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Fakten und Hintergründe zum Film "Die Reise zum Mittelpunkt der Erde"

Kino.de Redaktion |

Die Reise zum Mittelpunkt der Erde Poster

Mehr zum Film? Wir haben die wichtigsten Hintergründe und Fakten für Dich gesammelt: detaillierte Inhaltsangaben, Wissenswertes über die Entstehung des Films, ausführliche Produktionsnotizen. Klick rein!

Die Reise beginnt

„Ich bekam die ungeheuer spannende Chance, Jules Vernes bekannten Roman für unsere Gegenwart mit neuen Figuren und moderner Technik aufzubereiten“, sagt Eric Brevig, der mit „Journey to the Center of the Earth“ (Die Reise zum Mittelpunkt der Erde) sein Spielfilmdebüt als Regisseur gibt. „Ich möchte mit diesem Film pures Abenteuergefühl vermitteln und auf eine Entdeckungsreise gehen, bei der einfach alles möglich ist.“

„Bestimmte Geschichten sind einfach zeitlos, und die Abenteuer dreier Entdecker wider Willen, die während ihrer scheinbar unmöglichen Reise aufeinander angewiesen sind, bilden ein wunderbares Beispiel dafür“, sagt Produzentin Charlotte Huggins. „Dass man etwas unternimmt, wovon andere nur träumen – dieses Konzept wird seit Beginn der Menschheitsgeschichte nicht nur immer wieder beschrieben, sondern auch umgesetzt.“

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Produzent Beau Flynn fügt hinzu: „Uns Filmemachern kommt die Aufgabe zu, das Publikum in eine andere Welt zu entführen. Wir möchten, dass die Zuschauer völlig in dem Abenteuer aufgehen. Größten Wert legen wir auch auf eine bestimmte Atmosphäre, in der die Figuren immer sehr realistisch und glaubwürdig bleiben, während sich die eigentliche Story nie allzu ernst nimmt.“

Die Aussicht, den Jules-Verne-Klassiker mit innovativer Filmtechnik aufzupeppen, begeisterte auch Brendan Fraser, der bei diesem Projekt nicht nur die Hauptrolle übernahm, sondern auch als Executive Producer fungierte. „Wenn ich ins Kino gehe, will ich mich entführen lassen“, sagt Fraser. „Deswegen war ich sofort hellwach, als ich das Drehbuch erhielt, denn die Vorgaben der Story werden hier mit einem neuen Skript kombiniert, das von Anfang an auf Action, Komik und Abenteuer setzt.“

Das Drehbuch zu „Die Reise zum Mittelpunkt der Erde“ schrieben Michael Weiss sowie Jennifer Flackett & Mark Levin. Es geht um den Wissenschaftler Trevor Anderson, seinen Neffen Sean und ihre isländische Bergführerin Hannah: Die drei stolpern in einen vulkanischen Schlot und stürzen tief ins Innere der Erde. Tausende von Kilometern unter der Erdoberfläche entdecken sie eine tiefe, kristallblaue Lagune, umgeben von üppigem Dschungel, der von prähistorischen Wesen bevölkert wird, wie sie in Jules Vernes Roman beschrieben werden. Während die drei die Bilder und Geräusche dieser unbekannten Welt auf sich wirken lassen, merken sie schnell, welch große Gefahren sie birgt – um einen Rettungsweg zurück an die Oberfläche zu finden, sind sie aufeinander angewiesen.

Brendan Fraser spielt den amerikanischen College-Professor Trevor Anderson, der sich wissenschaftlich mit der tektonischen Verschiebung der Kontinentalplatten beschäftigt und sie mit Erdbeben, Vulkanen und meteorologischen Phänomenen in Verbindung bringt. Zusammen mit seinem Bruder Max stand Trevor bei seinem geologischen Forschungsprojekt kurz vor dem Durchbruch. Doch dann verschwand Max während einer Expedition in Island. „Seitdem hat Trevor mit seinen eigenen Projekten nur noch Pech, und jetzt droht die Universität sogar, sein Labor zu schließen“, sagt Fraser.

Als ob Trevor nicht schon genug Probleme hätte! Plötzlich taucht nämlich auch noch Max’ halbwüchsiger Sohn Sean auf, der eher widerwillig eine Woche mit seinem Onkel verbringt.

