Filmhandlung und Hintergrund

Psychodrama: Das scheinbar glückliche Leben einer Großfamilie beginnt sich aufzulösen, als eine der Töchter plötzlich verschwindet und ihre Mutter durch eigene Nachforschungen auf bittere Wahrheiten stößt.

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Kritikerrezensionen

  • Die Mutter: Psychodrama: Das scheinbar glückliche Leben einer Großfamilie beginnt sich aufzulösen, als eine der Töchter plötzlich verschwindet und ihre Mutter durch eigene Nachforschungen auf bittere Wahrheiten stößt.

    „Katastrophen passieren immer nur anderen“, denkt man; bis es einen selbst trifft. Das Verschwinden einer Tochter und Enkelin nutzt Autorin Hannah Hollinger, um aus feinen Rissen im Gefüge einer scheinbar glücklichen Familie tiefe Gräben zu machen. Das Unheil steigert sich: Am Anfang steht ein Wolkenbruch. Im Regen verliert eine Frau die Kontrolle über ihren Wagen; bei dem Unfall sterben auch ihre Kinder. Und dann trifft es Familie Zardiss: Tochter Rena kommt vom Reitstall nicht heim. Mutter Vera (Martina Gedeck) reagiert als einzige mit Betroffenheit, Angst und Panik. Sie macht sich noch in der Nacht auf die Suche, erfolglos; auch die Polizei findet keine Spur von Rena. Und plötzlich fällt das Familiengefüge in sich zusammen: Es hagelt gegenseitige Vorwürfe und Schuldzuweisungen. Veras Mutter (Gudrun Ritter) entpuppt sich als Hausdrachen, ihr Mann (Harald Krassnitzer) hat ein Verhältnis, ihr Vater (Ulrich Mattschoss) bekommt einen Herzinfarkt, und plötzlich sind alle weg. Zurück bleibt die einsame Vera, getröstet allein vom ermittelnden Polizisten (Uwe Kockisch).

    Mag sein, dass Autorin Hollinger, die den gleichnamigen Roman von Petra Hammesfahr adaptierte, in der Schilderung von Veras Familie etwas zu weit gegangen ist. Dass sich allein Renas Mutter das Verschwinden des Mädchens zu Herzen nimmt, ist etwas ungerecht gegenüber den anderen Figuren. Und dass Tochter Rena auch ganz anders konnte, dass sie Kontakt zur Drogenszene hat, ihre beste Freundin demnächst an Aids sterben wird und sie einen etwas beschränkten Jungen sexuell erpresst hat, ist beinahe zuviel an dunkler Seite. Doch wie Hollinger die Familie nach und nach demaskiert, wie Regisseur Matti Geschonneck, der schon seit Jahren mit Hollinger zusammenarbeitet, die ausnahmslos ausgezeichneten Darsteller in die seelischen Abgründe der Figuren führt, ist ungemein faszinierend.

    Perfekt ergänzt wird Geschonneck dabei vom renommierten Kameramann Rudolf Blahacek, der die rheinische Tiefebene von ihrer düstersten Seite zeigt: Wallende Nebel und dampfende Schollen sorgen nicht etwa für eine malerische Kulisse, sondern unterstützen noch den Eindruck, die Figuren seien einem fast schon archaischen Schicksal ausgeliefert. tpg.

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