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Fakten und Hintergründe zum Film "Die Frau des Zeitreisenden"

Fakten und Hintergründe zum Film "Die Frau des Zeitreisenden"

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Über die Produktion

Als Henry Clare zum ersten Mal sah, kannte sie ihn schon seit Jahren. Schon als sie ein kleines Mädchen war, wurde er ihr bester Freund, ihr Vertrauter – dass sie ihn liebte, war ein offenes Geheimnis.

Henry ist ein Zeitreisender. Er leidet unter einer seltenen Gen-Anomalie, die ihn zu einem Leben zwingt, das ihn jederzeit plötzlich an einen anderen Ort und in ein anderes Jahr katapultieren kann. Der Mann, den Clare schon ihr ganzes Leben lang kennt, ist der Henry der kommenden Jahre. Auf seinen Reisen in vergangene Zeiten traf er das Mädchen, das seine Frau werden sollte.

Inzwischen ist Clare erwachsen und hat Henry endlich eingeholt … jetzt stellt sie sich dem Mann vor, den sie schon immer geliebt hat.

Regisseur Robert Schwentke behauptet, dass „The Time Traveler’s Wife“ (Die Frau des Zeitreisenden) trotz seines Titels kein Science-Fiction-Film ist: „Es ist die emotionale Reise zweier Menschen in eine Beziehung – die Zeitreise fungiert als Katalysator für Dinge, die ihre Bindung einerseits stärken, andererseits aber auch auf die Probe stellen. Man könnte ja behaupten, dass sie erst durch die Zeitreise zueinander finden, aber letztlich entstehen daraus viele Konflikte. Ich begriff das als Chance, eine große Liebesgeschichte zu erzählen – gleichzeitig gelingt es uns aber auch, unterschwellige Elemente in das Gewebe dieser Beziehung einzuflechten. Das erscheint mir ehrlicher, vor allem bei dieser Story: Sie beginnt damit, dass zwei Menschen das unglaubliche Geschenk erhalten, jene Person zu finden, die für sie bestimmt ist. Ganz wichtig ist, dass sie sich dieses Geschenk irgendwann auch verdienen.“

Ähnlich wie der Regisseur empfinden das auch die Hauptdarsteller. Rachel McAdams, Darstellerin der Clare, berichtet: „Eine Lovestory wird viel interessanter, wenn die beiden Menschen alle Höhen und Tiefen des Lebens erfahren müssen – wenn sie um ihre Liebe kämpfen. Eine Liebe, die auch die größten Hindernisse überwindet, inspiriert uns. Clare und Henry müssen ein wirklich kompliziertes Hindernis überwinden.“

Eric Bana spielt den Henry: „Es ist sehr schwierig für Henry und Clare, mit den Zeitreisen zu leben, die sie von einem Moment zum anderen trennen können – denn sie haben praktisch keinen Einfluss auf ihr Schicksal. In jeder Liebesgeschichte muss es Dinge geben, die die Beziehung dramatisch auf die Probe stellen. Davon gibt es in der Geschichte der beiden jede Menge. Aber die Beziehung wächst letztlich kontinuierlich weiter – wir glauben ihnen, dass sie sich wirklich lieben. Mich rührt diese sehr intime Geschichte, und sie bringt uns zum Nachdenken.“

„Die Frau des Zeitreisenden“ war zunächst der erste Roman der Künstlerin und Schriftstellerin Audrey Niffenegger. Er erschien 2003 und entwickelte sich überraschend zum Bestseller – inzwischen wurde er weltweit millionenfach verkauft. Dazu Produzent Nick Wechsler: „Ich las das Buch bereits als Manuskript – der wunderbare Stil und das mitreißende Konzept hatten es mir sofort angetan. Es passt in kein Genre. Die Basis ist eine Lovestory, aber es gibt auch den Science-Fiction-artigen Dreh der Zeitreise, durch die sie unvorhersehbar wird.“

