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Filmhandlung und Hintergrund

Dutschke: TV-Dokudrama über das Leben Rudi Dutschkes mit Christoph Bach in der Titelrolle.

In einer Mixtur aus Spielszenen, Dokumentaraufnahmen und Interviews mit Zeitzeugen erzählt das Doku-Drama einen Lebensabschnitt des deutschen Studentenführers Rudi Dutschke nach. Von der von ihm angeführten Demonstration gegen den Besuch des kongolesischen Ministerpräsidenten Moise Tshombé in Berlin im Dezember 1964 bis hin zu Dutschkes Tod am Heiligen Abend 1979.

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Kritikerrezensionen

  • Wenn das Leben großer Menschen Filmstoff wird, wirken die Werke meist wie aus einem Guss: Die Biografien werden ohne Brüche erzählt. Um so faszinierender ist der Ansatz dieses Doku-Dramas über Rudi Dutschke: Der Film wird durch die Brüche und Widersprüche erst richtig reizvoll.

    Das mehrfach gemeinsam ausgezeichnete Duo Daniel Nocke und Stefan Krohmer („Ende der Saison“, „Familienkreise“) führte zunächst Interviews mit den Freunden und Weggefährten des Studentenführers; erst dann schrieb Nocke sein Drehbuch. Auf diese Weise ist ein Porträt entstanden, dass der Persönlichkeit Dutschkes vermutlich gerechter wird als eine um möglichst große Wahrhaftigkeit bemühte Dokumentation.

    Beinahe lustvoll lassen Nocke und Krohmer dank der Montage die eitlen Protagonisten aufeinanderprallen. Vor allem Dutschkes Mitstreiter Gaston Salvatore (Pasquale Aleardi) und Bernd Rabehl (Matthias Koeberlin) machen einander die Meriten streitig. Aus Sicht Rabehls war Salvatore bloß ein besserer Chauffeur, der von Politik keine Ahnung hatte, während Salvatore auf seine verschiedenen Funktionen verweist. Dass beide mit der Legendenbildung in eigener Sache vor allem ihrer Eitelkeit dienen, spielt überhaupt keine Rolle, denn es erhöht die Unterhaltsamkeit des Films ungemein. Außerdem wirft es ein treffendes Licht auf die Zerrissenheit der Studentenbewegung.

    Ein Einwand Salvatores ist allerdings völlig angebracht: Seiner Meinung nach sollte ein Film über Rudi Dutschke mit dem Attentat im April 1968 enden. Tatsächlich ist das Drama im letzten Drittel mitunter genauso kraftlos wie Dutschke selbst, der sich nie wieder von den Schüssen in den Kopf erholt hat und elf Jahre später an den Spätfolgen der Verletzungen starb. Nocke (Jahrgang 1968) und Krohmer (1971) konnten und wollten Salvatores Rat allerdings schon deshalb nicht folgen, weil sie sich dann um ihren eleganten Epilog gebracht hätten. Aber dass Dutschke am Ende zum Grünengründer wird, dürfte eher eine Frage der filmischen Dramaturgie als der historischen Korrektheit sein.

    Gemessen am Gesamteindruck ist diese Kritik jedoch nebensächlich, zumal die Spielszenen fast stärker sind als die Interviews; und das ist das Verdienst von Christoph Bach. Sein Dutschke wirkt in den ersten Szenen etwas steif, wird mit zunehmender Filmdauer aber immer sympathischer, zumal er zumindest bis zum Attentat stets etwas Schelmisches hat. Außerdem setzt der Studentenführer die richtigen Prioritäten: Wenn sein kleiner Sohn die Hosen voll hat, muss die Revolution eben noch warten. Einen ganz erheblichen Beitrag zur Authentizität der Spielszenen leisten Maske, Kostüm und Ausstattung: Anders als in vergleichbaren Filmen wirken Frisuren, Kleider, Tapeten und Möbel nicht sorgsam rekonstruiert, sondern auf verblüffende Weise völlig echt. tpg.

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