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Fakten und Hintergründe zum Film "Drag Me to Hell"

Fakten und Hintergründe zum Film "Drag Me to Hell"

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Produktion: Die Entstehung

Vor über 10 Jahren schrieben die Brüder Sam und Ivan Raimi den ersten Entwurf des Drehbuchs, aus dem schließlich „ Drag me to Hell“ wurde. Am Anfang hieß das Buch noch ganz einfach „The Curse“. „Wir mochten die Idee von Flüchen schon immer“, erklärt Ivan Raimi. “Es gefällt uns, darüber nachzudenken, was mit einer ganz normalen Person geschehen würde, wenn sie verflucht und in diese außergewöhnliche Situation geraten würde.“

Zufällige, ungewollte Helden oder Krieger haben die beiden schon immer gereizt – von „Darkman“ über „Armee der Finsternis“ bis „Spider-Man“ 2 und 3. So wie der „Tanz der Teufel“-Held Ash Williams und Spider-Mans Alter Ego Peter Parker ist Christine ein ganz normaler Mensch, den es in eine fantastische Parallelwelt verschlägt. Ohne jede Vorwarnung mehren sich bizarre Schrecken und ihr normaler Alltag wird von einem gespenstischen Grauen überrollt. Ein Überraschungsangriff durch eine zornige Frau in ihrem Auto, groteskes Nasenbluten mitten an ihrem Arbeitsplatz, schlimme Tagträume und noch schlimmere Alpträume in der Nacht – übertroffen wird das Ganze noch durch eine surreale Séance und einen atemlosen Endkampf gegen das Böse, um dem sicheren Ende zu entgehen.

Beim Schreiben erdachten sich die Raimi-Brüder jenes Wesen, das zur übernatürlichen Heimsuchung Christines wird, und entschlossen sich für eine mythologische Bestie: die dämonische Lamia. Die Lamia gibt es in verschiedenen Verkörperungen in vielen Kulturen – von der griechischen Göttin, die nach dem Diebstahl ihrer Kinder durch Hera zur Mörderin wurde, über den menschenfressenden Unhold bis zum Sukkubus oder zur Chimäre aus Mensch und Ziegenbock. Die Sagen über diese Wesen haben eines gemein, so Ivan Raimi: „Lamia ist in all diesen Geschichten ein Dämon, der seine verzweifelt schreienden Opfer gewaltsam in die Hölle zerrt.“

Abgesehen von den ersten Szenen des Films schrieben Sam und Ivan Raimi „ Drag me to Hell“ aus der Perspektive von Christine. Nach dem Prolog ist sie in jeder Szene zu sehen. Der Film ist wie eine Fahrt durch eine Geisterbahn und Christine ist der Wagen, in dem man sitzt. Alle Nebenplots werden immer unwichtiger angesichts ihrer zunehmenden Panik und ihrer Verzweiflung über die böse Heimsuchung.

Als Gegenpart zum Aberglauben und zu den Ängsten Christines schrieben die Drehbuchautoren ihren rationalen und vernunftgläubigen Freund Clay ins Drehbuch, einen Professor, der ihr zunächst nicht wirklich glauben kann, dass Mrs. Ganush sie verflucht haben soll. Ivan Raimi beschreibt die Beziehung der beiden so: “Clays Liebe zu Christine ist stärker als das, was ihm sein Verstand sagt – insofern ist der Film auch eine echte Liebesgeschichte.“

Sam Raimi wollte den Film schon nach dem ersten Entwurf des Drehuchs machen, doch dann nahmen andere Projekte an Fahrt auf und „The Curse“ wurde zurückgestellt. Die „Spider-Man“-Trilogie nahm fast ein ganzes Jahrzehnt in Anspruch und so gab es bis 2007 keine Möglichkeit, „ Drag me to Hell“ mit der nötigen Aufmerksamkeit anzugehen.

Dann aber entwickelten Rob Tapert, Raimis Partner bei Ghost House Pictures, und Grant Curtis das Projekt weiter, Ghost House Pictures sicherte die Finanzierung und Universal übernahm den Verleih in Amerika und ausgewählten internationalen Territorien, während Mandate - geführt von den ausführenden Produzenten Nathan Kahane und Joe Drake – den Löwenanteil der internationalen Distribution besorgte.