„Als Sean ihn unerwartet besucht, sieht sich Trevor plötzlich dazu animiert, dem Jungen den Vater zu ersetzen, aber er hat keine Ahnung, wie man mit Jugendlichen umgeht, obwohl er doch College-Professor ist“, stellt Fraser fest. „Mit den College-Studenten kommt er nur aus, weil die in seinen Vorlesungen sowieso nicht zuhören.“

Josh Hutcherson, der die Rolle des Sean übernimmt, ergänzt: „Trevor und Sean geraten zunächst aneinander, aber im Lauf der Handlung ergänzen sie sich zunehmend. Bald wird ihnen klar, dass sie so sehr aufeinander angewiesen sind, wie sie es sich nie hätten vorstellen können.“

Um das Eis zu brechen, stöbern Trevor und Sean in einer alten Kiste mit Max’ Habseligkeiten, in der sie ein Exemplar von Jules Vernes „Reise zum Mittelpunkt der Erde“ finden. Als Trevor darin blättert, stößt er auf Max’ handschriftliche Randbemerkungen mit Hinweisen auf Max’ letzte Island-Expedition vor zehn Jahren. Trevor ist begeistert, denn jetzt glaubt er endlich herausfinden zu können, was seinem Bruder zugestoßen ist – sofort macht er sich mit Sean auf den Weg ins Land aus Feuer und Eis.

Trevor und Sean verirren sich aber und stoßen auf eine entlegene Berghütte, in der die junge Bergführerin Hannah (Anita Briem) wohnt. Die gebürtige Isländerin Anita Briem berichtet: „Hannah lebt allein in der einsamen Hütte, die ihrem Vater einst als Labor gedient hat: Auch er war ein Vernianer, der Jules Vernes Schriften für Tatsachenberichte und nicht für Science-Fiction hielt. Leider wurde Hannahs Vater aufgrund seiner Ansichten von den Fachkollegen geschnitten, und seine eigene Familie war einfach nur peinlich berührt – er ist bereits vor Jahren gestorben. Äußerlich wirkt Hannah sehr abgeklärt und selbstbewusst, aber innerlich ist sie immer noch wütend auf ihren Vater, der sich ganz auf seine Forschung konzentriert und darüber seine Familie vernachlässigt hat.“

Hannah braucht nur einen Blick in Max’ Exemplar des Verne-Romans zu werfen, um sofort zu merken, dass Max wie ihr Vater ein Vernianer war. Hannah hat aber überhaupt keine Lust, in die unrealistischen Verne-Fantasien verstrickt zu werden – deshalb fordert sie ein exorbitantes Honorar, als Trevor sie um Hilfe bittet. Trevor lässt sich aber nicht abschrecken und willigt ein, ihren Preis zu zahlen, damit sie ihn und Sean auf den unzugänglichen Gipfel des Snaeffels führt, wo er den letzten von Max angebrachten seismischen Sensor vermutet.

Während sich Trevor, Sean und Hannah den felsigen Berghang hocharbeiten, werden sie von einem Gewitter überrascht. Sie suchen Schutz in einer nahen Höhle und wiegen sich einen Augenblick lang in Sicherheit – doch dann schlägt der Blitz ein und löst eine Gerölllawine aus, die den Höhleneingang verschüttet: Sie sind gefangen, der Ausgang ist ihnen versperrt. Deshalb müssen sich die drei Forscher in die Tiefen des Erdinneren vorwagen, wo ihre fantastische Reise erst richtig anfängt.

„Sie beginnen diesen atemberaubenden Trip gemeinsam“, sagt Fraser. „Doch die Naturgewalten arbeiten gegen sie – nichts läuft wie geplant. Das ganze Abenteuer hat mythische Dimensionen, denn niemand kann vorhersagen, was sie auf dem Grund dieses ,Kaninchenlochs‘ erwartet.“

„Wir hatten großes Glück, mit Schauspielern arbeiten zu dürfen, die wunderbar zusammenpassen“, berichtet Huggins. „Denn in den meisten Szenen des Films sind die drei ganz allein auf der Leinwand.“

