Filmhandlung und Hintergrund

Eine Kunstrestauratorin in den Vierzigern, die sich in einen jungen Japaner verliebt hat, erfährt nach der Heirat, dass er schwul ist, einen Partner hat und dank ihr auch eine dauerhafte Aufenthaltserlaubnis...

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Kritikerrezensionen

  • Ehespiele: Eine Kunstrestauratorin in den Vierzigern, die sich in einen jungen Japaner verliebt hat, erfährt nach der Heirat, dass er schwul ist, einen Partner hat und dank ihr auch eine dauerhafte Aufenthaltserlaubnis...

    Falls Amor hier seine Pfeile im Spiel gehabt haben sollte, hat er sich gründlich verzielt: Der Mann, in den sich die nicht mehr ganz junge Rike verguckt, entpuppt sich als schwul. Rikes Annäherungsversuche kommen ihm trotzdem gerade Recht: Auch Japaner brauchen hierzulande eine Aufenthaltsgenehmigung, und weil er keine hat, muss er ständig damit rechnen, abgeschoben zu werden. Da hilft nur eins: eine Scheinehe. Spätestens seit der romantischen Komödie „Greencard“ mit Gérard Depardieu weiß man allerdings, dass derlei mit heftigen Hindernissen verbunden sein kann…

    „Ehespiele“ erinnert nicht nur auf den ersten Blick allerdings stärker an den Film „Hochzeitsbankett“. Darin erzählt Ang Lee eine ganz ähnliche Geschichte: Schwules Pärchen sucht zwecks vorübergehender Ehelichung eine Frau, weil das Elternpaar aus Taiwan, das nichts von der Homosexualität seines Sohnes ahnt, den Jungen endlich verheiratet sehen will. Auch in „Ehespiele“ tauchen irgendwann die Eltern des Bräutigams auf, die für die Neigungen ihres Sohnes selbstredend keinerlei Verständnis hätten. Im Zentrum dieser Geschichte der Japanerin Akiko Hitomi, die schon geraume Zeit in Deutschland lebt, steht jedoch Rike (Ute Willing), die als geschiedene Frau in den Wechseljahren ihrer Jugend nachtrauert und im jungen Gen Okagami (Hyun Wenner) einen Jungbrunnen findet.

    Der von Claudia Garde mitunter etwas schwunglos inszenierte Film lebt vor allem davon, dass die Autorin fröhlich die diversen Japanklischees gegen den Strich bürstet: Bei Japanern, wird Rike belehrt, muss man ständig zwischen den Zeilen lesen, vor allem, wenn sie schweigen; die Wahrheit kommt nur ans Licht, wenn sie betrunken sind, was recht rasch der Fall ist, weil sie ja nichts vertragen; und natürlich lieben sie Karaoke. Gen allerdings hasst Karaoke. Dafür fühlt er sich stärker zu Rike hingezogen, als seinem Freund Thomas (Siegfried Terporten) lieb ist.

    Sehenswert ist „Ehespiele“ vor allem wegen der Hauptdarsteller. Eine hübsche Nebenrolle spielt auch Miroslav Nemec als Rikes Ex-Mann, der mit seiner neuen jungen Gespielin nicht recht glücklich wird. Trotzdem: Im Vergleich zum Film „Hochzeitsbankett“, der seine Komik nicht nur aus dem Spiel mit Schein und Sein, sondern stärker noch aus dem Aufeinanderprallen zweier gegensätzlicher Kulturen bezog, ist „Ehespiele“ zwar recht hübsch, aber zuweilen doch von erschreckender Harmlosigkeit. tpg.

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