Filmhandlung und Hintergrund

Mit außergewöhnlicher Bildsprache inszenierte Ode an die Fantasie um eine Psychatrie-Patientin, die in eine Fantasiewelt flüchtet.

Ihre einzige Chance auf Freiheit hat die junge Lara in der psychiatrischen Anstalt in ihren Gedanken. Nur mit dem Pfleger Jakob verbindet sie eine zarte Beziehung. In einem Foto von ihm lassen sich die beiden in ihrer Fantasie in die Weiten des Ozeans davontragen. Doch dann wird Jakob gefeuert, Lara durchlebt schreckliche Momente. Aber sie lässt sich nicht unterkriegen.

Alle Bilder und Videos zu Dolphins

Darsteller und Crew

Videos und Bilder

Kritiken und Bewertungen

So werten die User ø 0,0
(0)
5
 
0 Stimmen
4
 
0 Stimmen
3
 
0 Stimmen
2
 
0 Stimmen
1
 
0 Stimmen
So werten die Kritiker (1 Stimme)
5
 
0 Stimmen
4
 
0 Stimmen
3
 
0 Stimmen
2
 
0 Stimmen
1
 
0 Stimmen

Wie wertest Du? Klicke auf einen der Sterne:

Kritikerrezensionen

  • Dolphins: Mit außergewöhnlicher Bildsprache inszenierte Ode an die Fantasie um eine Psychatrie-Patientin, die in eine Fantasiewelt flüchtet.

    Es gibt sie noch, die mit Begeisterung gemachten Filme. Farhad Yawari ließ die Münchner Filmhochschule sausen, weil er im Rahmen der sogenannten Kameraübung dieses aufwendige Werk nicht realisieren konnte. Das Risiko hat sich gelohnt: das moderne Märchen über eine junge Frau, die sich durch die Kraft der Imagination aus den Fesseln der Psychiatrie befreien kann, ist reine Kinomagie.

    Der 25-jährige Exil-Iraner, der im Alter von 12 Jahren seine Heimat verließ, wollte eigentlich brav studieren, nach nur dreimonatiger Studienzeit an der HFF München stand er vor der Wahl, entweder sein Traumprojekt irgendwie finanziert zu kriegen oder die Ausbildung normal fortzusetzen. Er entschloss sich für die erste Alternative, nicht zuletzt weil man ihn an der Hochschule boykottierte. Er wollte „keine Scheine, sondern einen Film machen“. Elf deutsche Filmfördergremien lehnten das Projekt ab. Aber dann überzeugte er die Schauspieler (u.a. Julia Brendler, Marco Hofschneider, Pierre Sanoussi-Bliss), die ohne Gage vor die Kamera traten. Nach einem Artikel im Jetzt-Magazin der Süddeutschen Zeitung meldeten sich Sponsoren wie Arri, Pro 7, Das Werk oder Gürtler und gaben Geld, vor allem aber Sachleistungen. Das Budget kletterte auf 4,5 Mio. Mark.

    Zu Beginn Bilder zum Träumen. Eine junge Frau schwimmt mit Delphinen im Blau des Ozeans, ein graziler Tanz, die Symbiose von Mensch und Tier. Dann taucht sie auf. Große Augen blicken den Zuschauer an – aus der Badewanne. Vor der Realität in einer psychiatrischen Klinik flieht die junge Lara in das Reich der grenzenlosen Freiheit. Ihrem kleinen Widerstand (sie wirft der Pflegerin das Tablett vor die Füße) folgt Fesselung ans Bett, das Eingeschlossensein in einem in kaltem Weiß gehaltenen Zimmer. Nur zum Pfleger Jakob baut sie eine zarte Beziehung auf, er versteht ihr Geheimnis, findet Zugang zu ihrer hermetisch abgeschlossenen Welt. Als er ihr ein Foto des Ozeans schenkt, tragen die Wellen der überbordenden Fantasie die beiden fort, greifen auch auf die anderen Anstaltsinsassen über. Ordnung muss sein – Jakob wird gefeuert, Lara durchlebt schreckliche Momente. Aber das Irrationale siegt über das Rationale. Nur 50 Minuten dauert dieses souveräne Spiel (Im Kino läuft es als Paket mit zwei Kurzfilmen) mit Emotionen und atemberaubenden Bildern. Mit den Mitteln des magischen Realismus und ohne Dialoge gelingt Yawari eine filmische Zauberei, katapultiert er in ein fernes Land namens Sehnsucht. Unterstrichen wird die Intensität durch außergewöhnliche Musik und Sound-Design. Auf internationalen Festivals sammelte „Dolphins“ jede Menge Preise, darunter auch den Publikumspreis beim Slamdance Film Festival in Park City. Dem Charme dieses Märchens sollte sich ein Arthouse-Publikum nicht entziehen. mk.

News und Stories

Kommentare