„Brendan war für mich eindeutig die erste Wahl für diese Rolle“, stellt Brevig fest. „Wir verstanden uns auf Anhieb. Wir haben ganz ähnliche Vorstellungen davon, wie wir dem Publikum einen Filmspaß bieten, und Brendan weiß sehr genau, was es bedeutet, sich vor der Kamera auf die visuellen Effekte einzustellen – er bringt reichlich Erfahrung mit.“

Flynn fügt hinzu: „Brendan ist eine sehr souveräne Persönlichkeit, er wirkt in seinen Rollen absolut integer und glaubwürdig – deshalb schaut man ihm auf der Leinwand so gern zu. Er ist ein Ausnahmeschauspieler, der nicht nur im Kino Charisma beweist, sondern auch beim persönlichen Kontakt.“

Über die Rolle der Hannah sagt Brevig: „Zwischen ihr und den Jungs sollte sich eine lustige Beziehung entwickeln – wir suchten also eine Schauspielerin, die diese Situation in den Griff bekommt, aber nicht unbedingt schon von vornherein so wirkt.“

„Anita wirkt sehr authentisch – nicht nur, weil sie tatsächlich aus Island stammt, sondern weil sie fabelhaft durchtrainiert und daher ihrer Aufgabe auch körperlich gewachsen ist. Außerdem hat sie jede Menge Humor“, stellt Huggins fest. „Es hat riesigen Spaß gemacht, während des Drehs zu beobachten, wie sich die Kameradschaft zwischen ihr, Brendan und Josh entwickelte.“

Ebenso beeindruckt zeigen sich die Filmemacher von dem jungen Josh Hutcherson, der zum Zeitpunkt der Dreharbeiten erst 13 Jahre alt war. „Josh hat schon eine Reife entwickelt, die weit über sein eigentliches Alter hinausgeht“, berichtet Flynn. „Außerdem wirkt er absolut natürlich. In den Drehpausen ist er sehr locker, aber sobald die Kamera läuft, verwandelt er sich auf der Stelle in Sean.“

„Josh arbeitet sehr konstruktiv mit, indem er die richtigen Fragen stellt“, sagt Brevig. „Er engagiert sich enthusiastisch für die Rolle und erscheint immer bestens vorbereitet am Set. Er entwickelte eigene originelle Ideen für die Szenen und machte Vorschläge, wie man sie nur von einem Schauspieler erwarten würde, der zehn oder 20 Jahre älter ist. Außerdem ist es sicher schwierig, als einziger Jugendlicher mit all den Erwachsenen zu arbeiten. Aber weil Brendan im Grunde ein großer Junge und Josh innerlich bereits erwachsen ist, kamen sie richtig gut miteinander aus.“

Weil sie als Trio derart konzentriert vor der Kamera agieren mussten, entwickelte sich eine besonders intensive Beziehung zwischen den drei Schauspielern.

„Brendan macht ständig Faxen. Ich habe durch die Arbeit mit ihm eine Menge gelernt. Anita hat die Action-Szenen ganz toll gemeistert… und sie ist sehr hübsch, was ja auch nie zu verachten ist“, lacht Hutcherson.

„Es ist wirklich ein Vergnügen, mit den Jungs zu arbeiten“, bestätigt Briem. „Wir wuchsen beim Dreh zu einer kleinen Familie zusammen, was der Story und der Beziehung der Filmfiguren eindeutig genutzt hat.“

Fraser sieht das ähnlich: „Wir bildeten ein Dreieck, das naturgemäß eine sehr starke Struktur hat – in diesem Fall gilt das auch auf dramaturgischer Ebene.“

Entwürfe für die Unterwelt

Um die ungeheure Dimension überwältigender Panoramen abzubilden, die von den vereisten isländischen Berggipfeln über das riesige Meer am Mittelpunkt der Erde bis zu versteinerten Pilzwäldern und Kalkfelsen reichen, verließ sich Brevig auf das Können versierter Fachleute: Konzeptzeichner Erik Tiemens, Produktionsdesigner David Sandefur, Kameramann Chuck Schuman und den für die visuellen Effekte verantwortlichen Christopher Townsend.

