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Hintergrund - The Third Wave

Das Experiment

Im Herbst 1967 führte der Geschichtslehrer Ron Jones an der Cubberley High School im kalifornischen Palo Alto ein Experiment in seiner Klasse durch. Während einer Schulstunde zum Thema Nationalsozialismus stellte einer seiner Schüler eine Frage, die der Lehrer nicht beantworten konnte: „Wie konnten die Deutschen behaupten, nichts von der Judenvernichtung gewusst zu haben? Wie konnten Dorfbewohner, Bahnangestellte, Lehrer, Ärzte behaupten, sie hätten nichts von dem Grauen in den Konzentrationslagern gewusst? Wie konnten die Nachbarn, sogar die Freunde jüdischer Bürger sagen, sie hätten nichts davon mitgekriegt? Spontan beschloss er, einen Unterrichtsversuch durchzuführen. Die Schüler wurden zu diszipliniertem Verhalten angehalten, Einschränkungen unterworfen und zu einer Gemeinschaft formiert. Der Name der Bewegung: The Third Wave. Zum Erstaunen des Lehrers reagierten die Schüler mit Begeisterung auf den vom ihm geforderten Autoritätsgehorsam. Das Experiment, das ursprünglich nur einen Tag andauern sollte, griff auf die ganze Schule über, Andersdenkende wurden ausgegrenzt, die Mitglieder bespitzelten sich gegenseitig und Schüler, die sich weigerten Mitglied zu werden, wurden zusammengeschlagen. Am fünften Tag musste Ron Jones das Experiment abbrechen.

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Das Phänomen „Extremer Autoritätsgehorsam“

Bis heute gilt extremer Autoritätsgehorsam, wie beispielsweise zu Zeiten des Dritten Reichs, theoretisch als nur unzureichend geklärt. Um dieses Phänomen wissenschaftlich zu untersuchen, gab es verschiedene Experimente aus dem Grundlagenbereich der Sozialpsychologie, bei der das Verhalten eines Einzelnen in einer Gruppe untersucht wird.

Zu den besonders aufsehenerregenden Versuchen zählt das „Stanford-Prison-Experiment“, das sich 1971 an der Universität Stanford abspielte um das menschliche Verhalten unter den Bedingungen der Gefangenschaft zu beobachten. Das „Milgram-Experiment“ wurde 1962 von dem Psychologen Stanley Milgram durchgeführt um die Bereitschaft durchschnittlicher Personen zu testen, autoritären Anweisungen auch dann Folge zu leisten, wenn sie in direktem Widerspruch zu ihrem Gewissen stehen.

Erklärunen anhand des Drehbuches

“Rock ‘N’ Roll Highschool” – The Ramones

„…Das Radio ist voll aufgedreht. PUNKROCK dröhnt aus den Boxen des alten Skoda - ROCK 'N' ROLL HIGHSCHOOL von den Ramones. Hinter dem Steuer sitzt Rainer (Jürgen Vogel)…“

Der Film „Rock ’n’ Roll Highschool“ wurde 1979 in den USA unter der Regie von Allan Arkush, Jerry Zucker und Joe Dante gedreht. Die Kult-Punkrock-Band Ramones wirkten im Film mit und steuerten die Filmmusik bei.

In der High School gibt es Probleme: Ein Direktor nach dem anderen wirft das Handtuch, da sich die Schüler lieber für Rock ’n’ Roll interessieren als für den Unterricht. Besonders die Schülersprecherin Riff Randell, ein großer Fan der Ramones, sticht dabei hervor. Um die Schüler endlich zu disziplinieren kommt Miss Evelyn Togar, die Rockmusik verachtet, als neue Direktorin an die Schule. Als sie mit den Eltern der Schüler eine Verbrennung von Schallplatten plant, wird die Schule mit Hilfe der Ramones von den Schülern besetzt. Als die Schule von der Polizei belagert wird und die Schüler daraufhin dieselbe verlassen, kommt es zu einer Explosion und die Schule geht in Flammen auf.

Theater AG probt „Der Besuch der alten Dame”

„Auf der Bühne der Theateraula stehen ein paar Kulissen aus Pappmaché. Im Hintergrund Aufsteller, auf die lieblos ein paar Bäume gemalt sind. Dazwischen probt die Theater-AG „Der Besuch der Alten Dame“.„

„Der Besuch der Alten Dame“ von Friedrich Dürrenmatt ist eine tragische Komödie in drei Akten.

Die Milliardärin Claire Zachanassian (die „alte Dame“) besucht die verarmte Kleinstadt Güllen, in der sie ihre Jugendzeit als Klara Wäscher verbracht hat.

Während die Einwohner auf finanzielle Zuwendungen hoffen, sucht Claire Rache für ein altes Unrecht. Als sie in ihrer Jugend von dem Güllener Alfred Ill ein Kind erwartete, bestritt dieser die Vaterschaft und gewann mit Hilfe bestochener Zeugen den von Klara gegen ihn angestrengten Prozess. Klara Wäscher musste ihre Heimat arm, wehrlos und entehrt verlassen, gelangte jedoch danach durch Heirat mit einem Ölquellenbesitzer, der noch zahlreiche weitere Ehen folgten, zu riesigem Vermögen. Die nun hochangesehene „alte Dame“ unterbreitet den Güllenern ein unmoralisches Angebot: Sie würde ihnen eine Milliarde schenken, wenn sie Ill umbrächten. Diese Forderung lehnen die Bewohner zwar entrüstet ab, doch seltsamerweise beginnen sie, Geld auszugeben, die Kaufleute gewähren Kredite, so als ob alle mit einem größeren Vermögenszuwachs rechnen könnten. Als Ill sich schließlich von Schuld und Angst zermürbt seinen Mitbürgern ausliefern will, lässt der Bürgermeister in der Presse verkünden, dass Frau Zachanassian durch Vermittlung ihres Jugendfreundes Ill eine Milliardenstiftung gewähre. Die Bürger bilden eine Gasse und Ill geht auf sie zu. Als die Bürger den Blick freigeben, liegt Ill tot am Boden. „Herzschlag“ und „aus Freude“ sind die Kommentare von Stadtarzt und Presse. Claire lässt den Toten in einen mitgebrachten Sarg legen („Ich habe meinen Geliebten gefunden“). Der Bürgermeister bekommt den Milliardenscheck.

Der „Starbury One”

Marco (Max Riemelt): „Stephon Marbury von den New York Knicks hat einen Basketballschuh für 14 Dollar 98 entwickelt. Den „Starbury One“. Er kommt selbst aus dem Ghetto und wollte, dass sich die Kids Schuhe leisten können und nicht die überteuerten Nike Air kaufen müssen.“

Markenturnschuhe wie der Nike Air Jordan (beworben von US-Basketballlegende Michael Jordan) kosten nicht selten 200 Euro oder mehr. Stephon Marbury, NBA Basketballstar der New York Knicks krempelt die Konsumwelt seit August 2006 kräftig um. Sein nach ihm benannter Basketballschuh „Starbury One“ kostet bei vergleichbarer Qualität lediglich $ 14,98 – nicht einmal ein Zehntel dessen, wofür Nike, Reebok oder Adidas gehandelt werden. Mittlerweile gibt es bereits einen Nachfolgeschuh den „Starbury 2“, ebenfalls für $ 14,98.

