei einer im Eilverfahren durchgeführten Hodenkrebs-Operation ein „Ei“. Geschockt von den Fließbandmethoden im Krankenhaus und den Reaktionen seiner Familie, braucht Martin einige Zeit, um seinen freien Willen wieder zu entdecken. Daraufhin weigert er sich, auch sein verbliebenes Juwel einer Total-OP zu opfern und macht sich stattdessen zusammen mit seinen vor Sarkasmus triefenden Mitpatienten Harry, Nickel und Susanne an die Wiederbeschaffung seines schmerzlich vermissten „Eis“.

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Kritikerrezensionen

  • Eierdiebe: Tragikomödie um einen an Hodenkrebs erkrankten Studenten und seine Leidensgenossen im Krankenhaus.

    Bereits bei seinem Regie-Erstling „Tattoo“ erwies sich Robert Schwentke als mutiger Realist mit scharfem Blick und Hang zum Ungewöhnlichen. Nun gelingt ihm mit seiner zweiten Regiearbeit „Eierdiebe“ sogleich ein berührender wie amüsanter Film, der durch seinen ungeschminkten Umgang mit dem Thema Tod einen Tabubruch wagt - und gewinnt. Herausragend gespielt und originell bebildert, darf diese „Krebs“-Komödie mit dem richtigen Marketing auf ein solides Einspiel hoffen.

    Regisseur Robert Schwentke liebt Filme, die nicht nur sprichwörtlich unter die Haut gehen, schickte der ehemalige „Tatort“-Autor doch seine Zuschauer bereits beim Vorgänger „Tattoo“ auf einen visuell wie inhaltlich beklemmenden Psychotrip. Nun überrascht er in seiner rabenschwarzen und rundum gelungenen Krankenhauskomödie „Eierdiebe“ mit einem respektlosen Angriff auf die allgegenwärtige Betroffenheits- und Vertuschungskultur. Sein gutes Recht, spricht er doch aufgrund seiner 1995 diagnostizierten und nach längerem Krankenhausaufenthalt überwundenen Hodenkrebserkrankung aus eigener Erfahrung. Sein alter ego Martin Schwarz wird gespielt von Wotan Wilke Möhring, der nach Rollen in „Lammbock“, „Das Experiment“ und „Anatomie 2“ auf einige Erfahrung in Sachen psychischer Grenzerfahrung zurückgreifen kann.

    Zum Inhalt: Bei dem Vorzeigestudenten Martin wird Hodenkrebs festgestellt und daraufhin im Schnellverfahren ein „Ei“ amputiert. Völlig überrumpelt von der menschenverachtenden Routine des Krankenhausapparats und geschockt von der Unfähigkeit seiner Familie, mit der Krankheit umzugehen, dämmert ihm erst später, dass er noch einen eigenständigen Willen besitzt. Und so denkt er gar nicht daran, auch noch seinen zweiten Hoden einer Total-OP zu opfern. Vielmehr macht sich Martin zusammen mit seinen vor Sarkasmus triefenden Mitpatienten Harry (Antoine Monot jr.), Nickel (Janek Rieke) und Susanne (Julia Hummer) daran, in die Off-Limits-Bereiche des Krankenhauses einzudringen und sein schmerzlich vermisstes „Ei“ wieder zu beschaffen.

    Es kommt alles anders, als man erwartet, in diesem köstlichen kleinen Film, der zwar frech, billig und irgendwie schmutzig daherkommt, aber nichtsdestotrotz durch überragende Bilder von Kameramann Florian Ballhaus („Härtetest“), ein herausragendes Produktionsdesign von Patrick Steve Müller („100 Pro“) und tolle schauspielerische Leistungen überzeugt - allen voran Wotan Wilke Möhring und Julia Hummer („Crazy“) als sich zwischen ätzendem Zynismus und bleischwerer Hoffnungslosigkeit zaghaft annäherndes Paar. Mit dieser, mit zahlreichen überraschenden Wendungen ausstaffierten Komödie untermauert Schwentke, der hier weder wegschaut noch unnötig dramatisiert, seinen Status als vielversprechender Nachwuchsregisseur. Bleibt zu hoffen, dass er auch weiterhin Filme dreht, die derart unterhaltsam gegen den Strom schwimmen. Diverse zukünftige US-Regieprojekte werden es zeigen. lasso.

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