Filmhandlung und Hintergrund

Der Titel klingt nach fröhlichem Lustspiel, aber das täuscht: „Doppelzimmer für drei“ tarnt sich nur als Komödie. Außerdem beginnt der Film mit einem Schock. Gerade noch waren Weinkellnerin Anna (Simone Thomalla) und ihr Mann Nico (Matthias Komm) in liebevolles Geplauder vertieft, da wird ihr Glück zerschmettert, als der Gatte rückwärts auf die Straße geht und von einem Laster erfasst wird. Ein Jahr später...

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Kritikerrezensionen

  • Der Titel klingt nach fröhlichem Lustspiel, aber das täuscht: „Doppelzimmer für drei“ tarnt sich nur als Komödie. Außerdem beginnt der Film mit einem Schock.

    Gerade noch waren Weinkellnerin Anna (Simone Thomalla) und ihr Mann Nico (Matthias Komm) in liebevolles Geplauder vertieft, da wird ihr Glück zerschmettert, als der Gatte rückwärts auf die Straße geht und von einem Laster erfasst wird. Ein Jahr später ist Anna immer noch in tiefer Trauer. Außerdem kann sie im Grunde ihrem Beruf nicht mehr nachgehen: Seit Nicos Tod hat sie Geschmacks- und Geruchssinn verloren. Ohne ihre Freundin Conny (Nadine Wrietz), die sie selbst ausgebildet hat, hätte sie schon längst ihren Job verloren. Als der Schwindel eines Tages trotzdem auffliegt und Anne kurz drauf Post aus Amsterdam bekommt, besinnt sie sich Nicos letzter Worte: Es ist nie zu spät für ein Abenteuer. Die beiden hatten vor vielen Jahren befruchtete Eizellen eingelagert, nun wäre die Rate für ein weiteres Jahr fällig. Anne, die das alles längst vergessen hatte, betrachtet die Rechnung als Wink des Schicksals. Sie beschließt, nach Holland zu fahren und sich zwei Eizellen einsetzen zu lassen, um auf diese Weise buchstäblich das Vermächtnis ihres Mannes auszutragen. Während Conny von Kismet spricht, hält Jugendfreundin Hilde (Gesine Cukrowski) den Entschluss für verantwortungslos: Anne hat keinen Job, kein Geld und ist mit Ende vierzig viel zu alt. Natürlich kommt sie trotzdem mit nach Amsterdam, ebenso wie Conny, und was den drei Frauen dort widerfährt, wird ihr Leben nachhaltig verändern.

    Autorin Melanie Brügel hat schon bei den „Bella“-Filmen mit Andrea Sawatzki bewiesen, wie gut sie weibliche Stoffe mit einem gewissen Dramapotenzial für ein großes Publikum komisch verpacken kann. Bei „Doppelzimmer für drei“ steht natürlich Annes Kinderwunsch im Zentrum, aber die Tragikomödie ist vor allem ein Freundschaftsfilm, zumal die beiden anderen Frauen weit mehr als bloß Stichwortgeberinnen für die Hauptfigur sind. Dabei scheinen sie zunächst jenem Klischee zu entsprechen, für das auch die Darstellerinnen stehen: Conny ist die Ulknudel, wie Nadine Wrietz sie auch so vortrefflich in der RTL-Serie „Der Lehrer“ verkörpert, und Ex-Polizistin Hilde die starke Frau mit klaren Prinzipien. Erst in Amsterdam bekommen diese Bilder Risse. Die korpulente Conny kaschiert mit ihrer guten Laune Unsicherheit und Einsamkeit, und Hilde ist ein Kontrollfreak: Sie hat im Zimmer der beiden halbwüchsigen Söhne Überwachungskameras angebracht, auf die auch aus der Ferne Zugriff hat.

    Der Titel hat zwar in der zweiten Hälfte tatsächlich seine Berechtigung, weil das Trio das Hotel wechseln muss, nachdem sich Conny auf die Katze der Besitzerin gesetzt hat, aber er ist trotzdem das falsche Signal; denn gerade in dieser zweiten Hälfte wandelt sich „Doppelzimmer für drei“ zu einer sehr nachdenklichen Geschichte, weshalb eine lustig gemeinte Szene, als Hilde zum ersten Mal in ihrem Leben Haschisch probiert, prompt aus dem Rahmen fällt; die beiden Soli von Conny, die ihr Glück erst im Rotlichtviertel versucht und es dann (in Gestalt von Sönke Möhring) unverhofft an einer Theke findet, passen viel besser zu dieser Komödie mit Tiefgang. Bei der Führung seiner Darstellerinnen hat Regisseur Joseph Orr ohnehin vorzügliche Arbeit geleistet. Und dass sich das Trio ein Jahr nach dem Hollandtrip tatsächlich über ein Baby freuen darf, ist eine schöne Schlusspointe. tpg.

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