Die Vampirschwestern 3 - Reise nach Transsilvanien Poster

„Die Vampirschwestern 3 - Reise nach Transsilvanien“ – die Kritik

Alexander Jodl |

Nach einem furiosen Start im Jahr 2012, in dem bald eine Million Zuschauer die Abenteuer der „Vampirschwestern“ nach den Bestsellern von Franziska Gehms sehen wollten, ging es mit Silvania (Marta Martin) und Dakaria (Laura Roge) im nächsten Teil bereits deutlich bergab. Auch, wenn das nicht notwendigerweise an Regisseur Wolfgang Groos lag, der die beiden ersten Teile inszenieren durfte: Sicherheitshalber setzte  man bei Teil drei der Blutsauger-Reihe aufs dramaturgische Händchen von Kollege Tim Trachte.

Der hatte in Puncto Jugendfilm bisher zwar höchsten den brachialhumorigen Klamauk „Abschussfahrt“ vorzuweisen. Doch „Vampirschwestern 3“ merkt man das eigentlich nicht an. Seine „Reise nach Transsilvanien“ entpuppt sich als durchaus gelungener Ausflug in die Welt, Sorgen und Nöte junger Mädchen, die sich auf dem Trip in die Heimat von Silvania und Dakaria durchaus wohl fühlen dürften. Immer vorausgesetzt natürlich, dass sie ein generelles Faible für die Lebenswelt untoter Teenagerinnen mitbringen.

Die haben es sich mittlerweile zwar in ihrer menschelnden Umgebung gut eingerichtet – allen handelsüblichen Problemen solcher Mädchen zum Trotz – aber Ruhe ist ihnen dennoch nicht vergönnt: Vampirkönigin Antanasia (Jana Pallaske) beschließt, dass deren Baby-Bruder Franz später einen wunderbaren Thronfolger abgeben wird und entführt den Kleinen kurzerhand nach Transsilvanien.

Hilfe ist unterwegs

Natürlich eilen Silvania und Dakaria dem jüngsten Spross ihrer Familie unverzüglich zu Hilfe. Im Schlepptau lediglich Vampirjäger-Nachbar Dirk van Kombast (Michael Kessler), der aufgrund einer unguten Kombi aus Schussligkeit und Angst nur leider nicht viel zur Rettung beizutragen hat. Auf die Hilfe der Eltern Elvira (Christiane Paul) und Mihai (Stipe Erceg) dürfen die beiden Retterinnen schon gar nicht zählen. Die sind Opfer ungewollter Hypnose geworden – und wähnen sich solange in der eigenen Kindheit.

Selbst ist also die Vampirin. Doch ganz so leicht ist das nicht: Zunächst mal ist Antanasia tatsächlich eine ebenso gefährliche wie mächtige Gegnerin. Hinzu kommt, dass Dakaria an dem transsilvanischen Livestyle durchaus Gefallen finden könnte. Denn hier ist sie nicht länger das komischste Mädchen der Schule – sondern Vampirin in ihrer angestammten Heimat. Doch so ein handfester Identitätskonflikt ist nicht das einzige emotionale Dilemma, dem sich die beiden jungen Vampirinnen auf ihrer Mission stellen müssen…

Zwar nicht für jeden…

Zugegeben – die verfilmten Erlebnisse der beiden Halbvampir-Schwestern bedienen natürlich das, was man im Marketing eine „spitze Zielgruppe“ nennt: Mädchen zwischen zehn und 15 plus/minus ein paar Jahren. Aber die bekommen von Silvania und Dakaria dafür ziemlich genau das, was sie sich erhoffen: Ihre nur zu vertrauten Problemstellungen projiziert auf die überdrehte Welt zweier Superheldinnen. Dazu witzige Szenen, tolle Freundschaften, zarte Gefühle – und viele Erfolgserlebnisse. Die höchst irritierende Welt der Erwachsenen lassen sie bei dem Trip nach Transsilvanien – der Hypnose sei Dank – fast komplett hinter sich. Ihr Vampirjäger-Nachbar ist schlicht zu vertrottelt, und die heimischen Vampire inklusive ihrer Königin viel zu abgedreht, um als volljährige Stimmungskiller zu fungieren.

Dass weder Ausstattung noch Dramaturgie oder Schauspielkunst sich in der Nähe Hollywoods bewegen, tut der Sache keinen echten Abbruch. Die „Vampirschwestern“ punkten bei ihren Fans mit vertrauter Atmosphäre, emotionaler Lebensnähe und Phantasie. Ganz abgesehen davon, dass die filmischen Standards vielleicht nicht international konkurrenzfähig, aber weit entfernt von grottig sind: Das Vampirschloss ist angemessen spooky, den beiden Hauptdarstellerinnen merkt man ihre wachsende Erfahrung durchaus an – und Jana Pallaske hat ja vor der Kamera absolut ihre Qualitäten. Selbst, wenn diese als grotesk überzeichnete Vampirkönigin natürlich nur sehr bedingt zum Tragen kommen. Zum Film passt's trotzdem perfekt.

Und ein blutarmer  Sänger

Alles in allem setzt der dritte Teil der – für Vampirabenteuer einmal mehr erstaunlich blutarmen Abenteuer – wieder verstärkt auf Witz und Situationskomik, was dem reibungsfreien Ablauf der Geschichte durchaus gut tut. Und ein Wiedersehen mit Teenie-Schwarm Tim Oliver Schulz gibt's obendrein auch noch, der hier zum zweiten Mal den Sänger einer Vampirband spielt. Für Teenagerinnen, Fans der Bücher und natürlich allen Schnittgruppen nur ein weiterer von vielen guten Gründen, dem dritten Teil der Filmreihe im Kinosaal seine faire Chance zu geben.

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 Der Trailer zu „Vampirschwestern 3“

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