„Beim Entwurf einer Fantasy-Story geht man von der Realität aus und überhöht sie dann“, berichtet Brevig. „Die gezeichneten Entwürfe gaben den Maßstab für das Produktionsdesign vor, aber auch für die visuellen Effekte und die Kameraarbeit. Der fertige Film ist das Produkt intensiver Zusammenarbeit von fast 200 Künstlern.“

Bei den Konzeptzeichnungen kommt es laut Sandefur vor allem auf das Gleichgewicht von realen und surrealen Elementen an: „Natürlich sind die Fantasy-Aspekte wichtig, aber gleichzeitig will ich mich nicht zu sehr von der Realität entfernen. Oberflächenstrukturen und Farben sollen absolut echt und entsprechend detailliert wirken. Und obwohl das Publikum weiß, dass wir uns in einer fiktiven Welt bewegen, möchte ich doch den Eindruck erwecken, als hätten wir tatsächlich im Erdinneren oder im Dschungel gedreht.“

„Der Look wird einem sogenannten Farbskript angepasst, also einem Konzept für den Einsatz von Farben im gesamten Film“, berichtet Brevig. „Zu Beginn des Films verwenden wir gedämpfte Farben, und sobald wir unter der Erde sind, werden die Farben überhöht. Am Ende des Films kehren die Helden in eine lebhafte, muntere Umwelt zurück, die andeutet, dass Trevor jetzt fröhlicher ist und wieder hoffen kann.“

Gedreht wurde in Montreal, wo wahrlich kein Dschungel zu finden ist. Doch überraschenderweise erwies sich die kanadische Metropole als wertvoller Drehort durch die Natur der Umgebung. „Es hat uns sehr geholfen, dass es gleich am Stadtrand phänomenale, organische Landschaften gibt, die unseren Sets eine Struktur verleihen“, erklärt der Produktionsdesigner. „An sehr unterschiedlichen Orten haben wir Abdrücke von realen Oberflächen gemacht, und so entstanden Gipsoberflächen, die wir in die Setwände integrierten.“

Über das Pilzhaus, das Trevor, Sean und Hannah im Inneren der Erde entdecken, sagt Sandefur: „Mit meinem Team habe ich wochenlang experimentiert, um ein geeignetes Material zu finden, damit die Oberflächen echt wirken. Denn wie sieht es im Inneren eines Pilzes eigentlich aus? Kann mir mal jemand ein paar Bücher mit Innenansichten von Pilzhäusern besorgen…?“

Sandefur entschied sich schließlich für Schwämme in riesigem Industrieformat – sie wurden in Scheiben geschnitten und mühsam übereinander angebracht, um der Oberfläche eine poröse, organisch wirkende Struktur zu verleihen. Als die Streifen miteinander verbunden waren, „machten wir davon Abdrücke aus durchscheinendem Latex, das dann angemalt und von hinten angestrahlt wurde, um ein biologisches Leuchten zu erzeugen – das sieht aus, als ob man sich in einem gigantischen ausgehöhlten Halloween-Kürbis befindet.“

Sandefurs Team errichtete im Studio eine Felswand etwa in der Größenordnung 12 x 9 Meter – diese wurde vom Effekte-Team unter der Leitung von Christopher Townsend im Computer um Hunderte von Metern in jeder Richtung erweitert. Um die visuellen Effekte (VFX) für „Die Reise zum Mittelpunkt der Erde“ dreidimensional zu gestalten, war von Townsends VFX-Team doppelter Einsatz gefordert, denn jeder der 726 visuellen Effekte des Films musste zweimal berechnet werden, was die Zahl der Einstellungen auf über 1400 Effekte erhöht.

Townsend erklärt: „In 3-D müssen wir die Welt hinter dem Darsteller als Raum darstellen. Genau wie bei einem realen dreidimensionalen Bild müssen wir ein Stück geometrisches Bild im Computer grafisch erstellen, das hinter der Figur des Schauspielers verschwindet. Wenn sich der Horizont also zehn Kilometer von der Kamera entfernt befindet, dann muss man im Computer ein Modell bauen, das tatsächlich im Abstand von zehn Kilometern vom Darsteller teilweise verdeckt wird. Das kann man mit einem flachen Bild nicht tricksen. Man muss tatsächlich die korrekten Dimension nachahmen.“

Bei den Dreharbeiten zu einem real gefilmten 3-D-Action-Abenteuer mit umfangreichen visuellen Effekten, die erst in der Endfertigung hinzugefügt werden, müssen die Schauspieler eine Menge Fantasie beweisen. „Sie müssen sich auf fantastische Objekte und Wesen – von leuchtenden Vögeln bis zu gigantischen Flug-Piranhas – einstellen, die im Studio natürlich gar nicht real vorhanden sind“, sagt Brevig.

