Eichmanns Ende - Liebe, Verrat, Tod

Filmhandlung und Hintergrund

TV-Dokudrama um die Ergreifung des Kriegsverbrechers Adolf Eichmann.

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Eichmanns Ende - Liebe, Verrat, Tod: TV-Dokudrama um die Ergreifung des Kriegsverbrechers Adolf Eichmann.

    Nach diesem Film wird man den Namen Adolf Eichmann zwangsläufig mit dem Gesicht von Herbert Knaup verbinden. Raymond Ley ist ein fesselndes Dokudrama gelungen.

    Vielleicht würde sich heute kein Mensch mehr für Adolf Eichmann interessieren, wenn sein Ende nicht so spektakulär gewesen wäre: Der israelische Geheimdienst Mossad entführte den vormaligen Leiter des so genannten Judenreferats 1960 aus seinem argentinischen Refugium. Zwei Jahre später wurde er hingerichtet. Eichmann war während der Nazi-Diktatur für die Deportation der Juden zuständig und so zumindest indirekt für die Ermordung von schätzungsweise sechs Millionen Menschen verantwortlich. Im Gegensatz zu ungleich glamouröseren Vasallen Hitlers wie Joseph Goebbels oder Heinrich Himmler war der unscheinbare, biedere Eichmann jedoch der typische Schreibtischtäter; ein Bürokrat des Teufels.

    Für eine biografische Verfilmung wäre dieses Dasein viel zu unspektakulär. Gegen Ende seines Lebens in Freiheit aber stand Eichmann dem holländischen Journalisten Willem Sassen, ebenfalls Faschist, in stundenlangen Interviews Rede und Antwort. In diesen Gesprächen erläutert Eichmann seine Motive und beschreibt, welche Rolle er bei der Vernichtung der Juden gespielt hat. Der vielfach ausgezeichnete Dokumentarfilmer Raymond Ley („Eschede Zug 884“, „Die Nacht der großen Flut“) nutzt die Tonbänder als faszinierendes Dokument eines persönlichen Zwiespalts: Einerseits sieht sich Eichmann als Befehlsempfänger, andererseits prahlt er mit seinen Leistungen. Herbert Knaup ist in diesen langen Monologpassagen grandios. Ulrich Tukur mag als Sassen die deutlich kleinere Rolle haben, doch der provokante Journalist ist als Holocaust-Leugner ein wichtiger Gegenspieler.

    Ley bettet die Interviewpassagen in eine Thriller-Handlung: Lothar Hermann (Michael Hanemann), Überlebender des KZ in Dachau, ist überzeugt, dass es sich beim Vater des neuen Freunds seiner Tochter (Henriette Confurius) um Adolf Eichmann handelt. Er verständigt den hessischen Generalstaatsanwalt Bauer (Axel Milberg), der der von ehemaligen Nazis durchsetzten deutschen Justiz nicht traut und seinerseits den Mossad informiert. Ley macht in den entsprechenden Szenen allerdings keinerlei Zugeständnisse und verzichtet völlig darauf, die Spannung künstlich zu steigern. Der Film orientiert sich ohnehin am Doku-Drama, die Spielhandlungen werden immer wieder durch Interviews mit Zeitzeugen durchsetzt. Einen Bruch dieses Schemas stellt allein das nachgestellte Gespräch mit Eichmanns Frau dar, in deren Rolle eine Schauspielerin schlüpft. Und dass die Argentinier wie in den Auslandsproduktionen der ARD-Tochter Degeto ausnahmslos deutsch sprechen, wirkt in einem Werk dieses Anspruchs erst recht deplaziert. tpg.

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