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Fakten und Hintergründe zum Film "Die Unbekannte"

Fakten und Hintergründe zum Film "Die Unbekannte"
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Über die Produktion

„DIE UNBEKANNTE ist ein Thriller ohne Mörder, Opfer oder Ermittler. Es ist ein Film über die Liebe. Viele werden ihn vermutlich als film noir bezeichnen“, sagt Regisseur Giuseppe Tornatore über seinen acht Millionen Euro teuren und von der italienischen Filmproduktion Medusa und der französischen Firma Babe koproduzierten Film. „Aber natürlich wird eine solche Bezeichnung der wahren Natur des Films nicht gerecht. Er ist ein komplexes und dicht verwobenes Netz aus Gefühlen und Geheimnissen, das sich mir in Gänze erst nach und nach offenbarte, während wir drehten.“

Der Regisseur schrieb die Geschichte des Films bereits 1987, so dass DIE UNBEKANNTE beinahe auf eine so lange Entwicklungsgeschichte zurückblicken kann wie L’UOMO DELLE STELLE („Der Mann, der die Sterne macht“, 1995), den Tornatore schon zu Schulzeiten schrieb und 1995 inszenierte. „Dies ist eine von diesen Geschichten, die ich immer mit mir herum trage, und von denen manchmal eine zu einem Film wird. Hin und wieder blicke ich diesbezüglich gerne zurück auf Storys, deren Entstehung eigentlich schon lange zurückliegt.“ Für die Umsetzung seiner Geschichte verpflichtete Tornatore als Hauptdarstellerin die junge russische Theaterschauspielerin Xenia Rappoport, die in ihrer Heimat bereits ein Star, in Italien und im Rest Europas aber bislang wenig bekannt ist. Die übrigen Rollen besetzte er mit italienischen Kinostars wie Michele Placido und Claudia Gerini sowie Alessandro Haber und Margherita Buy.

DIE UNBEKANNTE, in dem eine osteuropäische Frau mit einer dunklen Vergangenheit Arbeit als Haushälterin sucht und sich immer stärker am Leben einer Juweliersfamilie beteiligt, spielt in einer namenlosen Stadt in Norditalien. „Das Bild, das wir vom Norden zeigen, ist ungewöhnlich und weniger nebelig, als man erwarten würde“, erläutert der Regisseur. „Er ist eine rätselhafte geografische Vorhölle, nicht mehr richtig Italien, aber eben doch auch nicht wirklich fremd.“

Gedreht wurde der Film in der charmanten Stadt Triest in Norditalien, gefolgt von Dreharbeiten in Rom. Ihren Abschluss fand die Produktion schließlich in Umbrien. „Triest ist eine unglaubliche Stadt“, so Tornatore, „voller Kontraste und wie gemacht als Location fürs Kino. Es ist sehr kalt, aber ein Licht wie das hier habe ich noch nirgends sonst gesehen. Auch die Architektur ist außergewöhnlich.“ Diese Stimmung übertragt sich auch auf den Film. „Es ist immer schwierig, den geeigneten Drehort für einen Film zu finden“, fährt der Regisseur fort. „Aber Triest erschien auf Anhieb bestens geeignet, um diese Magie einer flüchtigen und vergänglichen Atmosphäre auf die Leinwand zu übertragen, die wir für diese Geschichte brauchten.“

Neben den Schauspielern und der Location spielt auch die Musik in DIE UNBEKANNTE eine entscheidende Rolle. Einmal mehr verpflichtete Tornatore dafür seinen langjährigen Wegbegleiter, den musikalischen Altmeister Ennio Morricone, mit dem er seit NUOVO CINEMA PARADISO („Cinema Paradiso“, 1988) bei jedem Film zusammen gearbeitet hat. „Die Musik wurde schon parallel zum Drehbuch geschrieben“, berichtet der Regisseur über die Vertonung seiner Geschichte. „Wir spielten sie teilweise schon in einigen Szenen während der Dreharbeiten ein, zum Beispiel wenn unsere Protagonistin das Hauptthema des Films singt.“

In der italienischen Presse wurde DIE UNBEKANNTE mit Filmen von Hitchcock oder Tarantino verglichen, doch die verschachtelte, mit Rückblenden arbeitende Erzählstruktur und die ebenso mysteriöse wie düstere Atmosphäre erinnert auch an David Lynch. „Es ist ein Mystery-Thriller ganz ohne Mörder, Opfer oder Ermittler. Und es ist ein Film über die Liebe“, beschreibt Tornatore seinen Film. „Natürlich kann man das als ‚film noir der Emotionen’ beschreiben. Es gibt auch Zuschauer, die darin eine Rückkehr zu meinen früheren Sozialdramen sehen, weil die Protagonistin aus Osteuropa kommt und die von Michele Placido gespielte Figur ein waschechter, skrupelloser Bösewicht ist, der illegale Einwanderer ausbeutet. Doch letztlich greifen im Kino solche Kategorien zu kurz, weswegen man meine Geschichte auch in keine Schublade stecken kann. Die sozialen Dramen stellen nur den Kontext für eine moderne Geschichte aus unserer Welt dar und ich hoffe sehr, dass sie das Publikum mit sich reißt. “