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Über den Film

Im National Military Command Center des Pentagon steht Verteidigungsminister Geoff Callister vor einer schwierigen Entscheidung: Soll ein wichtiges Ziel, ein gesuchter afghanischer Terrorist, bombardiert werden? Ohne die absolute Bestätigung seiner Identität befiehlt der Präsident den Angriff. Diese Bombardierung führt zu einem schnell ansteigenden Hass gegen die USA.

In Chicago wird der 23jährige Taugenichts Jerry Shaw (Shia LaBeouf), ein Angestellter des lokalen Copy Shops, überraschend nach Hause gerufen – sein Zwillingsbruder Ethan, Pressereferent der Air Force und ganzer Stolz der Familie, wurde durch einen Autounfall getötet.

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Zur gleichen Zeit schickt die alleinerziehende Mutter Rachel Holloman (Michelle Monaghan) ihren 8jährigen Sohn Sam nach Washington, D.C., um mit seiner Schul-Band im Kennedy Center zu spielen – es ist ihre erste Trennung. Als sie abends mit Freundinnen unterwegs ist, erreicht sie ein merkwürdiger Anruf auf ihrem Handy: eine mysteriöse Frau verlangt, dass ihre Anweisungen bedingungslos erfüllt werden, sonst werde Sam sterben – der plötzlich auf einer Wand von Fernsehbildschirmen auf der Straße gegenüber zu sehen ist.

Als Jerry nach Chicago zurückkehrt, findet er auf seinem normalerweise leeren Konto ein Plus von 750.000 Dollar vor und sein spärlich möbliertes Apartment ist voll mit Ausrüstungsgegenständen für Terroristen. Auch ihn erreicht ein Anruf von derselben Frau, die ihn warnt, dass er bei jedem Fluchtversuch festgenommen werde. Bevor er die Wohnung verlassen kann, wird er tatsächlich festgenommen.

In einem Verhörzimmer des FBI befragt Agent Thomas Morgan (Billy Bob Thornton) den jungen Mann, welcher darauf besteht, dass er hereingelegt wurde. Als er in dem Büro alleine ist, wird er erneut von der mysteriösen Frau kontaktiert, die mit dem Ausleger eines Baukrans das Fenster zerstört und ihn auffordert, zu springen.

Die Frau bringt ihn zu einem Porsche Cayenne, wo Rachel, die er zuvor noch nie getroffen hat, auf ihn wartet. Von Beginn an herrscht gegenseitiges Misstrauen, doch wird beiden schnell klar, dass sie gemeinsam dieser Stimme ausgeliefert sind, die jeden ihrer Schritte verfolgt und scheinbar grenzenlose Kontrolle über sie besitzt.

Über die Produktion

Nach ihrem Überraschungserfolg „Disturbia“ markiert der rasante Thriller „Eagle Eye – Außer Kontrolle“ die zweite gemeinsame Zusammenarbeit von Schauspieler Shia LaBeouf, Regisseur D.J. Caruso und dem Ausführenden Produzenten Steven Spielberg.

Die Idee zu „Eagle Eye – Außer Kontrolle“ hatte der Ausführende Produzent Steven Spielberg schon seit vielen Jahren im Kopf. „Stevens ursprüngliches Konzept basierte auf der Idee, dass Technologie überall ist“, erzählt Koproduzent Pete Chiarelli. „Sie umgibt uns überall – was würde geschehen, wenn sie sich gegen uns wenden würde? Was, wenn die Technologie, die wir lieben und von der wir abhängig sind, plötzlich gegen uns verwendet würde und absolut außer Kontrolle wäre?“

„Steven wollte immer, dass die Leute nach dem Kino vor lauter Angst ihre Handys und BlackBerrys abschalten“, erinnert sich Autor/Produzent Alex Kurtzman – ähnlich, wie die Angst des Publikums vor dem Schwimmen im Meer, nachdem sie 1975 Spielbergs Blockbuster „Der weiße Hai“ gesehen hatten.

Die Geschichte befand sich mehrere Jahre in der Entwicklungsphase, bei seiner ersten Idee dachte Spielberg, „dass alles zu sehr wie Science Fiction wirken würde“, erläutert Kurtzman. „Es hätte an Glaubwürdigkeit gemangelt, da die Technologie damals noch nicht so stark wie heute in der Gesellschaft verankert war.“

Anfang 2006 brachte Spielberg das Projekt zu Kurtzman und seinem Autoren-Partner Robert Orci, dem kreativen Team hinter „Mission: Impossible III“, dem bevorstehenden „Star Trek“, dem Spielberg Projekt „Transformers“ sowie der kommenden Fortsetzung „Transformers: Revenge of the Fallen“.

„Der Trick bestand darin, einen Weg in die Geschichte zu finden“, sagt Kurtzman. „Wir wollten mehr bieten als nur einen Actionfilm mit Verfolgungsfahrten und Explosionen. Letztlich ging es darum, eine menschliche Perspektive in die Story zu bringen.“

Die Geschichte handelt von zwei Fremden, die für Straftaten angeklagt werden, die sie nicht begangen haben. Sie müssen um ihr Leben kämpfen, während sie gleichzeitig versuchen, ihre Unschuld zu beweisen. Jerry und Rachel sind Spielfiguren eines gesichtslosen Feindes, welcher uneingeschränkte Macht zu besitzen scheint und alle ihre Aktivitäten manipulieren kann.

„Dieser Ansatz macht den Film zeitlos“, erläutert Kurtzman, „die Figuren könnte es überall geben, die Zuschauer können sich, unabhängig von ihrer Herkunft, stets mit ihnen identifizieren. Es sind einfach ganz normale Menschen, welche in eine absolut außerordentliche Situation geworfen werden und zu Dingen gezwungen sind, die sie nicht verstehen. Zugleich müssen sie herausfinden, was hinter allem steckt – und bei dieser Suche wird das Publikum zum Komplizen.“

„Eagle Eye – Außer Kontrolle“ ist die erste Produktion von Kurtzman und Orci. „Es war faszinierend zu sehen, wie diese Geschichte aus einer Idee entstand, die Steven uns vor zwei Jahren brachte. Es war großartig zu erleben, in welcher Dimension sich dieser Film entwickelte.“

Hauptdarsteller Shia LaBeouf empfindet das ähnlich. „Ich war noch nie so nah an der Entwicklung eines ganzen Projekts dabei. Das Schreiben und Umschreiben ist sehr neu für mich. Es ist, als ob man einen Welpen großzieht. Es ist ein schönes Gefühl, wenn man mit Freunden arbeitet und alle sich gegenseitig anfeuern.“

Obwohl Spielberg ursprünglich selbst Regie führen wollte, änderte er letztlich seine Meinung, um sich auf andere Projekte zu konzentrieren, vor allem auf das groß angelegte Action-Abenteuer „Indiana Jones und das Königreich des Kristallschädels“.