Deshalb bemühten sich die Filmemacher, den Schauspielern eine Umgebung zu bieten, die so real wie nur möglich wirkt. „Wir hoffen wirklich, dass die Technik auf die Schauspieler genauso unsichtbar wirkt wie auf die Zuschauer“, sagt Huggins. „Denn die Darsteller müssen sich voll und ganz auf ihre Rollen, auf die Geschichte konzentrieren können.“

Vorbereitungen für den Abstieg

Für die drei Hauptdarsteller erforderte die Arbeit an dem Action-Abenteuer auch intensive körperliche Vorbereitungen. Dazu Hutcherson: „Vor dem Dreh haben wir wochenlang in einem Bergsteiger-Fitnesscenter für die Szene trainiert, in der wir den großen Vulkanschlot hinunterpurzeln.“

„Es wird viel geklettert und gestürzt, und dabei hängen wir an Korsetts, was richtig Spaß macht“, sagt Fraser.

Hutcherson lernte von Fraser ein paar Branchentricks: „In diesem Film gibt es jede Menge große Action-Szenen – Tag für Tag müssen wir Felswände raufklettern, werden an Seilen herumgeschleudert, und wir springen von Felsen zu Felsen. Das ist körperlich sehr anstrengend. Am ersten Drehtag meinte ich ganz blauäugig: ,Knie- und Ellbogenschoner brauche ich nicht.‘ Aber schon sehr bald merkte ich, wie sehr ich mich geirrt hatte.“

„Nach meinen drei ,Mumie‘-Filmen weiß ich sehr zu schätzen, was die Macher dieser Schutzpolster zaubern können“, grinst Fraser. „Es gibt also gute Gründe dafür, dass meine Hemdsärmel oft nur bis zur Elle und nicht ganz aufgekrempelt sind. Anders gesagt: Klar gibt man gern mit dem Bizeps an, aber wenn man über den Set springt und hechtet, dann geht das nicht ohne Blessuren ab, und da sind solche Schoner wirklich sehr praktisch.“

Briem ergänzt: „Das war heftig, aber das rigorose Training hat mir wirklich sehr gefallen. Als Schauspielerin absolviert man auf diese Weise wie nebenbei die unterschiedlichsten Ausbildungen. An manchen Tagen war ich felsenfest davon überzeugt, dass ich es zur Superheldin bringen kann. Einfach fantastisch!“

Manchmal hatten die Schauspieler bei ihren schwierigen Stunts Probleme, gleichzeitig auch noch ihre Dialogsätze zu sprechen. „Eine der kompliziertesten Szenen war für mich, als wir zum Mittelpunkt der Erde stürzen“, erinnert sich Briem. „Gewaltige Windmaschinen simulierten unseren Sturz, und die machten einen derartigen Lärm, dass man nur ganz mühsam sprechen konnte.“

„Wir nannten die Szene den ,Großen Sturz‘“, berichtet Brevig über die Sequenz, in der Trevor, Sean und Hannah Tausende von Kilometern zum Mittelpunkt der Erde fallen. „Der Sturz dauert tatsächlich derart lange, dass sie sogar Zeit finden, darüber zu reden“, grinst er.

„Zunächst stellte ich mir vor, dass wir die drei anfangs hoch oben über uns sehen, und dann sausen sie an uns vorbei, sodass wir sie von oben sehen – also während des Schwenks sollten sie etwa 70 Meter fallen. Leider ließ sich das aufgrund der räumlichen Beschränkungen im Studio unmöglich in einer Einstellung filmen“, stellt der Regisseur fest. „Wir überlegten, ob wir sie irgendwo draußen in großer Höhe platzieren könnten, aber in dem Fall hätten wir dahinter eine riesige Bluescreen anbringen müssen – das war nicht durchführbar. Deswegen dachte ich mir aus, dass wir die Schauspieler auf die Seite legen und mit dem Kamerawagen seitlich an ihnen vorbeifahren – das heißt, statt der Schauspieler bewegt sich nur die Kamera. So konnten wir an die hundert Meter durch das Studio fahren und den Eindruck erwecken, dass sie sehr tief fallen. Wir trieben einen hochgetunten Golfwagen auf, der eine Höchstgeschwindigkeit von etwa 100 Kilometer pro Stunde erreicht – so entstand die Szene. Problematisch war nur, den Golfwagen rechtzeitig abzustoppen, bevor er am anderen Ende in die Studiowand krachte.“

