Filmhandlung und Hintergrund

Sieben Jahre dauerte die Vorbereitung dieses opulenten Historienfilms Ende des 17. Jahrhunderts. Isabelle Huppert als Maitresse Ludwig XIV und spätere heimliche Angetraute sorgt für die nötige Star-Power und das Wohlergehen junger Mädchen des durch den Krieg verarmten Adels, die in der von ihr gegründeten Schule „Saint Cyr“ für das Leben lernen. Ein großer Tag, als Madame de Maintenon die Erziehungs-Institution...

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Kritikerrezensionen

  • Sieben Jahre dauerte die Vorbereitung dieses opulenten Historienfilms Ende des 17. Jahrhunderts. Isabelle Huppert als Maitresse Ludwig XIV und spätere heimliche Angetraute sorgt für die nötige Star-Power und das Wohlergehen junger Mädchen des durch den Krieg verarmten Adels, die in der von ihr gegründeten Schule „Saint Cyr“ für das Leben lernen.

    Ein großer Tag, als Madame de Maintenon die Erziehungs-Institution Saint-Cyr eröffnet. Die Mädchen kommen aus der Provinz, aber aus gutem Hause. Viel hat sich die Herzensdame Ludwig XIV, der das Projekt unterstützt, vorgenommen: geistige und persönliche Entwicklung will sie ihren 250 Schutzbefohlenen angedeihen lassen, nicht die engstirnige Ausbildung wie im Kloster, sondern eine weltoffene, in der auch die Kunst der Konversation und Kommunikation auf dem Stundenplan steht. Den jungen Damen in gefälliger Kleidung geht es gut, ihre Zukunft scheint rosig. Und Madame hofft, damit eigene Fehler ihrer Vergangenheit dem Vergessen anheim zu stellen. Die Fehlkalkulation tritt zutage, als die Hof-Entourage sich die Aufführung eines Racine-Stücks ansieht und die Herren Höflinge ihr Begehren nicht zügeln können. Aber auch bei den Mademoiselles melden sich sexuelle Wünsche.

    Patricia Mazuy konzentriert sich auf den Werdegang zweier Mädchen, halb Kind, halb Frau, die die Fesseln des goldenen Käfigs sprengen wollen. In Lucie und Anne spiegeln sich auch Madame Maintenons Charakterzüge wieder – die angepasste und die rebellische Seite. Bei ihrer ersten Begegnung mit der Regisseurin amüsierte sich Isabelle Huppert über die Definition, die Story sei so etwas ähnliches wie eine weibliche Version von „Full Metal Jacket“. So harten Drill gibt es hinter den Schlossmauern zwar nicht, aber Mazuy zeigt die Diskrepanz zwischen für die damalige Zeit liberalen Anspruch und unerbittlicher Wirklichkeit. Das Scheitern der Idee einer freiheitlichen Erziehung wird eingängig dargestellt wie auch der Rückschritt zu klösterlicher Strenge und Einfachheit. Pikant: in den Mauern von Saint Cyr errichtete Napoléon 1800 eine Militärschule. Opulente Ausstattung befriedigt das Auge, aber der Film konzentriert sich zu wenig auf die Figuren, kann sich nicht für einen Schwerpunkt – auf Isabelle Huppert oder die zwei jugendlichen Protagonistinnen – entscheiden. Außerhalb der „grande nation“ und Festivals wird die auf knapp zwei Stunden ausgedehnte Geschichte wohl kaum auf große Aufmerksamkeit stoßen. mk.

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