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"Dinosaurier 3D": Interview mit Otto Waalkes

"Dinosaurier 3D": Interview mit Otto Waalkes

Das bringt der Serienherbst auf Disney+

Im Animationsfilm „Dinosaurier 3D“ nach der erfolgreichen BBC-Serie „Walking With Dinosaurs“ übernimmt Otto Waalkes die Synchronstimme des vorlauten Urzeitvogel Alex. CINEFACTS hat den beliebten Komiker zum Start am 17. Juli 2014 auf DVD, Blu-ray, 3D Blu-

Otto Waalkes über die größte Herausforderung als Alex

Der Animationsfilm Dinosaurier 3D knüpft an die erfolgreiche BBC-Serie „Walking With Dinosaurs“ (1999) an und nimmt uns mit auf eine unglaubliche Reise durch eine längst vergangene Welt. Dabei erleben der kleine Dinosaurier Patchi und der vorlaute Urzeitvogel Alex - gesprochen von Otto Waalkes - ein spannendes und gefährliches Abenteuer inmitten von prähistorischen Lebewesen und Landschaften.

In einem exklusiven Interview anlässlich des Starts auf DVD, Blu-ray, 3D Blu-ray und als Video on Demand am 17. Juli spricht der beliebte Komiker und Schauspieler Otto Waalkes mit CINEFACTS über seine Tätigkeit als Synchronsprecher und verrät uns, wie viel „Otto“ in seiner Figur „Alex“ steckt und und was für ihn zur größten Herausforderung wurde.

CINEFACTS: Sie haben schon so viel erreicht in Ihrem Leben und sind bekannt wie ein bunter Hund. Was reizt einen erfolgreichen Komiker/Künstler wie Otto Waalkes überhaupt an solchen Sprechrollen?

Otto Waalkes: Richtig, das wollte ich eigentlich auch gar nicht mehr. Aber das Angebot war einfach zu verlockend. Das hatte mineralogische Gründe, es gab nämlich Kies. Äh, nein: Es waren zoologische Gründe, es gab Mäuse. Nee, warte mal: Das waren doch menschliche Gründe, es gab Geld. Im Ernst, ich brauchte mich für meine Figur bis jetzt nicht zu verstellen und hatte einfach Lust dazu. Und wenn man mich zu etwas zwingt, dann bin ich auch bereit.

CINEFACTS: Die Dinosaurier lebten vor der Eiszeit wie in der erfolgreichen Filmreihe „Ice Age“, für die Sie auch schon die Sychronisation übernommen haben. Mit „Dinosaurier 3D“ sind Sie wieder weit in der Vergangenheit zurück gereist. Zufall oder gefällt Ihnen diese Zeit so gut?

Otto Waalkes: Na, ist doch schade, dass es eine Zeit ohne Otto gab. Die wollte ich nachträglich eben mit ein bisschen Otto füllen.

CINEFACTS: Was war die Motivation, sich in dem Film „Dinosaurier 3D“ so stark einzubringen?

Otto Waalkes: Nach der BBC-Serie ging es den Produzenten vor allem darum, den Inhalt auch für Kinder gut verständlich zu machen. Da haben sie an mich gedacht, weil sie einen Erzähler wollten, der die belehrende Form des Films ein wenig aufweicht. Ich bin kein Synchronsprecher, aber als Erzähler durch diese Sache zu führen, hat mich doch interessiert. Wer hätte gedacht, dass man von Otto noch etwas lernen kann!

CINEFACTS: Sie haben als „Faultier Sid“ in der Filmreihe „Ice Age“ und in Disneys „Mulan“ als vorlauter Drache Mushu bereits viel Erfahrung als Synchronsprecher in animierten Filmen sammeln können. Inwieweit hat Ihnen diese Rolle zur Vorbereitung auf ihre neue Rolle als „Alex, der Vogel“ geholfen?

