Die Ohrfeige

  1. Ø 5
   2005
Die Ohrfeige Poster
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Filmhandlung und Hintergrund

Die Ohrfeige: TV-Komödie: Eine morgendliche Ohrfeige löst einen turbulenten Liebesreigen aus.

Weil eine Frau im Traum ihren Gatten beim Seitensprung beobachtet hat, knallt sie ihm eine. Die Backpfeife ist Auslöser einer Kettenreaktion, in deren Verlauf sich Menschen trennen und andere zueinander finden. Stets sind es Kleinigkeiten, beispielsweise eine Serviette mit einer flüchtig hingekritzelten Komposition, die gemäß der Theorie vom „Butterfly“-Effekt am Ende große Veränderungen bewirken.

Darsteller und Crew

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Kritikerrezensionen

  • Wenn das nicht nach einem perfekten Stoff für den ARD-Freitagstermin klingt: Banker in den besten Jahren verguckt sich in ein junges Ding und stellt sein Leben vom Kopf auf die Füße; derweil entdeckt die knallharte Leiterin einer Werbeagentur, was wirklich zählt im Leben. Eigentlich sind das gleich zwei Geschichten, die einander auch kaum überschneiden. Tatsächlich aber erzählt Johannes Fabrick (Buch und Regie) sogar noch viel mehr Begebenheiten, und wenn man boshaft sein will, könnte man feststellen: Für eine Freitagsproduktion der ARD-Tochter Degeto wäre die Handlung ohnehin viel zu komplex; dort liebt man es schließlich schlicht und überschaubar. Fabrick aber zeigt einen filmischen Dominoeffekt, eine Kettenreaktion, die durch die titelgebende Ohrfeige eingeleitet wird.

    Schon allein diese Handgreiflichkeit ist herrlich absurd: Weil eine Frau im Traum ihren Gatten beim Seitensprung beobachtet hat, knallt sie ihm eine. Der gute Friedrich (Herbert Knaup), Grazer Bankdirektor von Beruf und stets in Eile – „carpe diem!“ -, ist verständlicherweise völlig verdattert und entsprechend empört, gegen die typisch weibliche Logik aber machtlos: „Ich hab‘ es schließlich mit eigenen Augen geträumt!“

    Doch die Backpfeife ist bloß der Prolog. Eigentlicher Auslöser der Handlung ist ein Lehrer (Martin Georg Zauner), der seinen Wagen mit Müh‘ und Not vor einer alten Frau zum Stehen kriegt. Anstatt sich zu entschuldigen, putzt die Alte ihn runter, und diese Demütigung gibt er fleißig an seine Klasse weiter. Unter den Schülern ist auch Friedrichs Sohn (Elias Pressler), der nach der Schule eine Kellnerin (Mavie Hörbiger) anmault, die ihren Frust an einem Gast auslässt – und so weiter.

    Nun ist die Idee des „Butterfly“-Effekts zwar nicht neu, aber Fabrick inszeniert die Geschichte mit ansteckender Munterkeit. Vor allen fallen ihm immer wieder neue, verblüffende Handlungswendungen ein. Stets sind es Kleinigkeiten, die ganz andere Ebenen einleiten, etwa die Serviette, auf die ein Komponist (Alexander Lutz) gedankenverloren eine Notenfolge gekritzelt hat und die über Umwegen bei der PR-Agentur von Julia (Julia Stemberger) landet. Sie hat gerade für Friedrichs Bankhaus einen Werbespot produziert. Er mag zwar den Spot, aber nicht die Musik; da kommt die Serviette gerade recht, was die sich erst später anbahnende Beziehung zwischen dem Komponisten und der Agenturchefin erheblich belastet.

    Fabrick, der nach diversen Melodramen („Schleudertrauma“, „Langer Abschied“) die buchstäblich zauberhafte Komödie „Hexenküsse“ gedreht hat, ist alles andere als ein Jungfilmer und „Die Ohrfeige“ bei weitem nicht sein erstes eigenes Drehbuch. Trotzdem wirkt der Film in seiner mutwilligen Verspieltheit und den vielen kleinen Exkursen, Verwirrungen und Seitensträngen wie ein Debüt: Als ob hier einer im Lauf der Jahre so viele Einfälle gesammelt und sich dann in jeden einzelnen so verliebt hätte, dass er sich von keinem einzigen trennen wollte; was er zum Glück auch nicht getan hat. tpg.

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