Der Bekleidungshändler Steve & Barry’s University Sportswear bringt den Dumpingschuh auf den Markt. Gegründet 1985 von zwei Studenten als Billigladen für die Kommilitonen an der Universität von Pennsylvania, hat sich Steve & Barry’s mittlerweile zur Amerika-weiten Kette entwickelt. Unter dem Markennamen „Starbury“, Marbury’s Spitzname aus Jugendtagen, werden nun auch Trainingsanzüge oder Sweatshirts zu Spottpreisen für Amerikas Jugend verkauft.

Taggs und Graffitis

Sinan (Elyas M’Barek) kritzelt in seinem Heft herum. Rainer (Jürgen Vogel) schleicht durch die Reihen und bleibt vor Sinans Tisch stehen. Er wirft einen interessierten Blick auf das Heft. Alle Seiten in seinem Heft sind voll gekritzelt mit Entwürfen für „Taggs“ und „Graffitis“. Sinan hört auf zu malen.

Ein sogenannter Tag ist in der Regel ein grafisch gestalteter Sprühername, ähnlich einem Kürzel oder einer Unterschrift. Ein Tag wird zum Signieren von Bildern benutzt. Die Verbreitung an möglichst vielen und besonders riskanten Orten oder Gegenständen trägt zum Szene-internen Prestige eines Sprühers bei. Das Übersprühen fremder Tags wird als Beleidigung angesehen und „crossen“ genannt.

Die Universität Potsdam untersuchte die Motivation der Sprayer und ermittelte verschiedene Gründe: streben nach Verbesserung, positive Emotionen (abschalten, abreagieren, drogenrauschähnlicher Kick beim Sprühen), Kreativität (Verwirklichung der Ideen und Vorstellungen, Ausdruck von Gefühlen), Gruppengefühl (Geborgenheit, Zusammenhalt), Ruhm, Lebenssinn, Grenzerfahrungen (Angst, Gefahr erleben und überwinden) sowie Selbstverwirklichung.

Den drogenähnlichen Rauschzustand, den Sprüher immer wieder erleben, hat man sonst nur bei Extremsportlern, wie z.B. Felskletterern, festgestellt. Er tritt überraschenderweise gleichermaßen bei legal (Ruhm und Leistung) als auch bei illegal (Grenzerfahrung) arbeitenden Graffiti-Künstlern (Writern) auf.

Der Deutschen Bahn entstehen jedes Jahr Millionenverluste durch Graffitis und Taggs. 2006 ist durch Graffiti-Schmierereien, zerstörte Sitze und andere Sachbeschädigungen ein Schaden von mehr als 50 Millionen Euro entstanden.

„MySpace”

Kaschi (Fabian Preger) „Ich mach uns ein Profil auf MySpace.“

Tim (Frederick Lau): „Das wollte ich schon machen.“

www.MySpace.com ist eine mehrsprachige Website, die sich über Werbung

finanziert und den Nutzern ermöglicht, kostenlose Benutzerprofile mit Fotos, Videos, Blogs, Gruppen usw. einzurichten. MySpace wird als der bekannteste Vertreter eines als Website realisierten Sozialen Netzwerks angesehen.

In einer vom PEW Internet & American Life Project Studie wird deutlich, dass 55 Prozent der amerikanischen Kinder im Alter von 12 bis 17 Jahren sich an sozialen Netzwerken im Internet teilnehmen. Mädchen im Alter von 15 bis 17 Jahren nutzen mit 70 Prozent Seiten wie MySpace am meisten. Für sie sind diese Seiten vor allem Orte, an denen sie bereits bestehende Freundschaften pflegen, während Jungen sie auch als gute Gelegenheit zum Flirten betrachten oder um neue Bekanntschaften zu machen.

„Skype”

Dennis (Jakob Matschenz) sitzt vor seinem Computer und chattet mit Maya (Ondine Johne) per Skype.

Skype ist eine unentgeltlich erhältliche, proprietäre VoIP-Software. Skype ermöglicht das kostenlose Telefonieren via Internet von PC zu PC sowie das gebührenpflichtige Telefonieren ins Festnetz und zu Mobiltelefonen (SkypeOut). Darüberhinaus bietet Skype zudem den gängigen Service der Sofortnachrichten (ähnlich wie Windows Messenger oder AOL Instant Messenger) an. Dabei kann man anders als beim Handy-SMS-Verkehr z. B. Websiteadressen, animierte Emoticons, und WebCameras in die Textnachricht einfügen sowie Unterhaltungsfavoriten setzen und bei Bedarf

den Inhalt früherer Unterhaltungen wieder abrufen.

„Black Power”

Bomber (Maximilian Vollmar): „Klar Mann, alle möglichen Gruppierungen haben einen Gruß. Zum Beispiel Black Power.“

“Black Power” ist der Slogan der Bürgerrechtsbewegung der Afroamerikaner in den USA. Black Power wurde von der amerikanischen Öffentlichkeit und konservativen schwarzen Bürgerrechtsorganisationen als Aufruf zur Gewalt kritisiert. Martin Luther King, Leitfigur der Black Power, zufolge fordert der Begriff politische und wirtschaftliche Unabhängigkeit der Schwarzen. Auf jeden Fall stand Black Power und die damit verbundene Bewegung für schwarzes Selbstbewusstsein und eine Distanzierung zur weißen Gesellschaft.

International bekannt wurde die Black Power-Bewegung während der Olympischen Spiele 1968 in Mexiko-City: Die zwei afroamerikanischen Athleten Tommie Smith und John Carlos streckten während der Siegerehrung des 200-Meter-Laufs die schwarzbehandschuhte Faust empor, Symbol der Bewegung. Das Internationale Olympische Komitee stellte das Olympische Komitee der USA (USOC) vor die Wahl, die beiden Athleten nach Hause zu schicken oder die ganze Leichtathletik-Mannschaft zurückzuziehen. Das USOC entschied sich für ersteres.

„West Coast – East Coast - Eminem”

Rainer: “Als unser Gruß, oder was?”

Bomber (Maximilian Vollmar: „Natürlich. Alle möglichen Gruppierungen haben ihren eigenen Gruß. Black Power!“

Sinan (Elyas M’Barek): “West Coast.” Bomber „East Coast, Alter.“

Die Schüler reden im Drehbuch über sogenannte Gang-Signs. Hip Hopper in den USA haben sich diese zu territorialen Gang-Abgrenzungen, aus selbstverherrlichenden Gründen sowie als Trademark angeeignet. In den USA gibt es über 150 verschiedene Gang-Signs.

West Coast

Der Westcoast Hip Hop ist eine Hip-Hop-Strömung, die sich in den 80er Jahren an der Westküste entwickelte. Er wurde in den Anfängen maßgeblich etabliert von den aus L.A. stammendem Musikern wie N.W.A. (Niggaz with Attitudes), Ice-T, Dr. Dre und 2Pac, die durch einen sehr eigenen Stil, ein musikalisches Gegengewicht zum „klassischen“ Eastcoast Hip Hop aus New York bildeten.

West-Coast Zeichen: Daumen einziehen – Kleinen Finger und Zeigefinger ausstrecken – Mittelfinger über Ringfinger – stellt W dar und wird mittlerweile auch bei Rappern aus West-Berlin gesehen.