„Der Erzählstil ist sehr innovativ für eine Liebesgeschichte – sie ist buchstäblich zeitlos“, sagt Produzentin Dede Gardner. „Wir alle hatten das Gefühl, dass wir beim Lesen des Romans und beim Anschauen des Films Henrys Problem und seine Erlebnisse einfach akzeptieren müssen. Es hilft natürlich sehr, dass Clare bedingungslos an ihn glaubt; ihre Treue in dieser Situation ist der Schlüssel – dadurch lassen wir uns auf die Geschichte ein. Es geht also um Treue, Schicksal, um Konsequenzen. Wir erleben, wie schwer die Liebe sein kann – und gleichzeitig, wie magisch und wunderbar.“

Drehbuchautor Bruce Joel Rubin hat mit seinem Drehbuch zu „Ghost“ (Ghost – Nachricht von Sam) den Oscar gewonnen – auch in jenem Film enthielt die Romanze ein übernatürliches Element. Jetzt schrieb er das Skript zu „Die Frau des Zeitreisenden“. Er berichtet, dass er von Audrey Niffeneggers Buch sofort begeistert war. „Ich habe es schon gelesen, bevor es veröffentlicht wurde – es nahm mich durch sein Konzept, durch seine ausufernde Fantasie völlig gefangen. Die Geschichte wird so tiefgründig erzählt – ich wollte sie unbedingt für die Leinwand aufbereiten. Also habe ich mich unerbittlich darum bemüht“, gibt er zu.

„Immer wenn Filmemacher die Kinofassung eines sehr umfangreichen Buches anpacken, stehen sie vor großen Problemen“, stellt Wechsler fest. „Es geht ja nicht nur um den Umfang und die Struktur. Wir wollen die Architektur des Buches erhalten, dem Drehbuchautor gleichzeitig aber auch erlauben, sich selbst kreativ in das Projekt einzubringen. Dafür war Bruce Joel Rubin genau der richtige Mann.“

Rubin ergänzt: „Das Buch ist sehr komplex – besonders schwierig war der Umgang mit den verschiedenen Zeitebenen. Ich beschloss, dass die Lovestory den Ablauf des Films vorgeben muss. Szene für Szene bewegt sich die Romanze durch die Zeit, und so lange diese Reise emotional nachvollziehbar bleibt, fühle ich mich nicht betrogen.“

Schwentke berichtet, dass auch bei seinem Ansatz die Gefühle im Vordergrund standen: „Die Handlung hält sich nicht an die chronologische Abfolge, sondern an den Spannungsbogen ihrer Beziehung.“

Gardner erinnert sich an die Entscheidung für den Regisseur, der dieses Projekt übernehmen sollte: „Wir hatten sofort das Gefühl, dass Robert ein besonderes Verständnis für die Story aufbrachte. Er arbeitet äußerst präzise, dabei aber sehr leidenschaftlich – und eben diese Kombination scheint bei unserem Projekt besonders angebracht. Das heißt: Die Story hat wissenschaftliche Aspekte, ist aber eine Liebesgeschichte, und das klopfende Herz im Zentrum fordert, dass sich die Wissenschaft zum Teufel scheren soll.“

„Ich habe immer darauf geachtet, dass es in meinem Leben nichts gibt, von dem ich mich nicht leicht trennen könnte. Aber dafür ist es jetzt zu spät … Ich fühle mich nicht mehr allein.“ (Henry)

Im Mittelpunkt der Lovestory stehen Clare und Henry, die das Schicksal füreinander bestimmt hat, obwohl sich die Zeit störrisch dagegenstemmt.

Rachel McAdams übernimmt die Rolle der Clare – sie berichtet, dass sie die Figur bereits im Roman mochte: „Ich habe das Buch vor einigen Jahren gelesen und fand die Liebesgeschichte wunderschön. Als dann das Filmprojekt Gestalt annahm, war ich ganz begeistert, die Clare spielen zu dürfen. Die Figur hat es mir angetan. Mir gefällt, dass sie Künstlerin ist, die Widersprüche ihres Charakters sind faszinierend: Sie ist weise, gleichzeitig aber auch ein wenig naiv; sie sucht das Außergewöhnliche – sie verliebt sich in einen Zeitreisenden, wünscht sich aber auch sehnlichst einen Halt im Leben. Das entwickelt sich im Laufe der Handlung. Sie hat sich für den Mann entschieden, mit allen Konsequenzen, aber dennoch wünscht sie sich ein Heim und eine normale Ehe.“

