Dobermann

  1. Ø 2
   1997
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Filmhandlung und Hintergrund

Dobermann: Molotowcocktail aus bluttriefender Popcorngewalt, plakativer Gesellschaftssatire und triefendem gallischen Zynismus .

Dobermann und seine fünfköpfige Gang sind von Beruf Bankräuber. Keiner konnte die schrillen sechs je dingfest machen, auch wenn sie ihre Freizeit in einem angesagten Pariser Techno-Tempel verbringen. Da wird Inspektor Christini, ein echter Bluthund, auf sie angesetzt. Nicht eben zimperlich zwingt er einen mit Dobermann befreundeten Transvestiten, ihn zu verraten…

Bankräuber Dobermann hat es für seine jungen Jahre weit gebracht: Sein Unternehmen ernährt fünf Mitarbeiter, setzt jedes Jahr etliche Millionen um und beschäftigt praktisch alleine eine komplette staatliche Behörde. Daß ihm die Polizei noch keine Handschellen anlegen konnte, liegt vor allem daran, daß Dobermanns eingeschworene Truppe der Polizei technologisch grundsätzlich eine Nasenspitze voraus ist. Als man jedoch den völlig skrupellosen Inspektor Christini auf Dobermann ansetzt, ist Schluß mit lustig.

Molotowcocktail aus bluttriefender Popcorngewalt, plakativer Gesellschaftssatire und triefendem gallischen Zynismus .

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Kritikerrezensionen

  • Kein Tierhorrorfilm aus dem „Anaconda“-Kielwasser, und auch kein weiteres Beziehungsdrama aus den Hinterhöfen von Paris erwartet den Zuschauer im Kinodebüt des jungen Franzosen Jan Kounen. Statt dessen wirft der freche Neuling einen Molotowcocktail aus bluttriefender Popcorngewalt, plakativer Gesellschaftssatire und triefendem gallischen Zynismus auf die Leinwand. Und im Gegensatz zu den Gehversuchen anderer Tarantino-Epigonen hat er damit sogar Erfolg.

    Dobermann, bürgerlicherseits Yann Lepentrec, hat es für seine jungen Jahre weit gebracht. Sein Unternehmen ernährt fünf Mitarbeiter, setzt jährlich etliche Millionen um und beschäftigt praktisch alleine eine komplette staatliche Behörde. Dobermann ist nämlich von Beruf Bankräuber und als solcher sehr erfolgreich. So erfolgreich, daß ihm die Polizei immer noch keine Handschellen anlegen konnte, obwohl sein Anwesen rund um die Uhr aus allen Perspektiven beobachtet wird und der gesuchte Staatsfeind numero uno für jeden Szenegänger offenkundig im schrillsten Techno-Bunker zu Paris residiert. Das kann natürlich auf Dauer nicht gut gehen, zumal Vater Staat soeben den rechten Mann zum Ermittlungsleiter im Fall Dobermann beordert hat: Inspektor Christini, ein wahrer Terminator in Polizeiuniform, der verdächtigen Familienvätern zur Beschleunigung der Aussage schon mal mit plötzlichem Kindstod droht, nimmt den Verdächtigen ins Visier und verspricht binnen kürzester Zeit Nägel mit Köpfen. Ein Bankraub, von dem die Fahnder wissen, daß er stattfinden wird (nur wo, wissen sie leider nicht), entpuppt sich erst einmal als verheerender Fehlschlag. Dobermann und seine Gang drehen den Flics mit der Beute eine lange Nase, während mehrere tote Kollegen buchstäblich auf der Strecke bleiben. Von nun an werden keine Gefangenen mehr gemacht: Mit Brachialgewalt foltert sich Christini quer durch Dobermanns polizeibekannten Freundeskreis, bis das Versteck endlich herausgequetscht ist und mitten im buntesten Pariser Nachtleben das blutigste Feuergefecht seinen Lauf nimmt, das die französische Filmgeschichte trotz vereinzelter Abstecher in den Splatterfilm je gesehen hat.

    Inhaltlich hat Jan Kounen mit seinem Erstling gewiß nicht das Rad erfunden, aber das erwartet von einem Genrefilm mit dem Exploitationquotienten von „Dobermann“ ja auch keiner. Daß es nach „Love and a 45“, „True Romance“ und „Natural Born Killers“ trotzdem soviel Spaß macht, nun auch noch diese Meditation zum strapazierten Thema amoklaufendes Gangsterpärchen anzusehen, liegt nicht nur an den engagierten Darstellern und der technischen Klasse, die für ein Debüt geradezu erschreckend gelackt wirkt. Vielmehr sind es die vielen kleinen Abweichungen von der amerikanischen Schablone, die „Dobermann“ erst zu jenem Erfolgsgemisch veredeln, das ein eingeschworenes Genrepublikum alle Contenance vergessen und mitten im dunklen Saal lauthals losjubeln läßt (so geschehen zuletzt beim Fantasy Filmfest in München). Für jeden Geschmack ist das freilich nicht. Die FSK-Dame, die sich bei „Mann beißt Hund“ übergeben mußte, darf die Papiertaschentücher schon einmal in Reichweite legen. ab.

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