East Coast

Der Eastcoast Hip Hop ist eine Hip-Hop-Strömung, die sich in den 80er Jahren an der Ostküste der USA entwickelte. Seine Anfänge entsprechen denen des Hip-Hop insgesamt, der sich an der Ostküste der USA vor allem in New York City durch Musiker wie Grandmaster Flash entwickelte und sich über Kurtis Blow, LL Cool J, Slick Rick und weitere Künstler etablierte.

Es gibt zahlreiche East Coast-Zeichen. Die zwei geläufigsten:

1. Daumen Einknicken – Mittelfinger über ausgestreckten Zeigefinger – Ringfinger 90° abwinkeln – Kleinen Finger ausstrecken

2. Daumen, Zeigefinger und Mittelfinger (dabei aneinanderliegend) weit auseinander strecken. Kleinen Finger und Ringfinger dabei aneinanderliegend zum E wegstrecken.

Westcoast versus Eastcoast

In den frühen 90ern zeichnete sich die amerikanische Hip-Hop-Szene durch eine starke Rivalität zwischen Westcoast und Eastcoast-Rappern aus. Der Hip-Hop-Krieg gipfelte in den Morden an den Rappern 2Pac Shakur (Westcoast) und Notorious B.I.G. (Eastcoast). In der Folge wurde der Westcoast Hip Hop vor allem durch den Humor von Snoop Dogg, Coolio und anderen zunehmend bei weißen Zuhörern populär, an der Ostküste entstanden derweil der Wu-Tang Clan und Solokünstler wie Nas, die gegen die Pop-beeinflussten Erfolge von Puff Daddy und Bad Boy Entertainment ankämpften. Hip-Hop entwickelte sich in den späten 1990ern zunehmend auch in anderen Städten wie Atlanta, St. Louis, New Orleans (=Dirty South), Detroit (Eminem, D12) und Chicago (Redman) häufig mit sehr eigenen Sounds. Der Westcoast Hip-Hop blieb zwar gegenüber Superstars der Ostküste wie Jay-Z ein wenig zurück, blieb jedoch vor allem durch Snoop Dogg und Dr. Dre sowie den von Dre beeinflussten weißen Rapper Eminem ebenso populär.

Eminem

Eminem (auch Slim Shady, bürgerlicher Name Marshall Mathers) ist ein US-Rapper und Produzent. Er ist Grammy- und Oscar-Preisträger (autobiografischer Film “8-MILE”, USA, Curtis Hanson, 2002).

Bislang streitet sich der harte Eminem-Kern ob Eminem wirklich ein eigenes Zeichen hat. Klar ist jedoch, dass Eminem mit dem „Stinkefinger“ (Mittelfinger: „Fuck You“) berühmter ist als mit M’s oder E’s. Eminem ließ in seiner Karriere kaum eine Gelegenheit aus mit dem Stinkefinger zu posieren. Sein Medien-Name wurde sehr schnell „Mr. I don’t give a Fuck“ oder „White Anger“

„Hang loose – Satan - Vulcanier”

Marco (Max Riemelt) zeigt das Surferzeichen: „Hang loose.”

Miriam (Karoline Teska) die Teufelshörner „Satan.“

Und Ferdi (Ferdinand Schmidt-Modrow) formt seine Finger zum „Vulcaniergruß“: „Sogar die Vulcanier“.

Hang Loose

Der Inbegriff des modernen Aloha-Spirits (Aloha – typischer hawaiianische Begrüßung) heißt „Hang Loose“ und bedeutet „locker bleiben, entspannen, nimm's leicht“. Die eigene Geste für Hang Loose: Daumen und kleiner Finger werden ausgestreckt, dann wird die ganze Hand mehrfach gedreht.

Das Satanszeichen

Faust: Nur der Zeige- und der Kleine Finger werden weit weggestreckt. Symbolisiert den gehörnten, ergo Satan. Herkunft: unbekannt.

Vulkaniergruß

Der Vulkaniergruß entstammt der Serie Star Trek. Captain Spock Darsteller Leonard Nimoy drehte zum ersten Mal eine Szene in der Spock zu seinem Heimatplaneten Vulkan zurückkehrt. Das war das erste Mal, in dem Vulkan in der Serie vorkam. Leonard Nimoy war sehr erpicht eine Gelegenheit zu finden, um etwas von der vulkanischen Kultur hinzuzufügen, einer vulkanischen Geschichte und erfand kurzerhand den Vulkaniergruß.

Wasserball – Das Spiel und seine Regeln

Wasserball ist ein dem Handball und Rugby ähnliches Ballspiel im Wasser, bei dem die Spieler zweier Mannschaften versuchen, durch geschicktes Abspielen und Freischwimmen den Ball in das gegnerische Tor zu werfen.

Das Team

Im modernen Wasserballspiel haben sich die Taktiken so weit entwickelt, dass sich bestimmte „Spielerpositionen“ definieren lassen. Diese sind außer beim Torwart jedoch nicht ausschließlich an einen so benannten Spieler gebunden, vielmehr müssen vor allem die Abwehr- und Mittelfeldspieler je nach Spielverlauf von der einen auf die andere „Position“ wechseln. Der Torhüter muss stets in seiner eigenen Spielfeldhälfte bleiben. Er ist der einzige, der im 5 Meter-Raum den Ball mit beiden Händen spielen und sich auch ohne Ball im 2 Meter-Raum aufhalten darf. Häufig beginnen Angriffe von seiner Position aus.

Der Center einer Mannschaft steht beim Angriff auf der gegnerischen 2 Meter-Linie möglichst mittig vor dem Tor. Er versucht den Ball entweder selbst ins Tor zu schießen oder spielt ihn so ab, dass ein Mitspieler zum Torwurf kommen kann. Wobei das Verteilen des Balles an seine Mitspieler seine Hauptaufgabe ist. Normalerweise ist der Center der Einzige während eines Angriffs, der auch die Sicht nach hinten hat, da er mit dem Rücken zum gegnerischen Tor liegt. Somit kann er seine Zuspiele zu einem freien, also ungedeckten, Mitspieler geben. Meist entstehen dabei harte Zweikämpfe mit dem Centerverteidiger.

Der Centerverteidiger versucht im Verteidigungsfall durch Decken des gegnerischen Centers den Ball zu erlangen. Diese Position wird meist von großen, starken Spielern übernommen. Durch die Zweikämpfe bekommt diese Position die meisten Hinausstellungen. Schiedsrichter honorieren die saubere Abwehrleistungen aber gerne. Oft versucht der Centerverteidiger den Center zu einem Stürmerfaul zu zwingen. Der häufigen Hinausstellungen wegen wird diese Position oft zwischen den Spielern gewechselt, um drei persönliche Fehler (endgültiger Ausschluss) zu vermeiden.

Im Mittelfeld befinden sich meist die schnellsten und konditionsstärksten Spieler, denn sie sind es, die sich das ganze Spiel über schwimmend bewegen. Sie sind mit dem Center die ersten vorne, aber auch die ersten mit der Abwehr hinten.

Aufstellungen

Moderner Wasserball verfügt über sehr viele verschiedene Spieltaktiken, die von den meisten Spielern beherrscht, und je nach Situation angewendet werden. Viele Taktiken basieren auf dem „Überzahlspiel“ nach der Hinausstellung eines gegnerischen Spielers, die vergleichsweise häufiger als beim Fußball vorkommt und jeweils nur vorübergehend besteht. Ebenso muss sich die in Unterzahl spielende Mannschaft dementsprechend darauf einstellen.