Wechsler erinnert sich an das erste Treffen der Filmemacher mit der Schauspielerin: „Sie hat Clare unglaublich intensiv analysiert – wir wussten sofort: Wir wollen, dass sie die Rolle übernimmt. Rachel hat genau die natürliche Ausstrahlung und das Charisma, das für diese Rolle so wichtig ist.“

„Rachel drückt etwas aus, was nicht fassbar ist“, sagt Schwentke. „Sie strahlt von innen. Sie sieht so traumhaft aus, dass uns der Atem stockt. Zwischen ihrem Gesicht und der Kamera kommt es fast zu einer alchemistischen Reaktion.“

Die Chemie war auch der Schlüssel bei der Besetzung von Eric Bana als Partner von McAdams. „Eine Lovestory hängt eindeutig davon ab, dass das Paar zueinander passt – ohne die richtige Chemie funktioniert das nicht“, bestätigt Wechsler. „Nachdem wir uns mit Eric getroffen hatten, spürten wir instinktiv, dass er mit Rachel eine großartige Mischung ergeben würde – und wir hatten Recht.“

„Als ich Eric kennen lernte, merkte ich, wie wunderbar er zur Henry-Rolle passt“, stellt Schwentke fest. „Er ist ein hervorragender Schauspieler, ein guter Mensch. Er ist aufrichtig, ruht in sich selbst, sorgt liebevoll für seine Familie: All diese Qualitäten kommen in seiner Darstellung zum Tragen – was Henrys missliche Lage mit Ernsthaftigkeit und Pathos erfüllt.“

Bana berichtet, dass er sich für das Projekt auch interessierte, weil er mit McAdams und Schwentke arbeiten durfte: „Ich bin Rachels Fan und wollte schon immer mit ihr filmen. Außerdem kenne ich einige von Roberts Filmen und hielt ihn für einen sehr interessanten Regisseur, was die Optik und seinen Stil betrifft. Wir führten ein gutes Gespräch über unsere Sicht des Films, über seine Interpretation des Stoffs – daraufhin wollte ich Henry unbedingt spielen.“

Der Schauspieler sah den Zeitreisenden als besonders attraktive Aufgabe für sich, weil die Figur per se viele Facetten hat, in unterschiedlichen Altersstufen auftritt und von seinen Erfahrungen in der Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft geprägt wird. „Dadurch konnte ich selbst bestimmen, was für die Rolle im jeweiligen Moment richtig ist“, erklärt Bana. „Wir alle verändern uns – keiner ist heute so, wie er vor zehn Jahren war. Das Leben hinterlässt Spuren, formt unser Verhalten, unsere Fähigkeit zur Geduld, zur Vergebung, wie dickköpfig wir sind … Indem ich Henry in verschiedenen Altersstufen spiele, kann ich die unterschiedlichen Aspekte seines Charakters herausarbeiten, die alle Auswirkungen auf seine Beziehung zu Clare haben.“

Weil sich die Liebesgeschichte zwischen Clare und Henry nicht auf einer linearen Zeitschiene entwickelt, setzte Robert Schwentke für McAdams und Bana zunächst eine Vorbereitungszeit an, um die Beziehung der Figuren auf allen Ebenen genau zu analysieren. Dazu der Regisseur: „Wochenlang sind wir jede einzelne Szene durchgegangen – die Zeitreisen haben wir in bestimmte Verhaltensmuster und alltägliche Konflikte übersetzt. Die Zeitreisen sind zwar unabdingbar, aber die emotionale Wahrheit der Szenen hat ein Fundament, ist nachvollziehbar. Außerdem konnten wir uns bis zum ersten Drehtag sehr gut kennen lernen.“

Beide Schauspieler wussten diese zusätzliche gemeinsame Zeit zu schätzen. „Vorbereitungswochen helfen immens“, bestätigt Bana. „Ich nutze solche Proben, um herauszufinden, wie meine Kollegen am liebsten arbeiten. Mit Rachel fällt das sehr leicht. Sie hat sich auf die Proben extrem gut vorbereitet – sie kannte den Stoff in- und auswendig, hatte bereits klare Vorstellungen entwickelt, aber nie auf Kosten der anderen Schauspieler. Sie ist sehr natürlich und immer voll konzentriert – was die Arbeit sehr erleichtert. Sie ist einfach genial.“

Ein ähnliches Lob hat McAdams auch für ihren Partner: „Ich habe selten mit einem so großzügigen Schauspieler gearbeitet wie Eric. Er kann wunderbar zuhören, ist sehr geduldig und zuvorkommend; in jeder Szene kann man sich auf ihn verlassen. Außerdem ist er sehr lustig. Mir hat die Arbeit mit ihm viel Spaß gemacht. Ich kann mir keinen besseren zeitreisenden Ehemann vorstellen“, lacht sie.

