Die Liebe der Kinder

Kinostart: 26.08.2010
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Filmhandlung und Hintergrund

Reifes Erstlingswerk um Liebesentwürfe zweier Generationen.

Die alleinerziehende Maren lernt den alleinerziehenden Robert übers Internet kennen und lieben. Die Bibliothekarin gibt den Job auf und zieht mit Tochter Mira, 17, ins Haus von Robert und Sohn Daniel, 16. Anfangs läuft in der Patchwork-Familie alles harmonisch. Als Maren die Kinder im Bett erwischt, gerät ihr Leben aus dem Tritt. Verschärft wird die Situation, als Mira und Daniel die Schule aufgeben und auswandern wollen. Maren flüchtet sich in eine Affäre mit ihrem Verleger. Robert ist frustriert.

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Kritikerrezensionen

    1. Erst sechs Jahre nach seinem positiv aufgenommenen Debüt „(Kein) Science Fiction“ legt Franz Müller sein Folgeprojekt vor, das gleich zwei Liebesgeschichten miteinander verknüpft. Daher dreht es sich nicht allein um die sich anbahnende Beziehung zweier Teenager, sondern zunächst stehen Alltag und Liebe der Eltern im Vordergrund. In ihrem Wesen entpuppen sich die Erwachsenen als weitaus verschiedener als ihr Nachwuchs, die relativ schnell Gemeinsamkeiten entdecken. Beim ersten Treffen von Maren und Robert in der unwirtlichen Umgebung einer Autobahnraststätte muss die Bibliothekarin erkennen, dass ihr Gegenüber in der Angabe seines Berufs keinesfalls ehrlich war. Anstatt als Meeresbiologe zu arbeiten, stutzt Robert Büsche und Bäume, was zu Marens ökologischer Ausrichtung kaum passen will. Schnell hakt die Wissenschaftsautorin das kühle Date als missglückte Erfahrung ab und schreibt eine letzte e-Mail an ihren Bekannten, doch der abgeblitzte Robert gibt so schnell nicht auf.

      Auf welchen Wegen sich die beiden doch noch zusammen raufen, bleibt allerdings offen. Ohnehin arbeitet Franz Müller bei seinem Generations- und Geschlechterporträt bewusst mit Zeit-, Handlungssprüngen und Auslassungen. Mittels einer ellipsenhaften Inszenierung setzt er auf Brüche und Leerstellen innerhalb der Biografie seiner Charaktere. Häufig bekommt man nur Anfangs- und den Endpunkt eines Vorgangs präsentiert, wie die erste Begegnung der Jugendlichen in Roberts Heim und Marens Ertappen der Beiden beim Liebesspiel. Zu Müllers lakonischem Stil gehört es, dass die unbewegte Kamera in dieser Sequenz das Geschehen aus Distanz beobachtet. Vieles muss der Zuschauer selbst ergänzen, so dass die Figuren keineswegs bis ins letzte Detail ausbuchstabiert auftreten.

      Dabei legt die Inszenierung im Gegensatz zum langsamen, statischen Tonfall vieler Werke der „Berliner Schule“ ein hohes Tempo vor, was so gelassen wie unangestrengt wirkt. Vermieden wird das Aufkommen übertriebener Gefühlsausbrüche, wozu die heiter-belanglose Musikuntermalung als Kontrast wirkt. So erfährt man eher aus beiläufigen Details oder Dialogen, dass Marens Tochter Mira die treibende Kraft in der Beziehung zum introvertierten Daniel darstellt. Die intensivere Zuneigung der Kinder und ihre radikalen Zukunftspläne sorgen dafür, dass die Brüche im Zusammenleben der Erwachsenen sowie ihre unterschiedlichen Ansichten weitaus stärker zum Tragen kommen. Darüber hinaus fühlt sich bald Maren zu ihren Lektor hingezogen, der im gleichen kulturellen Umfeld verkehrt. Früher oder später kann ein Konflikt nicht ausbleiben, was Franz Müller ebenso beiläufig, aber nicht ohne Humor, dokumentiert. Immerhin zeichnet sich trotz allem für beide Protagonisten letztlich ein Hoffnungsschimmer ab.

      Fazit: Ein kleines, unangestrengtes Beziehungsdrama über die Annäherung zweier unterschiedlicher Charaktere voll lakonischer Alltagsbeobachtungen.
    2. Die Liebe der Kinder: Reifes Erstlingswerk um Liebesentwürfe zweier Generationen.

      Reifes Erstlingswerk von Franz Müller um Liebesentwürfe zweier Generationen, hervorragend gespielt und grandios fotografiert.

      Nach eigenen Angaben interessierten Regisseur und Drehbuchautor Franz Müller, der mit Hauptpreisen in Schwerin und Biberach ausgezeichnet wurde, die unterschiedlichen Erwartungen und Glücksvorstellungen von Teenagern und Erwachsenen an die Liebe. Im Film geht das Surfen in diesem unbekannten Universum, von den allein erziehenden Eltern Maren (Marie-Lou Sellem) und Robert (Alex Brendemühl) aus. Die Bibliothekarin und der Baumschneider treffen sich nach Internet-Kontakt, Maren gibt den Job auf und zieht mit Tochter Mira, 17 (Katharina Derr), ins Haus von Robert und Sohn Daniel, 16 (Tim Hoffmann).

      Anfangs läuft alles in der Patchwork-Familie harmonisch. Als Maren die Kinder im Bett erwischt, gerät ihr Leben aus dem Tritt. Verschärft wird die Situation, als Mira und Daniel die Schule aufgeben und auswandern wollen. Wie Müller die Krisensymptome der Älteren und die spontane Hingabe der Jüngeren inszeniert, steht in der Tradition ähnlich erwachsener und reifer deutscher Filme wie „Sommer ’04“, weil alle Figuren mit Verständnis gezeichnet werden. Die Paare stehen vor der Suche nach dem „normalen“ bzw. „richtigen“ Leben, von Maren, die eine Affäre mit ihrem Verleger beginnt, über Daniel, der bedingungslos Mira folgt, bis zu Robert, der mit Ohnmacht und Toleranz kämpft.

      Müller gönnt den Jüngeren ein offenes Ende, den Älteren nach Trennung einen Neuanfang. In kurzen prägnanten Szenen spielen sich zwischen Düsseldorf und Köln Szenen vom Drängen der Frauen und Fragen nach dem Glück ab, die als „Irgendwas fehlt immer“ beantwortet werden, aber nicht desillusionierend, sondern erfahrungsbejahend. Glänzend gespielt von den vier Hauptdarstellern, vor allem Sellem (seit „Winterschläfer“ endlich wieder im Kino zu sehen), die zwischen Torschlusspanik und Schockstarre pendelt, und Brendemühl, den man als markanten Synchronsprecher kennt. Ein großes Lob gilt der meisterlichen Kameraarbeit von Christine A. Maier („Nordrand“, „Free Rainer“), die zu den Besten ihres Fachs zählt und unter anderem „Esmas Geheimnis“ (Goldener Bär 2006) und „Zwischen uns das Paradies“ (2010) aufnahm. ger.

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      Kino.de Redaktion  

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