„Dieser Film ist Sams Möglichkeit zu der Art Filmemachen zurückzukehren, die ich als Horrorfan immer in ihm gesehen und geliebt habe“, so Tapert. „Etwas Wildes, Unberechenbares und Überraschendes.“

Raimis langjähriger Produktionspartner war neugierig darauf, was sein Freund nach drei gigantischen Blockbustern mit einem kleineren Budget anfangen würde. „Nach den ‚Spider-Man’-Filmen beherrscht er alle Instrumente des Filmemachens mit noch größerer Souveränität“, fügt Tapert hinzu. „Er versteht alles über das Filmemachen und über Spezialeffekte. Und er hat all das bei „ Drag me to Hell“ genutzt, um etwas zu erschaffen, was das Publikum so hoffentlich noch nicht vorher erlebt hat.“

Produktion: Effekte, Stunts, Make-Up und Puppenspi

Die vielen Schreckmomente und das näher kommende Grauen in „ Drag me to Hell“ sind das Endresultat von umfangreichen Green-Screen-Aufnahmen, Puppenspiel, Prothesen-Herstellung, kreativen Bauten und GGI-Bearbeitungen. Raimis einfallsreiches Team hinter der Kamera besteht aus langjährigen Mitstreitern und neuen Talenten, die allesamt auf einen großen Erfahrungsschatz in der Welt des Horrors zurückblicken können.

Kameramann Peter Deming, der mit Raimi schon bei „Tanz der Teufel 2“ gearbeitet hat und Kameramann bei den letzten beiden „Scream“-Filmen und bei „From Hell“ war, nutzte vor allem eine sehr realistische Beleuchtung. Während Christine immer deutlicher in die Fänge der übernatürlichen Macht Lamias gerät, verringerte Deming zudem die Lichtstärke immer weiter. „Wir haben oft die vorhandenen Lichtquellen genutzt“, erklärt Deming, „und nicht mal die Farben auskorrigiert – so wie in der Garagenszene, wo das Licht einen blaugrünen Stich hat. Normalerweise würde man korrigierte Glühbirnen einschrauben, aber wir haben meistens das genommen, was da war, sogar bei den Straßenaufnahmen. Wir haben diesen Straßenlicht-Look mit Innenausleuchtung gemischt. So gibt es viele seltsam wirkende Farbeinfälle, die wir bewusst zugelassen haben, um einen natürlicheren Eindruck zu erzeugen. So hat man das Gefühl, in einer überhöhten Realität zu stecken.”

Deming war darüber hinaus an der Gestaltung der atmosphärischen Elemente für die Szenen mit Lamia beteiligt, z. B. die Lichtreflexe, die auf den zitternden Mylar geworfen werden oder das Einfangen des unnatürlichen Winds, der die Blätter über die Straße weht. „Sam liebt solche B-Movie-Elemente“, erinnert sich Deming. „Er genießt es immer wieder, solche Sachen wie den Wind aus dem Nirgendwo, das Wackeln der Kamera oder die einfallsreichen, interaktiven Lichteffekte einzubauen. Er braucht das einfach.“

Die beiden Spezialisten für die Make-up-Effekte, Greg Nicotero und Howard Berger von der KNB EFX Group, haben mit Raimi schon bei verschiedenen Filmen zusammengearbeitet. Bei „Tanz der Teufel 2“ trafen Nicotero und Berger Mitte der 80er-Jahre das erste Mal auf Raimi und arbeiteten dann bei „Armee der Finsternis“ wieder mit ihm. Als sie von „ Drag me to Hell“ hörten, war Nicotero froh, dass Raimi zum großen Teil traditionelle Effekte einsetzen wollte. „Visuelle Effekte sind nett, aber es ist immer noch etwas Besonderes, wenn eine Horde Jungs an Kabeln zieht und eine Puppe bewegt“, lacht Nicotero. „Sam liebt das noch immer.“

Einige der Schauspieler stellten sich der Herausforderung, die Stunts für ihre Rollen selber zu machen. Dazu gehörten auch Lohman und Raver, die den Kampf im Auto selbst nachstellten. Raimi war beeindruckt von der Konzentration seiner Hauptdarstellerinnen in dieser Szene und sein Team achtete streng auf die Einhaltung aller Sicherheitsvorkehrungen. „Randy war extrem vorsichtig mit ihnen“, so Raimi. „Er zeigte den Schauspielerinnen erst Proben mit Stuntfrauen, sodass Alison und Lorna genau sehen konnten, wie die Szene ablaufen sollte. Dann kamen die Schauspielerinnen selbst dran und wurden anhand der vorherigen Demonstrationen darauf hingewiesen, was sicher und was unsicher ist. Anschließend machten sie es dann selbst.“

