Filmhandlung und Hintergrund

Porträt der Stadt, wie sie Touristen nie sehen.

„Neapel sehen und sterben“ dichtete einst Goethe auf seiner berühmten Italienischen Reise, wobei er sich wohl eher auf die kulturelle Vielfalt und den architektonischen Eindruck als auf die heute so berüchtigte Kriminalität in der Hafenmetropole bezog. Ziemlich genau 219 Jahre später bereist der holländische Dokumentarfilmer Vincent Monnikendam die Stadt am Stiefel und zeigt uns jene Eindrücke und Zusammenhänge, die dem oberflächlichen Touristen gern verborgen bleiben.

Diese Doku bittet nicht nur Italienliebhaber zu einer Reise abseits breitgetretener Pfade und einer Auseinandersetzung mit zweihundert Jahren kriminellem Eigensinn auf höchstem kulturellen Niveau.

Neapel ist die drittgrößte Stadt Italiens, in wunderschöner Lage am Strand mit Ausblick auf das Meer und im Schatten des Vesuv gelegen. Von dem Pomp vergangener Zeiten und der offensichtlichen Faszination der Stadt ist wenig übrig geblieben - der Film versucht, den jetzigen Charme und die Seele Neapels einzufangen.

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Darsteller und Crew

  • Vincent Monnikendam
    Vincent Monnikendam
  • Sherman de Jesus
    Sherman de Jesus
  • Cecile van Eijk
    Cecile van Eijk
  • Melle van Essen
    Melle van Essen
  • Albert Markus
    Albert Markus
  • Jan Dries Groenendijk
    Jan Dries Groenendijk
  • Björn Warning
    Björn Warning

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Die Seele Neapels: Porträt der Stadt, wie sie Touristen nie sehen.

    Dokumentarfilm über die Armenviertel von Neapel, ihre Bedeutung für die Kultur der Stadt unter dem Vesuv und die Rolle des Malers Caravaggio. Wer sich an Neapels berühmteste Tochter Sophia Loren und ihre mit Dauerpartner Marcello Mastroianni entstandenen Komödien „Gestern, heute und morgen“ und „Hochzeit auf italienisch“ erinnert, ist gut eingestimmt auf den Film des Niederländers Vincent Monnikendam, der nach einem Flug vom Vesuv über die Bucht auf dem Friedhof und in den Gassen und Treppen der alten Viertel landet. Dort keifen die Markt- und Fischweiber wie im Klischeebild, gehen transsexuelle Losverkäufer umher und ernähren sich die Frauen von der Arbeit als Näherinnen in einer Kellerfabrik.

    In den Hinterhöfen und schmalen Stiegen, in Kirchen und Katakomben, wo selten ein Tourist auftaucht, trifft Monnikendam auf eine russische Malerin, die Gemälde im Stil von Meister Caravaggio malt, Bilder von Engeln und Madonnen, die auf ihre Weise von Gottglauben erzählen. Caravaggios Gemälde „Die sieben Werke der Barmherzigkeit“ ist Leitmotiv, wenn Prozessionen und Restauratoren beobachtet werden. Wohlfahrtseinrichtungen, Arbeitslosendemonstrationen und Müllarbeiter bieten kontrastreiche Szenenfolgen. Ein Chefredakteur und ein Adeliger, die sich als profunde Kenner ausweisen, reden über die wechselvolle Stadtgeschichte Neapels, dessen Bevölkerungsstruktur durch ein stetes Kommen und Gehen von Völkerschaften geprägt wurde.

    Wenn der alte Aristokrat nachts mit einem Taxifahrer plaudert und über dessen Kenntnisse und Erfahrungen staunt, erhält er auf dem Höhepunkt des Films die Antwort: „Meine Universität ist die Universität der Straße, seit 47 Jahren.“ Alte Frauen im Hafen, die Wasserkanister schleppen, Frauen, die kein Geld für dringend benötigte Medikamente haben und besetzte Hochhäuser am Stadtrand zeigen das andere Neapel. Der Film endet mit einem Appell an die Reichen der Stadt, ihr Vermögen für andere einzusetzen, als Verpflichtung fürs Gemeinwohl und die Würde Neapels. Dann geht es mit einem Flug zurück zum Vesuv. In einigen Passagen melancholisch, aber hochinformativ und in seiner geschickten Verbindung von Sozialem, Kultur und Wesen einer Stadt bemerkenswert. ger.

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