Die Legende vom Ozeanpianisten

  1. Ø 5
   1998

Die Legende vom Ozeanpianisten: Opulenter und poetischer Ausstattungsfilm über einen Wunderpianisten, der niemals seinen Geburtsort, ein Schiff, verläßt.

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Filmhandlung und Hintergrund

Die Legende vom Ozeanpianisten: Opulenter und poetischer Ausstattungsfilm über einen Wunderpianisten, der niemals seinen Geburtsort, ein Schiff, verläßt.

Seit man ihn als Findelkind an Bord eines Passagierschiffes entdeckte, hat Neunzehnhundert nie seine stählerne Heimat verlassen. Das Schiff wird seine Familie, und er als virtuoser Pianist sein größter Star. Doch als es nach dem 2.Weltkrieg zerstört werden soll, muß sich Neunzehnhundert entscheiden, wie er seine Welt verlassen will: tot oder lebend.

Am ersten Tag des 20. Jahrhunderts entdeckt ein Seemann auf einem Passagierschiff ein Findelkind und tauft es auf den Namen Neunzehnhundert. Auch Jahrzehnte später – aus dem Jungen ist inzwischen ein ausgezeichneter Pianist geworden – hat dieser nie seine stählerne Heimat verlassen. Das Schiff wird seine Familie und er, dank der musikalischen Begabung, dessen größter Star. Doch als der Dampfer nach dem Zweiten Weltkrieg zerstört werden soll, muss sich Neunzehnhundert entscheiden, ob er mit ihm sterben oder weiter leben will.

Am ersten Tag des 20. Jahrhunderts wird ein Findelkind auf einem Passagierschiff entdeckt und auf den Namen „Neunzehnhundert“ getauft. Es wächst auf dem Schiff, das es nie verlässt, heran und wird zu einem hervorragenden Pianisten. Opulent ausgestattetes Portrait eines eigentümlichen Individuums, ambitioniert in Szene gesetzt von Giuseppe Tornatore („Der Zauber von Malèna“).

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Entgegen hoher Erwartungen blieb „Die Legende vom Ozeanpianisten“ beim italienischen Kinostart im Dezember 1998 fast ungehört. Obwohl die Kinoambitionen dieser visuell bestechenden anspruchsvollen Verfilmung der Geschichte eines Mannes, der sein Leben ausschließlich auf einem Passagierschiff verbringt, nicht ins Augen fallen, sondern springen. Zwar wurde der neue Film Giuseppe Tornatores für den internationalen Markt um 40 Minuten gekürzt, liefert aber auch in den verbleibenden zwei Stunden genug Gründe dafür, als großes Kino vom Publikum erkannt zu werden, das erst einmal gewonnen sein will.

    Zwischen Tornatores Ruf und der kommerziellen Umsetzung klafft hierzulande bislang eine große Lücke. „Der Mann, der die Sterne macht“ verglühte schnell, während es „Eine pure Formalität“ nicht einmal in die Kinos schaffte. Selbst „Cinema Paradiso“ war trotz seines Oscargewinns nur ein Achtungserfolg. „Die Legende vom Ozeanpianisten“ ist mit einer amerikanisch-britischen Besetzung scheinbar tauglicher für das internationale Geschäft und wirkt nicht nur, aber vor allem dank der Leinwand und Augen füllenden Optik (Istvan Szabos Stammkameraman Lajos Koltai auf den Spuren von Tonino Delli Colli) wie eine Verbeugung vor „Es war einmal in Amerika“. Der beste Leone, den Leone selbst nicht gedreht hat, basiert auf einer Vorlage der italienischen Literaturentdeckung Alessandro Baricco und erzählt aus der Perspektive des Trompeters Max (Pruitt Taylor Vince) vom scheuen, aber an den Tasten unendlich coolen Wunderpianisten Neunzehnhundert (Tim Roth), der sein Leben zwischen den Welten ausnahmslos an Bord eines den Atlantik kreuzenden Passagierschiffes verbrachte. Ausgehend vom Jahr 1946, in dem die rostige Heimat versenkt werden soll, blickt Tornatore auf die Zeit und den Menschen Neunzehnhundert zurück: seine Kindheit, seine Fähigkeit, mit Tönen Menschen zu beschreiben, sein Pianoduell mit Jazzlegende Jelly Roll Morton (ein Höhepunkt des Films), sein zaghaftes Herantasten an die Liebe und sein größtes Geheimnis, sich genau davor gefürchtet zu haben, was ihm tausende von Einwandern täglich vorlebten: für das Neue alles Alte aufgeben zu müssen. In imposanten, optimal zur Wirkung gebrachten Sets entfaltet sich das faszinierende, immer zugängliche Porträt eines Mannes, der seine Welt nicht verlassen konnte, weil ihm das Leben in einer anderen zu unkontrollierbar erschien. Unterstützt von Ennio Morricones Musik umklammert Wehmut diesen Film, der in seinen Effekten (Schiff auf dem Ozean, Freiheitsstatute und Skyline von New York ) nicht nur sein limitiertes Budget, sondern auch seinen märchenhaft-illusionären Ton zu erkennen gibt. Und berührt fragt man sich, ob Filme wie dieser im Eventkino der Gegenwart wirklich zu klein, oder in ihrem nachdenklichen Blick aufs Leben vielleicht sogar zu groß geworden sind. kob.

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