Drag Me to Hell

   Kinostart: 11.06.2009
zum Trailer

Filmhandlung und Hintergrund

Bei seiner Rückkehr zum Horrorgenre schickt "Tanz der Teufel"-Regisseur Sam Raimi eine unbedarfte Bankangestellte schnurstracks in die Hölle.

Christine (Alison Lohman) lebt glücklich mit ihrem Freund Clay (Justin Long) in Los Angeles und arbeitet in der Finanzbranche. Um vor ihrer hinterlistigen Kollegin die ersehnte Beförderung zu ergattern, müsste sie allerdings eine harte Entscheidung fällen. Also übervorteilt sie bei der Kreditvergabe eine Zigeunerin, die dadurch ihr Obdach verliert - und sich mit einem fiesen Fluch revanchiert. Nun bricht die Hölle los! Nur ein Seher (Dileep Rao) weiß Rat.

Stephen Kings

Die Bankangestellte Christine Brown ist eine gute Seele, was sich als nachteilig erweist, wenn es um die kritische Vergabe von Krediten geht. Zumindest wird sie von ihrem Chef Mr. Jacks gedrängt, härter mit den Kunden umzugehen. Weshalb Christine entgegen ihrer eigentlichen Überzeugung einer alten Zigeunerin trotz ihres Flehens und Bettelns ein Darlehen verweigert. Die Zigeunerin reagiert mit Hass und schwört Christine, in drei Tagen würde sie zur Hölle fahren. Kurz darauf ereignen sich merkwürdige Ereignisse.

Bilderstrecke starten(16 Bilder)
Alle Bilder und Videos zu Drag Me to Hell

Darsteller und Crew

Videos und Bilder

Kritiken und Bewertungen

3,8
5 Bewertungen
5Sterne
 
(3)
4Sterne
 
(0)
3Sterne
 
(0)
2Sterne
 
(2)
1Stern
 
(0)

Wie bewertest du den Film?

Kritikerrezensionen

    1. Sam Raimis Rückkehr zur alten Horror-Schule: Eine irrsinnige Geisterbahnfahrt voller verrückter Ideen, die in erster Linie großen Spaß macht.
    2. Drag Me to Hell: Bei seiner Rückkehr zum Horrorgenre schickt "Tanz der Teufel"-Regisseur Sam Raimi eine unbedarfte Bankangestellte schnurstracks in die Hölle.

      Nach mehr als fünf Jahren an der Seite des „Spider-Man“ lässt Sam Raimi wieder die Teufel tanzen und kehrt mit seinem ersten Horrorfilm seit mehr als 20 Jahren wieder zu seinen Anfängen zurück.

      Wenn man heute einen Blick auf „Tanz der Teufel“ wirft, kann man beim besten Willen nicht mehr verstehen, warum das Debüt von Sam Raimi vor einem Vierteljahrhundert den Zorn von Jugendschützern so sehr entfachte, dass der Film schließlich von der Staatsanwaltschaft kassiert und beschlagnahmt wurde und sich ein jahrelanger Rechtsstreit um das Schicksal des effektvollen Schreckensritts anschloss. Gewiss, „Tanz der Teufel“ lebt auch von drastischen Momenten, aber es überwiegt doch ein beinahe humorvoller Ton mit einer Liebe zum Slapstick, der die kruden Splatterattacken und Schockmomente gut ausbalanciert. Zwischen Schmunzeln und Erschrecken oszilliert nun auch Raimis Rückkehr zu seinen Wurzeln, ein naher Verwandter von „Tanz der Teufel 2“, ohne allerdings dessen manische Energie reproduzieren zu können. Das Brutalste an „Drag Me to Hell“ ist sein Titel - graphisch dargestellte Gewalt findet entweder gar nicht statt, oder aber auf ähnlich grotesk augenzwinkernde Weise wie bei den Three Stooges oder den „Roadrunner“-Cartoons.

