Die Spur

  1. Ø 4.6
   2017

Die Spur: Genre-Mix aus Öko- und Mystery-Thriller um eine Reihe von Morden, die ein kleines Dorf im Süden Polens erschüttern. Scheinbar sind wilde Tieren die Täter.

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Filmhandlung und Hintergrund

Die Spur: Genre-Mix aus Öko- und Mystery-Thriller um eine Reihe von Morden, die ein kleines Dorf im Süden Polens erschüttern. Scheinbar sind wilde Tieren die Täter.

Das kleine Dorf im Süden Polens wird von einer grausamen Mordserie heimgesucht. Im Laufe eines Jahres wird zuerst ein berüchtigter Wilderer tot aufgefunden, dann der örtliche Polizeichef, der Besitzer einer Fuchsfarm, der Pfarrer, ja sogar der Bürgermeister. Jede Tat weist gewisse Ähnlichkeiten auf – jedes der Opfer war Jäger. Jedes Mal scheint es, als hätten wilde Tiere ihre Rache genommen. Ist das überhaupt möglich? Der Verdacht fällt sofort auf die eigenwillige Janina Duszejko (Agnieszka Mandat-Grabka).

Die pensionierte Bauingenieurin Duszejko unterrichtet Englisch in der Dorfschule und ist radikale Tierschützerin. Doch kommt die betagte Dame wirklich als Täter in Betracht. Immerhin könnte sie als Ex-Hippie keiner Fliege ein Haar krümmen. Gemeinsam mit dem epileptischen Informatiker Dyzio (Jakub Gierszal), dem tschechischen Insektenkundler Boros (Miroslav Krobot), dem Nachbarn Matoga (Wiktor Zborowski) und der Geliebten des Dorfgauners (Patrycja Volny) bildet Duszejko einen friedlichen Gegenpol zu den skrupellosen Honoratioren des Dorfes. Vielleicht stimmt es ja doch, dass die Tiere sich wehren?

„Die Spur“ – Hintergründe

Mit dem Öko-Thriller „Die Spur“ (Originaltitel: „Pokot“) ist Agnieszka Holland („In Darkness„), der Grand Dame des polnischen Kinos, ein bissiger Gesellschaftskommentar gelungen. Die Mischung aus Dorfkrimi und Sittenporträt spielt in der Sudetenregion im Dreiländereck Polen-Deutschland-Tschechien und entpuppt sich als ebenso kluge wie humorvolle Meditation über das Verhältnis zwischen Mensch und Natur. Dabei entlarvt Agnieszka Holland, die zuletzt vor allem in Hollywood tätig war („House of Cards„, „The Killing„), das Patriarchat als zerstörerische Kraft.

„Die Spur“ wurde im Rahmen des Wettbewerbes um den Goldenen Bären auf der Berlinale 2017 gezeigt und mit dem Alfred-Bauer-Preis ausgezeichnet. Auf dem Polnischen Film Festival 2017 erhielt Agnieszka Holland darüber hinaus den Hauptpreis in der Kategorie beste Regie. Bei der Oscarverleihung 2018 geht „Die Spur“ nimmt „Die Spur“ darüber hinaus als polnischer Beitrag im Wettbewerb um den besten ausländischen Film teil.