Ähnliches galt auch für eine Szene in Christines Haus, in der Lohman mit Kabeln verschnallt wurde und dann durch das Schlafzimmer gezerrt und geworfen wurde, um den Angriff Lamias zu zeigen. Die Filmemacher probten die Szene eine Woche lang mit einem Stuntdouble und holten dann Lohmann für einen Tag an den Set, um die Szene zu drehen. „Eine der größten Herausforderungen war, Alison vorzubereiten und ihr die Ängste zu nehmen”, so Stunt-Coordinator Randy Beckman. „Nur so konnte sie die meisten Stunts selber machen. Sie ist viel gefallen. Sie ist viel geflogen und sie ist mehr als einmal auf den Boden geschlagen – und sie ist immer voll und ganz dabei gewesen.“

Für eine der wenigen Szenen des Filmes, in denen es Blut zu sehen gibt – das explosive Nasenbluten Christines in der Bank - bestand Sam Raimi auf einer physischen Umsetzung. Um dieses extreme Nasenbluten auf der Leinwand einzufangen, verlegte der Make-up-Spezialist Nicotero einen Schlauch hinter Lohmans Ohr und führte ihn über das Gesicht in ihre Nase. Sein Team baute eine kleine Blut-Tasche und klebte sie in ein Nasenloch und sorgte dafür, dass das Blut bei seinem Austritt auch noch an einem extra befestigten Zapfen in der Nase abprallte. Einmal gelang es ihnen, die rote Flüssigkeit über eine beeindruckende Distanz von 4 Metern zu verschießen.

„Es war bizarr“, erinnert sich Lohman lachend an die blutige Nasenverkabelung. „Der Schlauch war wie eine Sprinkleranlage in der Nase und dann ging er an. Das Seltsamste war der Druck und die Menge Blut, die da durchgejagt wurde.“

Zu KNBs Beiträgen zu „ Drag me to Hell“ gehören auch die verschiedenen Inkarnationen von Mrs. Ganush, wie ihr einbalsamierter Körper, den Christine bei der Totenwache sieht, der verrottende Körper aus dem Alptraum der jungen Bankangestellten und ihr „friedlich ruhender“ Körper im Grab.

Um eben all diese unterschiedlichen Auftritte Mrs. Ganush darzustellen, musste das Make-up- und das Spezialeffekte-Team in der Maske viel Zeit mit Lorna Raver verbringen und die verschiedenen Körper- und Gesichtseffekte herstellen. „Lorna ist eine tolle Schauspielerin und sie war unglaublich hart im Nehmen“, lobt Nicotero lachend. „Wir mussten nicht nur verschiedene Abdrücke ihres Gesichts mit unterschiedlichen Ausdrücken abnehmen, sondern wir haben sie auch noch nach Burbank in die Firma Cyber Effects geschickt, wo sie von Kopf bis Fuß gescannt wurde, um uns dreidimensionale Kopien ihres Körpers zu ermöglichen. Außerdem haben wir sie mit aufgerissenem Mund und ihrem völlig durchgedrehten, abscheulichen, Hexen-Gesichtsausdruck gescannt. Das alles gehörte dazu.“

Zu den anderen Aufgaben von KNB gehörte auch die Steuerung der mechanischen Ziege, die man in der Séance-Sequenz erlebt. Im Anwesen von Shaun San Dena wird Lamia beschworen und geht für eine gewisse Zeit in eine Ziege über, die eigentlich getötet werden soll, um dadurch dem bösen Spuk ein Ende zu bereiten. „Sam und ich hatten darüber nachgedacht, Lamia als eine Kreatur erschaffen, die halb Ziege und halb Mensch ist… mit Hörnern und einer großen Prothese“, so Nicotero. „Wir hatten uns auch darüber unterhalten, ob wir das gewünschte Ergebnis am Besten mit einem Anzug erreichen oder mit einer Puppe.“

Raimi beschloss, dass Lamia eine unsichtbare Kraft sein soll, die bei der Séance in der Lage ist, die Körper der Beteiligten und der Ziege zu übernehmen. Um den Einfluss des Dämons zu zeigen, übertrug das KNB-Team das „Ziegen“-Motiv Lamias auf das Make-up der anderen Übernommenen – Kontaktlinsen, weite Nasenlöcher und längere Brauen sowie Puppillen-Schlitze und angespitzte Zähne – und zumindest einer der Raimis wurde von der animatronischen Ziege erschrocken. „Greg hat sich ein paar Mal einen Spaß daraus gemacht, mich zu erschrecken“, lacht Ivan Raimi. „Ich ging in den Séance-Raum und im Augenwinkel sah ich auf einmal, wie die Ziege mir mit ihrem Kopf folgte. Und als ich anhielt und mich umdrehte, bewegte sie sich nicht mehr.“