Otto Waalkes: Na, ich habe gelernt, dass ich als Synchronsprecher auch ohne Mimik und Körpersprache auskommen muss. Da muss ich dann eben öfter mal meine Gesichtszüge und meine Gestik einsetzen. Und wenn das nicht hilft, kann ich ja immer noch Grimassen ziehen und mit den Armen wedeln.

CINEFACTS: Als kleinster Nachwuchs-Dino hat es Pachyrhinosaurus Patchi nicht leicht. Wie wichtig ist Alex für Patchi?

Otto Waalkes: Na, er ist sein Gewissen und sein Ratgeber und Freund! Das sieht man doch auch heutzutage überall: Vögeln tut - äh: tun! - dem Menschen gut!

CINEFACTS: Wie viel „Otto“ steckt in „Alex“ und umgekehrt?

Otto Waalkes: Von Alex steckt sicherlich sehr viel in mir - er ist doch schließlich mein Vorfahr… so irgendwie. Wie er etwas von mir abbekommen haben könnte, ist mir allerdings schleierhaft. Haben wir denn irgendetwas gemeinsam? Krächtz! Ich wüsste nicht. Krächtz!

CINEFACTS: Was war die größte Herausforderung an dem Projekt?

Otto Waalkes: Nicht zu lispeln. Das bin ich doch schon so gewohnt, wenn ich am Synchro-Mikro stehe…

CINEFACTS: Welche Anstrengungen unternimmt der Vogel Alex und auch Otto Waalkes, um die Geschichte plausibel zu erzählen?

Otto Waalkes: Ich hatte während des Sprechens immerzu ein Geschichtsbuch vor mir liegen, damit ich beim Erzählen nicht allzu weit abschweife, das passiert mir nämlich manchmal. A propos Geschichte: Kennen Sie schon die, in der Hänsel und Gretel in den Wald gehen?

CINEFACTS: Welche Rolle hat Ihnen persönlich mehr Spaß gemacht, die des Faultiers Sid oder die des Vogels Alex? Was waren die größten Unterschiede?

Otto Waalkes: Na, beides hat mir großen Spaß gemacht! Die beiden sind doch auch genau gleich! Beide sind etwas einfältig, sehr weise, lispeln stark, sind gefiedert und … Nein, eigentlich haben die rein gar nichts gemeinsam.

CINEFACTS: Was war an dem Ausflug in die Vergangenheit das spannendste Erlebnis während der Aufnahmen?

Otto Waalkes: An den Dinosauriern zu sehen, dass man noch so groß und stark sein kann und dann doch nicht unbedingt weit kommt. Das hat mich irgendwie beruhigt.

Otto Waalkes über seine spezielle Vorbereitung auf seine Rolle

CINEFACTS: Haben Sie sich die BBC-Serie während der Dreharbeiten angeschaut?

Otto Waalkes: Nein, die kannte ich nicht. Das ist eine britische und sehr aufwendige TV-Produktion und man dachte, man könnte sie auch für einen Film einsetzen. Während der Arbeit habe ich ja quasi selbst in dieser Zeit gelebt! Was hätte ich denn da noch von einer Dokumentation lernen können?

CINEFACTS: Wie haben Sie sich speziell auf diese Rolle vorbereitet oder gab es keine?

Otto Waalkes: Ich habe nochmal meine alten Biologielehrer von damals angerufen. Der ist nämlich mittlerweile selbst ein Fossil und konnte mir so viel über Dinosaurier erzählen.

CINEFACTS: Wie viel Zeitaufwand muss man für einen kompletten Film als Synchronsprecher einplanen?

Otto Waalkes: Also mindestens mal die Länge des Films und eine Toilettenpause für jeden im Team. Das kann sich dann schon hinziehen!

CINEFACTS: Was war die größte Schwierigkeit, einen kompletten Film fast alleine zu vertonen?

Otto Waalkes: Na, das ist doch kein Problem! Das schafft der Synchronsprecher bei meinen Bühnenshows doch sonst auch immer ganz gut!

CINEFACTS: Waren Sie zur Vorbereitung auf das Voicing im paläontologischen Museum München? Haben Sie sich mit dem Zeitalter der Dinosaurier befasst?

