The Perfect Candidate

Filmhandlung und Hintergrund

Engagiertes Drama über eine junge saudische Ärztin, die sich als Kandidatin für den Stadtrat aufstellen lässt.

Immer wieder scheitert die junge saudische Ärztin Maryam daran, dass die Zufahrtstraße zu ihrer Klinik endlich asphaltiert wird. Zutiefst frustriert sieht sie nur einen Ausweg, den unhaltbaren Zuständen in ihrem Krankenhaus Abhilfe zu verschaffen: Maryam lässt sich als Kandidatin für den Stadtrat aufstellen. Wider Erwarten fällt ihre Kampagne auf fruchtbaren Boden, was dem langjährigen Amtsinhaber - ein scheinbar übermächtiger Konkurrent!- nicht wirklich gefällt.

Darsteller und Crew

Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • The Perfect Candidate: Engagiertes Drama über eine junge saudische Ärztin, die sich als Kandidatin für den Stadtrat aufstellen lässt.

    Engagiertes Drama um eine Ärztin in Saudi-Arabien, die sich zur Wahl im Gemeinderat stellen will von der mit „Wajda“ erfolgreichen Regisseurin Haifaa Al-Mansour.

    Sara, die junge Heldin von „The Perfect Candidate“, der dritten Regiearbeit von Haifaa Al-Mansour, sieht man gleich in der ersten Szene in einem revolutionären Akt. Erstmals sieht man im Kino eine Frau in Saudi-Arabien Auto fahren: Die ersten Führerscheine für Frauen wurden in dem Emirat im Juni 2018 ausgestellt. Auch sonst ist Sara eine Frau, die sich vorgenommen hat, etwas aus ihrem Leben zu machen: Sie ist Ärztin, strebt nach einem gefragten Job in Riyadh. Sie ist aber auch gefangen in der Realität eines Landes, in dem der Fortschritt von Frauen keinen hohen Stellenwert hat. Ältere Männer lassen sich in dem kleinen Krankenhaus lieber von weniger qualifizierten Pflegern behandeln, weil sie sich nicht von einer Frau berühren lassen wollen. Und dass die kurze Auffahrt zum Krankenhaus schon seit Wochen überflutet ist und das Ausladen von Patienten in dem Matsch jeden Tag beschwerlicher wird. Als Sara sich bei einer Behörde meldet, um eine Genehmigung abzuholen, dass sie alleine reisen darf, dort aber nur vorgelassen wird, wer sich für eine Stelle im Gemeinderat zur Wahl stellen will, meldet sie sich dafür an. Zwar weiß sie nicht, wie man Wahlkampf macht, und ihre Chancen gegen den alt eingesessenen Kandidaten laufen gegen Null, aber sie sieht eine Gelegenheit, die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit auf die überflutete Straße zu richten.

    Nach dem weniger gelungenen „Mary Shelley“ ist Haifaa Al-Mansour wieder zurück, um nach „Das Mädchen Wadjda“ - dem ersten saudi-arabischen Film überhaupt! - wieder aus ihrer Heimat zu erzählen. Man merkt sofort, dass ihr das mehr liegt. Sorgfältig erzählt sie die Familiendynamik mit einem alleinerziehenden und liebevollen Vater, der als Musiker durch die Lande reist, und seinen drei Schwestern, die alle ihren eigenen Kopf haben. Schön stellt der Film eine Tournee des Vaters mit seinem Orchester für traditionelle Musik gegen die Versuche der drei Schwestern, Sara als Politikerin zu etablieren. Das geschieht alles ganz unaufgeregt, und vielleicht ist „The Perfect Candidate“, der mit Razor Film als deutschem Produktionspartner entstand und in fast allen technischen Abteilungen deutsche Leiter hat (Kamera: Patrick Orth), kein großer Film. Aber dass sich hinter seiner ruhigen Machart etwas Revolutionäres verbirgt, das spürt man in jeder Einstellung. ts.

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