Filmhandlung und Hintergrund

Drama um einen Obdachlosen, der durch die Freundschaft mit einem Mädchen wieder neuen Lebensmut schöpft.

Nach dem Tod seiner zehnjährigen Tochter ist Theo (Wilfried Labmeier) das Leben entglitten. Nun lebt er mit anderen sogenannten Pennern unter der Wittelsbacher Brücke in München und hat den Gedanken an eine Rückkehr zur Normalität in Hektolitern von Alkohol ertränkt. Alina (Laura Juds) ist zehn Jahre jung, stammt aus Bulgarien und lief eben ihrem Peiniger, dem Kinderpornoproduzenten, davon. Zu Theo aber fasst sie Vertrauen. Und der hat plötzlich einen Grund, weiterzuleben.

Kritisches Gesellschaftsdrama trifft Kriminalspiel in dieser engagiert vorgetragenen Geschichte, für deren realistische Umsetzung sich Produzent Michael Wolf und Regisseur Stephan Hartwig in die echte Obdachlosenszene begaben und keiner, einschließlich der Stars, eine Gage erhielt.

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    Kritikerrezensionen

    • Die Wittelsbacher: Drama um einen Obdachlosen, der durch die Freundschaft mit einem Mädchen wieder neuen Lebensmut schöpft.

      Die Wittelsbacher sind nicht nur ein altes Adelsgeschlecht, sondern in München nennt man auch die Obdachlosen so, die unter der Wittelsbacher Brücke Quartier aufgeschlagen haben. Bevor sie das Drehbuch schrieben, zogen die Filmemacher Stephan Hartwig und Bohdan Graczyk an das Refugium an der Isar, um echte Erfahrungen zu sammeln.

      Man sollte nicht mit formalen Maßstäben an diesen wohlmeinenden Film herangehen. Teilweise wohl improvisierte Dialoge und die Mitwirkung von Obdachlosen geben dem Resultat einen dokumentarischen Anstrich, auch wenn die fiktive Story etwas an den Haaren herbeigezogen wirkt. Theo ist einer dieser Menschen, denen das Leben schlecht mitspielte. Nach dem Tod seiner Tochter bei einem Autounfall rutschte er sozial ab, nach ganz unten. Aus dem einstmals fest in Lohn und Brot Stehendem ist ein einsamer Zyniker geworden, der mit Alkohol Schmerz und Schuldgefühle betäubt, denn er war der Unglücksfahrer und nicht ganz nüchtern. Als eines Tages ein kleines Mädchen aus Bulgarien bei ihm Zuflucht sucht, kümmert er sich rührend um die Ausreißerin und übernimmt Verantwortung, geht mit ihr in ein Café (wo sie es sich „gut gehen lassen“ soll), baut Vertrauen auf.

      Die sympathische Geschichte wird leider aufgebauscht zu einem Krimi, denn die traumatisierte 10Jährige, die kein Wort deutsch spricht, ist einem Kinderpornohändler entlaufen, der sie gegen Belohnung sucht und mit finstren Gesellen die Penner in Schrecken versetzt. Die sensibel gezeichnete Annäherung zwischen Mann und Mädchen wird von „Action“ erschlagen und dem etwas plakativ dargebrachten „Ihr da oben, wir da unten“-Gefühl. Da sitzt das Duo vor dem Kulturzentrum Gasteig, wo elegante Besucher mit staatliche bezuschussten Eintrittskarten zum Event eilen, schnappen sich Kontrolleure den Schwarzfahrer und der Einbruch in die Porno-Villa misslingt gründlich. Versöhnend und hoffnungsvoll das Ende, wenn der Vater auf dem Friedhof sich am Grab seiner Tochter der Vergangenheit stellt und mit dem inzwischen von Sozialpädagogen betreuten Kind an der Hand den Ort der Toten verlässt und sich dem realen Leben mit all seinen Forderungen zuwendet. mk.

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