Am Ende des „Großen Sturzes“ im Film plumpsen die drei Forscher in riesige Wassertropfen, die nicht an die Schwerkraft gebunden sind, um dann in einem Tunnel zu landen, der sie wie auf einer Wasserrutsche in eine kristallblaue Lagune sausen lässt – ein Wasserparadies im Mittelpunkt der Erde. Dieser Unterwasser-Set entstand im Sprungbecken jenes Stadions, in dem 1976 die Olympischen Spiele stattfanden – es zählt zu den größten Becken Nordamerikas.

Neben dem „Großen Sturz“ erleben Trevor, Sean und Hannah auch eine Action-intensive „Achterbahnfahrt“ durch einen Minenschacht. „Es brachte riesigen Spaß, mit den Größendimensionen, der Räumlichkeit und der Ausleuchtung zu experimentieren, um die Fahrt im Förderwagen möglichst dramatisch, temporeich und lustig zu gestalten“, sagt Christopher Townsend.

Die Sequenz im Förderwagen erforderte aber nicht nur visuelle Effekte, sondern auch schauspielerisches Können. „Egal, wie überzeugend die visuellen Effekte auch aussehen mögen – glaubwürdig werden sie erst durch das Spiel der Darsteller“, stellt Brevig fest. „Erst durch ihre Mimik spürt man die Gefahr, die Spannung. Wenn das überzeugend gespielt ist, glauben die Zuschauer an die Situation, in der sich die Figuren befinden. Genau das gelingt Brendan, Josh und Anita ganz wunderbar.“

Geschichten erzählen in digitalem 3-D

Durch die Kameratechnik eröffnet „Die Reise zum Mittelpunkt der Erde“ der Gattung Abendfüllender Kinofilm mit Spielhandlung eine neue Dimension. Gleich am Anfang der Projektentwicklung beschlossen die Filmemacher, „Die Reise zum Mittelpunkt der Erde“ komplett mit hochauflösenden digitalen Kameras und in 3-D zu drehen, um dem Publikum das denkbar mitreißendste Kinoerlebnis zu ermöglichen – es eröffnet dem Klassiker nicht nur neue Horizonte, sondern bewahrt gleichzeitig auch die Essenz des Originals.

„Das Ambiente, das Jules Verne in seinem Roman beschreibt, bietet sich geradezu an für ein Abenteuererlebnis, in das man Hals über Kopf eintaucht“, sagt Huggins. „Deswegen war das 3-D-Verfahren die perfekte Methode für die Ausgestaltung dieser Welt der Wunder.“

„Ich habe schon viele 3-D-Filme für Themenparks und noch mehr visuelle Effekte im Kinobereich gestaltet“, sagt Brevig. „Deshalb fühle ich mich wie zu Hause, wenn ich diesen Film jetzt komplett in 3-D drehe. „Doch ich achte auch darauf, die 3-D-Effekte nicht zu sehr zu strapazieren, denn wenn sie nur noch Effekthascherei sind, lenken sie von der Geschichte ab.“

„Die Reise zum Mittelpunkt der Erde“ ist der erste Kinofilm mit Spielhandlung, in dem das Fusion-System zum Einsatz kommt: Diese neuartige Kameraapparatur wurde von dem preisgekrönten Filmemacher James Cameron und Kameramann Vince Pace entwickelt. Im Gegensatz zu vielen Spezialformatkameras ist Fusion sehr leicht und daher tragbar – es besteht aus zwei ultrahochauflösenden Videokameras, die nebeneinander montiert werden, um das linke und rechte Auge des Betrachters zu simulieren. Die Kompaktheit, Beweglichkeit und Anpassungsfähigkeit erlauben den Filmemachern eine ungeahnte Freiheit, Kontrolle und Flexibilität.