      Auf gut deutsch: Ernst muss man nichts nehmen, wenn Raimi die arme Alison Lohman als einfache Bankangestellte Charlotte, die einer Zigeunerin trotz Bitten und Flehens eine Verlängerung einer Stundung verweigert, mit einem Fluch belegt und in die Hölle schickt. Das allerdings mit ausreichend Umwegen, um die Möglichkeiten des filmischen Buh-Machens in ein paar bisweilen beeindruckenden Sequenzen bis an seine Grenzen auszureizen, auch wenn einem schnell klar wird, dass Raimi wenig mehr einfällt, als immer denselben Schockeffekt zu variieren. Wer sich darauf einlassen kann, der wird durchaus durch ein Wechselbad der Gefühle geschickt, auch wenn die Erzählung am Simplizität kaum zu überbieten ist. Lohman, die kurzfristig Ellen Page ersetzte, erweist sich als sympathische Hauptdarstellerin und als willfähriges Opfer, die dem insgesamt etwas zu lichtdurchfluteten Film auch einen klassischen Moment schenkt: Wenn Raimi sie beim Ausbuddeln der Leiche ihrer verschiedenen Peinigerin von unten filmt, im strömenden Regen, als Amazone, die endlich ihr Schicksal in eigenen Händen hält. Das ist dann wahrhaft unwiderstehlich. ts.
      1. Im Grunde wirkt „Drag me to Hell“ wie eine weitere Fortsetzung von Sam Raimis “Evil Dead”-Trilogie, was kaum verwundert, da der längst zum Blockbuster-Spezialist aufgestiegene Regisseur das Drehbuch gemeinsam mit Bruder Ivan kurz nach dieser Periode verfasste. Gewissermaßen handelt es sich um eine Art Familienunternehmen, denn die gesamte Raimi-Sippe sowie sein früherer Partner Scott Spiegel geben sich in Cameo-Auftritten die Ehre. Filmisch und inhaltlich kehrt der Meister der entfesselnden Kamera zu seinen Anfängen zurück. Um dies zu unterstreichen, setzt er zu Beginn das Achtziger-Universal-Logo und nach den Endcredits den vertrauten Hinweis auf die Studio-Tour ein. Während Computereffekte verhalten integriert wurden, baut die filmische Achterbahnfahrt auf Masken und Puppentricks, um mit weiß gefärbten, verzerrten Fratzen und Deformationen Entsetzen zu verbreiten. Eine Sequenz, in der gehörnte Sukkubus Christines Treppen herauf schleicht, erinnert an Murnaus „Nosferatu“. Doch zumeist packt Raimi verstärkt den Holzhammer aus, um sein Publikum mit lautem Orchestertremolo und überraschenden Schnitten zu erschrecken.

        Diese Art forcierter Übertreibung mündet wie in den späteren „Evil Dead“-Teilen meistens in schrägen Verwicklungen und makaberen Gags. Schon die Besetzung mit Komödien erfahren Darstellern wie Justin Long als Christines zunehmend verstörter Freund oder David Paymer als ihr Profit orientierter Chef weist in diese Richtung. Einige Pointen kennt man zwar, wie das heraus geschlagene Monsterauge, das geradewegs in den geöffneten Mund seines Opfers springt, doch erneut verfehlen solche wüsten Scherze ihre Wirkung nicht – vorausgesetzt, man mag diese Art derben Humors.

        Stets bauen die Raimi-Brüder für ihre geschundene Protagonistin, die mit zwiespältigen Handlungen mitunter negative Seiten offenbart, eine Reihe von Alltagssituationen auf, wie Autofahrten, Bürogespräche mit dem schmierigen Kollegen oder dem verdutzten Boss bis hin zum wichtigen Abendessen mit den misstrauischen Eltern des Freundes, die dann regelmäßig in Katastrophen münden. Im entscheidenden Augenblick sucht der hämische Belzebub sie mit bizarren Visionen und Albträumen heim, um ihr Leben zum Höllentrip entgleisen zu lassen. Selbst die Mächte der Finsternis haben im digitalen Zeitalter dazu gelernt und können nun sogar Handyempfang stören. Daher kann dem Zuschauer Alison Lohnman als „All-American-Girl“ schon Leid tun, da Ströme von unangenehmen Körperflüssigkeiten aus Blut, Eiter und Schleim über sie ergehen, bis letztendlich noch ein Bad aus Schlamm und Regen winkt. Doch im Horrorkino wird jede kleinste Verfehlung auf der Stelle mit drakonischen Maßnahmen bestraft.

        Für Kenner der „Evil Dead“-Trilogie bringt die neue Variante zwar nichts Neues, doch gegenüber dem zahnlosen Grusel, den andere aktuelle Geister(haus)stoffe wie „Fluch der zwei Schwestern“ oder „Haus der Dämonen“ verbreiten, macht der neuste Streich des „Spiderman“-Regisseurs großen Spaß.

        Fazit: Ein bewusst altmodischer Horrorthriller mit drastischen Verwandlungen, Anklängen an klassische B-Pictures und reichlich schwarzem Humor, der erneut Sam Raimis Könnerschaft auf dem Gebiet der Schauermär beweist.

      News und Stories

      Kommentare

      1. Startseite
      2. Alle Filme
      3. Drag Me to Hell