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Die Liebenden

  • Kinostart: 03.05.2012
  • Drama
  • 12
  • 139 Min
Die Liebenden (VoD-/BluRay-/DVD-Trailer)

Les bien-aimés: Musikalischer und romantischer Reigen zwischen Leichtigkeit und Traurigkeit von den Sechzigern bis heute zwischen Paris und London. Mit Catherine Deneuve und ihrer Tochter Chiara Mastroianni als Mutter und Tochter.

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Filmhandlung und Hintergrund

Musikalischer und romantischer Reigen zwischen Leichtigkeit und Traurigkeit von den Sechzigern bis heute zwischen Paris und London. Mit Catherine Deneuve und ihrer Tochter Chiara Mastroianni als Mutter und Tochter.

Eine junge Gelegenheitsprostituierte verliebt sich in einen tschechischen Arzt, heiratet ihn und zieht mit ihm nach Prag. Als die Russen einmarschieren, kehrt sie mit ihrem Baby nach Paris zurück und startet eine neue Ehe - was sie nicht hindert, mit dem Ex bei seinen Stippvisiten an der Seine weiterhin das Laken zu teilen. 30 Jahre später verliert sich die gemeinsame Tochter in eine hoffnungslose Verbindung zu einem HIV-positiven Homosexuellen, die in Verzweiflung und Tragik endet.

Eine junge Gelegenheitsprostituierte verliebt sich in einen tschechischen Arzt, heiratet ihn und zieht mit ihm nach Prag. Als die Russen einmarschieren, kehrt sie mit ihrem Baby nach Paris zurück und startet eine neue Ehe - was sie nicht hindert, mit dem Ex bei seinen Stippvisiten an der Seine weiterhin das Laken zu teilen. 30 Jahre später verliert sich die gemeinsame Tochter in eine hoffnungslose Verbindung zu einem HIV-positiven Homosexuellen, die in Verzweiflung und Tragik endet.

Eine junge Tschechin findet in Paris die Liebe, hält jedoch eine Beziehung mit einem ehemaligen Liebhaber aufrecht. Verwirrende Liebesverstrickungen über mehrere Jahrzehnte mit Catherine Deneuve und Chiara Mastroianni.

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

    1. Mit den jüngsten Erfolgen "Ziemlich beste Freunde" und "Väter und andere Katastrophen" wurde das französische Kino wieder ins Bewusstsein der Deutschen gerufen. "Die Liebenden" ist aber ein ganz anderes Kaliber. Als Tragikomödie deklariert, birgt der Film weitaus mehr Drama als Humor und regt nur selten zum Lachen an. Vielmehr bringt Regisseur Christophé Honoré ein außerordentlich tragisches Porträt zweier Frauen auf die Leinwand und zeichnet hierbei ein detailliertes Bild ihres Leidens. Dass die Protagonisten hier zuweilen in Gesang ausbrechen und über ihre Gefühle und die Liebe singen, wirkt zunächst überraschend, funktioniert aber gut. Die Musicaleinlagen sind nicht nur musikalisch schön und gelungen, sondern verleihen Honorés Werk auch ein Stück Wärme und Leichtigkeit, die es dringend braucht.

      "Von der Last, glücklich zu sein", so lautet der Untertitel des Films und tatsächlich: Weder Madeleine, noch Véra schaffen es, ein unbeschwertes, glückliches Leben zu führen. Dabei bieten sich ihnen auf den ersten Blick genügend Chancen dazu. Beide Frauen sind attraktiv und selbstbewusst, sich selber aber niemals genug. Auf der Suche nach der perfekten Liebe scheitert Madeleine an Jaromil, von dem sie sich trotz neuer Ehe nie ganz los sagen kann und dessen Schatten stets über der eigentlich so glücklichen Beziehung zu Francois schwebt. Immer auf der Suche nach mehr, aber unwissend, woraus dieses eigentlich bestehen soll, bleibt Madeleine unfähig, ihr Leben zu schätzen zu wissen. Stets ist sie gehetzt von einer Rastlosigkeit, von einer Unzufriedenheit und von dem steten Verlangen, trotz zunehmenden Alters gewollt zu werden.

      Madeleines Hang zum passiven Unglücklichsein scheint sich eins zu eins auf Véra vererbt zu haben. Während Madeleine von ihrem zweiten Ehemann Francois geliebt und vergöttert wird, hat Véra Clément, der ihr zu Füßen liegt. Aber auch die junge Frau kann sich damit nicht zufrieden geben. Stattdessen flüchtet sie sich in eine imaginäre Beziehung zu dem homosexuellen Musiker Henderson, den sie bei einem Londontrip kennengelernt hat. Ihre Gefühle bleiben zwar nicht komplett unerwidert, die ohnehin schon knifflige Situation wird aber durch Hendersons HIV Infektion weiter kompliziert. Ähnlich wie ihre Mutter, bleibt Véra unfähig, sich mit der Realität anzufreunden, schwelgt in Träumereien und Oberflächlichkeiten.

