Die Mutter - The Mother

Kinostart: 09.10.2003
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Filmhandlung und Hintergrund

Etwas andere Lovestory einer reifen Frau, die nach dem Tod ihres Mannes eine Affäre mit dem Liebhaber ihrer Tochter beginnt.

Als der Mann von May (Ann Reid) stirbt, gruselt sich die reife Dame vor einem einsamen Dasein als unsichtbare Seniorin im großen, leeren Haus. Lieber möchte sie zur Tochter ziehen, obwohl diese ihr längst fremd geworden ist und die Mutter lediglich als Babysitter zu nutzen gedenkt. In dieser Situation verliebt sich May plötzlich wie ein naiver Backfisch in den dreißig Jahre jüngeren Darren, seines Zeichens Liebhaber ihrer Tochter. Der hat gegen ein bißchen Familiensinn wenig einzuwenden.

Was Männern recht, ist Damen billig: Wenn Silberlocke Richard Gere Winona Ryder verführt und als der Gute durchgeht, dann darf auch eine englische Hausfrau mit einem heißen Knaben das Lotterbett teilen. Pech bloß, dass der schon mit der Tochter geht. Und so nimmt das Unheil seinen Lauf…

Als ihr Mann beim Familienbesuch in London stirbt, fürchtet die reife May, in der Masse der unsichtbaren Senioren unterzugehen, die in ihrer eintönigen Vorstadt vom Leben nichts mehr erwarten. Denn weder ihre viel beschäftigten Kinder noch die Enkel zeigen wirkliches Interesse an ihr. Bis sie sich in Darren verliebt, der allerdings nicht nur halb so alt wie sie ist, sondern zudem mit ihrer Tochter schläft.

Bei einem ihrer regelmäßigen Familienbesuche in London stirbt Mays Mann. Die „typische“ Vorstadt-Großmutter fürchtet in der Folge in der Masse unsichtbarer Senioren, die vom Leben nichts mehr erwarten; unterzugehen. Denn weder ihre viel beschäftigten Kinder noch die Enkel zeigen wirkliches Interesse an der rüstigen Rentnerin. Bis sie sich in Darren verliebt, der gerade das Haus ihres Sohnes renoviert. Dieser ist nicht nur halb so alt wie sie, sondern schläft zudem mit ihrer Tochter.

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Die Mutter - The Mother: Etwas andere Lovestory einer reifen Frau, die nach dem Tod ihres Mannes eine Affäre mit dem Liebhaber ihrer Tochter beginnt.

    Einer der emotional berührendsten Filme der diesjährigen Quinzaine mauserte sich zum Geheimtip in Cannes: „Die Mutter“. Nach dem Drehbuch von Hanif Kureishi packt Roger Michell ein brisantes und oft tabuisiertes Thema an, die sexuelle Affinität zwischen einer älteren Frau und einem jungen Mann, hier zu allem Unglück noch der Liebhaber der Tochter. Preiswürdig die Performance von Anne Reid, die der Hauptfigur dieser unmöglichen Beziehung die nötige sanfte Überzeugungskraft verleiht.

    Erstmals seit dem BBC-Vierteiler „The Buddha of Suburbia“ von 1993 arbeiten Regisseur Roger Michell, Drehbuchautor Hanif Kureishi und Produzent Kevin Loader wieder zusammen, ein eingespieltes Team, wie das Resultat beweist. Dabei hätte die Geschichte einer Witwe, die nach dem plötzlichen Tod ihres Mannes den Freund der Tochter begehrt und sexuell die Initiative übernimmt, auch daneben gehen können. Aber Michells Fokus ist nicht der Sex, sondern eine Frau, die in einem gewissen Alter noch Sex haben will. Und damit provoziert er all diejenigen, die ein solches Privileg auf der Leinwand gerne den Herren mit Silberhaar zubilligen und es für „normal“ halten, wenn Richard Gere in „Es begann im September“ Winona Ryder als Tochter seiner Ex-Geliebten verführt.

    „Die Mutter“ beginnt mit einem Familientreffen der öden Art: May und ihr Gatte besuchen Kinder und Enkel in London, werden nicht gerade mit offenen Armen empfangen. Der ewig am Handy hängende Sohn und die geschäftstüchtige Schwiegertochter haben keine Zeit, auf deren Gameboy spielende Kids wirken die Großeltern wie Fossilien. Als ihr Mann am Herzinfarkt stirbt, will die über 60Jährige nicht zurück in das leere Haus, zieht erst einmal zur alleinerziehenden Tochter, die sie flugs als Babysitterin einsetzt. Die Einsame empfindet Angst, eine dieser unsichtbaren Frauen zu werden, denen die Kraft zur Eigenständigkeit abhanden kommt, die als Seniorin tatenlos auf das Ende eines langweiligen Lebens warten. In dieser Umbruchsituation ist alles möglich und sie verliebt sich wie ein Teenie in den aufbrausenden Darren (Daniel Craig in einer Paraderolle), der hemmungslos mit Mutter und Tochter gleichzeitig ins Bett steigt.

    Der Film konzentriert sich zwar auf die Love Story ohne Zukunft, betrachtet und persifliert parallel die heutige Familie in ihrer Disfunktionalität, den Generationskonflikt und die Unfähigkeit zur Kommunikation. Bei den offensiven Sexszenen lässt Michell Delikatesse walten, es gibt weder Prüderie noch Peinlichkeit. Eine leichte Ironie bricht immer wieder die bedrohliche Spannung, die Figuren sind mit Sympathie gezeichnet - die ältere Frau in ihrem stillen Wunsch nach erfüllter Sexualität und ihrer Verletzbarkeit, die zwischen Beruf und Kind hin- und hergerissene Tochter, der in den Tag hineinlebende Luftikus, der sich irgendwann als Objekt der Begierde sexuell ausgenutzt sieht. Am Ende mag man sie alle mit ihren Schwächen, Unsicherheiten und der fatalen Sehnsucht nach dem Glück. Beste Unterhaltung für ein erwachsenes Arthouse-Publikum. mk.

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