Mannschaften

Jede Mannschaft besteht aus 13 Spielern, von denen sich sieben im Wasser befinden und sechs Auswechselspieler sind.

Auswechseln von Spielern

Spieler dürfen während des gesamten Spiels ausgewechselt werden. Während des laufenden Spieles muss sich der Spieler in den Auswechselraum begeben und dort „per Handschlag“ an seinen Mitspieler übergeben. Es darf beliebig oft ausgewechselt werden.

Spielzeit

Es werden vier Viertel von jeweils acht Minuten reiner Spielzeit gespielt. Nach dem

ersten und dritten Viertel gibt es eine Pause von zwei Minuten, nach dem zweiten Viertel eine Pause von fünf Minuten. An US-High Schools dauern die Viertel sechs bzw. fünf Minuten.

Die „30-Sekunden-Regel“

Jede Mannschaft hat pro Angriff 30 Sekunden reine Spielzeit zur Verfügung.

Auszeiten

Jede Mannschaft hat die Möglichkeit bis zu max. zwei Auszeiten pro Spiel zu verlangen. Jede Auszeit dauert eine Minute. Es kann immer nur die im Ball befindliche Mannschaft eine Auszeit verlangen.

Einfache Fehler

- den Ball unter Wasser zu ziehen

- den Gegner unterzutauchen

- sich am Beckenrand festhalten

- mit der Faust nach dem Ball schlagen

- vom Boden abspringen

- einen Gegner behindern, der den Ball nicht in der Hand hält

- den Ball unter die Wasseroberfläche drücken

- Zeitspiel

Schwere Fehler

- den Gegner, der den Ball nicht hält, festhalten, untertauchen

- den Gegner treten, schlagen oder diese Bewegung andeuten

- dem Gegner ins Gesicht spritzen

- eine brutale Handlung gegen einen anderen Spieler begehen

- dem Schiedsrichter den Gehorsam verweigern

- Fehler in einer Spielunterbrechung begehen

- nach einer Hinausstellung falsch wieder in das Spielfeld zu kommen

- einen Strafwurf zu verursachen

Über die Produktion

„Mich hat das Thema einfach nicht losgelassen. Weil ich mich immer gefragt habe: Wäre das heute noch möglich? Ist es in Deutschland möglich, wo wir so aufgeklärt sind, wo wir soviel über Diktaturen, über das Dritte Reich gelernt haben? Funktioniert das heute immer noch? Und das war einfach eine Frage, die fand ich so spannend, der wollte ich nachgehen.“

Dennis Gansel

Die Idee, das Experiment DIE WELLE ins Kino zu bringen, entstand bei einem Abend unter Freunden. Der Regisseur Dennis Gansel erwähnte in einem Gespräch, dass er die Ereignisse, die sich 1967 in einer High School in Kalifornien zugetragen haben, so spannend findet, dass er sie gerne verfilmen würde. „Wir haben nie wieder darüber gesprochen“, erinnert sich Produzent Christian Becker, „es blieb dennoch im Kopf hängen. Deshalb habe ich versucht, an die Rechte zu kommen. Zuerst ohne es Dennis zu sagen, um keine großen Erwartungen aufzubauen.“ Die Reise ging quer durch die ganze Welt: Vom deutschen und englischen Buchverlag zum Autor des Jugendbuchklassikers DIE WELLE, Morton Rhue, über amerikanische Produktionsfirmen und verschiedenen Agenten. Bis Becker mit seinem Rat Pack-Team schließlich bei der Sony landete und nach zwei Jahren die Rechte mit Hilfe des Constantin-Vorstandes Martin Moszkowicz erwerben konnte. Ron Jones, der Initiator des Experiments, zeigte sich über die Hartnäckigkeit des deutschen Produzenten beeindruckt: „Christian ist unglaublich. Ich meine, wer opfert über zwei Jahre lang seine Energie und Zeit, um einem Traum nachzujagen? Genau das brauchen wir! Zig amerikanische Produzenten wollten den Stoff seit Jahren verfilmen und haben die Rechte nicht bekommen… Und dann brauchen wir Leute wie Dennis Gansel und Peter Thorwarth, die diesen Traum realisieren.“

Die Arbeit am Drehbuch entwickelte sich für Dennis Gansel und Peter Thorwarth, der während des Schreibens mit an Bord geholt wurde, zu einem Ausflug in die Vergangenheit. Genauer gesagt, in die Schulzeit in Hannover und Unna. „Wir versuchen wirklich Leute aus dem Leben heraus zu beschreiben. Eine Karo, ein Jens oder ein Dennis – das sind alles Charaktere, die entweder Peter Thorwarth oder mir entsprechen oder Leuten, mit denen wir selber zu Schule gegangen sind. Wir haben versucht, keine Kunstcharaktere zu schaffen, sondern Leute, die so existieren.“ Bestätigung, dass sie sich auf dem richtigen Weg befinden, erhielten sie von dem Mann, der das selbst erlebt hat. Ron Jones besuchte im Sommer 2007 die Dreharbeiten in Deutschland und fühlte sich in das Jahr 1967 zurückversetzt: „Hier am Set zu sein und die Darsteller zu beobachten, das ist, als würde ich Geister sehen.“

Die Filmemacher waren sich schnell einig, dass die Geschichte in einer fiktiven Stadt spielen muss. Nina Maag, ausführende Produzentin der Rat Pack Film: „Wir haben den Stoff bewusst in ein relativ intaktes Umfeld gesetzt, wo die Leute finanziell wenig Druck haben und die Kinder für unsere Zeit noch behütet aufwachsen können.

Die Autoren entschieden sich, das Experiment nicht mit dem Thema Faschismus zu starten – wie 1967 an der amerikanischen High School. „Das Thema Autokratie ist im Grunde nur ein Subbegriff von Diktatur“ so Dennis Gansel. „Natürlich geht es irgendwann in den Begriff Faschismus über. Ein Lehrer, der anfängt mit „Unser Thema ist Faschismus.“, der offenbart gleich sehr viel. Das Thema Autokratie hingegen hört sich erst harmlos an, ist aber vom sozialen Mechanismus her ähnlich“ Die Drehbuchautoren wussten natürlich, dass Nationalsozialismus ein wichtiges und umfangreiches Thema im deutschen Lehrplan darstellt. Genau dort setzten sie an: „Bei mir in der Schule war der Nationalsozialismus und das Dritte Reich ständig ein Thema. In Geschichte, Politik, Religion, Deutsch und sogar in Bio. Irgendwann stumpft man ab und will es einfach nicht mehr hören. Daraus resultiert eine gewisse Gleichgültigkeit bis hin Überheblichkeit - wir haben es kapiert, das kann uns nicht wieder passieren - und genau darin sehe ich die Gefahr“, so Peter Thorwarth.

Allen Beteiligten war klar, dass mit der Glaubwürdigkeit der Hauptfigur die Geschichte steht oder fällt. Die Filmemacher überlegten sich, wen sie selbst gerne als Lehrer gehabt hätten – und landeten bei Jürgen Vogel. Als dieser seine Zusage signalisierte, wurde die Rolle auf ihn zugeschrieben.