Zu dieser Zeit drehte Regisseur D.J. Caruso gerade seinen Hit „Disturbia“ für Spielbergs DreamWorks SKG. „Ich zeigte ihm den Rohschnitt von ‚Disturbia’, und er sagte, weißt du, wir haben da etwas für dich’. Ich las das Drehbuch und verstand, warum er damals dachte, die Story wäre ihrer Zeit voraus. Ich liebte es sofort.“

Für viele junge Regisseure dürften Dreharbeiten, bei denen ein Meister wie Steven Spielberg über seine Schulter schaut, einschüchternd wirken. „Es war schon ein zusätzlicher Druck zu wissen, dass Steven diese Geschichte seit Jahren mit sich herumtrug“, fügt Caruso hinzu. „Aber er hat es mir sehr einfach gemacht. Er sagte mir, dass es wichtig sei, dass jeder Filmemacher sein eigenes Projekt macht. Er sagte‚ ich will, dass du diese Idee zu deiner eigenen machst’. Er vertraute mir und ich wollte umgekehrt seiner Geschichte treu bleiben. Ich habe noch nie eine derart fruchtbare Zusammenarbeit erlebt.“

Für eine so komplexe Geschichte wie in „Eagle Eye – Außer Kontrolle“ war es wichtig, dass der Regisseur die richtige Balance zwischen intensiver Action und reichhaltigen Figuren findet. „D.J. bringt ein unglaubliches Gespür für Geschichten in dieses Projekt ein“, erläutert Produzent Edward L. McDonnell. „Er hat schon in mehreren Genres gearbeitet. Dies ist mehr als nur eine Charakterstudie oder nur reine Action, die Story besitzt eine Komplexität. D.J. hat durch seine eigene Erfahrung die Fähigkeit, diese Geschichte verständlich und zugänglich zu erzählen.“

„D. J. hat in seiner Karriere schon sehr viele Filme gedreht“, ergänzt Koproduzent Chiarelli. „Für uns war diese enorme Erfahrung ein großer Vorteil. Er wusste genau, was er tat, damit der Film gut aussieht. Er sorgte für eindrucksvolle Action und holte großartige Leistungen aus den Schauspielern heraus.“

Produktion: Die Besetzung

Shia LaBeouf spielt Jerry Shaw, die nicht sehr erfolgreiche Hälfte eines Zwillingspaares. „Als wir ihm zum ersten Mal begegnen, steckt er mitten in der Krise seines Lebens“, erklärt LaBeouf. „Er ist ein Versager in einer Familie von offensichtlichen Siegern. Sein Zwillingsbruder war ein erfolgreicher Perfektionist, der es im Leben immer einfach hatte, der extrem klug, gründlich, zuverlässig und sicher war – alles, was Jerry nicht ist.“

Jerry hatte, zum großen Verdruss seines strengen Vaters, Stanford verlassen, um auf Reisen zu gehen. Momentan arbeitet er in einem billigen Copy Shop. „Er ist der Typ, der seine Freiheit liebt und nicht unbedingt glaubt, dass man auf die Universität gehen muss oder alles erfüllen muss, was einem gesagt wird“, meint Caruso. „Er erfährt sich gerade selber und versucht herauszufinden, was er mit seinem Leben anfangen will – er ist einfach das Gegenteil seines Zwillingsbruders.“

Aber plötzlich wird dieser Durchschnittstyp Jerry gezwungen, einen starken Charakter zu entwickeln – und zwar schnell. „Er muss sich im Verlauf des Films mit Dingen auseinandersetzen, die ihn vom Kind zum Mann heranreifen lassen“, sagt Chiarelli.

Für die Filmemacher war entscheidend, dass der Darsteller der Figur die Qualitäten eines Durchschnittstypen vermitteln konnte. „Als mir D.J. zum ersten Mal von diesem Projekt erzählte, waren wir gerade in Deutschland auf Werbetour für ‚Disturbia’“, erinnert sich LaBeouf, der gerade dabei war, die beiden Spielberg-Projekte „Transformers“ und „Indiana Jones“ anzugehen.

Mit dieser Rolle liefert LaBeouf erstmals ein wirklich erwachsenes Portrait ab. „Es war großartig, seine Entwicklung zu verfolgen“, sagt Caruso. „Er war 19 als wir mit ‚Disturbia’ begannen, und jetzt ist er 21. Wenn ich mir diesen Film ansehen und danach ‚Transfomers’ und jetzt „Eagle Eye – Außer Kontrolle“, dann stelle ich fest, dass Shia im realen Leben nur ein, zwei Jahre älter ist, aber auf der Leinwand sehr viel reifer wirkt. Er sollte für mich einen 23jährigen spielen, und da kommt dieser gereifte junge Mann, der im Film sogar einer Mutter, die fast zehn Jahre älter ist, Ratschläge fürs Leben erteilt. Das ist beachtlich für einen Schauspieler, der ein Jahr zuvor noch einen Teenager spielte. Shia ist wirklich ein sehr reifer Typ geworden.“

„Ich glaube, das ist eine entscheidende Rolle für Shia“, bemerkt Produzent Patrick Crowley. „Es markiert seinen Durchbruch als leading man.”

LaBeouf konnte auch seine Kollegin überzeugen. „Ich liebe Shia“, sagt Michelle Monaghan. „Er ist als Schauspieler pures Dynamit und arbeitet mit großer Leidenschaft. Ich respektiere ihn sehr und wir hatten viel Spaß miteinander.“

Die Erfahrung vorheriger Zusammenarbeit war ein zusätzlicher Vorteil für den Film. „Sie verstehen sich auf Anhieb“, sagt Chiarelli. „Sie sind wie ein altes Ehepaar. Sie schauen sich einfach an, nach dem Motto ‚Ich hätte das gerne mehr in dieser Richtung’ worauf Shia nur nickt ‚Ja, ja, ja, ich weiß.’ Die haben einen sehr guten Draht zueinander.“

„Wir kommunizierten durch einen Fingerzeig oder eine Handbewegung, und dann waren wir sofort wieder zurück in der Szene“, ergänzt LaBeouf.

