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Die Hochzeit meines Vaters

Filmhandlung und Hintergrund

TV-Komödie: Eine junge Ärztin hat größte Probleme, sich mit der Zukünftigen ihres Vaters zu arrangieren...

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Kritikerrezensionen

  • Die Hochzeit meines Vaters: TV-Komödie: Eine junge Ärztin hat größte Probleme, sich mit der Zukünftigen ihres Vaters zu arrangieren...

    Kein Rührstück, aber auch keine Komödie: Jobst Oetzmanns Film über „Vaters Neue“ erzählt von einer jungen Frau, die einen Schubs ins Leben braucht.

    Auf den ersten Blick ist die Geschichte denkbar einfach: Ein verwitweter Oberarzt in den so genannten besten Jahren will noch mal heiraten. Seine Braut, Mona, ist kaum älter als seine Tochter Anna. Prompt reagiert Anna auf Vaters Freundin mit einer fast schon irrationalen Antipathie. Kein Wunder: In all den Jahren seit dem Tod ihrer Mutter hat sich Anna, selbst angehende Ärztin, eingeredet, sie müsse für ihren Vater da sein; in Wirklichkeit aber hat sie sich in der Unselbstständigkeit eingerichtet und wehrt sich mit Händen und Füßen dagegen, aus dem Nest vertrieben zu werden.

    Eine Zeitlang sieht es so aus, als wäre Regisseur und Koautor Jobst Oetzmann (er schrieb das Buch gemeinsam mit Andrea Otto nach einer Vorlage von Ben Taylor) uneingeschränkt auf Seiten seiner Hauptfigur. Dann aber demontiert er sie Stück für Stück. Die zunehmende Fragilität mindert die Sympathie für Anna jedoch nicht, im Gegenteil: Je deutlicher wird, wie tragisch ihr Leben im Grunde verläuft, um so mehr nimmt man Anteil. Nach der ersten Szene fragt man sich zum Beispiel, warum Annas Tochter im Bett der Mutter schläft. Erst später wird klar, dass dieses Mädchen nur in Annas Fantasie existiert: Es handelt sich um ihre Schwester, die vor Jahren gemeinsam mit der Mutter bei einem Autounfall ums Leben gekommen ist.

    Kein Wunder, dass Anna höchst sensibel auf Veränderungen reagiert, zumal Mona (Anna Loos), eine ziemlich extravagante Person ist: Die stadtbekannte Klatschkolumnistin hat einen Esoteriktick, geht bei Rot über eine lebhaft befahrene Straße, um die Unverletzlichkeit ihrer Aura zu demonstrieren, und ist mit ihrer überkandidelten Art das komplette Gegenstück zur besonnenen, kontrollierten Anna. Als sich Anna in den Künstler Philip (Barnaby Metschurat) verliebt und bei ihm einen Akt von Mona entdeckt, macht sie Philip, Mona und ihrem Vater (Michael Mendl) bei einem gemeinsamen Abendessen eine hässliche Szene, mit der sie alle brüskiert, die sie gern haben.

    Oetzmann inszeniert die Geschichte mit wohltuender Zurückhaltung und vor allem gegen die Erwartung, der Film werde sich zum Degeto-Rührstück entwickeln. Dieter Schleips ruhige, nachdenkliche Musik ist eine vorzügliche Ergänzung zu Volker Tittels besonnener Bildgestaltung. tpg.

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