      Die Schauspielleistung aller Beteiligten ist durchweg gelungen. Catherine Deneuve spielt die Filmmutter ihrer Tochter Chiara mit von ihr gewohnter Würde und Emotion und Chiara Mastroianni, Tochter von Marcello Mastroianni und Catherine Deneuve, schafft es, neben ihrer Mutter nicht vollends im Schatten zu stehen. Aber beide Frauen machen es dem Zuschauer nicht leicht, sie zu mögen. Mit ihrem schonungslosen Egoismus und dem ständigen Betrug an denen, die sie lieben, wirken sowohl Madeleine als auch Véra kalt und unnahbar. Dass ihr so herzloses und unbedachtes Verhalten aus Verletzbarkeit und Wehmut resultiert, ist zwar ersichtlich, macht sie aber nicht unbedingt sympathischer.

      Auch hat der Film eine beachtliche Länge von 135 Minuten, die sich zwar zu keinem Zeitpunkt wirklich ziehen, aber dennoch ihre Auswirkung haben. "Die Liebenden" ist ein Film, der den Zuschauer fordert, mitnimmt, entzürnt und nachdenklich stimmt. Keinesfalls leichte Kost. Nach über zwei Stunden expliziter Charakterstudie zweier unglücklicher Frauen, bleiben dem Film nur wenige erlösende Momente. Dies macht das Drama trotz Musicaleinlage schwer verdaulich und die düstere Stimmung halt noch eine Weile nach.

      Fazit: "Die Liebenden" ist eine tiefgründige Charakterstudie einer Mutter und ihrer Tochter, und ein gelungenes Porträt der Gefühlswelt beider Frauen. Leider mangelt es zuweilen an Leichtigkeit und durch die schonungslose Darstellung der Realität wird die Emotionswelt des Zuschauers ordentlich gefordert.
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    2. Die Liebenden: Musikalischer und romantischer Reigen zwischen Leichtigkeit und Traurigkeit von den Sechzigern bis heute zwischen Paris und London. Mit Catherine Deneuve und ihrer Tochter Chiara Mastroianni als Mutter und Tochter.

      Verwirrende Liebesverstrickungen von den 1960er Jahren bis ins neue Jahrtausend mit Catherine Deneuve und Chiara Mastroianni als Mutter und Tochter.

      Ist Liebe eine Macht, die das Leben lebenswert macht oder uns dazu bringt, das Leben wegzuwerfen? Zwischen diesen beiden extremen Polen bewegt sich Christophe Honoré, der mit viel Chansons zu dem Schluss kommt, dass der Mensch ohne den anderen leben kann, aber nicht ohne ihn zu lieben. Das hört sich komplizierter an, als es ist. Zur Untermauerung seiner These, zieht er den Bogen von der sexuellen Revolution der 1960er Jahre bis hin zum Anfang des neuen Jahrtausends mit der Angst vor Bindung und Aids, von der „joie de vivre“ bis zum Ende der Sorglosigkeit.

      In der ersten Episode stibitzt eine junge Schuhverkäuferin ein Paar knallrote Highheels und wird prompt auf der Straße für eine Prostituierte gehalten. Bald verknallt sich das Mädchen für gewisse Stunden in einen jungen tschechischen Arzt und folgt ihm zur Hochzeit nach Prag. Der attraktive Typ hat nicht gerade die Treue erfunden und als dann noch die Russen 1968 einmarschieren, kehrt Madame mit Baby nach Paris zurück. 30 Jahre später - die Pariserin ist ganz bürgerlich mit einem Polizisten verheiratet, teilt aber regelmäßig das Laken mit dem Ex bei seinen Stippvisiten an der Seine - gerät die Tochter an den emotionalen Abgrund. Liebe auf den ersten Blick verbindet sie mit einem Musiker in einem Londoner Club. Eigentlich eine hoffnungslose Liebe, der Mann ist homosexuell und HIV-infiziert. Über Jahre gibt sie nicht auf, wegen des Terroranschlags am 11. September 2001 in New York treffen sie sich in Kanada, es kommt zu einer letzten tragischen Begegnung.

      Honoré kombiniert perfekt Traurigkeit mit Leichtigkeit, bringt erstmals Catherine Deneuve und ihre Tochter Chiara Mastroianni als Mutter und Tochter auf die Leinwand, die eine lebens- und liebeslustig, die andere melancholisch und verzagt, mutlos und übermütig. Beide jagen einer Chimäre nach, der Erfüllung in der Liebe, erfahren große Freude und tiefes Leid. Die Chansons von Alex Beaupain (komponierte schon die Songs für „Chanson der Liebe“) markieren die ambivalente Tonalität des Films, fungieren als innere Monologe und Zufluchtsorte, scheinen fröhlich und trivial und überdecken dabei nur den Schmerz, den jede auf ihre persönliche Weise bewältigt. Komplettiert wird das eindrucksvolle Duo von einem gut aufgelegten Milos Forman als Jaromil, der das Leben nimmt, wie es ist. Für Cinéasten ein ganz besonderes Vergnügen sind die Referenzen an Jacques Demy, François Truffaut oder Luis Bu?uel. Und Milan Kunderas „Die unerträgliche Leichtigkeit des Seins“ ist auch nicht weit. mk.
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