Jerrys Gegenspielerin Rachel ist eine alleinerziehende Mutter mit einem Ex-Mann, der ab und zu mit seinem Sohn Zeit verbringt, aber die ganze Verantwortung der Erziehung Rachel überlassen hat. „Sie arbeitet hart und versucht einfach, mit ihrem Sohn durch den Alltag zu kommen“, erklärt Monaghan.

Rachel schickt ihren acht Jahre alten Sohn Sam auf eine Reise nach Washington und hat so endlich einmal einen freien Tag. Mit Freundinnen will sie einen netten Abend erleben. Aber dieser Tag wird zum schlimmsten ihres Lebens“, erläutert Monaghan. „Sie verlässt kurz die Bar, um einen Anruf entgegen zu nehmen. Doch statt der Stimme ihres Sohnes hört sie am anderen Ende eine Frau, die fragt: ‚Was würden Sie tun, um das Leben ihres Sohnes zu retten?’ Ich habe natürlich keine Ahnung, wovon sie spricht und bin total verwirrt.“

Sie wird aufgefordert, sich die Monitore in einem Geschäft auf der anderen Straßenseite anzuschauen. Dort sieht sie aktuelle Überwachungsaufnahmen von Sam in einem Zug. „Es ist eine schreckliche Vorstellung, dass du dein Kind in Sicherheit glaubst und plötzlich siehst du solche Bilder“, sagt die Schauspielerin.

Die Produzenten suchten nach einer Schauspielerin, die gleichermaßen sensibel und stark sein konnte, und fanden mit Monaghan dafür die perfekte Besetzung. „Wir haben mit ihr bereits in ‚Mission Impossible III’ gearbeitet und fanden, dass sie all die Qualitäten hatte, die wir für Rachel benötigten“, sagt Kurtzman.

Um Sam zu retten, muss sich Rachel in der Eröffnungssequenz zwischen zwei furchtbaren Möglichkeiten entscheiden. „Es ist eine sehr ausweglose Position für sie“, fügt Caruso hinzu, „Ich würde mit einer Mutter, die von ihrem Kind getrennt wurde, besser keine Spielchen treiben.“

Als Jerry und Rachel sich zum ersten Mal treffen, gehen beide sofort davon aus, dass der andere die Ursache ihrer Probleme ist. „Es ist eine Geschichte über Leute, die mit gewissen Vorstellungen in eine Situation geraten“, sagt Kurtzman. „Aber sie liegen nicht unbedingt richtig mit ihren Vermutungen.“

Schnell stellen beide fest, dass sie beide Opfer eines größeren Szenarios sind, über welches sie keine Kontrolle haben. Wenn sie überleben wollen, müssen sie lernen, sich gegenseitig zu vertrauen. „Sie sind die einzigen, auf die sie sich verlassen können, nur gemeinsam können sie sich retten“, sagt Crowley. „Dabei gibt es ständig dieses Spiel, wie weit sie sich tatsächlich vertrauen können.“

Ihre Beziehung ist allerdings keineswegs romantisch. „In einem Actionfilm der 80er Jahre hätten sie nach der Halbzeit miteinander geschlafen, während ein Kugelhagel über sie hereinbricht“, scherzt Caruso. „Bei uns basiert das Verhältnis auf gegenseitigem Respekt. Wir wollten bewusst keinen romantischen Film machen. Die Geschichte sollte sich ganz natürlich entwickeln.“

„Ich fand es sehr schön, dass nicht alles beantwortet wird“, betont LaBeouf. „Dieses ständige Prickeln war viel aufregender als eine rein sexuelle Komponente – denn dann wäre es ein durchschnittlicher Film geworden. Bisweilen kommen Liebende nicht zusammen. Das passiert im Leben oft, aber man sieht es nur selten im Kino.“

Eine geheimnisvolle Stimme gibt Jerry und Rachel Anweisungen, deren Missachtung fatale Konsequenzen haben würde. „Wir haben keine Ahnung, warum wir diese Dinge tun sollen. Wir wissen aber, dass sie große Macht über uns besitzt und dass wir und unsere Familien in großer Gefahr sind“, erläutert Monaghan. Die Stimme verlangt bisweilen völlig absurde Dinge von Jerry und Rachel. „Wir wissen nicht, woher die Stimme kommt. Sie ist im Telefon, im Auto und jedem denkbaren technischen Medium.“

Die Stimme hat offenbar Kontrolle über alles, von der Ampelsteuerung über Kräne, Boote bis zu U-Bahnen. „Jerry weiß nicht genau, warum er den telefonischen Anweisungen überhaupt folgt”, sagt Chiarelli. „Aber er weiß, dass diese Stimme eine sehr große Macht besitzt und alles kontrolliert.“

„Es gibt eine Art von Katz- und Mausspiel“, sagt Kurtzman. „Die geheimnisvolle Stimme gibt stets nur ganz kurze Anweisungen. Jerry und Rachel wissen nie, was als nächstes geschieht und müssen sich deswegen sehr stark vertrauen.“

Mit großer Sicherheit wissen sie allerdings, dass sie von einem FBI Agenten namens Thomas Morgan (Billy Bob Thornton) verfolgt werden. Thornton war bewusst, dass sich seine Figur auf dünnem Eis bewegt. „Ich bin der gute Typ, obwohl die Zuschauer mich als Bösen sehen, weil ich Jerry und Rachel jage“, sagt der Schauspieler. „Du musst einfach zu diesem Typen werden, der seinen Job macht.“

„Billy Bob ist einer der dynamischsten, ungewöhnlichsten und coolsten Typen, die ich je in meinem Leben getroffen habe“, sagt Caruso. „Er erscheint morgens zur Arbeit und ist noch ein bisschen verschlafen, schließlich ist er als Musiker ein Nachtmensch. Aber sobald er in der Maske sitzt, ist er in Hochform. Er ist zudem einer der witzigsten Typen, die ich kenne.“

Thornton verleiht Morgan eine texanische Qualität, die dem Agenten gut entspricht. „Er zeigt in seiner Sprache und Darstellung all die Eigenschaften, die einen Typen aus dem Süden ausmachen“, sagt Crowley.