„Wir haben gesagt, das muss ein liberaler und sehr offener Lehrer sein, dem die Schüler vertrauen. Jemand der dann selber in das Experiment hineingezogen wird. Letztlich wurde aus der Figur ein Alt-Rocker, was übrigens Ron Jones auch ist. Er bezeichnet sich als Anarchist, das wussten wir noch gar nicht,“ so Nina Maag. „Er ist tatsächlich damals ein sehr liberaler Lehrer gewesen und so haben wir auch unsere Lehrerfigur angelegt: Jemand, der über den zweiten Bildungsweg reingeht, der nicht so ein spießiger Lehrer ist. Jemand, der auch Sport macht, der locker mit den Kids redet, der sich duzen lässt. Die Klasse geht gern in seinen Unterricht und die Schüler schreiben sich freiwillig in ein relativ schwieriges Thema ein“. Christiane Paul schien perfekt für die Rolle von „Anke Wenger“: eine Figur, die selbstbewusst und energisch aber auch sehr warmherzig angelegt wurde. Die Schwangerschaft der Schauspielerin übernahmen die Autoren kurzerhand ins Drehbuch.

Das Casting der Schüler nahm viel Zeit in Anspruch. Knapp ein Jahr suchten die Filmemacher im deutschsprachigen Raum nach jungen Schauspielern bis sie ihre perfekte Schulklasse zusammen hatten. Einige der jugendlichen Darsteller, mussten auch beim Wasserball eine glaubwürdige Figur abgeben. „Ich habe nach extrem charismatischen Schauspielern gesucht, die die Rolle gut ausfüllen können“, so Dennis Gansel. Einige der männlichen Hauptrollen sollten zudem eine gewisse Sportlichkeit mitbringen und in der Lage sein, binnen kurzer Zeit Wasserball zu erlernen.

Nicht ganz einfach hatte es die Crew während der Dreharbeiten der Wasserball-Szenen. Denn in dem Hallenbad in Berlin-Reinickendorf schnellte das Thermometer flugs auf 40 Grad. Kombiniert mit einer Luftfeuchtigkeit von 80 Prozent entwickelten sich die Drehtage zu einer schweißtreibenden Angelegenheit für Crew und Darsteller.

Die Hitzeattacken wurden bei dem ein oder anderen Team- oder Stabmitglied vom „Schulkoller“ abgelöst: Der Löwenanteil der Dreharbeiten fand auf einem Schulgelände statt, was bei vielen Assoziationen zur eigenen Schulzeit auslöste. „Für mich war es sehr komisch, in der Schule zu sitzen. Ich hatte wirklich wieder dieses Gefühl, im Unterricht zu sein!“ amüsierte sich Cristina Do Rego. Max Riemelt ging es genau so: „Auf jeden Fall! Man sitzt im Klassenraum und ich bin gleich müde geworden. Man kommt total zurück in sein altes Schema. Ich hab sofort wieder angefangen zu malen. Das habe ich früher auch immer gemacht. Die schlechte Luft hat dann den Rest gemacht.“

Großartig, findet Regisseur Dennis Gansel. Denn „Ich weiß noch ganz genau wie das Gefühl war, mit 17 in der Schulklasse zu sein, wie man zu den Lehrern gestanden hat und wie man drauf war nach der Klassenfahrt. In wen man verliebt war und mit wem man eine kleine Fehde hatte, die Freundschaften… Ich hab das Leben selten so intensiv erlebt wie damals in der Oberstufe. Und Christian, Peter und ich wollten genau dieses Gefühl wieder kreieren. Je glaubhafter und reeller es ist, umso besser. Wir versuchen genau das über die Leinwand zu vermitteln.“

Das Gefühl, ganz nah dran zu sein, Teil dieser Klasse und des Experiments zu sein, setzten Dennis Gansel und der Kameramann Torsten Breuer bildlich um. „Ich hatte das Gefühl, als wäre ich selbst im Klassenzimmer. Als wäre ich ein Teil davon und würde das Ganze nicht nur von Außen betrachten“, beschrieb Ron Jones sein Gefühl, nachdem er erste Ausschnitte des Films gesehen hatte.

Auf der Suche nach dem Hauptmotiv klapperten die Filmemacher mit dem Ausstatter Knut Loewe dutzende Schulen in Berlin und Umgebung ab. Ein modernes Gymnasium sollte es sein. Fündig wurden sie schließlich im Brandenburgischen Dallgow-Döberitz. Das dortige Marie Curie-Gymnasium erwies sich als perfekte Kulisse für DIE WELLE. Zahlreiche Schüler des Gymnasiums drückten während ihrer Sommerferien mit Begeisterung als Komparsen die Schulbank. Für Besucher verschmolzen die Komparsen und Darsteller zu einem „Schülermeer“. Ein Zeichen für Nina Maag, dass das Konzept mit Kostümbildnerin Ivana Milos aufgegangen ist. „Wir wollten keinen Film über 17-Jährige machen, die so aussehen, wie wir uns das mit Mitte 30 vorstellen. Sondern so, wie die Schüler tatsächlich heute rumlaufen.“ Für die Recherche besuchten sie vor Drehbeginn zahlreiche Schulen und Pausenhöfe.

Nach 38 Drehtagen im Juli und August 2007 fiel die letzte Klappe. „Diese Dreharbeiten sind wahnsinnig glatt verlaufen – obwohl der Film so aufwändig ist, wir uns so viel Mühe mit dem Casting und Motiven gemacht haben, so viele Gedanken gemacht haben“, so das Resümee von Christian Becker. „Es war wirklich eine tolle Zeit. Das Team war super, wir hatten alle einen Riesen-Spaß. Das Ganze war sehr familiär. Man sieht auch dem Film an, dass wirklich viel Spaß dahinter steckt und etwas sehr Organisches entstanden ist – vor und hinter der Kamera. Das lässt die Geschichte sehr realistisch erscheinen.“

Interview Dennis Gansel (Regie und Drehbuch)

Nach NAPOLA hast Du mit DIE WELLE erneut ein Thema aus dem Nationalsozialismus aufgegriffen. Ist das Zufall oder Dein Steckenpferd?

Das ist auf jeden Fall ein Steckenpferd! Die Frage, ob Faschismus wieder möglich ist, wie das System Faschismus funktioniert, wie Verführung funktioniert, das finde ich extrem interessant. Das hängt mit meiner Familiengeschichte zusammen. Mein Großvater hat als Offizier selbst seine Rolle im Dritten Reich gespielt, die mein Vater und seine zwei Brüder extrem kritisch gesehen haben. Und ich habe mich als Jugendlicher immer gefragt, wie ich mich wohl damals verhalten hätte. In NAPOLA lautet das Thema „Wie hat das damals funktioniert? Wie hat Verführung im Dritten Reich funktioniert?“. Und in DIE WELLE geht es darum „Wie würde Verführung heutzutage funktionieren? Wie funktioniert Faschismus? Ist das heutzutage noch möglich? Könnte so was passieren an einer deutschen Schule im Hier und Jetzt?“

Was hat Dich an dem Experiment THE THIRD WAVE so fasziniert, dass Du die Ereignisse verfilmen wolltest?

Ich kann mich noch genau erinnern, als ich das Buch DIE WELLE gelesen habe. Das erste, was man sich natürlich direkt nach der Lektüre fragt ist, „Wer wäre ich gewesen? Hätte ich mitgemacht? Und natürlich sagt man sich immer, na ja also damals Ende der 60er in den USA, da war ein Thema. Aber heutzutage, in Deutschland: no way. Aber ich glaube, dass es schon ein bisschen tiefer geht. Und das war natürlich auch die Prämisse für uns zu sagen, wir setzen das eben nach Deutschland, in die heutige Zeit und gehen der Frage „ist so was möglich?“ nach.