Darsteller und Crew

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Kritiken und Bewertungen

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    Janina Duszejko lebt mit ihren Hunden zufrieden in einem kleinen Haus im Wald am Rande der Stadt. Seitdem sie als Lehrerin pensioniert wurde, meidet sie die Menschen. Die Gemeinschaft mit den Tieren und der Natur, die sie über alles liebt, ist ihr mehr als genug. Doch eines Tages sind die Hunde wie vom Erdboden verschluckt und Janina Duszejko beschleicht ein schlimmer Verdacht - immerhin sind in den polnischen Wäldern Wilderer unterwegs, die sich nicht an die vorgegebenen Jagdzeiten halten, was Janina ein Dorn im Auge ist. Völlig aufgebracht beschließt sie, den Kampf gegen die Wilderer aufzunehmen. Ein wahrhaftiger Kampf gegen Windmühlen, der noch dazu von mehreren mysteriösen Todesfällen unter stadtbekannten Jägern erschwert wird. Und die Leute in der Stadt beginnen sich zu fragen: Wer kann bloß ein Interesse daran haben, die Jäger aus dem Wald zu vertreiben? Außer den Tieren natürlich. Aber könnten Tiere Rache an Menschen ausüben? POKOT von Agnieszka Holland ist eine faszinierende Mischung verschiedener Genres. Dabei funktioniert der Film sowohl als sensibel und doch intensiv erzähltes Drama mit Agnieszka Mandat in der Hauptrolle als auch als spannender Kriminalfilm, an dessen Ende eine radikale und überraschende Schlusspointe steht. Beeindruckend wechselt Mandat von einem stillen, fast schon melancholischen Spiel hin zu einer bedrohlich wirkenden Raserei, die den Zuschauer in ihrer Unmittelbarkeit nicht kalt lässt. Holland gelingt es, durch immer wieder neue kleine Twists den Zuschauer wortwörtlich auf die "Spur" eines Geheimnisses zu locken und regelmäßig falsche Fährten zu legen. So entstehen über 128 Minuten keine Längen, was auch der großartigen Kameraarbeit von Jolanta Dylewska und Rafal Paradowski zu verdanken ist. Sie fangen wunderbar stimmungsvolle Bilder ein, die die polnische Landschaft im Verlauf eines Jahres- und Jagdzyklus zeigen. Eine triste Winterstimmung wird abgelöst von einer sonnendurchfluteten und sommerfrischen Landschaft, in der sich die starke und unabhängige Heldin Janina Duszejko organisch einfügt. Immer wieder sind auch Tieraufnahmen zu sehen. Diese kommentieren mal ironisch augenzwinkernd das Geschehen, wirken aber auch stets als mahnende Botschaft, die Natur zu respektieren und zu schützen. Denn am Ende - und das macht POKOT deutlich - ist man immer auch nur ein kleiner Teil von ihr. POKOT ist ein spannendes und immer wieder überraschendes filmisches Märchen mit einer starken Geschichte und einer noch stärkeren Heldin. Ein würdiger Gewinner des Silbernen Bären der Berlinale 2017. Jurybegründung: Agnieszka Holland erzählt hier eine sehr spannende Geschichte. Und dies nicht nur, weil sie ein Whodunit mit Ermordeten und der Suche nach dem Täter geschaffen hat, sondern auch, weil die Regisseurin zusammen mit der Autorin der Romanvorlage, die ebenfalls am Drehbuch beteiligt war, geschickt verschiedenen Genres vermischt. So hat der Film eindeutig märchenhafte Züge mit Grimm'schen Anspielungen, ist ein Ökothriller über illegales Jagen und Tierquälereien in einem kleinen Dorf an der polnisch-tschechischen Grenze und schließlich eine Detektivgeschichte mit einer exzentrischen Ermittlerin a la Miss Marple. Und weil diese Erzählformen mit ihren unterschiedlichen Konventionen hier nahtlos ineinander verwoben sind, wird der Zuschauer bei jeder Szene neu überrascht. Es gelingt Holland auch, diesen Mikrokosmos eines abgelegenen Bergdorfes sehr glaubwürdig und intensiv lebendig werden zu lassen. Und als eine Fährte zeigt sie immer kurze Aufnahmen von den Blicken der gejagten und gequälten Tiere, die bewusst die Jäger zu beobachten scheinen, sodass es durchaus möglich sein könnte, dass sie endlich Rache an den Menschen nehmen. Die Heldin Duszejko ist eine Intellektuelle, die sich nach ihrer Pensionierung in das Dorf zurückgezogen hat und dagegen protestiert, wie dort mit den Tieren umgegangen wird. Als Astrologin und Vegetarierin wird sie von niemandem ernst genommen, doch der Film zeichnet sie als eine kluge, leidenschaftliche Heldin, deren esoterische Sicht auf die Welt aber auch irritiert. So weiß der Zuschauer bis zum letzten Akt nicht, was er von dieser Protagonistin halten soll und auch das erhöht die Spannung des Films. In ihm werden wichtige Fragen darüber behandelt, wie die Menschen mit den Tieren umgehen, ob sie sie sich, wie es in der Bibel steht, zu Untertan machen sollen, oder ob das massenhafte Schlachten ein Frevel gegen die Natur ist. Holland lässt sich auch hier nicht in die Karten sehen, wenn Duszejko zum einen vernünftig und stichhaltig argumentiert, aber dann in eine irrationale Naturfrömmigkeit kippt. Neben der Hauptdarstellerin Agnieszka Mandat agieren auch alle anderen Schauspieler inspiriert und glaubwürdig. Die Kameraarbeit ist außergewöhnlich gut und fängt die Atmosphäre des Ortes und der Landschaft im Wechsel der Jahreszeiten gut ein. Agnieszka Holland hat hier einen im besten Sinne des Wortes merkwürdigen Film inszeniert. Quelle: Deutsche Film- und Medienbewertung (FBW)

Kritikerrezensionen

  • In „Pokot/Spoor“ mixen die dreifach Oscar-nominierte Regieveteranin Agnieszka Holland und ihre Co-Regisseurin Kasia Adamik gekonnt Genres und wurden dafür bei der Berlinale mit einem Silbernen Bären ausgezeichnet.

    Der von Heimatfilm koproduzierte Film beginnt mit einem dramatisch-tragenden Ton, wechselt dann unvermittelt bis er sich wieder ändert. Und der Zuschauer geht bereitwillig, ja mit Vergnügen mit und mutmaßt, wie es wohl weitergehen mag in der Geschichte um mysteriöse Todesfälle in einer polnischen Kleinstadt. Hier trifft Gesellschaftsdrama auf Tierhorror, Kleinstadtgroteske, schwarze Komödie, Krimi und Ökothriller. Im Zentrum des wilden Genremix steht die nette, ältere Frau Duszejko – und Wild. Eigentlich pensioniert, arbeitet sie in Teilzeit als Englischlehrerin. Sie ist Hobbyastrologin, aber zu allererst eine vehemente Tierschützerin, der es das Herz bricht, wenn sie sieht, wie fast alle Männer aus dem Ort inklusive dem Pfarrer der Jagd frönen – und das obwohl sie Wilderei schon zig Mal angezeigt hat und dabei auch schon mal blutige Beweise vorlegt.

    „Die Spur“ – Hintergründe

    Der Jagdkalender – an welchem Monat welches Wild gejagt werden darf – sorgt für die Kapiteleinteilung des Filmes nach einem Roman der preisgekrönten Autorin Olga Tokarczuk, die mit Holland auch das Drehbuch schrieb. Zum teils skurrilen Personal gehören die Hure mit Herz, ein netter Nachbar, ein von Epilepsie geplagtes Computergenie, ein tschechischer Insektenforscher, der Bürgermeister, der Polizeichef und ein Zuhälter und Tierquäler in Personalunion. Von einigen der Figuren lässt der Film Erinnerungsfetzen aufblitzen von schrecklicher, traumatischer Kindheit, die falsche Fährten legen und nicht nur ihre Geschichte, sondern auch die Polens mit erzählt. Fährten legen ist Programm in diesem düster-heiteren Genrespiel auf Jägerlatein, in dem Jäger und Gejagte die Rollen zu wechseln scheinen. hai.

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