Die Autoren nutzen Thorntons Herkunft für die Konzeption der Figur. „Er kann zu jedem Thema eine Geschichte erzählen“, berichtet Kurtzman. „Man bespricht einen Dialog und er sagt, ‘Das erinnert mich an die Sache mit…’ und es folgt eine lange Geschichte. Je mehr Zeit man mit einem Schauspieler verbringen kann, desto besser ist es für die Filmemacher. Dadurch entdeckt man ganz neue Aspekte, die man für die Rolle verwenden kann.“

Thorntons Vorliebe für Improvisation kam dem Film zugute. „Er ist total einfallsreich, keine Szene gleicht der anderen“, sagt LaBeouf. „Er ist sehr aufmerksam und sehr spontan. Die Kamera fing Dinge ein, die ich nie gesehen habe, obwohl ich direkt neben ihm saß.“

Unterstützt wird Morgan bei seiner Suche – wenngleich bisweilen widerwillig – von Air Force Office of Special Investigation (OSI) Special Agent Zoe Perez, die von Rosario Dawson gespielt wird. „Sie ist eine junge Agentin, die niemand so richtig ernst nimmt“, sagt Chiarelli. „Sie muss sich ihren Respekt erkämpfen, ob bei den Leuten vom FBI, der Air Force oder dem Pentagon. Dafür benötigten wir also eine Kämpferin. Und Rosario bietet genau das.”

Um den Tod von Ethan Shaw aufzuklären, müssen Perez und Morgan gemeinsam handeln. „Morgan kann Zoe am Anfang nicht leiden”, sagt Kurtzman. „Aber sie verschafft sich schnell Respekt. Und wie Jerry und Rachel müssen beide einen Weg zu gegenseitigem Vertrauen finden. Es war nicht einfach, eine Schauspielerin zu finden, die es mit dem Schwergewicht Billy Bob aufnehmen kann.”

„Rosario ist eine großartige Schauspielerin”, sagt Thornton und erklärt, dass die Herausforderung darin bestand, eine Beziehung der beiden Figuren im Stil der alten

Spencer Tracy-Katharine Hepburn Filme zu entwickeln. Die Gegensätze zwischen einem Mann aus Arkansas und einer Frau aus New York sorgten für eine reizvolle Komponente. „Dawson stammt aus New York, aber sie hat in Austin gelebt“, erläutert Thornton. „Sie ist also auch ein texanisches Mädchen.“

Die Mahlzeiten von Dawsons Mutter, die Rosario ans Set brachte, haben Thornton endgültig überzeugt. „Ihre Mutter ist eine grandiose Köchin, die weiß, was uns Leuten aus dem Süden schmeckt.“

Die Rolle von Verteidigungsminister Geoff Callister wird von Michael Chiklis gespielt, den das Publikum als harten Cop Vic Mackey aus der FX-Serie „The Shield” kennt. „Callister ist ein Typ, dem die Last seiner Verantwortung ins Gesicht geschrieben ist“, sagt Chiklis. „Ich kann mich in meinem Leben nur an Präsidenten und Minister erinnern, die vor ihrer Amtszeit frisch und gesund aussahen und danach durch die Last der Verantwortung stark gealtert und grau wirkten. Mit diesem Wissen habe ich diesen Verteidigungsminister gespielt, der die Last der ganzen Welt auf seinen Schultern zu tragen scheint.“

„Chiklis ist einfach wunderbar”, sagt Kurtzman. „Er ist ein unglaublich harter Typ, aber selbst bei seiner Figur in ‚The Shield’ kann man stets auch seine Seele sehen. Diese Qualitäten suchten wir für die Rolle des Callister. Michael verleiht dieser Figur eine große Menschlichkeit und Vielschichtigkeit.“

Abgerundet wird die Besetzung durch Ethan Embry als FBI Agent Grant und Anthony Mackie als Major Bowman. „Ethan ist fantastisch”, sagt Caruso. „Grant arbeitet im FBI für Morgan. Er ist der Typ, der die Informationen liefert und den Film vorantreibt.

Ethan verleiht Grant eine besondere Qualität und spielt ihn als einen Typen, der immer ein bisschen nervös ist, weil sein Chef ein Choleriker ist.“

Mackie spielt den Geheimdienstoffizier Bowman, der mit Jerrys Bruder Ethan gearbeitet hat – und der den Schlüssel für alle Geheimnisse um Jerry und Rachel haben könnte.

Produktion: Und Action…

Von Anfang an war es die Absicht der Filmemacher, eine andere Art von Actionfilm zu bieten. „Das Publikum interessiert sich für die Action nur dann, wenn eine Beziehung zu den Leuten aufbaut wird, die dabei in Gefahr geraten“, erläutert Kurtzman. „Actionfilme nehmen sich selten ausreichend Zeit für ihre Figuren. Aber man muss eine Figur mögen, um mit ihr zu leiden. Unsere zwei Helden sind ganz normal und sehr bodenständig. Darin unterscheiden sie sich von den üblichen Actionfilmen.“

„D.J. interessiert sich wirklich für den Rhythmus“, sagt LaBeouf. „Das findet man selten in Actionfilmen. Üblicherweise spielen Gefühle nur eine Nebenrolle bei großen Produktionen, darin sehen viele Regisseure keine Vermarktungschancen und daraus lassen sich keine guten Trailer machen. Aber D.J. weiß genau, dass Action nur dann wirklich gut funktioniert, wenn man mit den Figuren und ihren Situationen mitfühlen kann.“ Das bedeutet allerdings nicht, dass die Zuschauer auf spektakuläre Szenen verzichten müssten. „Die erste Stunde ist wie ein unglaubliches Videospiel“, sagt Caruso. „Hinter jeder Ecke lauert eine neue Überraschung.“ Der erfahrene Stunt-Koordinator Gregg Smrz ergänzt dazu: „Alles beginnt mit einem großen Knall und das Tempo wird danach nicht langsamer.“

Caruso wollte mit seinem Film spektakulären Szenen bieten und atemberaubende Stunt-Sequenzen, die das Publikum an den Kinositz fesseln. Dabei setzten die Filmemacher auf möglichst viele reale Sequenzen und vermieden digitale Effekte, wann immer es möglich war. „Ich wollte realistische Action, weil ich ein großer Fan der alten Verfolgungsjagden aus den 70er Jahren bin“, sagt Caruso. „Echte Zusammenstöße und Explosionen lassen sich viel besser filmen. Ich habe auf digitale Technik so weit wie möglich verzichtet.

