Die Treuhänderin - Ein Porträt der Birgit Breuel

Filmhandlung und Hintergrund

TV-Porträt der Politikerin Birgit Breuel mit Interview- und Spielszenen.

Nach gewohntem Muster rekonstruiert Horst Königstein, Ko-Autor vieler preisgekrönter Werke von Heinrich Breloer, das Leben der früheren Treuhand-Chefin Birgit Breuel. Der Film verknüpft Interviews mit Breuel, die zudem 22 Jahre lang Mitglied der niedersächsischen Landesregierung war, ihrer Familie und den wichtigsten Weggefährten mit Spielszenen und versucht auf diese Weise, die Persönlichkeit dieser Politikerin zu ergründen.

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Kritikerrezensionen

  • Die Treuhänderin - Ein Porträt der Birgit Breuel: TV-Porträt der Politikerin Birgit Breuel mit Interview- und Spielszenen.

    Als Birgit Breuel ihre politische Karriere anfing, hätten sich nicht mal kühne Fantastinnen vorstellen können, dass dreißig Jahre später eine Kanzlerin die Republik regieren würde. Das allein ist schon mal ein guter Grund, sich näher mit dem Leben dieser Frau zu beschäftigen. Für den zweiten sorgte die RAF, als sie 1991 Detlev Karsten Rohwedder ermordete, den Chef der „Treuhand“, jener Einrichtung, die maroden DDR-Betrieben nach der Wiedervereinigung den Weg aus der Plan- in die Marktwirtschaft ebnen sollte.

    Breuel wurde Rohwedders Nachfolgerin, und da im Verlauf ihrer Arbeit diverse ostdeutsche Unternehmen abgewickelt wurden, machte sie sich zwangsläufig nicht nur Freunde. Ein dritter Aspekt liegt in ihrer Persönlichkeit: Gerade weil Breuel eine sachliche Erzählerin ist, wirkt ihr persönlicher Rückblick unbestechlich und frei von Eitelkeiten.

    Ausgerechnet dieser Punkt gereicht ihr als Hauptfigur eines Fernsehfilms allerdings auch wieder zum Nachteil: Nüchtern und zumindest äußerlich emotionslos schildert sie ihren Lebensweg. Sie verzieht dabei keine Miene; kaum einmal huscht ein Lächeln über ihr Gesicht. Beinahe zwangsläufig hätte der Film daher auf Dauer etwas freudlos gewirkt; insofern lag es nahe, dass NDR-Redakteur Horst Königstein, Ko-Autor diverser preisgekrönter Werke von Heinrich Breloer („Todesspiel“, „Die Manns - Ein Jahrhundertroman“, „Speer und er“), auch in seinem Film „Die Treuhänderin“ dem gewohnten Schema treu bleibt und Breuels Erzählungen immer wieder durch Spielszenen illustriert.

    In diesen oft bloß sekundenlang zwischengeschnittenen Passagen liegt jedoch eine ganz erhebliche Schwäche des Films. In Ihrem Versuch, Breuels emotionale Sparsamkeit möglichst authentisch zu verkörpern, beraubt sich die zudem alterslos bleibende und Breuel nicht mal flüchtig ähnelnde Johanna Christine Gehlen jeder Ausstrahlung, was die Spielszenen erst recht künstlich wirken lässt. Hinzu kommen Momente, die fast lächerlich anmuten, wenn beispielsweise Gehlen und ihr Spielpartner Olaf Rauschenbach, der bei Weitem nicht das Format von Ernst Breuel hat, Liegestühle auf die Terrasse stellen und dabei „Here Comes The Sun“ von den Beatles erklingt.

    Um so interessanter sind die Gespräche mit Birgit Breuels verschiedenen politischen Wegbegleitern. Auch hier gibt es ergänzende Spielszenen, auch hier fragt man sich, warum beispielsweise der persönliche Referent aus der Zeit im niedersächsischen Kabinett (bis 1990) von einem Schauspieler verkörpert wird, der weitaus älter aussieht als der Referent heute. Und schließlich dürfte für Menschen außerhalb des NDR-Sendegebiets Breuels Zeit bei der Treuhand ungleich spannender gewesen sein als ihr Wirken in Hamburg und Hannover; in Königsteins Film aber nimmt es den kleinsten Raum ein. tpg.

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