Filmhandlung und Hintergrund

Jude Law als wunderbar derber Safeknacker, der nach zwölf Jahren im Londoner Gefängnis, in denen er seine Komplizen stets gedeckt hat, seinen Beute-Anteil einfordert.

Zwölf Jahre saß Dom Hemingway im Knast, weil er seinen Chef Mr. Fontaine gedeckt hat. Er hat dafür in Kauf genommen, nicht da zu sein, als seine Frau an Krebs starb, und nicht miterleben zu können, wie seine Tochter groß wurde. Nun ist er wieder frei. Und er hat eine ganze Menge Hühnchen zu rupfen. Mit seinem letzten verbliebenen Freund reist er nach Südfrankreich, um seinen alten Chef zu konfrontieren und erlebt eine große Überraschung. Die allerdings noch übertroffen wird, als er wieder in der Heimat auf seine Tochter trifft.

Ein Londoner Safeknacker fordert nach zwölf Jahren Gefängnis seinen Beute-Anteil ein. Mischung aus Komödie, Drama und Kriminalfilm, der mit starken Bildern Gangsterklischees auf den Kopf stellt.

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

    1. Jude Law in seiner größten Rolle. Er spielt sich die Seele aus dem Leib.
    2. Dom Hemingway: Jude Law als wunderbar derber Safeknacker, der nach zwölf Jahren im Londoner Gefängnis, in denen er seine Komplizen stets gedeckt hat, seinen Beute-Anteil einfordert.

      Expressionistischer Gangsterfilm über einen Londoner Safeknacker, der nach zwölf Jahren Gefängnis seinen Anteil an der Beute einfordert.

      In schönster Tradition des lakonischen britischen Gangsterfilms ist Richard Shepards Ode ans Kleinverbrechertum auch ein echtes Kleinod, das hinreißend auffällig und immens unterhaltsam geraten ist. Regieveteran Shepard („Der Matador“) lässt seinen Star Jude Law dabei einen tollen Image-Rückwärtssalto schlagen: Als Titel-Antiheld, ein offenkundig enger Verwandter von Ben Kingsleys legendär fluchenden Gangster Don Logan aus „Sexy Beast“ und allen denkbaren Cockney-Gaunern, die Ray Winstone jemals gespielt hat, sieht Law als genialer Prolo-Safeknacker mit seinem Backenbart und seinen engen Anzügen so verwegen und verkommen aus, als würde er sich um einen Posten bei Nick Caves Band The Bad Seeds bewerben. Und ein schlimmer Finger, ein bad seed, ist er gewiss, dieser Dom Hemingway, ein Schläger, ein Rassist, ein unverbesserlicher Penner, der den Film mit einem mehrminütigen Monolog in einer aufreizend langen Einstellung eröffnet, in der er in immer blumigeren und sich förmlich in Raserei steigernden Sentenzen über die Vorzüge seines Gemächts rhapsodiert - bis die Kamera so weit zurückgezogen hat, dass man nicht nur erkennt, dass Dom im Knast sitzt, sondern auch, dass ein junger Mitsträfling orale Hilfestellung leistet.

      Zwölf Jahre saß Dom im Knast, wo er - Gangsterehre! - seinen Chef Mr. Fontaine gedeckt hat und damit - noch einmal Gangsterehre! - auch hingenommen hat, dass er weder den Tod seiner krebskranken Frau noch das Erwachsenwerden seiner Tochter miterleben konnte. Nun ist Dom wieder frei. Und er gibt Gas in einer Abfolge immer noch grotesker ausufernden Szenen, in denen er mit seinem besonnenen besten Freund - großartig: Richard E. Grant, den man gerne öfters wieder sehen würde - eine Schneise der Verwüstung durch London und schließlich Südfrankreich schlägt. Im Grunde besteht der Filme aus einer Reihe von Konfrontationen, in denen das Gegenüber jeweils das Verhalten von Dom diktiert, das je nach Situation von gewalttätig und unflätig zu unterwürfig und devot reicht, manchmal all das in nur einer einzigen Szene. Und schließlich ist er doch auch schuldbewusst, als der Film den unverbesserlichen Bad Boy mit den Fehlern aus seiner Vergangenheit und deren Konsequenzen konfrontiert. Vor allem aber ist es ein wilder, kompromissloser und amoralischer Ritt, in dem Jude Law jede Sekunde auskostet, einmal nicht Mr. Beautiful sein zu müssen. ts.
      1. Die Titelfigur der Gaunerkomödie "Dom Hemingway" ist ein harter Hund. Nach zwölf Jahren im Knast hat sein Verstand regelmäßig das Nachsehen, weil seine Wut, seine Lebensgier mit ihm durchgehen. Jude Law spielt den prolligen Macho glänzend und verwandelt die vergnügliche Schmunzelposse des Regisseurs und Drehbuchautors Richard Shepard ("The Matador", "Mord und Margaritas") beinahe in eine Ein-Mann-Show.

        Als Dom aus dem Gefängnis tritt, wirkt er aus der Zeit gefallen: Das sieht man schon seinem Anzug und seiner irgendwie unvorteilhaften Frisur an. Aber auch vom Rauchverbot in Kneipen wird er kalt erwischt. Das groteske Ego dieses Losers kontrastiert die Komödie genüsslich mit den schmerzlichen Erfahrungen, die es nach sich zieht. Der Antiheld lernt, herunterzukommen und entdeckt dabei sein Herz. Jude Law ist eine Wucht als energiegeladener britischer Rüpel. Er scheut kein Jammertal, denn am Ausgang findet er meistens selbst einen Grund zum Lachen. Sogar echte Rührung, die auf sein gutes, aber auch gut verstecktes Herz hinweist, kriegt Jude Law in dieser erstaunlich vielseitigen Rolle hin.

        Der Humor ergibt sich nahezu zwangsläufig aus dem Zusammenprall des urigen Hauptcharakters mit anderen Menschen. Sein besonnener, cooler Begleiter Dickie wirkt dann bereits lustig, wenn er voller Entsetzen über Dom die Augen hinter seiner gelben Sonnenbrille aufreißt. Shepard wartet mit originellen Ideen auf, wie dem sehr nachtragenden potenziellen Auftraggeber Lestor: Die Episode, in der die beiden hitzigen Kindsköpfe aufeinandertreffen, ist von geradezu furioser Komik. Der trockene Humor fällt mal drastisch, mal subtiler aus. Es gibt fast keine Situation, der die Inszenierung nicht auch etwas Lustiges abgewinnen kann. Zum Beispiel fliegt Dom mit den anderen Autoinsassen nach dem Unfall in Zeitlupe durch die Luft – mit einem Gesichtsausdruck, der an die Vertreibung aus dem Paradies denken lässt. An Stil und Atmosphäre der Stummfilmära knüpfen die eingeblendeten Zwischentitel an, die den nachfolgenden Spaß kommentierend einleiten. Das alles ergibt ein inhaltlich zwar triviales, aber pfiffig inszeniertes Filmvergnügen.

        Fazit: In der originellen, pfiffig inszenierten Gaunerposse "Dom Hemingway" liefert Jude Law eine köstliche Show als prolliger Egomane ab.

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