Nicotero, der auch schon eine Puppe von Bill Paxton für Sam Raimis „Ein einfacher Plan“ gebaut hatte, bewundert die Leidenschaft des Regisseurs für die Arbeit mit Puppen. „Sam hat eine Schwäche für Puppenspieler“, so Nicotero. „Er mag den Gedanken, dass hinter jeder Puppe ein Mensch steht, der sie und ihren Charakter zum Leben erweckt, und dass nicht nur paar Kabel gezogen werden müssen. Sam ist einer der wirklich wenigen Regisseure, die begreifen, dass das Puppenspiel tatsächlich eine Kunstform ist.”

Produktion: Das Design

Die Dreharbeiten für den Horrorfilm begannen mit Location-Aufnahmen in Tarzana, California, in einem ehemaligen Bankgebäude, das als Christines Arbeitsplatz Wilshire Pacific Bank umgestaltet wurde. Die gedämpfte, in erdigen Tönen gehaltene Ausstattung der Bank wurde von Produktionsdesigner Steve Saklad entworfen, der vorher schon mit Raimi bei „Spider-Man 2“ gearbeitet hatte.

Verschobene Blickwinkel, ungewöhnliche Ansichten (buchstäblich und bildlich) und ein verdrehter Sinn für Humor machen „Drag me to Hell“ einzigartig. Umgeben von zahllosen technischen Effekten, aufregenden Settings und ideenreichen Kamerawinkeln ist es Raimi trotzdem gelungen, sich seine Konzentration auf Story, Charaktere und Darstellung zu bewahren.

Jeder einzelne von Saklads Set-Entwürfen spiegelt das Geschehen der jeweiligen Szenen wieder. Die farblose Langeweile der Bank wird auf einmal durch spritzende Blutströme kontrastiert, der exotische, ausstaffierte Séance-Raum mit seinen spirituellen Ornamenten wird zum Spielplatz übernatürlichen Grauens und der Friedhof bietet das perfekte schmutzig-düstere Setting für den Endkampf mit Mrs. Ganush in ihrem ausgehobenen Grab 2 Meter unter der Erde. Um Spannung und Horror des Drehbuchs einzufangen, nutzte die Ausstattungs-Crew einerseits echte Locations und andererseits wurden Sets von Grund auf neu gebaut.

„Wir haben uns für Rham Jas und Christine Hintergrundgeschichten einfallen lassen, sodass wir ihre Räume mit Familiengeschichten und Erlebnissen ihres Lebens auffüllen konnten“, so Saklad. „Es war uns wichtig, alles so echt wie möglich zu gestalten. Solange wir ihm eine reale Welt lieferten, konnte Sam mit seinen Ideen für die Actionabschnitte des Films so wild sein wie er will. Wenn man das Gefühl bekommt, das Mädchen würde gegen eine Pappwand fliegen, ist der Gag dahin. Umso realer wir waren, desto besser wirkte der Horror.“

Ein weiterer wichtiger Beitrag zur großen Vielfalt der „ Drag me to Hell“-Welt ist das Kostümdesign von Isis Mussenden. So wie die anderen mit der Ausstattung, den Bildern, dem Licht, dem Make-up und den Effekten, wollte sie die Geschichte jedes einzelnen Charakters über die Kleidung erzählen. „Christine sieht man zunächst als ehrgeiziges junges Mädchen in einer Bank. Sie versucht konservativ zu wirken, hat aber einen Sinn für modischen Stil“, erklärt die Designerin. „Und während sie unsicherer wird und das übernatürliche Grauen näher rückt, verschlechtert sich ihr Zustand. Also haben wir das in ihrer Kleidung aufgegriffen. Wir haben die Sättigung der Farben verringert.”

Das Kostümdesign von „ Drag me to Hell“ reichte von Christines Büro-Outfit bis zu Rham Jas’ spirituell angehauchter Kleidung. Mussenden arbeitete eng mit den Schauspielern zusammen, um für jeden Charakter einen aussagekräftigen und zugleich authentischen Look zu erschaffen.