Wie seid Ihr bei Euren Recherchen vorgegangen?

Wir hatten natürlich die Originalprotokolle von Ron Jones. Wir wussten also ziemlich genau, wie der Versuch ablief. Wir haben dann aber beschlossen, dass wir es nach Deutschland adaptieren. Das bedeutet, dass man sich überlegt, was macht denn Deutschland aus und was können wir über Deutschland erzählen. Und da wir beide in ähnlichen Verhältnissen groß geworden sind, haben wir gesagt, wir beschreiben einfach die Schule, auf die wir selber gegangen sind. Und es gibt Charaktere im Film, mit denen ich selber zur Schule gegangen bin, mit denen Peter Thorwarth zur Schule gegangen ist. Es kommen Lehrer vor, die wir gerne gehabt hätten und die, die wir hatten. Der Blick ins wahre Leben hat uns sehr geholfen. Und aus diesen Charakteren heraus haben wir dann die Geschichte entwickelt. So, wie wir uns das vorgestellt haben, welche Schritte wahrscheinlich gewesen wären und in sich logisch sind.

Ist der Erfolg des Experiments Deines Erachtens von der Akzeptanz und Beliebtheit des Lehrers abhängig?

Es hilft natürlich, wenn man einen extremen Charismatiker als Lehrer hat. Jemanden, der wirklich eine Führungsperson ist, der Führungsqualitäten hat, der überzeugen kann, den die Schüler lieben. Ich bin der Meinung, dass das System, das er aufbaut, dieses System Faschismus, in sich psychologisch so perfide ist, dass es überall wieder passieren kann. Dass eben Leute, die vorher nichts zu sagen hatten, plötzlich ihre kleinen Verantwortungsbereiche haben. Dass es eine Gemeinschaft gibt, dass es eine Qualität innerhalb der Klassengemeinschaft gibt. Dass starke Unterschiede, die vorher geherrscht haben, gleich gemacht werden und dass jeder die Chance hat, vermeintlich aus sich herauszukommen. Das ist etwas, das überall funktioniert. Gerade in einem Schulsystem. Und jeder, der eine Schule in Deutschland besucht hat, weiß, wie es läuft. Dass die Leute, die gut aussehen, die Leute, die was zu sagen haben, einfach in dieser Hackordnung ganz oben sind. Und dass viele, die vielleicht etwas stiller sind oder Leute, auf den zweiten Blick, einfach nicht so zum Zuge kommen. Und ich bin fest davon überzeugt, wenn sich so ein System von einem Tag auf den anderen umdreht - dass so was sofort wieder funktionieren kann.

Unsere heutige Gesellschaft ist geprägt vom Individualismus. Inwiefern kann der Trend, sich von der Masse abzuheben, Experimente wie DIE WELLE erst ermöglichen?

Ich hab mir in meiner Jugend immer stark gewünscht, dass es irgendwas gibt, womit ich mich identifizieren kann. Ich hab dafür sehr meine Eltern bewundert, die 68er waren, ein gemeinsames Ziel hatten, die Gesellschaft wirklich aktiv zu verändern und etwas voranzubringen. Ich bin in den 80er und 90er Jahren groß geworden und da gab es tausend Gruppierungen, aber es gab überhaupt keine politische Richtung mehr. Etwas, wofür man sich wirklich engagieren konnte. Ich hab das extrem vermisst. Und ich glaube, dass geht den Jugendlichen heute ganz genauso. Es kann ja nicht sein, dass man sich nur noch durch Klamotten und Musik definiert. Ich glaube, die Leute sehnen sich ganz stark nach Inhalten und das Bedürfnis nimmt immer stärker zu. Dieser Drang zur Individualisierung und immer weitergehenden Atomisierung von verschiedensten Gruppen, das kann auf Dauer keine Zukunft haben. Irgendwann entsteht ein enormes Vakuum. Und die Gefahr ist natürlich, dass gerade irgendein –ismus wieder kommt und versucht dieses Vakuum aufzufüllen.

Ron Jones ist begeistert von DIE WELLE. Was bedeutet Dir das?

Das bedeutet uns natürlich enorm viel. Das ist für uns einfach der Mann, der das Experiment gestartet hat. Das sind ja größtenteils alles Erlebnisse von ihm. Auf eine gewisse Art war es fast unheimlich. Denn wir haben uns entschieden, dass Rainer (Jürgen Vogel) mit seiner Frau (Christiane Paul) auf einem Hausboot wohnt, dass seine Frau auch Lehrerin ist und dass es bestimmte Streitsituationen gibt. Und als ich Ron Jones die ersten Bilder im Schneideraum gezeigt habe, sagte er: „Das ist unglaublich. Ich habe damals im Baumhaus gewohnt und ich hatte mit meiner Frau die und die Dialoge, die sind original im Film!“ Das konnten wir ja gar nicht wissen, das haben wir einfach intuitiv reingeschrieben. Während der Drehbucharbeit sind Szenen herausgekommen, die jetzt sehr dieser wirklichen Situation von Ron Jones Ende der 60er Jahre entsprechen. Das ist für uns natürlich fantastisch. Weil wir immer bemüht sind, bei aller Fiktionalität von so einem Stoff, von den psychologischen Abläufen und von den Charakteren her so glaubhaft wie möglich zu sein. Deshalb ist eine Aussage von Ron Jones, der sagt, die Geschichte glaube ich zu 100 Prozent, natürlich für mich das größte Lob was man bekommen kann.

Interview Christian Becker (Produzent)

DIE WELLE ist ein Gemeinschaftsprojekt unter Freunden: Dennis Gansel führt Regie und hat mit Peter Thorwarth zusammen das Drehbuch geschrieben. Du produzierst mit Deiner Firma Rat Pack den Film und Nina Maag ist die Ausführende Produzentin. Wie kam es zu diesem Get Together?

Die Idee zu DIE WELLE hatten Dennis und ich vor ein paar Jahren gemeinsam entwickelt. Ich habe lange Zeit auf der ganzen Welt recherchiert, um an die Stoffrechte zu kommen. Dennis hat sich zwischenzeitlich in den Stoff reingekniet. Um eine weitere Sicht auf die Dinge zu bekommen, haben wir Peter Thorwarth mit an Bord geholt. Wir drei haben zusammen an der HFF in München studiert. Mit Peter hatte ich schon „Bang Boom Bang“, „Was nicht passt, wird passend gemacht“ und „Goldene Zeiten“ zusammen produziert. Und mit Dennis „Das Phantom“, an dem damals auch schon Nina Maag als Producerin beteiligt war. Das Schöne ist, wir sind alle befreundet und das ist immer das, was ich mit der Firma erreichen wollte. Wir heißen ja nicht umsonst Rat Pack: Alle, die befreundet sind, arbeiten zusammen, feiern zusammen und entwickeln sich weiter. Peter Thorwarth ist stolz, dass Dennis diesen Film macht und dass er mit Dennis zusammen an dem Drehbuch gearbeitet hat. Denn Peter Thorwarth steht normalerweise für andere Stoffe, eher Ruhrgebiet-lastig, Action und lustig. Dennis macht die großen, anspruchsvollen Filme. Es gibt ja immer die private Ebene und die berufliche Ebene. Und es ist sehr interessant, wie das alles zusammen funktionieren kann, komplett ohne Ego-Probleme.

