Die Glücklichen

  
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Filmhandlung und Hintergrund

Gestandene deutsche Charakterdarsteller bekommen eine Rolle zugeteilt und improvisieren vor tagelang laufender Kamera munter drauflos in diesem experimentell arrangierten, aber trotzdem alles andere als sperrigen und ziemlich lebensnah anmutenden Beziehungsdrama aus dem Dasein kulturbeflissener Fortysomethings vor den Trümmern ihrer hochfliegenden Träume. Nicht jede Figur ist dabei gleichermaßen interessant anzuschauen...

Schriftsteller Hans hat einen Deal bei einem amerikanischen Verlagshaus gelandet und lädt aus Anlass seines beruflichen Erfolges und mutmaßlichen Durchbruchs die alten Freunde und kreativen Weggefährten Helene und Tom ins standesgemäße Haus am See. Tom wird von Freundin Charlotte begleitet, die seine Bestrebungen als Schauspieler nur bedingt ernst zu nehmen scheint, und die exzentrische Helene hat den biederen Ole mitgebracht. Hans beeindruckt alle mit Porsche, junger Freundin und beruflichen Angebereien. Doch was ist Wahrheit, was Fassade?

Sechs Freunde verbringen gemeinsam das Wochenende im Grünen und testen die Halbwertzeit von Träumen, Vorsätzen, Liebe und Freundschaften. Analytisches, aber lebensnahes Arthouse-Charakterdrama mit improvisierten Darstellungen.

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

    1. Wenn man ohne Drehbuch dreht, eine rein charakterbasierte Geschichte improvisiert, dann ist immer die Gefahr, dass man am Ende nicht das Material bekommt, das man bräuchte, um die geforderte Prägnanz zu erreichen. Jan Georg Schütter ist das Risiko eingegangen und hat leider verloren.

      Seine sechs Darsteller hat er mit kompletten Rollenbiographien ausgestattet und dann zwei Tage in einem Haus am See mit ihnen gedreht – ohne vorherigen Plot, mit wenigen Anhaltspunkten, was irgendwann mit der einen oder anderen Figur passieren sollte – 85 Stunden gefilmtes Material waren das Ergebnis. Doch anfangs – so erzählen es die Schauspieler selbst – herrschte beim Dreh erst Mal stundenlanger Stillstand, uninteressanter Smalltalk der Charaktere, die ja ganz und gar nichts voneinander wussten und sich zunächst einmal abtasteten. Ab einem bestimmten Punkt dann – einer abendlichen Lagerfeuerszene – hat sich die Geschichte, von den Figuren her, so weit von der Vorstellung des Regisseurs fortentwickelt, dass Schütte doch mal abbrechen und ab diesem Punkt neu drehen musste.

      Dennoch aber ist leider offenbar nicht genügend brauchbares Material herausgekommen, um der Vision Schüttes zu genügen – im Schnitt hat er gekittet, was ging, aber dennoch sind immer wieder überraschende Stimmungsumschwünge, plötzliche, unvermutete Gefühlsausbrüche vorhanden, die durch das vorher gezeigte kaum motiviert sind. Andere – Andreas Dresen etwa oder Valeska Grisebach mit „Sehnsucht“ oder Sonja Heiss mit „Hotel Very Welcome“ haben sehr viel besser vorgemacht, wie aus improvisiertem Material ein spannender, stringenter Film werden kann. Und nicht zuletzt auch Schütte selbst in seinem Debüt „Swinger Club“, in dem er ganz ähnlich vorging, Schauspieler an einer Location in eine Marathonimprovisation filmte, damals in einem Haus am Deich bei einer Hochzeitstagfeier: das war die bessere Version von „Die Glücklichen“.

      So kann sich jedenfalls der gewünschte Gegensatz von Insidern, der alten Freunde und WG-Genossen Hans, Tom und Helene, und den Außenstehenden, ihren Partnern (sie sie alle erst wenige Tage oder Wochen kennen) einstellen. Weil es offenbar im Schnitt nicht möglich war, die Kontraste und Konflikte der sechs Charaktere untereinander klar herauszuschleifen.

      Und, weiteres Problem: Die Grundspannung des Films spielt die meiste Zeit gar keine Rolle. Dass Hans nämlich, ein ganz und gar erfolgloser Schriftsteller, Reichtum und materielles Glück nur vorgaukelt, dass er also alle anderen täuscht mit seinem angeblich eigenen Porsche, dem angeblich eigenen schicken Anzug, dem angeblich eigenen Haus am See: das tangiert den Film zu 90 Prozent seiner Spielzeit gar nicht. Zumal die Motivation von Hans – will er Reichtum heucheln, um nicht dumm dazustehen, oder um die Reaktion der anderen zu testen – völlig unklar bleibt.

      Fazit: Eine vollständig improvisierte Geschichte, die leider danebenging. Weil sich aus dem Auseinandertreffen der klug erfundenen Charaktere trotz allem nicht die erforderliche Reibung ergab.
    2. Gestandene deutsche Charakterdarsteller bekommen eine Rolle zugeteilt und improvisieren vor tagelang laufender Kamera munter drauflos in diesem experimentell arrangierten, aber trotzdem alles andere als sperrigen und ziemlich lebensnah anmutenden Beziehungsdrama aus dem Dasein kulturbeflissener Fortysomethings vor den Trümmern ihrer hochfliegenden Träume. Nicht jede Figur ist dabei gleichermaßen interessant anzuschauen, und nicht jedes Motiv erschließt sich dem Betrachter, doch wer sich auf die Typen und ihre Situationen einlässt, sollte auf seine Kosten kommen.

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      Kino.de Redaktion  

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