Wenn also ein Kran durch ein Gebäude bricht, dann ist es bei uns ein richtiger Kran, der durch die Kulissen kracht.“ Als Vorbilder für die Verfolgungsjagden dienten Klassiker wie „French Connection - Brennpunkt Brooklyn“. „Faszinierend an diesen Verfolgungsjagden ist, dass sie nie die Gesetze der Physik ignorieren“, erläutert Kurtzman. „Man kann richtig spüren, wenn es einen Aufprall gibt und wie die Insassen reagieren. Das wirkt sehr lebendig.“

Durch diesen Stil der alten Schule bei den Verfolgungsjagden unterscheidet sich „Eagle Eye – Außer Kontrolle” bewusst vom üblichen Genre. „Das heutige Publikum vergleicht spektakuläre Szenen immer mit Filmen, die sie schon früher einmal gesehen haben“, berichtet der erfahrene Action-Produzent Crowley. „Jedes Mal wird die Latte höher gelegt. Ich habe schon viele Autojagden gemacht. Für eine wirklich packende Sequenz benötigt man monatelange Vorbereitung und Planung.“

Bei einer dieser Verfolgungen werden Jerry und Rachel von FBI und Polizei gejagt, als eine geheimnisvolle Stimme für einen freien Weg des schnellen Porsche Cayenne sorgt, während die Verfolger ständig mit neuen Hindernissen konfrontiert sind. An der aufwändigen Sequenz wurde mit einem Team von über 100 Leuten mehrere Wochen lang gearbeitet, die Innenstadt von Los Angeles diente dabei als Double für Chicago.

Bei der sorgfältigen Planung und Inszenierung dieser Sequenzen wurde Regisseur Caruso von Brian and Gregg Smrz unterstützt, deren Familie seit drei Jahrzehnten im Stunt-Geschäft arbeitet.

Zusammen bringen es die Brüder auf über 300 Filme, darunter Titel wie „Jurassic Park”, „Minority Report“, „X-Men 2“, „Stirb langsam 4.0“, „Signs – Zeichen“, „Unbreakable – Unzerbrechlich“, „Superman Returns“, „Fantastic Four“, „Mission: Impossible II“ und „Transformers“. Für „Eagle Eye – Außer Kontrolle” arbeitete Brian Smrz als second unit-Regisseur und Stunt-Koordinator, in dieser Funktion war er verantwortlich für die Kollisionen der Kräne, Autos und Container sowie der Verfolgungsjagden, während sein Bruder für das erste Team tätig war.

Gregg Smrz schätzt, dass für die Verfolgungsjagd gut 40 Autos verbraucht wurden. „Wir hatten vier Überschläge, zwei Seitenkollisionen und zahlreiche Karambolagen. Jede Nacht brachten wir fünf bis zehn Autos auf den Schrottplatz.“

Etliche der second unit-Szenen inszenierte Caruso selbst. „In vielen Actionszenen sind unsere Schauspieler involviert. Ich musste also nicht nur dafür sorgen, dass Autos kollidieren und sich überschlagen, sondern arbeitete in diesen Szenen auch noch mit den Schauspielern.“

Beide Hauptdarsteller absolvierten die meisten Stunts selbst und arbeiteten eng mit dem Stunt-Koordinator und seinem Team zusammen. „Sie haben 80 Prozent ihrer Stunts selbst gemacht”, verrät Smrz, „und sie haben großartige Arbeit geliefert.“

In vielen Szenen sitzt Michelle Monaghan selbst am Steuer des Porsche. „Laut Drehbuch ist sie keine gute Fahrerin“, erläutert Smrz, „deshalb musste sie ihre Probleme mit dem Porsche haben, was sie überzeugend gespielt hat. Um ehrlich zu sein: es war immer sehr aufregend, wenn sie auf das Gaspedal gedrückt hat!“

„Sie ist eine echte Kämpferin”, sagt LaBeouf über seine Kollegin. „Ich habe noch nie eine Frau gesehen, die solche Stunts absolviert. Danach steht sie auf, lacht freundlich und holt sich ein Stück Kuchen. Ich sitze mit meinem schmerzenden Ellbogen daneben und muss mir von ihr anhören: ‚Warum verhältst du dich nicht wie ein Mann?’“.

LaBeouf musste einige Schläge einstecken bei jener Kampfszene, die im Film in der Library of Congress in Washington, D.C., spielt und die in der Hall of Records in Los Angeles gedreht wurde. „Er hat 90 Prozent von diesem Kampf selbst gemacht”, sagt Smrz. „Ich bin ein Fan von solchen Kampfszenen“, verrät der Schauspieler. „Für einen kleinen jüdischen Jungen ist es großartig, an das Set zu kommen und für fünf Minuten der Superheld zu sein.“

Die beiden Schauspieler fanden zunehmend Gefallen an ihren Stunts. In einer Sequenz fallen beide mit ihrem Auto von einem Kranseil und landen in einem Haufen von Müll. „Das war eine Höhe von gut 22 Metern und beide waren ziemlich enttäuscht, dass sie diesen Stunt nicht selber machen durften“, berichtet Caruso. „Schließlich haben wir sie dann aus einer Höhe von 7 Metern aus ihrem Auto auf ein Luftkissen springen lassen.“

In einer Szene, die von der Crew liebevoll „Rutschbahn und Leitern“ genannt wurde, werden Jerry and Rachel von Agent Morgan durch die Paketverteilungsanlage am Flughafen gejagt. Die Sequenz wurde im DHL-Verteilungszentrum im kalifornischen Riverside gedreht, deren Transportbänder sich über drei Etagen eines großen Gebäudes erstrecken. Schauspieler und Kameraleute krochen vier Tage lang durch die engen Röhren und Tunnel des Systems. „Es war nicht einfach, sich über diese Transportbänder zu bewegen“, erzählt Monaghan. „Wir holten uns einige blaue Flecken, aber wir hatten viel Spaß.“

Am Ende der Szenen fasste Monaghan neue Vorsätze: „Ich werde eine Stunt-Schule besuchen, damit ich besser Stolpern und Fallen kann. Und mein Ehemann muss mich dabei begleiten, damit wir mit Schaukämpfen unsere Gäste bei unseren nächsten Dinner Partys überraschen können.“

Produiktion: Eine mobile Road Show

Wie Jerry und Rachel im Film, so stand auch die Produktion vom ersten Tag an unter Hochdruck. Während die Handlung lediglich an wenigen Tagen spielt, gibt es Dutzende von Schauplätzen in verschiedenen Städten rund um die Welt. Das Spektrum des rasanten Thrillers reicht von der Eröffnungssequenz im National Military Command Center im Pentagon, bei der der Verteidigungsminister die Überwachungsbilder von der Grenze zwischen Iran und Pakistan betrachtet, bis zur gnadenlosen Verfolgung von Jerry and Rachel.

