Filmhandlung und Hintergrund

Poetischer Dokumentarfilm, der von einem verstoßenen Kamelfohlen in der Südmongolei erzählt, das durch Musik wieder mit seiner Mutter vereint wird.

In einer Nomadensiedlung irgendwo mitten in der Wüste Gobi erwartet eine Kamelmutter Nachwuchs. Die Geburt gestaltet sich als äußerst schwierig, und es bedarf menschlicher Hilfestellung. Heraus kommt ein weißes Kamelfohlen, eine wahre Seltenheit. Doch die Mutter lehnt das Junge ab und stößt es rüde von sich. Da senden die Hirten zwei Jungen aus, einen entfernt lebenden Musiker zur Hilfe zu holen. Er ist die letzte Chance, um die abweisende Kameldame umzustimmen und das Fohlen zu retten.

Dort, wo menschlicher Geist und Mutter Natur noch im Einklang sind, dient ein wahres Wunder als Aufhänger eines poetischen Dokumentarfilms aus heimischer Küche (HFF München). Das mit viel Vorschusslorbeeren von den internationalen Festivals kommende Regiedebüt von Luigi Falorni und Byambasuren Daava hat alles Zeug zum Arthouse-Sleeper.

Ein kleines weißes Kamel versucht verzweifelt an die Zitzen der Mutter zu kommen. Aber die stößt das Junge rüde weg. Da erinnern sich die Hirtennomaden an ein altes Ritual. Sie holen einen Musiker aus der Stadt, und dann geschieht ein Wunder: Mit den Klängen seiner Geige versetzt er die Kamelmutter in einen Zustand der Trance. Sie vergießt Tränen und nimmt den Nachwuchs wieder an.

Ein weißes Kamel kommt in der Wüste Gobi, im unwirtlichen mongolischen Süden zur Welt. Sein noch so junges Schicksal scheint besiegelt, als die Mutter das Kleine nicht an sich heran lässt und das Kalb so die Milchzitzen nicht erreicht. Da erinnern sich die bangen Hirten einer alten Weisheit und rufen einen Musiker aus der Ferne herbei. Er spielt auf seiner Geige uralte überlieferte Melodien und bringt so die Kamelmutter zum Weinen. Das Wunder geschieht, die Mutter lässt sich erweichen und das Junge darf trinken.

Bilderstrecke starten(22 Bilder)
Alle Bilder und Videos zu Die Geschichte vom weinenden Kamel

Darsteller und Crew

Videos und Bilder

Kritiken und Bewertungen

4,0
3 Bewertungen
5Sterne
 
(2)
4Sterne
 
(0)
3Sterne
 
(0)
2Sterne
 
(1)
1Stern
 
(0)

Wie bewertest du den Film?

Kritikerrezensionen

  • Die Geschichte vom weinenden Kamel: Poetischer Dokumentarfilm, der von einem verstoßenen Kamelfohlen in der Südmongolei erzählt, das durch Musik wieder mit seiner Mutter vereint wird.

    Ein Dokumentarfilm, der sich zum absoluten Renner entpuppt: Während des Filmfest München schafften es Byambasuren Davaa, Studentin der Filmhochschule München, und Luigi Falorni, Absolvent derselben, mit der bewegenden und wahren „Geschichte vom weinenden Kamel“ nicht nur die Ethno-Freunde, sondern das ganz normale Publikum mitten ins Herz zu treffen. Nach dem Erfolg auf dem Filmfestival Toronto wurde diese kleine deutsche Produktion in die wichtigsten Territorien verkauft und eröffnet nun auch das 23. Internationale Festival der Filmhochschulen München.

    Immer wieder versucht ein kleines weißes Kamel, an die Zitzen der Mutter zu kommen. Aber die stößt das Junge rüde weg, das ohne Muttermilch dem sicheren Tod ausgeliefert ist und jämmerliche Schreie ausstößt. Auch sanfte Gewalt in der Zusammenführung hilft nicht. In ihrer Not erinnern sich die Hirtennomaden an ein altes Ritual. Sie holen einen Musiker aus der Stadt, und dann geschieht ein Wunder: Mit den Klängen seiner Geige versetzt er die Kamelmutter in einen Zustand der Trance. Sie vergießt Tränen und nimmt den Nachwuchs wieder an, das Jungtier darf säugen und ist gerettet.

    Das hört sich unwahrscheinlich an, aber Luigi Falorni und Byambasuren Davaa drehten diesen außergewöhnlichen Dokumentarfilm im Süden der Mongolei, wo es noch Dinge zwischen Himmel und Erde gibt, die mit der westlichen Ratio nicht in Einklang stehen. „Die Geschichte vom weinenden Kamel“ ist weit mehr als eine von vielen ethnografischen Betrachtungen, ist eine Metapher für die universelle Sehnsucht nach Liebe und Geborgenheit und wendet sich an einen breiten Zuschauerkreis. Zur Recherche reisten die beiden Macher in den Süden der Wüste Gobi, um nach einer geeigneten Nomadenfamilie und Kamelherde zu suchen, die sie erst nach strapaziösen Tausenden von Kilometern fanden. Vier Generationen leben in drei Jurten, darunter auch ein kleiner Junge, der als Leitfigur durch den Film führt. Ganz nah an Menschen, Tieren und Natur bewegt sich diese Beobachtung, die aber nicht auf das rein Dokumentarische reduziert, wie die Regisseure offen zugeben. So wurden Handlungen, die in der Zeit stattfanden als die Kamera nicht lief, aber für die Emotionalität der Geschichte notwendig waren, nach Absprache mit den Familienmitgliedern nachinszeniert, um ein Optimum an Erzählkraft zu erreichen. Das mag Puristen auf die Palme treiben, dient aber der Intensität und sollte die Faszination nicht schmälern.

    Am Ende stellt sich auch die auf den ersten Blick noch idyllische und ökologisch intakte Mongolei als Mikrokosmos mit Brüchen dar. Die Konsumwelt hält Einzug, wenn Fernseher und Satellitenschüssel zum Objekt der Begierde avancieren. Die Mischung von Märchen, Magie und Moderne machen diesen Dokumentarfilm spannend, trotz leiser Melancholie über das voraussehbare Verschwinden der Mystik erliegt man dem zarten Zauber des fremden und exotischen Realismus. mk.

News und Stories

Kommentare