„Früher waren 3-D-Kameras so groß und schwer, dass man sie nur begrenzt bewegen konnte – der Regisseur war bei seiner Gestaltung einer dynamischen Szene also eingeschränkt“, sagt Brevig. „Das Fusion-Kamerasystem ist dagegen so gut designt und so klein, dass wir die Kamera wie eine 2-D-Kamera bewegen können – das ist ein ungeheurer Fortschritt. Wir konnten also Handkameraaufnahmen machen und unter Wasser drehen, das System aber auch auf eine Steadicam montieren und für Flugaufnahmen einsetzen.“

Dazu Kameramann Chuck Schuman: „Vom Prinzip her ahmt ,Fusion‘ den menschlichen Blick nach. Auf diese Weise entwickeln die Zuschauer eine neue Beziehung zu den Kinobildern, denn wir sehen jetzt genau das, was wir vor Ort real auch sehen würden.“

Eine weitere neue Entwicklung bezieht sich auf die Verwendung der sogenannten aktiven Konvergenz, durch die der Filmemacher den Brennpunkt der Kameras dreidimensional verändern kann. „Ebenso wie ein herkömmlicher Filmemacher die Brennweiten verändert, konzentrieren wir den Konvergenzpunkt auf den Handlungsschwerpunkt im Bild“, erklärt Brevig. „Dadurch wird das Anschauen eines 3-D-Films viel einfacher.“

„Indem wir den Winkel der Objektive einzeln verändern, können wir die sichtbare Bildtiefe während der Aufnahme anpassen, um dem Handlungsablauf zu folgen“, berichtet Schuman. „Für Szenen, in denen die Kamera näher an die Schauspieler heranfahren muss, als das durch die parallel montierten Fusion-Kameras möglich ist, verwendeten wir Paces kompakte ,Beam-Splitter‘-Vorrichtung, durch die man den Abstand der beiden Objektive verringern kann. Für das Publikum bedeutet das: weniger Schielen, mehr Komfort beim Anschauen.“

Christopher Townsend fügt hinzu, dass die digitalen HD-Aufnahmen zu „Die Reise zum Mittelpunkt der Erde“ außerdem „viel mehr Optionen bei verblüffenden Bildkreationen bot – noch nie ist bei einem 3-D-Film der menschliche Blick derart vollkommen nachgeahmt worden. Ein High-Definition-Bild bietet eine größere Tiefenschärfe als ein traditionelles Filmbild, sodass wir sehr viel mehr Objekte scharf abbilden können, was den Abstand zwischen Kamera und gefilmtem Gegenstand betrifft. Wenn ein Schauspieler vor der Kamera auf einem Felsen liegt und die Hand in Richtung Kamera ausstreckt, dann kann man entweder seine Finger scharf ins Bild bringen oder seine Augen. Beides gleichzeitig geht nicht. Doch bei HD-3-D-Video ist durch die größere Tiefenschärfe beides scharf. Dieser Effekt wirkt hyperreal.“

„Bei einem Abenteuer dieser Dimension wird das Publikum durch die mit der neuesten digitalen Technik gefilmten Bilder viel unmittelbarer mitgerissen“, sagt Huggins.

„In erster Linie wollen wir mit unserem Film unterhalten“, sagt Flynn. „Die neuartige Kinotechnik erlaubt uns jetzt einen völlig neuen Blick auf Vernes Vorlage, die kein bisschen gealtert ist.“

„Zweifellos bietet die neue Technologie den Filmemachern wie auch den Kinogängern einen ungeheuren Mehrwert“, sagt Brevig. „Ausschlaggebend war für mich die Gelegenheit, mit einem hervorragenden Team engagierter Profis arbeiten zu dürfen: So schaffen wir etwas, was wir noch nie gemacht haben. Unser Ziel ist es, die Zuschauer in das Abenteuer mit einzubeziehen – sie vergessen tatsächlich, dass sie im Kino sitzen, und glauben wirklich, dass sie mit Trevor, Hannah und Sean bis zum Mittelpunkt der Erde vorstoßen. Ob man ,Die Reise zum Mittelpunkt der Erde‘ nun in 3-D oder auf der herkömmlichen Leinwand sieht – in jedem Fall ist der Film eine Achterbahnfahrt ohne Atempausen, ein unglaublicher Abenteuerspaß.“

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