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Die Hummel

Kinostart: 26.08.2010
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Filmhandlung und Hintergrund

Abschlussfilm an der HFF. Tragikomödie um einen Vertreter für Schönheitsprodukte, der in Niederbayern bei seinen Ex-Freundinnen hausieren geht.

Pit Handlos hat als Selfmademan im Direktvertrieb für Kosmetikprodukte die hohlen Erfolgsformeln wie Mantras verinnerlicht. Sein Erfolg ist aber nur schöner Schein, tatsächlich räumt ihm der Zwangsvollstrecker die Wohnung leer, weil das Geschäft partout nicht laufen will. So muss er beim Sohn und dessen Freundin einziehen und trifft sich mit alten Freundinnen wieder, um ihnen den überteuerten Kram aufzuschwatzen. Nur bei der unglücklich verheirateten Christiane kommen längst vergessene Gefühle wieder ins Spiel.

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

    1. „Die Hummel“ ist ein Erstlingsfilm, genauer gesagt ein Abschlussfilm an der Münchner Filmhochschule. Regisseur Sebastian Stern drehte in seiner niederbayerischen Heimat und lässt in seinem augenzwinkernden Drama ein sozialkritisches Interesse erkennen. Dabei pendelt er zwischen zugespitzter Situationskomik im Kleinstadtmief sowie satirischem Blick auf die Selfmade-Philosophie und wie sie dazu dient, gutgläubige Menschen in Not auszubeuten.

      Jürgen Tonkel spielt den Vertreter Pit, einen zupackend wirkenden Mann, der sich auf den Vorträgen der Vertriebsfirma als mutig und deshalb erfolgreich präsentieren muss. Einst war er arbeitslos, jetzt fährt er Geländewagen, lobt sein Chef, und die Zuhörer skandieren irgendwann wie gewünscht einen Spruch, der dazu auffordert, den Einstieg in dieses Business zu riskieren. Im Laufe der ruhigen Geschichte erfährt man bruchstückhaft das ganze Elend von Pit: Er hat Schulden, zu wenig Umsatz, braucht mehr Subunternehmer, die ihm zuarbeiten. Herrmann könnte so einer werden.

      Doch Herrmann, sehr ernst und dadurch sehr komisch gespielt von Gerhard Wittmann, ist eine Hummel. So nennt der Chef diejenigen Vertreter, die noch nicht wissen, dass sie es zu nichts bringen. Herrmann kann vor allem eines nicht: Kundinnen wortreich umgarnen. Pit ist dafür der Richtige, denn die Jugendfreundinnen, die er anruft, um sie zum Essen auszuführen, sagen freudig zu. Christiane ist zu unsicher, um aus ihrer Ehe auszubrechen und ihre emotionalen Träume zu verfolgen, bis Pit auftaucht. Inka Friedrich spielt diese Rolle gefühlvoll und sympathisch.

      Das enge Kleinstadtmilieu ist besonders gut getroffen in den Gaststätten. Schmucklos, bemüht und ohne Eleganz wirken das Ambiente und die Verköstigung, selbst wenn die Eisbecher noch so üppig sind. Die Dialoge sind oft witzig pointiert und bieten damit Anlass zum Schmunzeln. Aber Pit muss zu viel schweigen, in die Gegend schauen und dabei offenbar in sich gehen. Manchmal wirkt dieses Schweigen mit zufriedener Miene auch nur wie Zerstreutheit, verlangsamt den Film unvorteilhaft.

      Ein glaubwürdiges Beziehungsdrama entsteht auf diese Weise nicht, aber der Regisseur und Drehbuchautor wollte offenbar auch eher ein bisschen was von Beziehung, ein bisschen Milieustudie, ein bisschen Komödie. Gelungen ist das Gothic-Pärchen, das Pits Sohn und dessen Freundin bilden, aber auch hier werden die Charaktere nur skizziert. Bezeichnend für die Oberflächlichkeit der Annäherung ist, dass in der niederbayerischen Kleinstadt fast nur Hochdeutsch gesprochen wird. Als Debütregisseur muss man nicht alles perfekt machen. Angenehm fällt jedoch die spröde Distanz auf, mit der sich Stern in die heimatliche Provinz begibt, ohne Kitsch und Lokalpatriotismus.

      Fazit: Mit sprödem Humor erzählt dieser Hochschul-Abschlussfilm von einem Vertreterleben in der deutschen Provinz.
    2. Die Hummel: Abschlussfilm an der HFF. Tragikomödie um einen Vertreter für Schönheitsprodukte, der in Niederbayern bei seinen Ex-Freundinnen hausieren geht.

      Verlierer-Tragikomödie um einen Vertreter für Schönheitsprodukte, der in Niederbayern mit seinen Lebenslügen konfrontiert wird.

      Für seine Diplomarbeit an der Münchner HFF zog Sebastian Stern ins niederbayrische Deggendorf, um einer gelungenen Tragikomödie provinziellen Charme zu verleihen, ohne damit gleich beim Heimatfilm-Revival einzusteigen - auch wenn in seinem auf dem Filmfest München gezeigten Spielfilmdebüt Jürgen Tonkel aus „Wer früher stirbt, ist länger tot“ die Hauptrolle übernahm. Das Lokalkolorit bildet nur den Hintergrund für ein melancholisch-komischen Reigen über die Einsamkeit der Menschen bei miesen Abzocke-Jobs und ihren Glücks-Lügen, bis ihre bisherige Existenz kollabiert und die Tür zu Veränderungen aufstößt. Die Figuren sind wie Hummeln: eigentlich zu schwer, um zu fliegen - aber da sie das nicht wissen, können sie es dennoch (wenn auch nur schlecht).

      Pit Handlos (Tonkel) hat als Selfmademan im Direktvertrieb für Kosmetik-Produkte die hohlen Erfolgsformeln wie Mantras verinnerlicht. Sein Erfolg ist nur schöner Schein, den er mit elenden Lügen bewahrt. Tatsächlich räumt ihm der Zwangsvollstrecker die Wohnung leer, weil das Geschäft partout nicht laufen will. Deshalb trifft er Ex-Freundinnen wieder, um ihnen den überteuerten Kram aufzuschwatzen - nur bei der unglücklich verheirateten Christiane (Inka Friedrich aus „Sommer vorm Balkon“) kommen längst vergessene Gefühle wieder ins Spiel. Daraus entspinnt sich eine Romanze mit schlechten Erfolgsaussichten, während Pit bei seinem Sohn Flo und dessen Freundin einzieht, die gemeinsam einen Gruftie-Versand betreiben. Außerdem versucht Pit den verschüchterten Hermann in sein Schneeballsystem zu integrieren, indem er ihn auf halbseidene Motivationsseminare schleppt.

      Daraus entsteht ein Panoptikum von unglücklichen, einsamen Menschen, die ihren Job und ihr Leben eigentlich hassen, es aber teilweise noch nicht wissen und erst lernen müssen, ihr Loser-Dasein zu durchschauen, den Mut zur Wahrheit zu entwickeln und dabei ihre Würde wiederzugewinnen. Allen voran Pit. Sebastian Stern inszeniert das souverän und augenzwinkernd, gewinnt jedem Klischee wahrhaftige Seiten ab, entwickelt daraus eine fröhliche Studie des Scheiterns, die ihre Sinnkrisen und Besinnungen heiter und doch mit spürbaren Respekt und Tiefgang anbringt. Ein überzeugender Erstling, der Illusionen wie Sehnsüchte charmant und mit Empathie aufreiht.

      tk.

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      Kino.de Redaktion  
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