„Ich werde es dir erzählen, weil unsere Freundschaft sehr lange dauern wird … deshalb kann ich es dir auch gleich sagen.“ (Henry)

Aus verständlichen Gründen hat Clare niemandem anvertraut, dass der Mann ihres Lebens ein Zeitreisender ist. Das seltsame Verhalten ihres neuen Gefährten findet ihr bester Freund Gomez (Ron Livingston) zunächst also sehr verdächtig.

„Ich bin seit vielen Jahren ein großer Fan von Ron Livingston und freute mich riesig, ihm die Rolle des Gomez anvertrauen zu dürfen“, kommentiert Schwentke. „Ich suchte jemanden, der sich aufs dramatische Fach versteht, aber auch das hervorragende Timing eines Komikers mitbringt – genau das kann Ron.“

Als Henry Gomez von seiner Situation erzählt, hält ihn Gomez verständlicherweise für verrückt … bis Henry vor seinen Augen verschwindet. Gomez’ Zweifel und Misstrauen verwandeln sich so in eine lebenslange Freundschaft mit Henry.

Dazu Livingston: „Die Gemeinsamkeit zwischen Gomez und Henry ergibt sich daraus, dass sie beide sich Sorgen um Clare machen. Henry braucht jemanden, der sich um sie kümmert, wenn er fort ist – und das ist Gomez. Doch Henry und Clare habe wirklich eine sehr außergewöhnliche Beziehung. Sie sind vom Schicksal auf eine Weise zusammengeschweißt, wie es nur wenige Menschen begreifen können.“

Die ungewöhnlichen Umstände in Clares und Henrys Liebesgeschichte stehen der relativ normalen Beziehung zwischen Gomez und seiner Frau Charisse gegenüber. Diese Rolle übernahm Jane McLean. Sie berichtet: „In mancher Hinsicht ist Charisses Leben genau das Gegenteil von Clares. Aber wahrscheinlich ist Clares unfassbare Beziehung zu dem Zeitreisenden so faszinierend, dass ein bisschen von dieser Spannung auch auf Charisses eigenes Leben abfärbt. Andererseits bildet Charisse den normalen Gegenpol zu Clares abnormer Situation. Dadurch sorgen sie beide für eine Art Ausgeglichenheit in ihrem Leben.“

„Ich möchte wenigstens etwas Normales in meinem Leben haben – was ist daran falsch?“ (Clare)

Nichts wünscht sich Clare sehnlicher als ein Kind von Henry – sie möchte wenigstens ansatzweise eine normale Familie haben. Doch Henry ist dagegen, denn er fürchtet, dass er dem Kind seine Gen-Anomalie vererben würde – er kennt den unüberbrückbaren Graben genau, der sich aufgrund seiner Zeitreisen zwischen ihm und seinem eigenen Vater aufgetan hat.

Arliss Howard spielt Henrys Vater Richard DeTamble, der sich nur schwer mit der Situation seines Sohnes abfinden kann – es geht weniger darum, was Henry tut, als darum, was er nicht getan hat: Henry konnte seine Mutter, Richards Ehefrau, nicht retten – sie starb bei einem furchtbaren Autounfall, als Henry sechs Jahre alt war. Henry befand sich ebenfalls im Wagen und überlebte nur, weil er im Moment des Aufpralls die Zeitebene wechselte. Obwohl er seitdem oft zu diesem Augenblick zurückgekehrt ist und den Unfall immer wieder miterlebt hat, ist es ihm nicht gelungen, das Ereignis ungeschehen zu machen.

