Die Vermissten

  1. Ø 0
   2012
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Filmhandlung und Hintergrund

Die Vermissten: Drama um einen Mann, der sich auf die Suche nach seiner vermissten 14-jährigen Tochter macht und dabei feststellt, dass sie keine Ausnahme ist.

Die 14-jährige Martha ist spurlos verschwunden. Von seiner Ex-Frau verständigt, macht sich Vater Lothar auf die Suche nach der Tochter, die er seit Jahren nicht mehr gesehen hat. In der Schule ist über ihren Verbleib nichts zu erfahren, weder von den Lehrern, noch von Marthas Klassenkameraden. Im Zuge seiner Nachforschungen stellt der Ingenieur für Reaktorsicherheit fest, dass auch andere Jugendliche abgängig sind. Erst als er der zwölfjährigen Lou begegnet, findet er eine erste Spur. Mit ihr setzt Lothar seine Reise fort, beobachtet Bürgerwehren und verstärkte Polizeipräsenz.

Ein Mann sucht nach seiner vermissten 14-jährigen Tochter und stellt fest, dass noch weitere Teenies verschwunden sind. Der atmosphärisch dichte, aber etwas sperrige Mysterykrimi erzählt von einem entseelten Deutschland.

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Kritikerrezensionen

  • In seiner stilisierten, minimalistischen und eindringlichen Gesellschaftsparabel schickt Jan Speckenbach einen Mann auf die Suche nach der vermissten 14-jährigen Tochter.

    Dem Mann scheint irgendwann einfach die Luft ausgegangen zu sein. Tiefe Furchen haben sich ihm ins Gesicht gegraben. Grau sieht er aus, alt, müde. Lothar heißt er, als Ingenieur für Reaktorsicherheit verdient er sein Geld. Jeden Tag dieselbe Routine, dieselben Handgriffe und dann der abschließende Gang durch die Sicherheitsschleuse. Dann geht’s nach Hause. Auch hier wieder kalte Moderne. Kaum Individualität, viel Funktionalität.

    Ein paar Szenen nur braucht Jan Speckenbach um die Alltagstristesse des von André M. Hennicke („Jerichow“) eindringlich verkörperten (Anti-)Helden zu schildern. Wie ein Roboter bewegt er sich durch „Die Vermissten“, Menschen scheint er zu meiden – mit Ausnahme der Freundin vielleicht. Und dann holt ihn das Leben doch noch ein. Die Ex-Frau ruft an, fragt ob er etwas über den Verbleib der gemeinsamen Tochter Martha weiß. Seit ein paar Tagen ist die 14-Jährige nicht mehr nach Hause gekommen.

    Ein klassischer Krimi-Plot. Eine Entführung vielleicht? Dagegen spricht die merkwürdige Science-Fiction-Stimmung. Fahle Farben. Gespenstische Ruhe, wenig Menschen. Müll in den Straßen. Immer wieder schwenkt die Kamera zum Himmel. Fängt (Zug-)Vögel ein. Langsam, widerwillig, beginnt Lothar nach Martha zu suchen. Er ist wütend auf die Mutter seiner Tochter, die er Jahre nicht mehr gesehen hat. Er fragt in der Schule nach. Bei Lehrern, bei Mitschülern. Er bekommt keine Antworten. Seine Neugier ist geweckt.

    Auf der Berlinale 2012 stach in der Sektion Perspektive Deutsches Kino diese Arbeit hervor. Durch ihre Langsamkeit, ihre Unergründlichkeit, die traurige, fast behäbige (Cello-)Musik. Durch den ungewöhnlichen Blick auf Realitäten. Nichts scheint gestellt, alles sieht ganz „normal“ aus. Lothar verliert zusehends den Boden unter den Füßen. Zuerst ist das Auto weg, dann Geld und Handy. Zuletzt fehlen ihm auch die Worte. Er greift eine Herumtreiberin auf. Vielleicht kann sie ihn zu seiner Tochter führen. Doch die Kommunikation ist gestört. Die Generationen vertrauen einander nicht mehr. Die Kinder haben sich zusammen getan, stehlen, sind auf der Flucht. Bürgerwehren jagen sie. Man sollte alle Menschen über 60 töten sagt ein Junge, das würde vielleicht Sicherheit schaffen. Ein apokalyptische Gesellschaftsvision, atmosphärisch dicht, stilisiert – und höchst furchteinflößend. geh.

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