Die Schöne und das Biest Poster

Klage gegen Disney: „Die Schöne und das Biest“ und weitere Filme sollen komplett vernichtet werden

Andreas Engelhardt  

Disney hat in den letzten Jahren zahlreiche große Erfolge mit seinen Filmen im Kino gefeiert. Jetzt droht allerdings ein Nachspiel, denn unter anderem das Haus mit der Maus ist das Ziel einer Klage. Diese will nichts Geringeres, als alle betroffenen Filme komplett zu vernichten. Doch wie realistisch ist das?

Disney, 20th Century Fox und Paramount sind das Ziel einer Klage, die einige Filme der Studios komplett vernichten will. Dies berichtet The Hollywood Reporter. „Die Schöne und das Biest“, einige Marvel-Filme wie „Guardians of the Galaxy“ und „Avengers: Age of Ultron“ sowie „Deadpool“ und „Terminator: Genisys“ gehören unter anderem zu der Liste der Filme, die gelöscht werden sollen.

Hintergrund ist, dass die erwähnten Filmstudios mit einer Spezialeffekte-Firma zusammengearbeitet haben, die ihre Software nicht legal erworben hat. Die Rede ist hierbei von dem sogenannten Motion-Capture-Verfahren, mit dem reale Bewegungen und Gesichter aufgenommen und anschließend digitalisiert werden. Dabei vertrauten viele Filme auf die MOVA-Technologie, diese Software wurde ursprünglich von der Firma Rearden entwickelt.

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Rearden hatte zuvor eine Klage gewonnen, in der sie als Erfinder der MOVA-Technologie bestätigt wurden. Diese Klage richtete sich gegen zwei chinesische Firmen und gegen das US-Unternehmen Digital Domain. Digital Domain arbeitete wiederum mit Disney, Fox und Paramount an den erwähnten Blockbustern und nutze dabei illegal die MOVA-Technologie.

Nachdem sich Rearden erfolgreich vor Gericht gegen die anderen Software-Firmen durchsetzen konnte, will es jetzt die Filmstudios belangen. Laut der Anklage hätten Disney und Co. von dem illegalen Gebrauch der Software wissen und diesen unterbinden müssen. In einer ersten Instanz hat ein Bundesrichter in den USA der Klage stattgegeben, womit die Vorwürfe von Rearden jetzt in einer höheren Instanz entschieden werden.

Der Bundesrichter stellte aber zudem fest, dass Rearden nicht einen Anspruch auf die mit seiner Software erstellten Bilder hat. An „Guardians of the Galaxy“ und Co. waren immerhin auch Schauspieler und Regisseure beteiligt, die mit ihrer Arbeit einen wesentlichen Anteil zum fertigen Film beitrugen.

Sollte Rearden allerdings nachweisen können, dass Disney und Co. von dem illegalen Gebrauch der MOVA-Technologie wussten und diesen bewusst zugelassen haben, dürfte für die Filmstudios eine hohe Strafzahlung fällig werden. Der Bundesrichter stellte bereits fest, dass die Angeklagten durch den nicht rechtmäßigen Gebrauch der Software einen finanziellen Vorteil erhalten haben.

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Fans müssen jetzt allerdings nicht fürchten, dass „Die Schöne und das Biest“ und die restlichen Filme tatsächlich komplett gelöscht werden. Zum einen ist dies kaum praktikabel, immerhin wurden Millionen Blu-rays und DVDs von den Filmen verkauft und das Internet vergisst bekanntlich auch nie.

Rearden versucht mit seiner Forderung wohl vielmehr, die Messlatte für den Fall nach oben zu schrauben. Letztlich könnte damit die Strafzahlung für die Filmstudios höher ausfallen, mehr brauchen sie aber wohl kaum zu befürchten, zumal die Kläger den Fall erst gewinnen müssen. Der Bundesrichter meinte dazu, dass die Beweislage ziemlich dünn sei. Es sei aber genug gewesen, um den Fall zur nächsten Instanz zuzulassen, wo er jetzt entschieden werden muss.

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