Ron Jones hat sich nie mit dem Buch von Morton Rhue identifiziert. Was hat ihn an Eurer Geschichte überzeugt?

Wir erzählen die Geschichte aus dem Blickwinkel verschiedener Personen. Das ist ein viel modernerer und zeitgemäßerer Ansatz. Deshalb gefiel das auch Ron Jones so gut. Er sagt, er ist froh, dass die Deutschen, die eine Verantwortung bezüglich ihrer Geschichte haben und sich mit Schuld beschäftigen, den Film machen. Er ist erleichtert, dass die Amerikaner die Filmrechte damals nicht bekommen haben.

Das Experiment hat 1967 an einer kalifornischen High School stattgefunden. Warum habt Ihr euch entschieden, den Film in Deutschland spielen zu lassen?

Wir wollten den Film die ganze Zeit in Deutschland spielen lassen, damit die Jugendlichen einen Zugang dazu haben. Hier, in Deutschland, wo sie sich auskennen. Dass sie das Gefühl haben „das ist wie bei mir, das kenne ich, solche Figuren kenne ich“. Wenn wir den Film in Amerika oder in der Vergangenheit hätten spielen lassen, dann hätte der direkte Bezug und die Glaubwürdigkeit darunter gelitten. Ein weiterer wichtiger Punkt ist, dass wir nicht zeigen, wo wir spielen. Zum Beispiel die ganzen Klischees: Berlin sei ein „sozialer Brennpunkt“ oder - hätten wir die Geschichte nach Bayern gesetzt - „hier ist eh alles schwarz“. Jede Region, jede Stadt hat seine Vorurteile und deshalb spielt DIE WELLE in einer fiktiven Stadt. Es war mir wichtig, dass wir diese Geschichte sehr allgemeingültig halten. Denn jeder, der den Film sieht, soll das Gefühl haben, das könnte auch bei mir passieren.

Neben renommierten Schauspielern wie Jürgen Vogel und Christiane Paul wurde ein außergewöhnliches Cast an jungen Darstellern zusammengestellt. Was zeichnet denn die Darsteller der Klasse aus?

Wir haben wahnsinnig lange vor Ort gecastet: Wir haben alle Agenturen abgeklappert und –zig Castings veranstaltet. Dafür haben wir jetzt ein einzigartiger Cast - die Crème de la Crème der jungen deutschen Schauspieler. Jeder, der den Film gesehen hat, sagt, „das ist alles so realistisch, das sieht aus wie bei mir in der Schule“. Das macht diesen Film einzigartig. Wir haben uns wirklich viel Zeit genommen und Dennis hat alles möglich gemacht, den perfekten Cast zu finden. Ich glaube, wir haben nicht nur wirklich angesagte Schauspieler, sondern auch wirklich passende Schauspieler. Es macht einfach Spaß, dabei zuzusehen!

Was kannst Du uns über die Filmmusik erzählen?

Neben aktuellen Songs haben wir einen perfekten Score: Ganz leise und hintergründig und dann wieder richtig schnell und laut. Was Heiko Maile hier gemacht hat, ist wirklich super. Heiko Maile ist einer der Musiker von ’Camouflage’ gewesen. Als Jugendlicher war ich ein großer Camouflage-Fan, von „Great Commandment“ oder „Love Is A Shield“. Mit der Musik, die er geschaffen hat, bringt er eine zusätzliche Ebene rein. Das heißt, es ist modern, es ist schwungvoll, hat aber auch Elemente des klassischen Score. Das war eine tolle Zusammenarbeit zwischen Heiko, Dennis und uns und hat sehr viel Spaß gemacht.

DIE WELLE läuft im Januar in Sundance im Wettbewerb. Geht damit für Euch ein Traum in Erfüllung?

Ganz sicher! Wir wollten unbedingt mit dem Film nach Sundance und trotzdem war es für uns eine Riesenüberraschung. Von 620 Einreichungen im internationalen Kinofilmwettbewerb sind nur 16 angenommen worden. USA gilt unter Filmemachern immer noch als das Maß aller Dinge und Sundance gehört für uns zu den absoluten A-Festivals, dem besonders viel Aufmerksamkeit geschenkt wird. Seit der Bekanntgabe häufen sich bei uns die Anfragen aus aller Welt… Wir haben immer an diesen außergewöhnlichen Film geglaubt. Deshalb ist es umso schöner, wenn man sieht, dass es auch andere tun.

Interview Ron Jones (US-Lehrer / Initiator des Exp

Sie haben während Ihres Setbesuchs in Berlin Ausschnitte von DIE WELLE gesehen. Wie war Ihr erster Eindruck?

Ich hatte das Gefühl, als wäre ich selbst im Klassenzimmer! Als wäre ich ein Teil davon und würde das Ganze nicht nur von Außen betrachten. Aber der Film hat noch etwas anderes. Etwas, das ich nicht verstehen kann, weil ich nie darüber berichtet habe. Im Film ist eine Dynamik, die auch an meiner Schule existiert hat. Ja, die vielleicht in jeder Schule zu finden ist. Und das ist auch in diesem Film.

Der Regisseur Dennis Gansel trat lange vor Drehbeginn mit Ihnen in Kontakt. Wie lief die Zusammenarbeit ab?

Dennis und ich haben in Emails und Briefen kommuniziert, es war wunderbar! Ich habe mich sehr geehrt gefühlt, als er mir das Drehbuch zuschickte. Wir haben uns in den Briefen darüber ausgetauscht, was im Klassenzimmer genau vor sich geht, was wir da beobachten und warum wir anderen vertrauen. Es war, als würde ich mit Dennis jemanden treffen, den ich schon lange kenne. Die Briefe gingen hin und her. Mit Peter war es genau das gleiche. Wir Autoren wissen, wir leben in einer kippeligen Welt und versuchen eben das Ganze zu verstehen.

Was bedeutet es Ihnen, dass Ihre Erlebnisse jetzt in Deutschland verfilmt wurden?

Die deutsche Kultur ist einzigartig. Die Deutschen sind die einzigen, die mir bekannt sind, die sich wirklich mit ihren Taten auseinandersetzen. Ihr beschäftigt euch damit, weil ihr verhindern wollt, dass es sich wiederholt. Wann auch immer in meinem Land etwas passiert ist, wie Hiroshima oder Nagasaki, wischen wir unsere Schuld sofort beiseite. Wir wollen uns nicht damit befassen. Wir beschäftigen uns nicht mit Rassismus und Gewalt. Die Deutschen sind anders. Ihr schaut Euch die Ereignisse von DIE WELLE an und versucht zu verstehen, warum wir unsere Freiheit aufgeben – nur weil wir denken, dann besser zu sein als andere. Das ist eine Lektion, die wir alle sehen, hören und uns darüber unterhalten sollten.

Hatte das Experiment denn berufliche Konsequenzen für Sie?

Ich wurde drei Jahre nach dem Experiment von der Schule verwiesen. Allerdings nicht wegen THE THIRD WAVE, sondern weil ich mich für Bürgerrechte und für das Ende des Vietnamkriegs eingesetzt habe. Mir wurde die Erlaubnis entzogen, an einer öffentlichen High School zu unterrichten. Mein Leben nahm damit eine Wendung, die ich nicht erwartet hatte. Ich habe mich einfach als einen guten Geschichtslehrer und Basketballtrainer gesehen, der sich um seine Familie kümmert – wunderbar! Aber, das war mir nicht möglich.