„Er kann nichts ändern – dadurch wird ihm ständig vor Augen geführt, wie wenig er in der Situation ausrichten kann“, sagt Dede Gardner. „Das ist viel schrecklicher als normaler Frust, denn dadurch heilen die Wunden nie. Im Gegenteil: Sie werden immer wieder aufgerissen, weil er ständig zu diesem Moment zurückkehrt.“

Henry erklärt es Clare so: „Die Zeit wirkt wie die Schwerkraft: Wichtige Ereignisse ziehen mich an.“

Dazu Schwentke: „Das heißt: Meist reist er zu entscheidenden Momenten seines Lebens. Und der wichtigste Moment ist natürlich der Tod seiner Mutter und seine Begegnung mit Clare auf der Wiese.“

Henry und Clare wenden sich schließlich Hilfe suchend an den Genetiker Dr. David Kendrick, der von dem erfahrenen Charakterdarsteller Stephen Tobolowsky gespielt wird.

„Es ist großartig, wenn man die Chance bekommt, Schauspieler zu inszenieren, die man schon immer bewundert hat“, sagt Schwentke. „Ich bin als Kinofan in Deutschland aufgewachsen und erinnere mich, wie ich damals Arliss und Stephen auf der Leinwand erlebt habe, von ihrer Rollenwahl begeistert war. Und eines Tages darf man dann sogar mit ihnen arbeiten – das ist für mich wie ein Geschenk.“

In „Die Frau des Zeitreisenden“ sind auch etliche sehr begabte junge Schauspieler zu sehen. Brooklynn Proulx spielt die junge Clare, der Henry erstmals auf der Wiese hinter ihrem Haus begegnet. Alex Ferris übernimmt die Rolle des jungen Henry. Die Schwestern Hailey und Tatum McCann spielen Clares und Henrys Tochter Alba im Alter von zehn beziehungsweise fünf Jahren.

„Wir sind zu Hause. Siehst du die Garage da drüben? Das ist dein Atelier.“ (Henry)

„Die Frau des Zeitreisenden“ spielt in Chicago, und einige Außenaufnahmen und Totalen drehte das Filmteam vor Ort. Doch die meisten Szenen entstanden in Toronto. Um der schwer fassbaren Befindlichkeit der Zeit in diesem Film gerecht zu werden, musste Produktionsdesigner Jon Hutman mit den Schauplätzen ein Gefühl der Zeitlosigkeit vermitteln: „Wir wollten ein Ambiente schaffen, in dem die Zeit fließt, denn genau so erlebt Henry sie, und konsequenterweise beeinflusst das auch Clares Erfahrung von Raum und Zeit. Der Film wirkt also zeitlos, die Handlung entwickelt sich fließend. Wir haben versucht, drei bedeutende Kapitel ihres Lebens zu bebildern.“

Das erste Kapitel zeigt natürlich die Wiese, auf der sich das Paar ursprünglich kennen lernt. Aufnahmeleiter Don Cornelius berichtet, dass die ausgewählte Wiese bestimmte Bedingungen erfüllen soll: „Sie muss so aussehen, als sei Clares Elternhaus gleich auf der anderen Seite des Hügels gelegen, und trotzdem soll das Gefühl entstehen, als ob Clare und Henry dort in ihrer ganz eigenen Welt leben … es ist ein verwunschener Ort.“

Außerdem muss die offene Wiese von Bäumen gesäumt sein, die Henry bei seinem ersten Auftritt verbergen. Die perfekte Wiese fand sich auf einem privaten Anwesen etwa 45 Minuten von Toronto entfernt. Damit sie natürlicher aussah, ließen die Filmemacher sie bewässern, und sie entschieden, sie nicht mähen zu lassen, damit das saftige Gras wuchern und verwildern konnte.

Das nächste Kapitel in Clares und Henrys Leben beginnt in der Bibliothek, in der Henry als Spezialist für seltene Bücher arbeitet. Dazu Hutman: „Er kann zwischen den Stapeln problemlos stundenlang verschwinden, ohne dass das jemandem auffällt.“ Dort trifft die erwachsene Clare Henry endlich wieder und gibt den Impuls für ihre gemeinsame Zukunft. Das Filmteam drehte diese Szene in der juristischen Bibliothek Osgoode Hall in Toronto, die die Newberry-Bibliothek in Chicago doubelt.