Mehr als 200 Szenen mit über 100 Bewegungen in 77 Tagen verlangten größten Einsatz von Stab und Schauspielern. „Es war ein harter Film im besten Sinn“, bestätigt Shia LaBeouf. „Er sieht hart aus, es gibt coole Schauplätze und wir waren 60 bis 70 Tage lang ständig in Bewegung. Wir waren eine menschliche Karawane mit 120 Menschen, die keine Pause einlegte.“

Für Michelle Monaghan entsprach diese ständige Bewegung gut ihrer Rolle. „Man ist ständig am Limit, man steigt in dieses Auto ein, ohne zu wissen, wohin die Fahrt gehen wird. Jeder neue Tag war aufregender als der vorige, es war eine sehr spannende Erfahrung.“

„Es war ein bisschen wie bei einem independent roadmovie”, sagt Caruso. „Wir haben ein, zwei Tage an verschiedenen Schauplätzen verbracht und zogen weiter, weil auch unsere Figuren weiterzogen. Dadurch hat der Film nie seine Perspektive aus den Augen verloren.”

Die Dreharbeiten begannen im ländlichen Kendall County, Illinois, außerhalb von Chicago. Das Team bekam eine Sondergenehmigung, um an den Hochspannungsanlagen von Commonwealth Edison zu drehen, wo Jerry und Rachel erleben, wie ein Informant vor ihren Augen durch einen Stromschlag getötet wird.

Anschließend zog die Crew nach Chicago, wo in zehn Tagen an zwölf Schauplätzen gedreht wurde: vor Jerrys Wohnung; am Geldautomaten, wo Jerry von seinem überraschenden Vermögen erfährt; vor dem berühmten „Rock n’ Roll“ McDonalds, wo Rachel mit Schrecken entdeckt, dass Bilder ihres Sohnes auf den Monitoren des Restaurants zu sehen sind sowie im öffentlichen Nahverkehr von Chicago. Für diese Szenen im drittgrößten Massenverkehrsystem der USA erhielt die Crew enorme Hilfe und Unterstützung durch die Chicago Transit Authority. In den Straßen drehten die first und second units viele Szenen der atemberaubenden Verfolgungsjagd durch die Stadt, zu deren Beginn Monaghan am Steuer eines Porsche Cayenne sitzt.

Ohne Pause ging es danach in Südkalifornien weiter, wo an einem Dutzend Schauplätzen in und um Los Angeles gedreht wurde, unter anderem fanden sich hier die Doubles für die Szenen im Flughafen von Indiana und für ein kleines Dorf im Mittleren Osten.

Die vielen Wechsel der Schauplätze verlangten große Anstrengungen aller Beteiligten. Jeder Drehort musste ausgestattet, in einigen Fällen eigens aufgebaut werden. Produktionsdesigner Tom Sanders und sein Team arbeiteten vier Wochen in Riverside, nordöstlich von Los Angeles, wo das Replikat eines pakistanischen Wüstendorfs entstand, in dem einige der Eröffnungssequenzen spielen.

Einer der ungewöhnlichsten Drehorte war ein Schrottplatz am Terminal Island im Hafen von Los Angeles. Dort klettern Jerry und Rachel durch Türme von Schrottautos und verbogenem Metall, während ihre Verfolger von großen Kränen wie Insekten aufgespießt werden.

Ursprünglich sollte einige Tage lang in dieser Kulisse gedreht werden, doch die Pläne wurden geändert, als Caruso und sein Team den Schrottplatz genauer unter die Lupe nahmen. „D.J. liebt diesen Schauplatz so sehr, dass er mit Kameramann Dariusz Wolski und den Stunt- und Effektteams eine ganze Sequenz für diesen Ort entwickelte“, erläutert location manager Craig Van Gundy. Am Ende drehten die first und second units schließlich 14 Nächte in dieser Kulisse.

Der Wassertankwagen, den die Crew für Terminal Island organisierte, erwies sich als völlig überflüssig, da heftiger Regen den Nachtdreh begleitete. Wegen einer Tornado-Warnung mussten die Dreharbeiten kurzzeitig sogar unterbrochen werden.

Basis der Produktion war das alte Hughes Aircraft Gelände in Playa Vista, unweit des Los Angeles International Airport. In zwei Hangars wurden abwechselnd mehr als 50 Kulissen errichtet, darunter das Plenum des Repräsentantenhauses und alle Innenräume des Pentagon, inklusive dem Büro von Verteidigungsminister Geoffrey Callister. Dass diese Kulissen in jenen Hangars entstanden, in denen Hughes einst seine „Spruce Goose” baute, war ein besonderes Erlebnis für Billy Bob Thornton. „Es ist schön, wenn man täglich zur Arbeit kommt und dabei denkt: ‘Wow, hier riecht es überall nach Geschichte’.”

Produktion: Das Prinzip Realismus

Damit das Publikum an der Reise von Jerry und Rachel in eine Welt, in der eine unbekannte Macht offensichtlich alles kontrolliert, möglichst intensiv teilnehmen kann, galt für die Filmemacher das Prinzip Realismus. „Es gibt ein bisschen Science Fiction in der Mitte des Films“, erklärt Koproduzent Chiarelli, „damit diese Story plausibel wirkt, haben wir alles so realistisch wie möglich gestaltet. Wir haben uns nach Kräften bemüht, dass alles authentisch wirkt, sei es die Halle im Pentagon oder das Capitol Building.”