Wann wurde Ihnen klar, dass Sie mit diesem Experiment zu weit gegangen sind?

Eines Tages folgte mir Robert in das Lehrerzimmer. Ein anderer Lehrer, einen ähnlichen Charakter habe ich übrigens im Film gesehen, forderte ihn auf, das Lehrerzimmer zu verlassen, da es nur für Lehrer vorgesehen ist. Da sah Robert ihn an und sagte „Ich bin kein Schüler, ich bin ein Bodyguard.“ In diesem Moment wusste ich, dass ich diese unsichtbare Linie überschritten hatte. Es war nicht nur ein Spiel, es war real. Und ich begriff, dass auch ich diese Linie überschritten hatte. Denn ich unterrichtete nicht einfach mehr zu diesem Thema Faschismus. Ich genoss es, ein Führer zu sein. Und das war beängstigend. Das Experiment verbreitete sich wie ein Lauffeuer. Es startete mit 30 Schülern und innerhalb einer Woche waren es 300, die Erkennungs-Armbänder trugen und die Schule übernehmen wollten.

Waren Sie überrascht, wie weit Ihre Schüler gingen?

Ich verteilte Mitgliedskarten an die Schüler. Drei von den Karten waren mit einem roten Kreuz markiert. Diese Schüler mussten mir berichten, wer sich in unserer Gemeinschaft gegen die THE THIRD WAVE richtet. Sie erzählten mir alles, sie erzählten mir von ihren Eltern… es war verrückt! Am Ende hatte ich Tonnen von Informationen – die ich nutzen konnte oder nicht. Ich hätte durchs Klassenzimmer gehen können und einen Schüler auf seine negative Äußerung über THE THIRD WAVE ansprechen. Er wäre schockiert gewesen, hätten nichts machen können. Ich meine, sie haben ihre besten Freunde verraten! Das war auch ein Teil von THE THIRD WAVE.

Wie reagierte Ihre Ehefrau, die ebenfalls Lehrerin ist, auf das Experiment?

Meine Frau unterrichtete zu dieser Zeit auf der Grundschule. Wir waren zwei junge Lehrer, voller Ideen und Energie. Sie war zum Glück diejenige, die realisierte, was da vor sich ging. Vielleicht sind es ja Frauen, die unser Schicksal retten… Meine Frau sagte mir, dass es nicht gut ist, was ich da mache. Dass ich nicht weiß, wohin das führt, dass ich Menschen verletze und dass THE THIRD WAVE gefährlich ist. Sie war diejenige, die mich zurückpfiff und aufforderte, das Experiment abzubrechen. Tja, jeder sollte von einer tollen Frau umgeben sein, die sagt, bis hier hin und nicht weiter!

Denken Sie, das Experiment hat funktioniert, weil Sie als Lehrer bei Ihren Schülern äußerst beliebt waren?

Oh nein! Das Experiment funktioniert, weil die meisten von uns einsam sind. Weil sie keine Familie haben, keine Gemeinschaft, kein Zugehörigkeitsgefühl zu einer Gruppe. Und dann kommt ein junger Lehrer und sagt, ich kann Dir das geben.

Könnte dieses Experiment heute wieder funktionieren?

Es funktioniert heute immer noch, an jeder Schule! Die Leute fragen mich immer, ob ich glaube, dass THE THIRD WAVE heute wieder passieren könnte. Hey, geht zu eurer Schule vor Ort. Wo findet ihr da Demokratie? Wir sprechen immer nur von Demokratie und erleben es aber nicht. Wir entscheiden nicht, welche Bücher gelesen werden, welche Themen behandelt werden, wie man anderen helfen kann, bessere Bürger zu werden. An diesen Ideen wird nicht gearbeitet. Man folgt stur dem Lehrplan, weil einem gesagt wird, dass das so seine Richtigkeit hat. Oder man macht die Probe aufs Exempel, dann wird man versetzt. Das ist Kontrolle. Aber, nicht du hast die Kontrolle, sondern ein anderer hat die Kontrolle.

Interview Jürgen Vogel („Rainer Wenger“)

Ron Jones hat während des Experiments bei seinen Schülern ein großes Bedürfnis nach Konformität festgestellt. Ist das in der heutigen egozentrischen Gesellschaft noch von Bedeutung?

Generell ist die Zugehörigkeit zu einer bestimmten Gruppe heutzutage wichtig. Gerade in einer Zeit, wo Familien auseinander fallen, die Struktur einer Familie mit Großeltern, Mutter, Vater, Kindern, Enkelkindern, Onkel und Tanten – wenn das alles nicht mehr da ist – sehnt man sich nach einem Gruppenzugehörigkeitsgefühl. Nicht um seine Individualität zu begraben, sondern um jemanden zu finden, der ähnlich ist. Dafür packt man sein Ego zurück, weil es für eine gemeinsame Sache ist. Zum Beispiel kann man sich bei Greenpeace super engagieren. Da gibt es das auch: Leute mit eigener Persönlichkeit und trotzdem ein tolles Gefühl, zu irgendwas dazuzugehören. Ich glaube, das ist ein menschliches Grundbedürfnis. Nur wird es sehr oft missbraucht. Aber an sich ist es nichts Schlechtes.

Wie ist dieses Experiment denn aus Rainers Sicht verlaufen?

Es verselbstständigt sich. Zuerst geht es nur darum, ein Mannschaftsgefühl zu entwickeln. Das kennt jeder aus Sportvereinen. Die Frage ist, wenn du die Leute auf Disziplin gebracht hast und sie die Hierarchie akzeptieren, was du dann damit machst. Wie benutzt du dieses System? Da gibt es verschiedene Richtungen. Du kannst es links benutzen, du kannst es rechts benutzen. Aber letztendlich ist es immer Manipulation und Machtmissbrauch und somit gefährlich – ganz gleich welche Ideologie dahinter steckt. Rainer hat anfangs eigentlich gar keine Ideologie, außer dass der Gemeinschaftsgeist ihm wichtig ist. Und was dann passiert, das konnte Rainer dann gar nicht mehr kontrollieren.

Hast Du überlegt, welche Position Du in einem Experiment wie DIE WELLE eingenommen hättest?

Ich bin davon überzeugt, dass ein Experiment wie DIE WELLE jederzeit funktionieren würde. Deswegen habe ich mir darüber im Vorfeld gar nicht erst die Frage gestellt, welche Position ich selbst eingenommen hätte. Wir haben es ja oft genug erlebt und es gibt ganz viele Ebenen, auf denen es funktioniert: Manipulation von Massen, wie Gruppen aufeinander reagieren, was man machen muss, um Störenfriede auszugrenzen und dann vielleicht wieder reinzuholen und zu isolieren.

Der Original-Lehrer Ron Jones hat einige Ähnlichkeiten zwischen euch Beiden festgestellt. Stimmst Du dem zu?

Ron Jones ist ein guter Typ, der in seinem Leben viele tolle Sachen gemacht hat. Ich finde es zum Beispiel bemerkenswert, dass er bis heute Punk Musik macht. Es ist sehr schmeichelhaft, wenn andere sagen, dass ich ihm ähnlich bin.

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