Henry nimmt Clare in seine Stadtwohnung mit, in der sich sein unsteter Lebenswandel ausdrückt. Hutman berichtet: „Sie sieht so aus, als sei er gerade eingezogen oder im Begriff, wieder auszuziehen – alles ist in Kartons und Tüten verpackt. Er lebt in einem großen Wohnblock, wo seine Anonymität gewährleistet ist. Wir wollen damit deutlich machen, dass er als Zeitreisender keine Freunde, keine Wurzeln hat.“

Als Clare und Henry ihr gemeinsames Leben planen, finden sie ihr Traumhaus, mit dem sie das dritte Kapitel ihres Lebens beginnen. „Robert (Schwentke) wollte sich dabei nicht aus dem städtischen Umfeld entfernen“, fährt Hutman fort. „Die Vorgabe war also: Das Traumhaus bildet einen sicheren Hort, aber in der Stadt.“

Cornelius berichtet, dass sie den perfekten Schauplatz in einem ehemaligen Pfarrhaus fanden, das um 1880 entstand: „Ein wunderschönes, großes Haus in einem Garten, der von einer Mauer umgeben ist. Ein zeitloser Ort mitten in der Stadt.“ Die Innenräume des Hauses bauten Hutman und sein Team im Filmstudio.

„Zeitlos“ war die generelle Vorgabe für das kreative Team des Films. Dazu Schwentke: „Wir haben alles vermieden, was an den Kostümen oder in der Ausstattung auf eine bestimmte Zeit hindeuten könnte. Jedes Bild ist zwar in sich stimmig, alles passt zusammen, lässt sich aber nicht eindeutig einer Epoche zuordnen.“

Der Regisseur berichtet weiter, dass er Henrys Reise in der Filmgeschichte spiegeln will – die Reise aus der Zersplitterung zur Einheit, zum Ganzen: „Zu Beginn besteht der Film ganz bewusst aus Bruchstücken – damit drücken wir Henrys Situation aus. Dann lernt er Clare kennen – ihre Beziehung wird zu Henrys Anker. Sie richten sich ein, was wir auch filmisch darstellen. Der Rhythmus ihres Lebens gibt den Rhythmus unseres Films vor. Diese Veränderungen sollen nur unterschwellig wirken, aber hoffentlich addieren sie sich zu dem gewünschten Effekt.“

Während des gesamten Films bildet auch die Farbe ein entscheidendes Design-Element. Schwentke arbeitete eng mit Hutman und Kameramann Florian Ballhaus zusammen, um Henrys Geisteszustand durch Farben subtil zu unterstreichen. „Am Anfang herrschen intensive Farben vor“, stellt der Regisseur fest. „Doch als Henrys Leben in ruhigeren Bahnen verläuft und er und Clare in ihr neues Haus ziehen, werden die Farben verhaltener.“

Hutman verrät, dass die Farbe Rot im Design des Films Symbolcharakter bekommt: „Rot ist bei uns der Hinweis auf den Tod. Ein Beispiel: Vor dem Unfall, bei dem Henrys Mutter stirbt, sehen wir eine rote Verkehrsampel, und ein Weihnachtsmann mit rotem Anzug winkt. Auch in anderen Schlüsselmomenten taucht das Rot auf – deutlich wird das erst am Ende der Geschichte. Aber wir haben uns große Mühe gegeben, im Rest des Films das Rot völlig zu vermeiden. Es ist übrigens gar nicht so einfach, die Szenen in der Vorweihnachtszeit zu bebildern, ohne dass Rot auftaucht“, grinst er.

Schwentke sagt: „Die Jahreszeiten geben die Struktur vor, sie bilden den natürlichen Kreislauf des Lebens. Die Handlung verläuft vom Winter zum Frühling über Sommer und Herbst zurück zum Winter. Das stellte eines der größten Probleme dar, denn wir mussten nicht nur zwischen den verschiedenen Jahren hin- und herspringen, sondern immer auch darauf achten, dass wir uns in der richtigen Jahreszeit befanden – der Herbst darf nicht auf den Winter folgen.“ Kostümdesignerin Julie Weiss bestätigt, dass die Jahreszeiten auch für ihre Designs ausschlaggebend waren: „Immer wieder hat Robert betont: Die Jahreszeiten geben unsere Zeitleiste vor.“