„Wir haben bei der Entwicklung des Drehbuchs sorgfältig darauf geachtet, dass alle Ereignisse möglich sind“, sagt Kurtzman. „Wenn nur ein Element unglaubhaft wirken würde, wäre die ganze Sache auseinander gefallen.“

Da die Zuschauer durch Nachrichten und TV-Shows bestens vertraut sind mit militärischen und kriminalistischen Ermittlungen, war es von entscheidender Wichtigkeit, dass diese Aspekte so authentisch wie möglich ausfallen. Um das zu erreichen, holten sich die Filmemacher Unterstützung beim Pentagon. „Es ist sehr schwierig, eine Zusammenarbeit mit dem Verteidigungsministerium zu erreichen“, erläutert Produzent Ed McDonnell. „Aber sie haben dann sehr eng am Skript mit uns gearbeitet. Sie waren ständig bei dem Projekt dabei, dadurch konnten wir eine Echtheit und Wahrhaftigkeit erreichen, die ohne diese Hilfe nie möglich gewesen wäre.“ Vom Redestil über die Körpersprache bis zur Haltung wurde alles genau überprüft. „D.J. und Shia waren dankbar, dass ihnen diese Berater täglich beim Drehen zur Verfügung standen.“

„Es gab für alles einen Berater“, erläutert LaBeouf. „Die haben deine Haltung beobachtet, deine Waffenhandhabung und auf welche Art du mit bestimmten Offizieren redest.“

Rosario Dawson besuchte die Air Force OSI Headquarters in Washington, D.C., um das Leben der Leute kennen zu lernen, die sie widerspiegeln soll. „Wir haben ein Treffen arrangiert, damit sie einen Einblick in diese Welt erhält“, erläutert Air Force-Berater Vince Aragona. Dawson sprach auch mit einer Agentin, die ihrer Rolle auf der L.A. Air Force Base ähnlich ist. „Die Frau wurde schließlich als Statistin für den Film engagiert“, wo sie in einigen Szenen als Sidekick von Dawson auftritt.

Andere aktive Militärs spielen ebenfalls als Statisten mit. „Soldaten in Uniform wissen bereits, wie sie gehen und ihre Uniform richtig tragen“, sagt Aragona. „Sie stehen im aktiven Dienst und wissen, was sie tun. Zudem lieben sie diesen Job.“

Die fachmännische Unterstützung für die kriminalistischen Ermittlungen kam von Berater Tom Knowles, einem FBI-Veteranen mit 22 Jahren Erfahrung, der vor kurzem in den Ruhestand ging. Unter anderem überprüfte Knowles mit Thornton und Ethan Embry das Drehbuch auf Authentizität. „Man bat mich zum Beispiel, den Schauspielern am Tatort zu erklären, worauf sie achten sollen, welche Beweise wichtig sind und welche nicht“, erklärt Knowles.

An einem Tatort liegt eine Leiche, die einen kleinen Kopfhörer trägt und von Fußabdrücken umgeben ist. „Da konzentrieren sich alle auf die Fußabdrücke“, sagt Knowles. „Fußabdrücke sind gute Beweise, aber Mikrophone können, wie alles was von Menschen produziert wurde, bis zum Hersteller oder Verkäufer zurückverfolgt werden. Diese Spur kann einen dann zum potentiellen Verdächtigen führen.“

Eine von Knowles Ehrenmedaillen fand Verwendung im Büro von Agent Thomas Morgan. „Sie haben beide den gleichen Vornamen“, sagt Carr. „Beim schnellen Hinsehen kann man es gut für eine Medaille von Thomas Morgan halten.”

In einer Szene tritt Knowles ebenfalls auf und tut das, was er am besten kann – wie ein Polizist zu fahren. „Es ist eine dieser rasanten Fahrten, die jeder Polizist schon tausendfach gemacht hat. Ich habe nur versucht, ihre Autos nicht zu ruinieren“, sagt er und fügt hinzu: „Ich hatte eine gewisse Reputation, einige unserer staatseigenen Fahrzeuge während meiner Karriere zu Schrott gefahren zu haben.“

Die Aufgabe, eine glaubwürdige Welt für diese Geschichte zu schaffen, lag bei Produktionsdesigner Tom Sanders und seinem Team. „Wir wollten, das alles so realistisch wie möglich aussieht“, sagt Sanders, der zahlreiche Auszeichnungen für seine Arbeit an Filmen wie „Der Soldat James Ryan”, „Braveheart“ und „Bram Stoker’s Dracula” bekam. Obwohl es über 90 verschiedene Schauplätze gab und einen engen Terminplan, war Sanders begeistert von der besonderen Herausforderung von „Eagle Eye – Außer Kontrolle“: „Ich habe schon für viele historische Filme gearbeitet, deswegen war es eine schöne Abwechslung, einmal in die Gegenwart zu wechseln.“

Um Schauplätze wie das Repräsentantenhaus im U.S. Capitol nachzubauen, jener Ort, von dem der Präsident seine Ansprache an die Nation hält, reisten die Filmemacher häufig zur Recherche nach Washington. Die Kulisse wurde von Sanders und seinem Team fast im Originalmaßstab in einer Studiohalle errichtet und überzeugte in seiner Detailtreue auch ausgewiesene Fachleute. „Die Vorarbeit und Recherche, die schon vor meiner Arbeit geleistet wurde, war phänomenal“, sagt Bryn Forhan, der technische Berater für den Kongress. „Die haben ihre Hausaufgaben zu 110 Prozent erledigt.”

Ausstatter Carr kümmerte sich nicht nur die Reproduktion einer seltenen Silbermedaille, die bei Ankunft des Präsidenten vom House Sergeant-at-Arms getragen wird, sondern er schuf auch die Kopie des berühmten Gemäldes des französischen Generals Lafayette, der als erster ausländischer Staatsmann im Repräsentantenhaus sprach. „Ich stieß auf einen wunderbaren Porträtmaler namens Marian Westall, der ein Experte für Lafayette war und fand Porträts von ihm“, erläutert Carr.

Einige Regierungsgebäude sind der Öffentlichkeit nicht zugänglich. So wurde das National Military Command Center frei nach Fantasie entworfen und gebaut. „Wir wussten nicht, wie es dort aussieht“, sagt Carr. „Es gibt keine Pläne dazu. Wir haben uns also vorgestellt, dass in diesem Raum die Leute an vielen Monitoren und Schreibtischen arbeiten. Weil niemand Zutritt zu diesen Büros bekommt, haben wir bei diesen Entwürfen auf unsere künstlerische Freiheit zurückgegriffen.“

Dank der Unterstützung durch das Verteidigungsministerium bekam die Produktion die seltene Möglichkeit, direkt im Pentagon zu drehen, wo jene Szene spielt, in der ein Black Hawk Helikopter auf dem Rasen vor dem Gebäude landet. „Diese Szene benötigte die Zusammenarbeit von mehreren Abteilungen“, erklärt Vince Ogilvie, Deputy Special Assistant for Entertainment Media beim Verteidigungsministerium. „Um in diesem sehr sensiblen Luftraum unserer Hauptstadt die verschiedenen Luftaufnahmen vom Pentagon zu drehen, bedurfte es der Zustimmung des Department of Transportation, des Department of Homeland Security und des Department of Defense.“

Der Aufwand hinterließ bei Schauspieler Michael Chiklis bleibenden Eindruck: „Mit einem Black Hawk Helikopter auf dem Rasen des Pentagon zu landen ist schon sehr beeindruckend”, sagt er. „Es ist ein einzigartiges Gefühl, an Orte zu kommen, die einem Zivilisten nie zugänglich sind und wo sich sonst so mächtige Leute wie der Verteidigungsminister bewegen. Für einen Schauspieler ist das eine sehr aufregende Erfahrung.“

Ogilvie koordinierte nicht nur die Beziehung zwischen der Produktion und dem Verteidigungsministerium, sondern beriet mit seiner 28jährigen Erfahrung als Soldat auch Michael Chiklis. „Seine Darstellung des Geoff Callister basiert auf den vier Verteidigungsministern, für die ich gearbeitet habe“, sagt Ogilvie.