Otto Waalkes: Joa freilich! Ich habe mich den Sauriern im Museum gleich mal persönlich vorgestellt. Der Kopf des Plateosaurus da ist so groß wie ein Kleiderschrank! Wahnsinn, dass es ihn wirklich gab – und ich hab ihn so knapp verpasst!

CINEFACTS: Der Film soll gleichzeitig unterhalten und belehren. Worauf legt ein studierter Pädagoge wie Sie es sind mehr wert? Inwieweit lehrt der Film etwas?

Otto Waalkes: Ich glaube, man kann überhaupt nicht lehren ohne zu unterhalten. Das fand ich am Ende sogar so wichtig, dass ich gleich beim Unterhalten geblieben bin. Hier bin ich als Erzähler jetzt beides: Belehrer und Unterhalter. Dann eben mal ohne Gitarre.

CINEFACTS: Fehlt Ihnen bei der Arbeit als Synchronsprecher die Interaktion mit den Zuschauern?

Otto Waalkes: Ein bisschen, ja. Es ist schön, die Reaktionen der Leute zu sehen, vor allem die der Kinder! So muss ich immer hoffen, dass es ihnen auch gefällt, wenn sie es sehen, und an den richtigen Stellen lachen und an den richtigen etwas lernen - und nicht etwa umgekehrt!

CINEFACTS: Welche Lebensweisheit des Films würden Sie an Kinder weitergeben?

Otto Waalkes: Wenn ihr einen Vogel habt, geht’s euch sehr viel besser!

CINEFACTS: Was ist die große Botschaft des Films? Was soll er Kindern vermitteln?

Otto Waalkes: Der Film zeigt, dass manche Dinge im Leben tragisch enden können - und dass es sich trotzdem lohnt, weiterzumachen und zu kämpfen. Es besteht immer eine Chance und man sollte nicht zurück schauen, sondern nach vorne: auf das bevorstehende Aussterben.

CINEFACTS: Welche Vergleiche kann man von dem Film auf die Neuzeit ziehen?

Otto Waalkes: Gut, dass Sie gerade mir diese Frage stellen, ich habe nämlich keine Ahnung. Was wir heute auf jeden Fall sagen können, ist: Dinos sind tot.

CINEFACTS: Kam der Film mit einem Hintergedanken zur Weihnachtszeit heraus? Familienzusammenführung, Harmonie etc?

Otto Waalkes: Na klar, das ist schon irgendwie ein Weihnachtsfilm. Schon alleine deshalb, weil er zu Weihnachten in die Kinos kam. Das Geschwister-Thema des Films soll ja auch zeigen, dass Familie das allerwichtigste ist - muss ja nicht die eigene sein. Das ist die große Botschaft des Films, die gerade in der Weihnachtszeit so wichtig ist. Und dann kommt ja sogar auch noch ein Vogel auf den Tisch, äh, auf den Bildschirm.

CINEFACTS: Wie optimistisch sehen Sie die Zukunft der Menschheit?

Otto Waalkes: Na ja, Alex deutet in seiner Erzählung ja das Aussterben der Menschen an… Das habe ich eigentlich bloß als ironische Bemerkung am Rande gemacht, aber ich glaube, wenn wir beim Zähne Putzen das Wasser abdrehen, beim Verlassen des Hauses die Kühlschranktür zumachen, die Sommerzeit abschaffen und unsere Socken manchmal auch zweimal tragen, sind wir auf einem guten Weg.

CINEFACTS: Woran arbeiten Sie derzeit noch?

Otto Waalkes: An der optimistischen Zukunft des Otto! Gerade ist der neueste Zwergen-Film fertig, dieses Mal als Animation. Im September kommt Bubi also wieder ins Kino. Und Sid lässt sich natürlich nicht die Show stehlen: Der nimmt jetzt sogar eine CD auf! Ich helfe ihm dabei, er spielt ja so fürchterlich schlecht Gitarre…