„Ich bin ein Zeitreisender. Ich komme aus der Zukunft, und ich kann meine Kleidung nicht mitbringen.“ (Henry)

Bei der Gestaltung von Rachel McAdams’ Kostümen berücksichtigte Weiss, dass Clare Künstlerin ist: „Bei einer Figur wie der Malerin Clare gibt es keine Regeln. Wenn sie etwas anzieht, richtet sie sich nie nach dem Modediktat anderer.“

Rachel McAdams arbeitete sehr gern mit Weiss zusammen, um ihre Figur auszugestalten: „Julie sucht im Drehbuch nach Hinweisen, die Rückschlüsse auf Clares Aussehen zulassen. Sie kümmert sich um das kleinste Detail. Sie hat sogar Pflanzen gezogen, die zum Kostüm passen. Das drängt sich nie auf, das sind immer nur kleine Einzelheiten, die aber die Person als Ganzes definieren. Julie hat ein Auge für Farben und das künstlerische Ambiente, das bei Clare eine sehr wichtige Rolle spielt.“

Für Henrys Kostüme galten wieder andere Regeln, denn wenn Henry auf Zeitreise ist, muss er seine Kleidung zurücklassen. Wenn er wieder auftaucht, ist er nackt und greift nach allem und jedem, womit er sich bedecken kann. Dazu Weiss: „Wo immer Henry auftaucht, muss er sich sofort um seine Kleidung kümmern – er muss betteln, borgen oder klauen, was ihm über den Weg läuft. Manchmal gelingt ihm das ganz unauffällig, manchmal macht er durch seine Kleidung sehr deutlich auf sich aufmerksam, um es gelinde zu sagen. Es ist aber völlig egal, was er trägt – wichtig ist, dass er überhaupt etwas anzieht und vorankommt.“

Ein weiterer Aspekt von Henrys Look war sehr viel auffälliger: Durch Länge und Farbe seines Haars wird in jeder Szene deutlich, wie alt er gerade ist. Schwentke berichtet: „Der junge Henry hat längere Haare, der ältere Henry trägt sie kurz, und graue Strähnen werden sichtbar. Die grauen Haare nehmen mit dem Alterungsprozess zu. Ich glaube, wir zeigen sein Haar in sechs verschiedenen Stadien.“

Dede Gardner sagt augenzwinkernd: „Einmal rief ich Robert an und sagte, er müsste mir dazu einen Plan aufzeichnen. Das war ein echtes Puzzle.“

Lachend beschreibt Bana, wie er hundertprozentig sicher sein konnte, immer das richtige Alter seiner Figur zu treffen: „Wenn ich die Perücke trug, war klar, dass ich der jüngere Henry war, und wenn ich mit meinem eigenen Haar auftrat, spielte ich den älteren Henry. Die Perücke benutzte ich also wie ein Werkzeug.“

„Ich muss dich jetzt verlassen. Aber ich komme wieder. Sehr oft. Ich passe auf dich auf, so gut ich kann.“ (Henry)

Um Henrys Zeitreisen sichtbar zu machen, arbeitete Schwentke mit dem für die digitalen Effekte verantwortlichen Jamie Hallett und dessen Team zusammen – sie entwickelten die Optik für die Szenen, in denen Henry verschwindet. „Wir wollten deutlich machen, wie Henry das empfindet – als ob er von etwas überwältigt wird“, berichtet der Regisseur. „Er kann das nicht beeinflussen – im Gegenteil. Der endgültige Effekt soll an Sand erinnern, der durch eine Sanduhr rieselt.“

Dazu Nick Wechsler: „Wahrscheinlich haben wir alle schon darüber nachgedacht, wie es wäre, durch die Zeit zu reisen – zu wissen, was die Zukunft bringt, und dann zurückzukehren und die Szenen und Menschen zu erleben, die man aus der Vergangenheit kennt.“

„Wir machen einen Traum war: Wir zeigen, dass man zurückkehren kann und im Nachhinein eine bessere Entscheidung fällt. Man nutzt also, was man jetzt weiß, damals aber nicht wissen konnte“, sagt Schwentke. „Dennoch enthalten alle Zeitreise-Geschichten ein Paradox. Ich hoffe, dass uns die emotionale Unmittelbarkeit dieser Geschichte über dieses Paradox hinweghilft.“