Produktion: Big Brother Is Watching

Sie haben Feierabend. Sie schalten Ihren Computer aus und das Netzwerk teilt Ihrem Chef genau mit, wie weit Sie mit diesem Bericht gekommen sind, der am Freitag fertig sein muss. Auf Ihrer Heimfahrt bekommen Sie auf Ihrem PDA eine Mitteilung von Ihrem „Smart“-Haushalt, dass Sie Milch benötigen. Das GPS-System in Ihrem Auto zeigt Ihnen die beste Einkaufsmöglichkeit. Mit einem Anruf teilt Ihnen Ihr Sohn mit, dass er bei einem Freund essen wird und dank GPS wissen Sie genau, wo das sein wird. Sie erinnern ihn, dass er noch seine Asthma-Medikamente einnehmen muss, was Sie durch eine Mitteilung vom computerisierten Gesundheitssystem Ihrer Familie erfahren. Dort weist man Sie zugleich auf Ihre anstehende Vorsorgeuntersuchung hin. All das ist längst keine Zukunftsmusik mehr…

Unser Alltag wird durch eine Armada technologischer Hilfsmittel bestimmt: Handys, GPS, Geldautomaten, Computer, Überwachungskameras, Verkehrskameras, Magnetstreifen auf Kreditkarten, Ausweisen und Führerscheinen – all das soll unser Leben leichter und sicherer machen. Computer vereinfachen die Organisation und Kontrolle von Informationen, Kommunikation, Transport, Militär, Finanzmärkten und Kraftwerken – die gesamte Grundlage für unser tägliches Leben. „Wie haben sehr viel in diese Dinge investiert“, erläutert Shia LaBeouf, „schließlich soll unser Leben damit einfacher werden.“

„Allerdings“, so merkt LaBeouf an, „machen sich nur wenige Menschen Gedanken darüber, wie das alles funktioniert.“ Jeden Tag wird unsere Welt fast unbemerkt digital aufgezeichnet und die Daten gesammelt: unsere Bilder, Namen, Sozialversicherungsnummern, Einkaufsvorlieben und wo wir in der realen und der virtuellen Welt unterwegs sind. Auf dieser neuen digitalen Landkarte kann man ablesen, wer wir sind, was wir mögen, was wir ablehnen, unsere Geheimnisse, was wir tun und was wir lassen. Unsere Gesichter, Augen und Stimmen können gemessen, digitalisiert, aufgenommen und gespeichert werden. Mit dem Anwachsen der Computer- und Speicherkapazitäten steigen zugleich die Möglichkeiten der Kontrolle. „Alles, was wir in diesem Film tun, reflektiert auf die eine oder andere Weise die Welt in der wir leben“, erläutert Kurtzman.

Der Film stellt die Frage: Was wäre, wenn…? Was wäre, wenn jemand die Möglichkeit entdeckt, auf all diese Daten und die ganze Technologie zuzugreifen?

Was passiert, wenn das gegen Sie verwendet wird?

Die zentrale Idee in diesem Albtraumszenario, bei dem unschuldige Menschen erfasst und verfolgt werden, ist heute aktueller als zu jener Zeit, als Spielberg die Idee zu diesem Projekt hatte. Inzwischen hat sich die Technologie exponentiell entwickelt. Eine Welt, in der man beobachtet wird, jeder Schritt aufgezeichnet und gespeichert werden kann, ist nicht mehr Science Fiction, sondern Realität. „Es ist schon unglaublich, dass Steven Spielberg all diese Dinge vor fast zehn Jahren schon vorhergesehen hat“, betont LaBeouf.

Kurtzman erläutert, dass sich die Technologie derart rasant entwickelt, dass sich bei der gemeinsamen Drehbucharbeit mit Produzent Roberto Orci die Geschichte immer mehr der Wirklichkeit genähert hat. „Die Idee von Steven war damals Science Fiction“, sagt Kurtzman. „Aufregend war für uns, dass es nun längst kein futuristisches Szenario mehr ist. Die Technologie entwickelt sich so rapide, dass täglich mehr und mehr Dinge möglich werden.“

Besonders beängstigend ist der Umstand, dass die Kontrolle von Jerry und Rachel durch die Manipulation einer Vielzahl scheinbar ganz harmloser Technologien stattfinden kann.

Monaghan faszinierte das Filmthema, wie alltägliche Technik als Waffe verwendet werden kann. „Wir verlassen uns auf diese Technik und wir sind davon abhängig“, sagt sie. „Ich fand die Vorstellung sehr beängstigend, wie diese Technologie gegen uns verwendet werden kann – genau das hat mich bei diesem Drehbuch so fasziniert.“

Während seiner Vernehmung springt Jerry aus dem FBI-Büro dank eines Kranauslegers, der durch die Fenster kracht. Rachel beobachtet die Videobildschirme in einem McDonalds, die plötzlich Live-Bilder von ihrem Sohn zeigen. Eine Stimme am Telefon sagt ihnen genau, was sie tun sollen, wenn sie schlimme Konsequenzen vermeiden wollen. Jerry und Rachel sind Spielbälle auf dieser neuen digitalen Landkarte.

„Wir wissen nur, dass es da diese kräftige Stimme gibt“, sagt LaBeouf, „man hört sie in jedem Auto, jedem Flugplatz und überall, wo es moderne Technik gibt. Wir wissen nicht, warum man uns diese Anweisungen gibt. Wir wissen lediglich, dass diese Stimme über eine ziemliche Macht verfügt und dass wir und unsere Lieben in Gefahr geraten, wenn wir nicht ihren Vorgaben folgen. Wir wissen nicht, woher das alles kommt. Wir wissen nur, dass wir von allen Seiten umstellt sind und dass es keine Möglichkeit der Flucht gibt.“

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