Die Wahrheit über Charlie

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   2002

Die Wahrheit über Charlie: Remake des Stanley-Donen-Klassikers "Charade" von 1963 mit Thandie Newton und Mark Wahlberg.

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Filmhandlung und Hintergrund

Die Wahrheit über Charlie: Remake des Stanley-Donen-Klassikers "Charade" von 1963 mit Thandie Newton und Mark Wahlberg.

Die Französin Regine lernt während ihres Urlaubs den charmanten Joshua kennen und erwähnt ihre bevorstehende Scheidung. Zurück in Paris erfährt sie, dass ihr Mann ermordet und sein gesamtes Geld verschwunden ist. Auch Joshua taucht in Paris auf und stellt Anspruch auf das fehlende Vermögen. Ohne viel Zeit zum Handeln findet sich Regine plötzlich in einem tödlichen Verwirrspiel wieder.

Wer ist eigentlich Charlie, fragt sich auch seine Ehefrau Regina, als sie aus dem Urlaub nach Paris zurückkehrt, die Wohnung leer vorfindet, und durch die Polizei von der Ermordung ihres Angetrauten erfährt. Fortan hat sie keine ruhige Minute mehr: Sie wird in ein nervenaufreibendes Katz-und-Maus-Spiel mit Personen hineingezogen, die sie nie zuvor in ihrem Leben gesehen hat. Alle haben sie eine Rechnung zu begleichen mit dem Verstorbenen. Im wahrsten Sinne des Wortes: Gesucht wird Charlies Vermögen, schlappe sechs Mio. Dollar.

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Kritikerrezensionen

  • Aus alt mach neu – dieses beliebte Hollywodmotto hat sich jetzt auch Regisseur Jonathan Demme („Das Schweigen der Lämmer„) zu Herzen genommen hat. Der Oscarpreisträger wählte Stanley Donens romantischen Thrillerklassiker „Charade“ von 1963 zur Modernisierung aus, wobei er in Zusammenarbeit mit Peter Joshua (dabei soll es sich um den Originalautoren Peter Stone handeln), Steve Schmidt und Jessica Bendinger („Girls United“) auch das Drehbuch adaptierte. Mit Gary Grant und Audrey Hepburn wies das makellose Original zwei unvergessliche Kinolegenden auf, mit deren geballtem Charme und Charisma sich ihre Nachfolger Mark Wahlberg und Thandie Newton kaum messen können.

    Die Amerikanerin Regina Lambert (Newton als optisch faszinierender Augenfang) kehrt von einem Karibikurlaub in ihre Wahlheimat Paris zurück, wo sie sich von ihrem wohlhabenden Mann Charlie scheiden lasse will. Doch der befindet sich im Leichenschauhaus, und Kommissarin Dominique (Christine Boisson) bedrängt Regina mit diversen Fragen. Ob sie wusste, dass Charlie über mehrere Ausweise mit verschiedenen Namen verfügte? Weshalb ihre gemeinsame Wohnung leergeräumt sei? Dass Charlie sechs Mio. Dollar unterschlagen hatte? Regina fällt aus allen Wolken und in die Arme des hilfreichen Fremden Joshua Peters (ein fehlbesetzter Wahlberg vermittelt Unbehagen ). Bald darauf macht sie Bekanntschaft mit drei unlauteren Gestalten (Lisa Gay Hamilton, Ted Levine und Joong-Hoon Park), die das verschwundene Geld von ihr fordern. In einer Abweichung vom Original beschloss Demme die Bedrohlichkeit der Bösewichte mit Humor zu entschärfen, wohl auch, weil er erklärtermaßen keine Schwarzweiß gezeichneten Übeltäter ausstehen kann. Im Fall von Mr. Hannibal Lecter mag dies zur Komplexität des Charakters beigetragen haben, in diesem Fall wird jedoch in erster Linie die Spannung untergraben. Als nächster tritt US-Regierungsagent Bartholomew (Tim Robbins passabel in der Walter-Matthau-Rolle), der es ebenfalls auf die Millionen abgesehen hat, in die nimmer enden wollende Charade ein. Ein bunt schillerndes Karussell von Lug und Trug, falschen Identitäten, Geldgier und Mord beginnt sich um die verwirrte Witwe zu drehen. Und auch ihr einziger Retter Joshua scheint nicht derjenige zu sein, der er vorgibt. Beim Finale kommt es zum ‚Mexican Standoff‘, bei dem der Oberbösewicht schließlich die Wahrheit und nichts als die Wahrheit auftischt.

    Nachdem vor kurzem bereits Steven Soderbergh mit „Full Frontal“ eine kaum verhohlene experimentelle Hommage an die Nouvelle Vague realisierte, schwimmt Demme nun auf ähnlicher Wellenlänge. So sind es die Regie-Ikonen Jean-Luc Godard und François Truffaut, die er in seiner cineastischen Liebeserklärung an die französische (Film)Kultur assimiliert hat. Handgehaltene Kamera, schräge Blickwinkel, einfallsreiche Schnellschnitte, surreal anmutende Musikeinlagen (Charles Aznavour singt im Hintergarten und Godard-Dauerbrennerin Anna Karina liefert eine kuriose Kabaretteinlage zum Tangotanz), ein Cameoauftritt von Kultregisseurin Agnes Varda und selbst ein Clip von Truffauts „Schiessen Sie auf den Pianisten“ sind unübersehbare Indizien für Demmes filmische Frankomanie. Hinreißend ist dabei das fantastisch von Kameramann Tak Fujimoto eingefangene Parisporträt, während der eklektische Soundtrack ein passend espritvolles Ambiente heraufbeschwört. Doch außer von Filmstudenten und eingefleischten Genrefanatikern könnten viele dieser eingestreuten Stilspielereien nicht die nötige Wertschätzung erfahren. Zudem ist der Ton des Remakes zu unentschieden – sprunghaft wird zwischen Komödie, Suspense und Romanze gependelt, ohne eine Balance zu finden. Die Wahrheit ist, dass sich der Erfolg vom sehr entfernt ähnlichen Thriller „The Bourne Identität“ auf keinen Fall wiederholen lassen wird – und dass Stanley Donens Original vielleicht konventioneller, aber auch packender und stringenter war. ara.

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