Die Freundin der Tochter

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   2009
Die Freundin der Tochter Poster
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Filmhandlung und Hintergrund

Die Freundin der Tochter: TV-Melodram mit Katrin Saß als Ehefrau, die ihren Mann nicht kampflos einer Jüngeren überlassen will.

Hannah, 55, ahnt nicht, was sie erwartet, als Tochter Pia von Mitbewohnerin Charlotte erzählt, die eine Affäre mit einem älteren verheirateten Mann hat. Als Hannah durch Zufall rausfindet, dass es sich dabei um ihren Gatten Paul handelt, ist sie zunächst völlig schockiert. Aber dann freundet sie sich unter einem Vorwand mit Charlotte an, die sie auch noch um Beziehungsbeistand bittet. Mit einem ungewöhnlichen Plan versucht Hannah, ihren Mann zurückzugewinnen.

Darsteller und Crew

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Kritikerrezensionen

  • Der Skandal rund um Doris Heinze wirft naturgemäß ein düsteres Licht auf diesen Film: Hinter der angeblich in den USA lebenden Autorin Marie Funder, die im Presseheft mit einem gefühlvollen Statement zitiert wird, verbirgt sich in Wirklichkeit die Fernsehspielchefin des NDR. Große Fernsehkunst resultierte nie aus ihren Drehbüchern („Blondine sucht Millionär fürs Leben“), aber was Regisseur Josh Broecker aus der Geschichte über eine betrogene Ehefrau gemacht hat, ist durchaus beachtlich.

    Der Film erzählt seine Handlung konsequent aus Sicht von Hannah (Katrin Sass), Mitte fünfzig, die ohne Vorwarnung aus allen Ehewolken geschubst wird: Tochter Pia (Susanne Bormann) erzählt ihr vom Verhältnis ihrer Mitbewohnerin Charlotte, die eine Affäre mit einem älteren verheirateten Mann hat. Am Wochenende will das Paar zum ersten Mal gemeinsam verreisen. Als Gatte Paul (Edgar Selge) ihr die gleiche Ausrede auftischt, wie sie Pia erzählt hat, ist Hannah wie vom Donner gerührt. Unter einem Vorwand freundet sie sich mit Charlotte (Esther Zimmering) an, die sich ihr bereitwillig anvertraut, ohne jedoch zu ahnen, mit wem sie es zu tun hat.

    Katrin Sass, ohnehin alles andere als ein weinerlicher Typ, ist die perfekte Besetzung für diese Frau, die erst nicht glauben kann, was ihr widerfährt, und die sich dann mit ungewöhnlichen Mitteln wehrt. Geschickt zögern Buch und Regie die Aufdeckung zunächst allerdings hinaus, um Hannah schließlich in einer einfachen, aber umso wirkungsvolleren Szene fast genüsslich den Boden unter den Füßen wegzuziehen. Als Charlotte ihr ein Foto ihres Geliebten zeigt, ist Hannah extrem erleichtert: Auf dem Bild ist ein ganz anderer Mann zu sehen. Aber die junge Frau hat sich bloß vergriffen und ihr versehentlich einen Schnappschuss ihres Vaters gegeben; das richtige Foto zeigt in der Tat Paul.

    Mit sorgfältigem Blick für Details und natürlich mit Hilfe seiner vortrefflichen Darsteller inszeniert Broecker den drastischen Wandel der Beziehung. Plötzlich wirken Pauls Küsse beinahe spitzmündig; nun nimmt man auch wahr, wie er mit scheuem Seitenblick kontrolliert, ob Hannah ihm seine Lügen abkauft. Die wiederum reagiert anfangs fast masochistisch, schenkt Charlotte die eigentlich für sich und Paul gekauften Opernkarten und beobachtet das Paar beim umschlungenen Heimweg. Dann wieder hilft sie Charlotte, Pauls Lieblingsessen zu kochen, nur um ihm später am Abend das gleiche Mahl vorzusetzen; spätestens jetzt zeigt sich, wie schmal in dieser Geschichte der Grat zwischen Drama und Komödie ist.

    Etwas angestrengt ist allein der mehrfache Versuch, Hannahs Cellospiel als Allegorie auf ihr Schicksal zu bemühen. Ihr Musiklehrer muss wohltemperiert anmutende, aber letztlich nichtsagende Sätze von sich geben, die ganz zufällig wie Kommentare zu Hannahs jüngsten Erlebnissen klingen. Und Hannahs Angewohnheit, ständig die sprachlichen oder grammatikalischen Fehler ihrer Mitmenschen zu korrigieren, wirkt allzu sehr wie der Versuch, einer Frau ohne Eigenschaften wenigstens eine Marotte zu verpassen. In diesen Passagen zeigt sich, dass Doris Heinze alles andere als eine begnadete Autorin ist. Aber wer weiß, von wem die Idee zu diesen Dialogen tatsächlich stammt; angeblich bedurften die unter Pseudonym entstandenen Drehbücher ja regelmäßig einer kräftigen Überarbeitung. tpg.

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