Doctor's Diary - Männer sind die beste Medizin

  1. Ø 5
   2009
Doctor's Diary - Männer sind die beste Medizin Poster
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Filmhandlung und Hintergrund

Doctor's Diary - Männer sind die beste Medizin: Auftaktfolge zur zweiten Staffel in Spielfilmlänge.

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Kritikerrezensionen

  • Selten waren sich Fachjurys und Publikum derart einig. Die Comedy-Serie „Doctor’s Diary“ hat in der letzten Saison abgeräumt wie keine andere Produktion: Deutscher Fernsehpreis, Deutscher Comedy-Preis, Adolf-Grimme-Preis, Bayerischer Fernsehpreis. Ein derartiger Durchmarsch schürt naturgemäß die Vorfreude auf die Fortsetzung.

    Allerdings sind die Gefühle auch gemischt: Die Erwartungshaltung an Autor Bora Dagtekin und seine Produzentin Steffi Ackermann (Polyphon) sind riesig. Doch etwaige Zweifel sind fehl am Platz. Der Pilotfilm, mit dem die zweite Staffel beginnt, vereinigt all das, was die Bücher von Dagtekin auszeichnet. Er habe „beinahe ein Alleinstellungsmerkmal“ unter deutschen Autoren, hieß es in der Begründung für den Grimme-Preis, denn es gebe nicht viele, „deren Dialoge ähnlich pointiert sind. Davon abgesehen sind die Geschichten der einzelnen Folgen zwar anspielungsreich und witzig, aber trotzdem lebensnah.“

    Wenn überhaupt möglich, hat Dagtekin diese Merkmale sogar noch zugespitzt. Und noch jemand hat sich gesteigert: War man in der ersten Staffel von der Leistung der bis dahin vor allem durch Teenie-Komödien („Mädchen, Mädchen“, „Knallharte Jungs“) aufgefallenen Diana Amft noch angenehm überrascht, dürfte sie sich spätestens jetzt als ernstzunehmende Komödiantin etablieren. Wie die Schauspielerin mit feinen Nuancen die zuweilen fast boshaft absurden Situationen auf die Spitze treibt, ist schon beachtlich.

    Inhaltlich hat sich die Fortsetzung nicht sonderlich weiter entwickelt, dafür ist die Serie wohl auch zu sehr dem Sitcom-Genre verhaftet: Ärztin Gretchen Haase (Amft) schwärmt immer noch für den schmucken Oberarzt Marc Meier (Florian David Fitz), der aber leider nur sich selbst liebt. Unglücklicher Dritter ist der in Gretchen verliebte Gynäkologe Mehdi Kaan (Kai Schumann). Allerdings hat Dagtekin das Personal schon in Staffel eins um dramaturgisch entscheidende Personen ergänzt. Nun kommen weitere dazu, die das emotionale Durcheinander noch verstärken, allen voran ein schnöseliger Millionär (Steffen Groth). Der hat sich, als Batman verkleidet, beim Maskenball in Gretchen verguckt und überzieht anschließend halb Berlin mit Anzeigen und Plakaten, um sie wiederzufinden: „Batman sucht Cinderella“, weil Gretchen beim überstürzten Aufbruch einen goldenen Schuh vergessen hat. Allein dieser Erzählstrang würde anderswo für eine komplette romantische Komödie reichen.

    Sinistre Gegenentwürfe zu den romantischen Momenten sind die herrlich bizarren Szenen, in denen Dagtekin munter Blasphemie betreibt oder das Arztseriengenre veräppelt. Und dann sind da noch die bösen Dialogzeilen, die Dagtekin Fitz in den Mund gelegt hat; diese Rundumschläge als „politisch nicht korrekt“ zu bezeichnen, käme einer unsachgemäßen Beschönigung gleich. Ganz zu schweigen von den vielen kleinen geistreichen Späße am Rande, die „Doctor’s Diary“ in der Fortsetzung fast zu einem größeren Vergnügen machen als die erste Staffel. tpg.

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