Filmhandlung und Hintergrund

Skurrile norwegische Komödie über das plötzliche Auftauchen eines behinderten Sohnes.

Seit über 70 Jahren leben die Gebrüder Moe (Sverre Hansen) und Far (Kjell Stormoen) in einer winzigen, abgelegenen Waldhütte tief in der norwegischen Tundra. In ihrem durchritualisierten, ereignisarmen Leben waren sie nur einmal voneinander getrennt: Vor 25 Jahren unternahm Far mal einen unangemeldeten Ausflug. Prompt klopft nun dessen Resultat in der unförmigen Gestalt eines nach Bananenshakes krähenden Riesenbabys an die Blockhauspforte, im Gepäck nicht mehr als eine Ladung Eier. Der unverhoffte Besucher tut wenig, schweigt viel und bringt die bis dato geltenden Verhältnisse mühelos aus der Balance.

Der Geist Aki Kaurismäkis durchweht diese verschroben-skurrile Skandinavien-Komödie, deren lakonischer Stil Jungregisseur Bent Hamer auf Festivals in Toronto, Lübeck und Oslo einiges Lob eintrug.

Die Brüder Moe und Far haben ihr ganzes Leben zusammen verbracht. Nur einmal war Far alleine unterwegs. Die Folgen dieser Kurzreise sind gravierend: nach 25 Jahren taucht ein junger Mann auf, der sich als Fars Sohn entpuppt. Dieser bringt den Alltag der Brüder gewaltig durcheinander. Mitgebracht hat der gehbehinderte Junge eine Kiste voller Eier.

Skurrile norwegische Komödie über das plötzliche Auftauchen eines behinderten Sohnes.

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Kritikerrezensionen

  • Eggs: Skurrile norwegische Komödie über das plötzliche Auftauchen eines behinderten Sohnes.

    Auf den Spuren Aki Kaurismäkis wandelt ein norwegischer Debütfilm über ein altes Brüderpaar, dessen lakonisch-skuriller Erzählstil seinem Regisseur Bent Hammer auf Anhieb eine Reihe renommierter Festivalpreise sicherte. Die Geschichte der über 70jährigen Far und Moe verblüfft durch ihre radikale, höchst unterhaltsame Inszenierung: Langeweile, Eigensinn und die kleinen Bosheiten des täglichen Lebens verbinden sich darin zu einer durchtriebenen Posse, in der sich Absurdität und Sympathie wechselseitig die Waage halten.

    Irgendwo auf einer schneebedeckten Lichtung steht das abgelegene Haus der beiden, die sich wie ein altes Ehepaar in tiefer Haßliebe zugetan sind. Der ereignislose Alltag ist bis in Kleinigkeiten durchritualisiert, ein Telefon und ein altes Röhrenradio bilden den einzigen Kontakt nach außen. In diese wortlose Welt eingeschliffener Gewohnheiten dringt Konrad, Fars unehelicher Sohn, den dieser vor einem halben Jahrhundert während des Krieges in Schweden gezeugt hatte: ein unförmiges, glatzköpfiges Riesenmonster im Rollstuhl, das nach Bananenshakes kräht, ansonsten nur dumpf über einer Sammlung von Vogeleiern brütet. Anfangs wird der finster dreinblickende Eindringling mit Hingabe bemuttert, doch bald zeichnen sich Risse in der Männerwirtschaft ab: das symbiotische Gleichgewicht der Brüder ist gefährlich aus dem Lot geraten.

    Doch die Handlung spielt in dieser urkomischen Studie über Monotonie und die Abgründe des Banalen eine eher untergeordnete Rolle, weil es Hammer mit frappierender Souveränität versteht, aus scheinbaren Nicht-Ereignissen irrwitzige Funken zu schlagen. Wenn die alten Männer im Gleichklang ihre Suppe löffeln oder nebeneinander stundenlang durchs Fenster auf die nebelige Schneelandschaft starren, schwingt soviel an Ungesagtem mit, daß sich zwangsläufig amüsante Assoziationen aufdrängen. Kleine Details, Gesten, kurze Blicke oder die ständige Wiederkehr des Immergleichen enthüllen die komplizierten Beziehungen präziser als die einsilbig geknurrten Dialoge, die durch den Verzicht auf die deutsche Synchronisation vollends zur atmosphärischen Untermalung werden. Für alle Liebhaber des nordischen Humors ein unbedingtes Muß.led.

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