Easy Money I - Spür die Angst (2009)

Originaltitel: Snabba Cash
Easy Money I - Spür die Angst Poster
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Filmhandlung und Hintergrund

Easy Money I - Spür die Angst: Schwedisches Gangsterdrama, das beim heimischen Publikum und Filmpreis absahnte. Ein Wirtschaftstudent lässt sich des Geldes wegen, in die Machenschaften einer Bande ein.

Johan stammt im Gegensatz zu seinen reichen Mitstudenten aus einfachen Verhältnissen. Um sich sein Wirtschaftstudium und schicke Klamotten leisten zu können, fährt er Taxi und tut bald auch noch mehr für seinen Chef Mlado, der seine Finger auch im Drogenhandel hat: Johan versteckt den verletzten, aus dem Gefängnis geflüchteten Jorge bei sich im Wohnheimszimmer und soll schließlich auch bei einem einfachen und überaus lukrativen Deal mitmachen. Doch von einfach kann nicht die Rede sein. Rivalen und das Gesetz haben Wind von der Sache bekommen.

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Nach einem schnell geschnittenen, bewusst ruppigem Einstieg schälen sich allmählich die drei Protagonisten aus Daniél Espinosas Gangsterthriller heraus: der aufstiegswütige BWL-Student JW mit kriminellen Kontakten, der ausgebrochene Drogendealer Jorge und sein Gegenspieler, der rücksichtslose Schläger und Geldeintreiber Mrado von der serbischen Mafia. Rund um einen anstehenden großen Coup trifft das Trio aufeinander - der geplanten Lieferung einer riesigen Ladung Koks. Doch das schnelle Geld erweist sich als schwer zu greifen, da ein Krieg zwischen der albanischen Mafia und den spanischen Gangstern um die begehrte Vorherrschaft im Drogenmarkt in der Luft liegt und bald niemand mehr niemand trauen kann.

    Die Stärken der durchgehend spannenden Romanadaption liegen mehr in der Charakter- und Milieuzeichnung denn im vertraut wirkendem Plot. Nur zu Beginn und am Ende setzt Espinosa auf Action. Zwar mag man einwenden, dass fast alle kriminelle Personen Migrationshintergrund aufweisen, doch die Protagonisten werden nicht eindimensional verteufelt. Hierbei gelingen dem ausladenden Gangsterdrama glaubwürdig skizzierte Figuren mit Brüchen und Zweifeln sowie ihre Einbindung in ein realitätsnah eingefangenes soziales Umfeld.

    Selbst der rücksichtslose Schläger Mrado erhält allmählich menschliche Züge, als ihm seine fünfjährige Tochter Lovisa widerwillig aufgehalst wird, er langsam Verantwortung übernehmen muss und sich zudem mit seinem Boss Radovan überwirft. Auch Ausbrecher Jorge Barrio sorgt sich um seine schwangere Schwester, bringt sie aber mit seinen kriminellen Machenschaften zunehmend in Gefahr. Dagegen wird der attraktive blonde Wirtschaftsstudent Johan Westlund von seinem Drang nach Aufstieg in die Stockholmer Oberschicht getrieben, später aber auch von seiner Liebe zu der aus einer wohlhabenden Familie stammenden Sophie. Ihr gegenüber versucht der ehrgeizige Finanzexperte, der in seinem beengten Zimmer Fotos männlicher Models als angestrebte Vorbildfunktion aufhängt, seiner Rolle als geistreicher, finanzkräftiger Partyhai gerecht zu werden. Nur in wenigen intimen Momenten lässt JW die Fassade fallen. Dass er auf der Suche nach seiner verschwundenen Schwester ist, wird im Film nur an zwei Stellen kurz angedeutet. Somit dient nicht allein die Gier der Protagonisten nach Macht und Reichtum als Antriebsmotor, sondern private, emotionale Motive bestimmen ebenfalls ihr fatales Handeln.

    „Easy Money“ nach dem knapp 600 Seiten-Roman „Spür die Angst“ des Strafverteidigers Jens Lapidus stellt den ersten Teil einer geplanten Stockholm-Trilogie dar. In Schweden ging die Rechnung auf, wo der düstere Krimi dank einer überzeugenden Inszenierung ein Kassenerfolg wurde. In Deutschland dürfe der Fall schwieriger werden, denn der mehrfach ausgezeichnete Lapidus gehört (noch) nicht zu den Top-Bestsellerautoren. Aus der Besetzung kennt man neben Hauptdarsteller Joel Kinnaman aus dem „Arn“-Ritterepos höchstens noch Fares Fares aus „Jalla Jalla“, der Jorges undurchsichtigen Kumpan verkörpert. Ein höchst vielversprechender Auftakt, der Interesse für die Adaption der beiden ähnlich aufgebauten Folgebände weckt. Wieder einmal diente „Easy Money“ als Hollywoodticket, wo Daniél Espinosa inzwischen mit Ryan Reynolds, Denzel Washington und erneut Joel Kinnaman dreht.

    Fazit: Klug konstruierter, authentisch erzähler Gangsterthriller. Hollywood hat schon die Remakerechte geordert.
  • Starkes, realistisch gehaltenes Gangsterstück nach einer Vorlage des populären Thrillerautoren Jens Lapidus, das in seiner Heimat Schweden zum Publikums- und Kritikererfolg avancierte. Das auch in Hamburg gefilmte Regiedebüt von Daniel Espinosa braucht den Vergleich mit amerikanischen Vorbildern nicht zu scheuen. Interessante Figuren, die noch dazu gut gespielt werden, eine spannende Handlung und das richtige Maß an Härte, präsentiert in einer modernen Optik, die angenehm zwischen Hochglanz und Wackelkamera angesiedelt ist.

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